Posted by: lordfoltermord | Juli 20, 2008

PopeStar

Da sitzt man als Teilnehmer am Weltjugendtag im fernen Australien (also, es sei denn man wäre Australier und in seiner Heimat) und bekommt eine sms. Sofort stellt sich eine gelinde Hoffnung ein, diese könne von diesem überaus netten rothaarigen Mädchen mit der Stupsnase sein, mit der man sich am Tag zuvor so nett ausgetauscht hat.

Nö, is aber nicht! Is viel besser: Sie ist von IHM, dem Pontifex maximus persönlich und er sendet (resp. lässt senden) den Jugendlichen eine Grußbotschaft, in der Worte wie “2gether”, “2nite” oder “C U” vorkommen und signt sie mit “BXVI”

Hey,hey,hey!!!!…*anerkennenddurchdiezähnepfeif*…Benedetto!…B-16!!!…voll die coole Message!…Ja, so fängt man sie ein, seine jugendlichen Schäfchen, mit der angesagten sms-Sprache. So ähnliche Worte hat übrigens schon vor einigen Jahren, also noch mitten in der Regentschaft deines Vorgängers J2 P2…ähhh…JP2…MC Karol…na, Polenpaule, Du weißt schon…ein Musiker aus Minneapolis benutzt, der sich zunächst “Prince” nannte, dann TAFKAP, also TheArtistFormerlyKnownAsPrince, später dann Symbol und schließlich wieder Prince. Wenn der das konnte, dann auf jeden Fall auch ThePopeformerlyknownasRatzinger. Er - also Prince - hatte beispielweise Songtitel wie “I would die 4 U” oder “Money don’t matter 2nite” und solche Titel könnten gut in ein religiöses Umfeld passen, nicht wahr? Schließlich ist ja bereits mal jemand für uns gestorben und hatte vorher die geldgeilen Händler aus dem Tempel geworfen.

Aber Obacht, lieber Papst! Dieser Prince hat ganz viele Songs übers F***en geschrieben, über die Lust und deren mannigfaltige Befriedigungsmöglichkeiten. Was in der little red Corvette geschiehht oder “Get off - 22 Positions in a 1-Nite-Stand” oder “Cream” und damit meinte er ganz bestimmt nicht das, was sich Eure Heiligkeit gelegentlich auf den wohlverdienten Erdbeerkuchen klatschen.

Ich möchte also an dieser Stelle ausdrücklich davor warnen, sich aus fehlgeleitetem Pope-ulismus in gefährliche Gebiete zu begeben.

Im übrigen, Sie Herr Benedikt werden das ja eher nicht persönlich erlebt haben, aber wissen Sie, wie das ist, wenn man als Jugendlicher eine Party im hauseigenen Keller wirft und im Verlaufe des Abends ein auf cool getrimmter Erzeuger in seiner Wochenendjeans reinschaut und Dinge sagt wie “Ey, Partypeople! Coole Mucke hier! Geile Frisur, Du da hinten! Ja, dann groovt mal schön weiter, ich zieh mir jetzt auch noch mal meine Led-Zeppelin-Platte rein”?

In diesem Moment betet man womöglich. Ja, man betet, es möge sich eine gnädige Spalte im Erdboden auftun und einem verschlingen, denn selbst das heißeste Magma wäre erträglicher als die nun einsetzenden Blicke.

God…got the Message? Bene, detto, bene!

Posted by: lordfoltermord | Juli 18, 2008

Westenfett

Im Auto entkommt man radiohörend nur selten der geballten Macht des DDF (Deutschen Dudelfunks). In einer dieser Stationen scheint es eine Mitarbeiterin zu geben, die es tatsächlich bislang geschafft hat, ihre vergammelten Leggings im Schrank zu lassen und deshalb senderseits zur internen Modeexpertin ernannt wurde, deren Aufgabe u.a. darin besteht, im Internet nach modebezogenen Seiten zu suchen.

 

Gestern muss sie wohl wieder auf eine solche gestoßen sein, die – Überraschung – auch irgendwas mit „Sex and the City“ zu tun haben muss und entsprechende Modetipps von sich gibt.

 

Einer dieser Tipps lautete „Westen, die einesteils grau und anderenteils schwarz sind, machen dick!“ So etwas wird ja beispielsweise auch breiten Querstreifen oder Pullis in schreienden Farben nachgesagt.

 

Hmmmm….also selbst auf die Gefahr hin, jetzt ein wenig uncharmant zu wirken: Das sollte man so nicht stehen lassen. Westen machen nicht dick! Der Kaloriengehalt von Kleidungsstücken scheint mir in einem sehr überschaubaren Bereich zu liegen und in aller Regel werden diese getragen und nicht gegessen (Klugschisserige Bemerkungen über essbare Unterwäsche bitte….moment…JETZT einstellen! Vielen Dank!).

 

Nein, Westen machen nicht dick. Mangelnde Bewegung, Schokoriegel, Eiskugeln, Karameltoffees, Sahnejoghurts, Pommes rotweiß, Döner-Kebabs mit Allem, Kartoffelchips, Unmengen Cola, literweise Weizenbier, Tiramisu, Walnüsse, Camembert, Butterkekse, Currywurst, Bigsize-Doublechoc-Muffins, Rocher, saure Früchtchen und noch viele dieser Leckereien machen dick…JAAAAAA, oder natürlich diese angeborene Stoffwechselstörung, selbstverständlich.

 

Bestimmte Kleidungsstücke wie zum Beispiel erwähnte Weste können die daraus resultierende körperliche Erscheinung einfach nicht entsprechend gut kaschieren. Wir wollen uns doch bitte nicht allzu viele sprachliche Schlampigkeiten erlauben.

 

Abnehmtipp gefällig? Ähhh. gerne. Zur besseren Verdauung und früheren Sättigung einfach jeden Bissen vor dem Herunterschlucken ordentlich durchkauen….

 

…so ca. 300 mal dürfte ausreichend sein

 

 

Posted by: lordfoltermord | Juli 17, 2008

Enrahar, Poppy, Enrahar!!!!

„ Warst Du denn mittlerweile auch in „Happy-go-Lucky“?

 

„Zwangsläufig. Meine Freundin gab ja keine Ruhe…“

 

„Das klingt ja nicht eben begeistert“

 

„Also, ich bitte dich…! Wie könnte man länger als 15 Minuten mit diesem nicht abstellbaren Lachsack auskommen? Sie kommt aus dem Buchladen, stellt fest, dass ihr Rad geklaut wurde, schaut kurz irritiert und meint dann, es wäre schade, sie konnte sich nicht mal von ihm verabschieden. Ich und die meisten anderen Menschen würden doch vor lauter Ärger erstmal eine Stunde lang ins Geländer beißen und dann zeternd zur Polizei rennen.“

 

„Ja, und dann das Magengeschwür behandeln lassen gehen. Es wäre doch wirklich gesünder, zu bemerken, wann etwas nicht zu ändern ist und sich möglichst schnell wieder dem besseren Leben zuzuwenden.“

 

„Ich hatte auch mal einen eingeklemmten Rückennerv. Ich konnte beileibe nicht darüber lachen, auch nicht über die anschließende Behandlung. Schau dir dieses Hippiekind an. Sie lacht sich scheckig, während der Arzt ihren Schmerzpunkt findet und behandelt. So einen Menschen kann man doch nicht für voll nehmen. Klar, dass sie im Film Grundschullehrerin ist. Als Finanzberaterin oder Richterin endete so was in einer Katastrophe.“

 

„Ja, jetzt beruhig dich mal wieder! Ist doch nur ein Film. Aber es wäre doch jedem zu wünschen, einen Beruf zu finden, der ihn glücklich macht und der sein Talent dazu nutzen kann, anderen Freude zu machen. Hättest Du als Kind nicht gerne eine solche Lehrerin gehabt, die mit euch Hühnerkostüme aus Einkaufstüten und Krepppapier bastelt?“

 

„Naja, als Kind vielleicht…Aber im Erwachsenenleben hältst du so was doch nicht aus, Sie konnte ja auch nicht eine Minute vergehen lassen, ohne eine vermeintlich witzige Bemerkung zu machen. Wenn mir heute ständig so eine LiLaLaune-Bärin  „See you later, Alligator!“ oder „Here we go, Gigolo“ ins Ohr brabbelte, würde ich wahnsinnig.“

 

„Ach, das kann man aber auch als eine charmante Art von Unsicherheit deuten.“

 

„Ich war mal eine kurze Zeit mit einer annähernd ähnlichen Frau zusammen und es war die Hölle, sag ich Dir“.

 

„Es gab ja auch einige Momente im Film, in denen ihr Lachen mal versiegte.“

 

„Ja, mit diesem Problemkind in der Schule, der Begegnung mit dem verwirrten Obdachlosen und als ihr cholerischer, phobischer Fahrlehrer mit seinen Mystikschüben, der ja – und das war schnell klar – heimlich in sie verschossen war, sie fast halbtot geschlagen hätte. Und was passierte? Kurze Zeit später ruderte sie wieder mit ihrer Freundin auf dem See herum, fand es nur noch merkwürdig und weigerte sich, ihn bei der Polizei anzuzeigen, weil ihm das ja nicht helfen würde. Wer würde bei einem solchen jesusmäßigen Verhalten nicht verrückt?“

 

„Man muss aber doch immerhin attestieren, dass mike Leigh seinen Film eine weitaus bodenständigere Atmosphäre gibt, als das bei ähnlich gelagerten Filmen wie „Amelie“ der Fall war.

 

„Herrgott, jetzt fang nicht auch noch damit an. Sicher, seine grundsätzliche Handschrift war auch in diesem Film erkennbar. Aber trotzdem dachte ich mir ständig, wie ich mit so einer Kullertante auskommen könnte und nein, ich könnte es nicht, niemals!“

 

„Mal ernsthaft: Sicher ist so eine Frau nicht für jeden ertragbar. Aber eigentlich bräuchte unsere Welt doch mehr von solchen Menschen, die Andere mit ihrem unverwüstlichen Optimismus anstecken. Nach einiger Zeit würde eine solche Weltsicht bestimmt auch auf dich abfärben.“

 

„Ach, in der Theorie vielleicht. In der Praxis hätte ich sie bis dahin aber bereits drei- bis viermal umgebracht. Hätte der Richter dann diesen Film gesehen, könnte ich bestimmt mit mildernden Umständen rechnen.“

 

„Naja, so hat halt jeder seine Sicht der Dinge. Ich finde dich trotzdem in Ordnung und Poppy würde dich bestimmt auch weichkochen“

 

„Aaargghhh…jetzt fang Du nicht auch noch an! Aber mir kommt da eine Idee: Wenn Du so ein begeisterter Frauenfilmgucker bist, könnte ich dich vielleicht überreden, heute Abend mit meiner Freundin in „Mamma Mia“ zu gehen? Ich spendier euch auch die Eintrittskarten, wenn ich dafür um den Film herumkomme“

 

„Öhhh…tut mir leid, aber heute Abend schau ich mir bereits „Hulk“ an….“

Posted by: lordfoltermord | Juli 15, 2008

Streetwise

Wenn man in größeren Städten und dort insbesondere in gut frequentierten Straßen unterwegs ist, ist es durchaus ratsam, mit besonders wachsamen Augen durch die Gegend zu laufen. Zu einem hilft es einem dabei, entgegenkommenden Auto- und Radfahrern sowie Skateboardern auszuweichen und sich rechtzeitig vor sich herabstürzenden Flugsauriern in Sicherheit zu bringen.

 

Vor allem aber bekommt man doch immer wieder Miniatur-Schauspiele geboten und das völlig ohne Eintritt. Letztes Wochenende beispielsweise ging ich an zwei Herren gehobeneren Semesters vorbei. Einer der beiden muss augenscheinlich direkt von einer Reinigung gekommen sein, denn er trug ein weißes Hemd auf einem Bügel hängend und mit Folie überzogen mit sich herum. Die beiden unterhielten sich, wie ich fragmentarisch mitbekam über die Vorzüge verschiedener Radwanderwege, wobei der Hemdenmann ebendieses ins Gespräch vertieft schön gleichmäßig am Boden entlangschleifen ließ und damit zumindest diesen kleinen Bereich Bürgersteig gründlich vom Dreck befreite.

 

Den weiteren Verlauf dieser Anekdote kann man sich genüsslich ausmalen. Es wird damit enden, dass er erneut rotköpfig und aufgeregt die Reinigung betritt und sich über die miese Arbeit dort beschweren wird. Naja, oder auch nicht. Vielleicht bleibt es auch bei einem „Nichts kann man dich heißen“ der entnervten Ehefrau oder aber er ist solo und versucht jetzt handwaschrubbelnd die Verunreinigungen herauszubekommen…

 

Einige Zeit später konnte ich aus einer Patisserie heraus blickend (ja, auch so was gibt’s noch) ein recht junges Pärchen verfolgen, dass sich aus einem anderen Laden kommend bereit machte, seine Radtour fortzusetzen. Er war ihr dabei behilflich, ihren Rucksack ordentlich zu platzieren (vielleicht hat er auch etwas in den Rucksack hineingetan oder herausgenommen, das ist für diese Geschichte nicht wesentlich). Nach getaner Arbeit streichelte er ihr in eindeutig zärtlicher Art über ihr Haar, was ihr offenbar sehr gut tat, denn sie drehte sich leicht zu ihm und legte ihren Kopf kurzzeitig an seine Schulter, während ihr linker Arm sich auf seinen Rücken legte.

Das Ganze dauerte nur ein paar Sekunden, bevor sie sich auf ihre Räder schwangen, aber diese kurze Zeit schien ausreichend zu sein, um eine gemeinsame Welt entstehen zu lassen und tiefe Gefühle mit Depotwirkung zu erzeugen.

 

Irgendwo in mir drin piekste es ein klein wenig und es schob sich kurz in mein Bewusstsein, dass Single-Sein mitunter ganz, ganz dämliche Begleiterscheinungen mit sich bringt. Glücklicherweise lenkte mich ein günstiges Schicksal durch eine hereinkommende SMS davon ab, den beiden sehnsüchtig-neidvoll hinterher zu schauen.

 

Das mit dem Hemd war irgendwie lustiger…

Posted by: lordfoltermord | Juli 14, 2008

Tage wie dieser

Es gibt Tage, die sind so eindeutig mies, dass man sie ohne zu zögern aus seinem Lebenskalender streichen möchte. Andere Tage wiederum brennt man für lange Zeit in seine All-Time-Favourites-Hirnfestplatte, weil sie einen wunderbaren Charme entwickelten und sich das Leben darin anfühlte wie Kindergeburtstag auf dem Spielplatz und hinterher noch Torte.

 

Beides ist aber nicht der vorwiegende Zustand. Viele Tage sind diffus und schwammig in ihrer Ausrichtung, entsprechend wenig Erinnerung hinterlassen sie dann auch. Schließlich existieren Tage, bei denen man rückblickend nicht wirklich einzuschätzen vermag, ob sie als gut oder entbehrlich betrachtet werden sollten.

 

Wenn man sich z.B. Sonntags aufraffen kann, um eine kleine Radtour einzulegen, ist das zunächst mal gut ,denn der innere Schweinehund befindet sich im Würgegriff und man tut etwas für die Fitness.

 

Wenn sich dann nach ca. drei Viertel des Weges überraschend herausstellt, dass sich das in der Hosentasche mitgeführte Portemonnaie irgendwann selbständig gemacht hat, und man nunmehr die bereits gefahrenen drei Viertel Weg mit halber Geschwindigkeit und suchenden Blickes wieder zurückfahren muss, statt das letzte Viertel, welches auch noch vorrangig leicht abschüssig gewesen wäre, in der Hoffnung, das verlorene Gut wieder zu entdecken, um schließlich aber fast erwartungsgemäß feststellen zu müssen, dass sich offenbar bereits jemand des herrenlosen Ledermäppchens angenommen hat, ist dies unzweifelhaft schlecht.

 

Wenn man mies gelaunt und gedanklich schon damit beschäftigt, welche Papiere man jetzt in welcher Reihenfolge neu beantragen muss und wie man kurzfristig an Barmittel kommen kann, zuhause ankommt und ein blinkendes Telefon vorfindet, auf dessen AB freundliche Radfahrer einem bereits mitteilten, dass sie meinem Portemonnaie eine vorübergehende Zuflucht geboten haben und eine Handynummer hinterlassen, dann ist dies wiederum definitiv gut (sehr gut sogar, es erleichtert mir das Leben und verbessert meinen Optimismus die menschliche Rasse betreffend).

 

Natürlich wollte ich schnellstens wieder in den Besitz meiner Börse kommen, also huschhusch ins Auto und der Radwandergruppe hinterhergefahren. Wenn man so etwas in Gedanken tut, kann es schon mal passieren, dass man seine Einschätzungsfähigkeit betreffend die Dauer von Gelbphasen an Ampeln etwas durcheinanderbringt und die Lichtzeichenanlage bei Kirschgrün passiert. Das ist schlecht.

 

Nach einiger Recherche und wieder im Besitz diverser Karten und Bargeld herauszufinden, dass nicht das für meine Fahrtrichtung zuständige Blitzgerät, sondern jenes, das die Gegenrichtung befeuert, dazu ausgelegt ist, nicht nur Raser sondern auch Rotfahrer zu blitzen, wirkt akut gemütserleichternd und ist deshalb gut.

 

Deshalb bitte nicht böse sein, wenn ich auf die Frage, wie denn so mein Sonntag war, zunächst in heftiges Stirnrunzeln verfalle.

 

P.S.: Wussten Sie eigentlich, Frau Jolie-Pitt, dass es in den alten „Fix-und-Foxi“ Comics des Kauka-Verlages unter anderem einen etwas durchgeknallten, großschnäbeligen Professor namens „Knox“ gab? Nee, wohl nicht, oder? Wahrscheinlich gehören Sie eh nicht zu den Stammlesern meines Blogs, also sei’s drum, dann halt Knox…

Posted by: lordfoltermord | Juli 10, 2008

Post aus Amazonien, Teil 16einhalb

Soso, liebes Amazon, was darf ich da in Deinem letzten Liebesbrief an mich entziffern? „Hörbücher bis zu 30% reduziert!“

 

Jahaaaa, das stelle ich mir besonders bei Krimis ziemlich spannend vor, wenn nach dem zehnten von 15 Kapiteln einfach Schluss ist. Andererseits, und da muss Dir dann doch irgendwie recht geben, gibt es Geschichten, die man bedenkenlos um 70% kürzen kann und sie damit eher noch aufwertet.

 

Hat übrigens jemand mal einen Tipp, wie man Eselsohren aus Hörbüchern bekommt? Bügeln hilft schon mal nix…

Posted by: lordfoltermord | Juli 9, 2008

Macht se uchd Ochs el Ber! (The DIY Session)

Unmotiviert…genervt… irgendwie müde….

 

So wird das natürlich nix mit dem Bloggen…

 

Stattdessen dürft Ihr Hasis da draußen jetzt

 

hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

einen lustigen, gefühlvollen, informativen, leicht provokanten oder aufrüttelnden, aber natürlich keinen verletzenden, die Völkerrechtstatuten unterlaufenden oder falsche Erwartungen weckenden Text Eurer Wahl hier einkleben. Kann auch eine Zeichnung sein. Oder ein Foto…

Eure vergammelten EM-Fußballbildchen vom Hanuta könnt ihr aber gerne bei Euch behalten. Gleiches gilt für abgepopelte Aufkleber von Bananen, Rubbeltattoos und altes Brot.

 

Meine Güte, es wird doch wohl mal eine kleine Geschichte, vielleicht nur einen Satz, eine Schlagzeile, einen Schnappschuss geben, die/der/das euch in letzter Zeit aufmerksam gemacht oder berührt hat. Mir fiel am Wochenende z.B. die Schlagzeile „Geplante Elbbrücke spaltet Dresdner Bevölkerung“ auf. Genau, dachte ich mir, dafür baut man Brücken: Zum Spalten. Aber ich wollte jetzt ja gar nicht…wenn ich also bitten dürfte…

 

Vorher Hände waschen bitte!

Posted by: lordfoltermord | Juli 8, 2008

Return of the Fallout-Boys

 

Ich kann mich noch gut an das Katastrophenjahr (nein, ich bringe es nicht über mich, „f“ statt „ph“ zu schreiben; das sieht widerlich für mich aus) 1986 erinnern:

 

Anfang des Jahres die Explosion der Challenger und im April dann Tschernobyl. Erst wurde in den Nachrichten von einem Zwischenfall, später von einem Störfall gesprochen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt der dickliche Mann mit dem Sylt-Tattoo auf der Kopfplatte in Moskau bereits an der Macht war, hatten sich Glasnost und Perestrojika in Bezug auf die Berichterstattung aus der Region Kiew noch nicht wirklich durchgesetzt.

 

Der Schrecken kam portionsweise in immer größeren Happen. Nach ein paar Tagen war man in Deutschland nicht mehr auf die spärlichen Mitteilungen aus der Sowjetunion angewiesen, denn der Wind hatte dafür gesorgt, dass die Auswirkungen bereits hier gemessen werden konnten. Mittlerweile war den meisten Menschen klar, dass dort etwas allergründlichst schiefgelaufen war und die Angst machte sich breit.

 

Begriffe wie „Becquerel“, „Fallout“ und „Halbwertzeit“ waren auf einmal so geläufig, als hätten wir Cäsium und Strontium mit der Muttermilch aufgesogen (naja, einige haben das wohl tatsächlich…), man traute sich viele Monate vor lauter Angst kaum noch vor die Tür, schon gar nicht auf Wiesen und in die Wälder. Eltern hätten die Schuhe ihrer Kinder nach jedem draußen spielen am liebsten als Sondermüll entsorgt. Auf den Spielplätzen wurde der Sand ausgetauscht und wenn man seinen Wunsch nach einem lecker Hirschgulasch mit Waldpilzen äußerte, wurde man mit ähnlich entgeisterten Gesichtern angeschaut, als hätte man eben mal beiläufig verkündet, man wolle vom nächstbesten Hochhaus springen. TK-Kost, die vor Mitte April 86 verarbeitet wurde, wurde wochenlang zum Renner. All das und noch vieles mehr…

 

Irgendwann tat die Zeit dann ihr Werk, die ständige Auseinandersetzung mit den Folgen der Katastrophe ermüdete die Gemüter der Menschen. Nachdem ein Jahr später festgestellt wurde, dass zumindest in Deutschland wider der anfänglichen Erwartungen doch kein Kind mit drei Köpfen und 26 Fingern geboren wurde, ließ der Schreck allmählich nach, die kritische Haltung gegenüber  Atomkraft blieb bei der Mehrzahl der Menschen meiner Empfindung nach aber manifest. Letztlich mag dies dann auch zu dem späten Erfolg des unter rotgrün erarbeiteten Atomausstiegskonzeptes geführt haben. Spätestens da glaubten viele, das Problem sei in absehbarer Zeit erledigt und man konnte sogar über die Aussetzer Homer Simpsons im AKW Springfield lachen.

 

Die Menschen in der Ukraine haben auch heute noch wenig zu lachen. Als 2006 anlässlich des 20. Jahrestages eine Dokumentation über die heutigen Zustände im dortigen Gebiet zu sehen war, war der Kloß im Hals wohl nicht nur bei mir wieder deutlich spürbar,. Ähnlich ging es mir, als vor einigen Wochen von einem Zwischenfall in einem AKW der Slowakei (oder war es Tschechien?) berichtet wurde. Auf einmal schwappten verdrängte Ängste wieder hoch…

 

So, normalerweise gehören solche Erzählungen der Marke „Opa erzählt vom Gipskrieg“ ja in die Online-Foren entsprechender Wochen- oder Monatsmagazine. Wenn ich aber derzeit beobachten muss, wie sich Energiekonzerne nach erholsamen Schlaf auf Supermann-Heftchen wieder berufen fühlen, für Kernkraft zu werben, weil ja damit der Klimawandel abgehalten werden kann, wenig überraschend der Wirtschaftslobbymann Clement, der sich ja offenbar viele Jahre in wallraffähnlicher Manier getarnt bei der SPD eingeschlichen hatte und dort sogar bis in die Ministerverantwortung kam, die Verlängerung von Kraftwerklaufzeiten anregt und der SPIEGEL sich in der dieswöchigen Ausgabe der Rückkehr der Atomkraft widmet, möchte ich dies alles doch zumindest mal in Erinnerung gebracht haben.

 

Jetzt bitte alle den Kopf nach links und rechts drehen und mir nachsagen „NEIN! Atomkraft ist nicht sicher!“. Ich weiß nicht wie sicher die Zahlen sind, aber derzeit heißt es, dass die monatliche Ersparnis eines Durchschnittshaushaltes bei Verlängerung der Laufzeiten ca. 30 Cent pro Monat betragen soll. Das ist eine drittel Eiskugel…apropos…jammi…

Posted by: lordfoltermord | Juli 5, 2008

[botschaft, liebevoll]

Gut, es hat die neue US-Botschaft in Berlin ihre Pforten geöffnet. So what? Bei mir um die Ecke hat dieser Tage ein neuer “Subway” aufgemacht…ach so…Berlin, USA, Tradition, Rosinenbomber, ischbinainbälina, teardownthesewalls usw…dann sollte man schon mal ausführlich darüber berichten, was ja nun auch getan wurde.

Die Optik des Gebäudes wurde vorab in so ziemlich allen Gazetten und Berichten verrissen. Es hat halt so gar nichts flamboyantes, verspieltes, provokantes, und das am Pariser Platz (eine Bezeichnung übrigens, die niemals im Imperativ benutzt werden sollte), wo doch jedermann vorbeirennt.

Der US-Botschafter glaubt jedoch, dass die Berliner auch diesem Gebäude wieder einen respektlosen Namen geben werden, wie sie das nun schon so oft getan haben. Hohler Zahn, schwangere Auster usw. Naja, liebe Berliner, dann strengt euch mal schön an! Sammelt euch auf eine Molle und nen Korn in Eckkneipen und berlinert mal schön vor euch hin. Was könnte denn so herauskommen dabei? Hmm…vielleicht “GI-Schuppen”? Nach der nächsten Wahl könnt ihr es dann in Obama-Schuppen umbenennen´..oder wartet, noch besser wäre dann ja “Baracks Baracke” (HEY! Wer hat da im Hintergrund “Onkel Toms Hütte” gemurmelt? So etwas hat hier definitiv keinen Platz!). Vielleicht nennen sie es ja auch “Finanzamt Washington-Ost”, “BigMac” oder “Bushs Bude”, obwohl die Baupläne ja noch in Klin-Tons Zeit entstanden sein sollen.

Vielleicht aber, lieber Botschafter - und lassen sie mich bitte diesen Gedanken noch zu Ende bringen - sind die Berliner auch nicht mehr das, was sie mal waren. Die Mauer ist weg, Juhnke und Pfitzmann tot, Wolfgang Gruner fährt auch schon lange nicht mehr mit dem Taxi zu Thoelke, eventuell hat die heutige Generation auch nicht mehr derart das Bedürfnis, fragwürdige Gebäude mit abwertenden Namen zu bedenken, um damit zu vertuschen, dass sie es eigentlich bereits in ihr Herz geschlossen hat und nennt es perfiderweise einfach “US-Botschaft”. Na, das wäre ja was…

Heute soll übrigens Welt-Umarmungstag sein. Wer denkt sich denn sowas immer aus? Aber gut, dann komm her, Welt, ick umarme Dir herzlisch…sach ma, Welt, hast Du zugenommen, ick krich meine Arme ja gar nich mehr rum?…Morgen gehts dann wohl direkt über in den Weltküsstag. Was das alles wieder ausrichten wird, ich mag gar nicht daran denken…

 

Samstag, 23:56 Uhr:

Sie: “Ach, das ist ja schön, dass Du mich heute so ausgiebig umarmst, Schatz. Aber ich hab das Gefühl, langsam wund am Rücken zu werden. Küss mich doch lieber mal!”

Er: “Ähhh..nee, geht noch nicht. Erst in 4 Minuten…”

Sie: “Hä? Was is los? Sach ma, spinnst Du???” (Entzieht sich enttäuscht seiner Umarmung)

Er: (ganz verdaddert): “Aber Liebes, Weltkusstag ist doch erst morgen…wo willst Du denn jetzt hin?…Was soll ich mit meinem Knie machen?…”

Also, schön vorsichtig sein bitte!

Posted by: lordfoltermord | Juli 3, 2008

DSDSuperrüpel

HIER! MEDLOCK!!!! DU ALDE OFFEBÄSCHER DRECKSACK!!! MA SCHÖN DEM EINE DE KOLBE GESCHMIERT UND DEM ANNERN MA EI UFF DIE BREZZL GEGEBBE! SAUBER…*hust*…sorry, ich kann einfach nicht so lange laut pöbeln. Der Herr Superstar 07 nimmt seinen Job ja wirklich ausgesprochen ernst. Jetzt noch mal ein wenig mir Drogen rummachen und in zwei, drei Jahren, wenn der Dieter ein neues Mäuschen hat, mal eine Bank überfallen…da steht noch ein wenig auf deiner To-Do-Liste, oder?

Keine Angst, das wird schon. Die Frage, die später noch zu klären wäre, ist lediglich: Erst Dschungelcamp und dann Offenbarungseid oder umgekehrt (oder ist das nicht eh eines irgendwie)?…

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