Vergaser-Einstellung

6 07 2009

Eventuell liegt es halt wirklich daran, dass man sich jahrelang im Umfeld von heftigen Spritausdünstungen bewegt. Das muss ja irgendwann Auswirkungen haben. Andererseits ist seine (Ex-?)Frau geschätzte 50 cm größer und wer sich ständig den Hals verenken musste, könnte dadurch auch die Durchblutung des Gehirns gefährden.

Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass sich in den Führungspositionen der Formel 1 bevorzugt Knallchargen aufhalten. Der eine liebt Auspeitschspielchen in Weltkriegsuniform (was ja eingentlich sein Privatvergnügen ist), der Andere lässt in einem Interview durchblicken, dass er Demokratie für eine ausrottbsre Krankheit hält und kann seine Sympathie für gewisse Diktatoren nur schwer bzw. eigentlich gar nicht verhehlen. So einer wie er halt auch ist, der die Macht hat, mehr oder weniger gestandene Männer um die ganze Welt zu jagen und sie dazu zu zwingen, 50 bis 70 Mal im Kreis zu fahren, ohne zu jammern.

Nun ja, bald wird in UK wohl wieder gewählt, da läge doch ein ganz neues Betätigungsfeld für Sie, Herr E., oder?

Jemine, da werden einem die derzeit durch Frankreich rollenden Arzneimittelschränkchen ja fast schon wieder symphatisch … aber wirklich nur fast …





Au se z r

3 07 2009

frogbrain

Trotz aller Bemühungen, mich so oft wie möglich in shady spots aufzuhalten, jegliche Anstrengung zu vermeiden und ständiger innerer wie äußerlicher Wasserzufuhr lassen sich durch die hitzebedingte Eiweißstockung im Hirn einige Ausfallerscheinungen nicht komplett vermeiden.

Heute suchte ich z.B. während meines Unterwegsseins den Autoschlüssel. Er hing in einem Ring am Ring- und kleinen Finger der einen Hand, was mir aber erst bewusst wurde, als mein Körper bereits ordentlich Adrenalin durch die Gegend geschickt hatte. Dann fiel mir auf, dass ich mein Labsalobst nicht wie geplant in den Kühlschrank gelegt hatte und ich kann euch sagen, der Erfrischngswert raumwarmer Melonenscheiben geht massiv gegen Null.

Am schlimmsten aber ist, dass mir heute schon mehrfach der Refrain eines Liedes durch den Kopf geht, welches von einem sog. schwarzen Barden mit weißblonder Brille, der gerne auch mal die Nationalhymne mit allen Strophen intoniert, stammt. Dieses Lied müsste mir schätzungsweise das letzte Mal vor gut 30 Jahren auf einer elterlichen Schallplatte begegnet sein und hat folgenden Refrain:

Caramba, karacho, ein Whiskey,

caramba, karacho, ein Gin,

verflucht, sakramento, Dolores,

und alles ist wieder hin.”

Ganz, ganz schlimm, nicht wahr? Wieso ausgerechnet dieses? Ich habe das garantiert nicht in letzter Zeit gehört. Wenn schon debiler Text, warum dann nicht “Dedoodoodoo, dedadada” von The Police oder etwas vergleichbares? Ich vermute mal, das ist eine Vorschau auf künftige Attraktionen, wenn mal die Demenz wetterunabhängig einsetzt. Bitte nicht, dann lieber einen schnellen gnädigen Tod!

Ähhh … was wollte ich jetzt noch …?





Harrywurst

2 07 2009

Da gibt es so einen Harry im Frühstücksfernsehen eines Prisatsenders (also, der heißt wohl tatsächlich Harry), welcher sich in seinen Kurzfilmen mit der Qualität von Schnellimbissgerichten, Fastfood (heißt so, weil es fast wie Essen schmeckt) und anderen Leckereien beschäftigt. Er nimmt selten ein Blatt vor den Mund (wiewohl ihn dieses vor manchem Gruselgericht schützen könnte) und kritisiert, was zu kritisieren ist. Wenn dann die betroffenen Zubereiter darauf hingewiesen werden, dass man Kartoffelpfannkuchen ruhig mal abtropfen lassen darf und überhaupt das Frittenfett öfter als einmal im Jahr gewechselt werden sollte, schauen diese meist recht bedröppelt drein. Kein Wunder, was soll man auch sagen, wenn man just aufgezeigt bekommt, dass ein Grillhähnchen besser nicht in der Fritteuse nachbehandelt werden sollte?

Alles in allem durchaus  ein sympathisches Kerlchen, dass einem immer wieder mal klar macht, wie schnell man Gefahr läuft, sich schwerverdauliches der Kategorie wääääh-und-spuck einzuverleiben. Etwas merkwürdig allerdings, dass im Abspann dieser Sendung dann stets (vermute ich zumindest) ein Werbetrailer dieser Biokostslowfoodmeditativesessenmarke mit dem goldenen M läuft.

Tatsächlich darf man aber den Verdacht hegen, dass die Essensqualität (”Qualität” kommt übrigens nicht von “Qual”) von Herrn Mac und Herrn King um einiges höher ist als manches, was mir in Atzes Mampfbude und Konsorten so angeboten wird. Schauerlicher Gedanke.

Mehr zum Thema: Soeben Bericht über Patricia B gesehen, ihres Zeichens Tochter eines abfärbenden Schlagerstars, welche in den letzten Monaten angeblich über 40 kg abgenommen haben will (war die nicht monatelang im Haus des großen Bruders? Kein Wunder…). In diesem Bericht wurde formuliert, sie habe sich …he…ähemmm…*räusper* …”von ihrem Körper emanzipiert”.

Bitte? Das klingt doch eher wie eine euphemistische Bezeichnung für Selbstmord! Ich vermute ja mal so ins Blaue hinein, dass es womöglich nicht allzu gesund sein dürfte, sich von seinem Körper zu emanzipieren. Aber wer weiß, wahrscheinlich  haben sich die Autoren des Beitrags ja bereits erfolgreich von ihrem Gehirn emanzipiert …





Täglich eine gute Tat

28 06 2009

Lieber Angestellter des Getränkestandes beim gestrigen Straßenfest:

Ich möchte Ihnen gerne etwas schenken.

Zunächst einmal meine Aufmerksamkeit, aber das ist quasi nur der Aperitif. Vor allem aber möchte ich Ihnen einige Bilder schenken. Selbstgemalte natürlich. Sorgfältig selbst gemalte auf dickem Karton, damit sie auch lange halten. Auf einigen sind Biergläser zu sehen. Eines zeigt einen Humpen resp. eine Maß, ein anderes ein Weizenbierglas, wenn es sein muss, auch eines mit einem gemalten Glas für Pissfix a.k.a. Kölsch.

Auf einem weiteren ist ein Faß zu sehen, noch eines zeigt eine Flasche Spülmittel, eines einen 5-Euro-Schein oder Kleingeld. All das male ich für Sie. Für lau. Aus reiner Hilfsbereitschaft. So bin ich eben.

Allerdings hätte ich dafür eine herzliche Bitte: Bitte benutzen Sie im nächsten Jahr diese Bilder auch. Halten Sie sie hoch, statt in einer Lautstärke, die sonst nur mit tief über eine Armee von Presslufthämmern hinwegfliegenden Düsenjägern erreicht werden kann, rumzuschreien oder durch die Pfinger zu feifen, während Sie nur zwei Handbreit neben mir stehen.

Dann hat auch das Hörgerät, das ich mir jetzt zu kaufen gezwungen bin, eine reelle Chance, das Untere Bergerstraßenfest 2010 zu überleben.

Momentan genieße ich die Stille, die noch schöner wäre, wenn dieses immer wieder auftretende Fiepsen nicht wäre, das sonst keiner hört …





Gegen das Schwermut

27 06 2009

Hoppala,  arg viel Tod und Nachruf in den letzten Blogeinträgen. So geht das aber nicht, also muss jetzt etwas lebensfrohes her:

Unglaublich!

Nena wird Oma!

War das nicht erst gestern … also höchstens vorgestern, als sie mit mit rotem Ledermini und Mischwald in den Achselhöhlen “Nur geträumt” gejodelt hat?

Tja, liebe Nena, das sind die heutigen Töchter. Mit 19 schwanger, aber den 38. Geburtsag von Mutti vergessen. Oder halt den 45. oder so …

Die Zeit rennt und wir humpeln immer schwerfälliger hinterher. Bald heißt es nicht mehr “Komm, gehen wir den Leuchtturm rauf…”, stattdessen ist Treppenlift angesagt.

Der noch schlimmere Sekundärgedanke: Verdammt, ich selbst könnte auch schon seit einigen Jahren rein biologisch betrachtet Opa sein! Kein wirklich denkbarer Gedanke. Naja, hätte ja so kommen können, wenn mich vor 20 Jahren die knallgeile Rothaarige in der Disco nicht einfach so blöd hätte dastehen lassen. Blöde Hippe! Du bist jetzt mitschuld am Rentendesaster!





Rock the World (Updated Version)

26 06 2009

Im Jahre 1987,  als gerade die ersten Fruchtblasen der privaten Sendeanstalten platzten und die Öffentlich-Rechtlichen sich noch als die Gralshüter der Seriösität verstanden, passierte etwas für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnliches:

Die A.RD sendete nach den Tag.esthemen gegen 23 Uhr nicht wie üblich einen wertvollen Kunstfilm oder eine politische Dokumentation zum Ausklang des Tages, sondern einen ca. 20-minütigen Kurzfilm, der aber eher ein sehr ausgewalztes Musikvideo zu dem Song “Bad” war, als exklusive Deutschlandpremiere.

Ich denke, das zeigt, welchen Einfluss der jüngst Verblichene zu seinen höchsten Zeiten in der Gesellschaft hatte. Heute mag das nichts besonderes mehr sein, damals war es sehr außergewöhnlich.

Das Tröstliche daran ist, dass künftig – wie immer bei Toten – in Berichten nicht mehr der Aktualität verpflichtet die Fotos der jüngsten Zeit sondern die aus den Achtzigern gezeigt werden. Statt des kalkigen Zombies der bewegungstalentierte dunkelhäutige Künstler mit dem gemäßigten Afro.

Ich bin jetzt schon genervt, wenn ich an das multimediale Ballyhoo der nächsten Tage und Wochen denke, merke aber soeben, dass ich just selbst dazu beitrage und bin beschämt ruhig.

RIP, anyway! (gilt übrigens auch für die goldene Löwenmähne der späten Siebziger)

UPDATE:

Tag 1 nach MJ: Welch eine Hysterie. Alleine die ersten 8 Seiten der Rundschau sind voll vom Kingofpop. Auf der letzten Seite noch ein Ganzseitenfoto des weißen Handschuhs. Liebe Leute m Iran, hört mal bitte jetzt auf mit dem Demonstrieren, wir haben jetzt leider keinen Kopf dafür.

Während der Autofahrt überlagerten sich mal wieder zwei Sender. Dabei wurde das ABC der Jackson 5 von “Wannabestartinsomething” des Meisters hinself überlagert. Sehr bizarres Mash-Up!

Sein sehr eigener Gesangsstil scheint offenbar zu einigen Verhörern geführt zu haben. einige hörten beim Refrain von “P.Y.T.” immer “Tegernsee”

Ich dagegen stieß mich des öfteren an den Textzeilen:

“Heal the world

make it a better place

for you and for me

and the anti-human race”

Ähhh…was????

Ach so!

“entire”

Na dann … das andere wäre aber witziger gewesen.

Die Zeit wird zeigen, ob mehr übrig bleibt, als der Moonwalk, weiße Socken, der Handschuh, das Kieksen, der Griff in den Schritt, “Schamoarn!” und die mundabwischende Handbewegung. Wahrscheinlich ja.





In dieser Welt

25 06 2009

Nochmal kurz zusammengefasst:

Ein belgischer Vater sollte auf dem Weg zur Arbeit sein Kleinstkind in die Krabbelgruppe bringen, war aber dermaßen unter Stress, dass er das im Heck schlafende Kind komplett vergaß und es im Auto liegen ließ. Erst als die Mutter nachmittags den Kindersitz holen wollte, entdeckte sie das komplett dehydrierte und leblose Baby,

Ermittlungen gegen die Eltern wurden nicht eingeleitet, die Sache gilt als tragischer Unfall.

Das geht mir seit zwei Tagen immer wieder durch den Kopf. Wie kann so etwas passieren und wie geht man damit um? Wie hält das der Vater aus? Wie geht eine Mutter mit so einem Erlebnis um? So banal kann Schrecklichkeit sein.

Vor allem aber: Was ist das für ein beknacktes System, das Arbeitsplatzbedingungen hervorbringt, die einen dermaßenen Stress auf jemanden ausüben, dass so etwas passieren kann?

Erneut zwei Seelen mehr, mit denen ich auf gar keinen Fall tauschen möchte …





Wir ha’m den Farbfilm vergessen …

24 06 2009

… und wieder hat es eine industrielle Ikone des 20. Jahrhunderts erwischt …

Aufgrund der mittlerweile kaum noch messbaren Absatzzahlen hat man sich entschlossen, die Produktion des “Koda.chrome”-Farbfilms einzustellen. Seine Zeit war offensichtlich vorbei. Viele Jahrzehnte Standardutensil jedes Urlaubsgepäcks, aber das war einmal.

Naja, immerhin hat ihn Paul Simon mal in einem Song verewigt.

“Er hat die Welt einfach ein wenig schöner aussehen lassen” titelt die “Welt” eine Art Nachruf auf ihn.

Mannomann, wenn das mal jemand nach meinem Ableben über mich behauptete und es auch so meinte, ich täte posthum noch ein wenig erröten.





Baick

23 06 2009

Der neue Trend, im großen B offenbar schon Alltag:

Fahrräder ohne alles!

Prinzipiell nichts neues, Fahrräder ohne Reifen oder Sattel findet man seit vielen Jahren an jedem größeren Bahnhof oder vor dem örtlichen Kino.

Hier geht es aber um downstripped Bikes. Keine Gangschaltung, keine Klingel, kein Rücktritt, noch nicht einmal Bremsen. Also quasi Fahrrad pur, nur Gestänge, Pedale und Reifen. Das soll ein ganz puristisches, fast schon mediatives Fahrgefühl erzeugen. Vor allem, wenn man bremslos in eine Straße einbiegt, in der sich bereits ein Laster breitgemacht hat. Die Straßenverkehrsordnung liegt auch bereits mit einem Schwerstinfarkt auf der Intensivstation.

Mein Rad dagegen hat mehr und jetzt habe ich wieder etwas neues entdecken dürfen: Ich weiß zwar noch nicht, wo er installiert ist, aber das Rad verfügt offensichtlich über einen tadellos arbeitenden Windsauggenerator, der dafür sorgt,  dass die mich umgebende Luft immer genau aus der Richtung bläst, in die ich just fahre, egal wie oft ich die Richtung wechsele.

Ein Feature von sehr zweifelhaftem Nutzen. Weiß zufällig jemand, wie man es abstellen kann?





Futurissimo!

20 06 2009

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schoene gruesse aus tokio, der futuristischsten metropole der welt! ziemlich spannend hier …

ach, was *chchchch*, spaessle gmacht, ist doch nur wieder eine impression aus dem neuesten konsumtempel der mainmetropole. beginnend an der aussenfassade und fortfuehrend im inneren sieht es so aus, als habe sich ein wurmloch in die glas-stahl-konstruktion verirrt und drohe, das ganze kaufhaus und seine kunden in ein schwarzes loch zu ziehen. immerhin mal ein interessanter architektonischer ansatz mit einer ganzen menge licht. fast haette man sich auch noch die laengste rolltreppe deutschlands oder europas oder wasauchimmer gegoennt, aber das hat man leider dann doch noch vergeigt. jetzt ist es halt die zweit- oder drittlaengste, aber immer noch ausreichend, um waehrend der transportfahrt nach ganz oben ein erfrischendes kleines nickerchen einzulegen.

kein bild gibt es uebrigens von der jungen dame am unteren ende der rolltreppe die voellig zu recht gewandet in eine jeans-hotpants prospekte verteilte, denn erstens ist das hier kein maennermagazin und zweitens wurde dem durchaus attraktiven anblick durch die tatsache, dass die dame ihr anziehendes aeusseres letztlich doch wieder nur zur weiteren unterstuetzung des spaetkapitalistischen konsumterrors einsetzte, der charme genommen.

im hintergrund noch ein wenig zu sehen: ein bewusst mehrfach assymetrisch gebautes hochhaus, welches als hotel fungiert, etwas, an dem frankfurt bislang wirklich grossen mangel hatte.

das naechste mal dann wieder das bild einer gluecklich wildklee mampfenden schwarz-weiss gefleckten kuh vor einem sprudelnden baechlein, am bildrand ein frisch aufgeworfener maulwurfnhuegel, ganz bestimmt.