Suchverhalten

19 11 2009

Tsstsss, schon bedenklich, was so alles in den Suchbegriffen des hiesigen Blogs auftauchen kann:

Bohlen Supertalent:

Zunächst mal: Rechtschreibung sehr mangelhaft! Sicher gibt es auch in Polen jede Menge Talente. Einige würden vielleicht den früheren Papst oder Herrn (Lautschrift) Wawääänsa nennen, mir fiele z.B. noch Smolarek d.Ä. ein, welcher vor vielen Monden mal recht erfolgreich bei Eintracht Frankfurt kickte. Eventuell sind aber auch die vielen tausend scheinselbständigen Talente gemeint, die sich hier in den letzten Jahren in den Boomjobs „Hausmeisterservice“ und „Trockenbau“ niedergelassen haben. Ich kenne mich da aber nicht besonders aus.

H1N1:

Hää? Sacht mir nüschd. Ich kenne nur HNO (da sollte ich auch mal wieder hin), R2D2 oder die nicht ganz unübliche Schacheröffnung e2-e4, auch genannt „Bauer sucht Feld“. Ihr mit euren hochintellektuellen kryptischen Wortspielchen; möge euch die Schweinegrippe ereilen!

Eichhörnchengeschnetzeltes:

Da kann ich nun gar nix zu sagen; ich habe die dazugehörige IP-Adresse aber mal an den Tierschutzbund und die zuständige Staatsanwaltschaft weitergegeben.

wann gibts Abendbrot?:

Einerseits Textbestandteil des wundervollen „Balu“ von Kettcar. Andererseits Ausdruck bodenständiger deutscher gastronomischer Gewohnheiten. Wird in der heutigen Kaffeehauskultur durch die sophisticatere „Morgenlatte“ verdrängt . Durch Weglassen eines Konsonanten wird „Abendbrot“ zu einem meist sehr erbaulichen Naturschauspiel ………….. „O“ IST KEIN KONSONANT, IHR HIRNIS!!!!

Sex mit 12:

Meine Güte, macht doch, was ihr wollt. Für mich ist dieses Rudelb*msen allerdings nichts erstrebenswertes mehr. Been there, done that, bought a T-Shirt ….next!

Flohkati:

Dann würde ich ihn vielleicht mal gründlich reinigen…

Depressionsstrümpfe:

Haha, ich denke, es heißt KOMpressionsstrümpfe und ist eher den lymphschwachen und Vielfliegern ein Begriff. Die Kombi „weiße Tennissocken in ausgelatschten Sandalen“ kann bei mir allerdings tatsächlich Depressionen hervorrufen.

Das allerbedenklichste dabei ist, dass ich mir diesen Krempel hier selbst ausdenken musste, da meine Leserschaft nichts aufregenderes als Suchbegriff zustande bringt als die Dauerbrenner „Krikelkrakel“, „Schamlippentattoo“ und „Vampir essen“. Bei anderen Blogs wird immer wieder über die provokantesten, flamboyantesten, skurrilsten Suchbegriffe berichtet und bei mir reicht es nicht mal zu den obengenannten, auch nur mäßig originellen Begriffen. Das ist ein wenig deprimierend.

Leute, das könnt ihr doch besser, oder?





Those funny Germans …

17 11 2009

„What a lovely Idea!“ wird sich womöglich der englische Muttersprachler mit progressiver Grundausrichtung denken. Recht hätte er, hübschen Schnickschnack für den eigenen Körper oder die nähere Umgebung verkaufen kann (und macht mittlerweile) ja fast jeder. Die Städte sind voll von schnickschnackanpreisenden Läden.

Da wäre es durchaus eine gelungene Abwechslung und gleichzeitig eine Bereicherung für die Einkaufsmeilen, wenn sich der eine oder andere Anbieter dazu hinreißen lassen könnte, schlechtes Zubehör, grausames Beiwerk und furchtbaren Zierrat anzubieten. Kleingegenstände, die jeden noch so günstigen Gesamteindruck flugs zunichte machen und die Stimmung prompt unter Null sinken lassen können.

Aber ach, gefoppt von den Fallstricken der deutschen Sprache muss er beim Näherkommen feststellen, dass es bei einem der lokalen Drogeriemärkte doch wieder nur um Plastikenten mit wohlduftenden Badeessenzen oder Massagebürsten in handschmeichlerischer Optik geht.

Sollte er sich in der Rhein-Main-Region aufhalten, wäre seine Enttäuschung aber noch lange nicht zu Ende, sollte er sich dazu entschließen, in der Hoffnung auf heruntergekommene Elendsviertel in eine der zahlreichen hier vorhandenen Kurstädte wie Bad Homburg, das bereits von der Electronic-Band Autechre entdeckte Bad Vilbel, Bad Soden oder Bad Orb zu reisen.

Dieses Deutschland kann eine einzige Enttäuschung sein …





InfluenzaTV

13 11 2009

Wenn man grippegeplagt darniederliegt und selbst das Lesen einem ein Übermaß an Anstrengung abverlangt, könnte man der Versuchung erliegen, sich vom TV berieseln zu lassen. Das könnte auch leidlich gut funktionieren, wenn nicht mehr als ein Hunderstel der vorhandenen Hirnzellen ihren Dienst verrichten.

Bei mir waren offenbar ein paar mehr aktiv, sodass ich tatsächlich auch inhaltlich mitbekam, was sich an am anderen Ende des Kabels abspielte. Es gibt  beispielsweise Moderatoren von Frühsendungen, die intellektuell bereits mit den beiden Multitasking-Elementen „Seidenschaltragen“ und „Indiekameraschauen“ ausgelastet sind. Wer kann da noch erwarten, dass sie sich mit der jüngeren deutschen Vergangenheit auskennen? Nachdem er zunächst nachfragen musste, ob der 9.11. denn bereits gefeiert wurde (ja, wurde er, aber ganz im Stillen, das hat wohl nicht jeder mitbekommen *zwinker*), plapperte er unerwartet vom wenige Tage später stattgefundenen Fall des Brandenburger Tores, was nicht nur mich, sondern auch die anwesende Sportstudiomoderatorin ins Erstaunen verfallen ließ. auch das nachgeschobene „Na, das unten halt, wo man durchgeht“ konnte die Verwirrung nicht lindern.

Ich habe erst vor wenigen Tagen mit eigenen Augen gesehen, dass das Brandenburger Tor steht, aber wer weiß, vielleicht haben sie es ja mittlerweile wieder aufgebaut. Sogar alles, nicht nur das unten, wo man durchgeht …

Später dann Familientherapie bei Frau Kalkweiss. Innerhalb einer Stunde musste sich eine gesellschaftlich etablierte und  gutsituierte Familie damit auseinandersetzen, dass der Sohn eine Verlobung platzen lässt, weil er schwul ist, der Vater es zumindest mal war, die Tochter von einem Messerwerfer aus einem Wanderzirkus stammt und deshalb jetzt nicht Literaturwissenschaft studieren darf usw. Kurz vor Ende der Stunde Sendezeit löste sich aber gottseidank alles in Wohlgefallen auf. Wieso schaffen es diese Pfuscher von Therapeuten da draußen nicht einmal, auch nur eines dieser Probleme zu lösen, bevor ein Jahr vergangen ist?

Zwischenzeitlich lief natürlich reichlich Werbung, die noch nicht einmal von der Krankenkasse finanziert werden muss, und in einem dieser Werbespots ging es um Spenden für die Identifizierung von Kriegsgräbern „im Osten“. Unterlegt wurde das Ganze von einer leicht veränderten Kinderliedfassung „Ein Männlein liegt im Walde ganz still und stumm…“

Wenn sich Realität und Satire derart unverschämt überlappen, ist es doch kaum noch der Mühe wert, beide auseinander zu halten. Vielleicht sind diese Überlegungen aber auch nur meiner infektionsgeplagten Gesamtsituation zuzuschreiben…





Gottes Werk und Blankfeins Beitrag

9 11 2009

Na, ditte nenn ick  ma’..hoppla..Berlin-Modus AUS!

Na, das nenne ich mal ein gesundes Selbstbild. Der Chef einer der weltgrößten Banken, ein gewisser Herr Blankfein (hört sich irgendwie wie einer der Namen an, die früher in MAD benutzt wurden, Feinstein usw.) bezeichnete in einem Interview unter anderem Blödsinn die segensreiche Arbeit, die Banken tun und damit den Wohlstand der Menschen mehren, quasi als Umsetzung von „Gottes Werk“.

Jaja, das kann man schon so sehen. Das Geld anderer Menschen mehrfach an Glücksritter verleihen, der momentan notleidenden Kleinfamilie aber nicht mal einen Kleinkredit gewähren, für Geld, das ihnen von der arbeitenden Bevölkerung zur Verfügung gestellt wird, minimale Zinsen zu zahlen, dafür aber 15% und mehr zu verlangen, wenn mal der Dispo überschritten wird, sowas und dergleichem mehr klingt schon wahrhaft göttlich. Sie scheinen mir ein hintergründiger Atheist zu sein, Sie Schlawiner…

Ich bin leider nicht sehr bibelfest, aber gibt es im NT nicht eine Stelle, wo der Filius vom Alten jemanden wie Sie aus demTempel geschmissen hat? Naja, der war als damals arbeitsloser und herumziehender Zimmermann ja auch nicht eben kreditwürdig, gelle?

Nur weiter so!





Fremdgegangen

9 11 2009

Herr Lehman hat mich eingeladen, einen Gastbeitrag auf seinem Blog abzuladen. Wenn ich also schon fremdgehe, dann sollte es auch um geografisches Fremdgehen handeln.

Schaut euch aber bitte auch die sonstige Hamsterware an. Sehr empfehlenswert!

Dickes B





Synopse: Konzerterlebnis

2 11 2009

Früher:

Rock-,Indie- oder Sonstwas-Konzert in der großen Stadt. Meist unbestuhlt, der Laden rammelvoll, Dopeschwaden in der Luft, the Crowd goes YEAAHHH, verschwitzte Leiber reiben sich aneinander (was nicht immer toll sein muss), jemand verschüttet garantiert Bier auf meinem Shirt.

Heute:

Konzert einer deutschen Band mit schauspielerndem Sänger in der Kleinstadt vor der großen Stadt, Musik irgendeine Mischung aus Gypsy, Deutschrock, Waits und Kunstlied (so weit, so interessant). Kleiner Saal, durchgehend bestuhlt, aber nicht besetzt, dreistellige Beucherzahl wird verpasst (aber wie mir einer der Musiker später erzählte, waren ein paar Tage zuvor  in Magdeburg mehr Leute auf als vor der Bühne. Bei einem Quintett, am Wochenende ohne große Konkurrenzveranstaltungen! Schäm Dich, Magdeburg!). Die ältere Dame am linken Rand pustet ihr mitgebrachtes Hämorrhoiden-Sitzkissen auf, die zwei Endzwanziger in der Reihe davor unterhalten sich über Nebenkosten-Rückerstattungen und weitere Karrierepläne. In der zweiten Hälfte des Sets lässt die Band zur Auflockerung eine Flasche Schnaps rumgehen und diese kommt mehr als halbvoll zurück.

Coming of best Age sucks … somehow!





Blamieren statt Kassieren

1 11 2009

Aus gegebenem Anlass einige Fragen, bei denen Herr R.aab gehörig ins Schleudern käme, wenn er bei „Blamieren oder kassieren“  mal wieder zu früh den Buzzer drückt:

„Der DFB ist das oberste Organ des deutschen Fußballs. Sein derzeitger Vorsitzender ist Dr. The.o Zw.anziger. Sitz des DFB ist in Frankfurt am Main. Frage: Wie heißt der Bürgermeister der kanadischen Partnerstadt Frankfurts?“

„Der diesjährige Literaturnobelpreis ging an die Deutsch-Rumänin Herta Müller.  Ideengeber dieser Preise war der schwedische Dynamiterfinder und Chemiker Alfred Nobel. Hauptbestandteil von Dynamit ist Nitroglyzerin. Frage: Wie viele Kilometer sind es von Bukarest nach Stockholm?“

„Die neue Bundesregierung ist im Amt. Jüngster Neuzugang im Kabinett ist Bundesgesundheitsminister Phi.lipp Rösl.er, ein gebürtiger Vietnamese, der 1973 von einer deutschen Familie adoptiert wurde. Frage: Was ist die maximale Packungsgröße, in der man „Thom.apyrin“ in deutschen Apotheken erwerben kann?“

Ja, Pros.ieben, Du darfst dich gegen ein geringes Entgelt gerne dieser Fragen bedienen.

P.S.: Gibt es eigentlich bald mal ein Promi-Special bei „Schlaag den Rab“ und dürfte ich mir der guten alten Zeiten Wegen dann Mo.ses P. als ersten Gegenkandidaten wünschen?





Smells like Bean Spirit

31 10 2009

brötchen

Einer der unbestritten größten Vorteile familieneigener Bäckereien/Cafès gegenüber Kettenbäckern (neben der Qualitätsfrage) ist für mich, bereits beim Zulaufen auf das Objekt der Begierde am kaltfreundlichen Samstagmorgen, an dem eine freundlich gesinnte Sonne uns offenbar einen Besuch abstatten möchte, diesen wunderbaren Mischgeruch aus frisch gebackenen Brötchen und ebenso gemahlenem Kaffee in der Nase haben zu dürfen, statt des immergleichen Gemüffel nach aufgebackenen Blätterteigkäseweichteilen.

Alle Geschmackssinne und Magensäfte sind dann bereits ganz wuschig vor lauter Vorfreude.

Weekend, here i come!




Erkennungsdienst

27 10 2009

In seiner zerebralen Ausstattung ist – wie überall sonst auch – jeder Mensch unterschiedlich begütert worden. Das ist ja auch gut so, sonst hätten wir nur noch Schriftsteller, Mnemotechnikweltmeister oder Buchhalter unter uns, was auf unterschiedliche Art alles schrecklich wäre.

Mein Gedächtnis beispielsweise arbeitet recht gut, was Worte und auch Zahlen angeht. Es spinnen heute noch Telefonnummern in meinem Kopf, die es schon ewig nicht mehr gibt (wahrscheinlich künftig sogar Nummern von Menschen, die es nicht mehr gibt).

Wesentlich schlechter geölt ist dagegen mein Gedächtnis für Gesichter, was mitunter für peinliche Momente sorgen kann, wenn  z.B. ein Mensch, mit dem man beruflich in lebensbedeutender Situation zu tun hatte, ein paar Wochen später im Supermarkt an einem vorbeiläuft, freundlich grüßt und man selbst zunächst bestenfalls eine ungefähre Ahnung hat, wer das sein könnte. Das Gedächtnis rattert dann in Höchstleistung und versucht einen Zusammenhang zwischen dieser namenlosen Visage und einer früheren Situation herzustellen. Ist das der Typ von der Reinigung? Arbeitet der im Me.dia-Markt? Ist das der neue Freund von Anja? Oder der Typ, der mich letztens in der U-Bahn zusammenschlagen wollte? Hin und wieder stellt sich nach geraumer Zeit sogar ein Erfolg ein. Nun könnte ich entschuldigend anmerken, dass er ja ganz anders angezogen war als damals, aber so richtig überzeugend wirkt dies nicht einmal auf mich.

Die eigene Unzulänglichkeit wirkt noch peinlicher, wenn man Menschen in seinem näheren Umfeld hat, bei denen es genau ins andere Extrem geht. Ein Gespräch verläuft dann beispielsweise so:

„Schau mal, das ist doch die Schwester der Freundin des Brudes von Olli!“

„Olli?“

„Na, der ab und an in „Johnsons Living Monza“ auflegt und der letztes Jahr auch mal kurz auf Christines Geburtstagsfeier war.“

„Ahhhh,ja…ja, …ähhh…stimmt, das…ähhh…ist er wohl“

„Sie!“

„Klar, Sie!“

Es könnte unter Umständen auch daran liegen, dass ich Menschen nicht immer ordentlich ins Gesicht schaue, aber entschuldigense mal, manchmal ist das aber auch eine echte Zumutung. Muss ich halt damit leben, öfter mal angeraunzt zu werden. Zumindest konzentriere ich mich darauf, freundlichst zurück zu grüßen, auch wenn ich nicht weiß, wer mich da grüßt. Schadet ja nix, es könnte ja der Gerichtsvollzieher sein …

P.S.: Falls jemand auf die Idee kommen sollte, zu kommentieren. er habe auch ein prima Nummerngedächtnis, er könne sich noch super an die Nummern mit Jasmin, Biggi, Julia usw. erinnern, muss ich leider sagen: Zu spät, das Ding ist jetzt bereits durch …





Things that make u go BOOOOM!

21 10 2009

Eine kurze Nachfrage an die Fachfrauen und Fachmänner:

In welchem Semester des Jurastudiums lernt man eigentlich das Formulieren rotzfrecher Briefe inklusive der Zugabe haltloser bis lächerlicher Androhungen? Existiert u.U. ein studienfachübergreifendes Nebenstudium „hocharrogantes Verhalten“?

Die Häufigkeit derartiger Machwerke (welche ich glücklicherweise meist nur beruflich vor Augen haben muss) lässt mich mittlerweile an meiner urspünglichen Theorie zweifeln, derzufolge eine naturgegebene Spezialbegabung – beispielsweise das wissenschaftlich mittlerweile anerkannte Arschloch-Chromosom – dafür ausschlaggebend sein könnte. Derart viel Spezialbegabte erscheinen mir zweifelhaft …

Wenn Herr Krug seinerzeit als götterspeisemuffelnder Anwalt Liebling-Kreuzberg herumpolterte, fand ich dies meist noch charmant unterhaltsam; das Gleiche aber von den RAen Dr. Vollpfosten-Schreddermich u. Koll. kredenzt, wirkt nur noch hassgenerierend. Seid ihr denn mit lachhaften Abmahnverfahren gegenüber Internetseiten noch nicht ausgelastet?

Die liebenswerten, engagierten, philanthropen Kämpfer für das Recht sind mit diesem Blog übrigens selbstredend nicht gemeint, man sollte ja nicht alle über eine Schere kämmen …