Es bedurfte zu meiner Schande als Musicoholic tatsächlich erst eines VW-Werbespots im Jahr 2000, um auf die Musik von Nick Drake aufmerksam zu werden. „Pink Moon“ hatte man zur Untermalung gewählt. Drakes Musik eignet sich oberflächlich betrachtet eigentlich nicht besonders für Werbung, ist sie doch geprägt von der melancholischen Weltsicht des 1974 natürlich mal wieder viel zu jung verstorbenen Musikers.
Zu Lebzeiten hatte er es gerade mal auf drei Alben gebracht und der kommerzielle Erfolg blieb damals weitgehend aus. Der Einfluss seiner vorwiegend im Folk verwurzelten Musik auf nachkommende Musiker ist jedoch stetig gewachsen.
Wer ein Herz für die Musik von Elliot Smith, Jeff Buckley (beide auch schon Wurmfutter), Damien Rice und Konsorten hat, sollte sich die große Freude machen und mal ein bis zwei Ohren auf Herrn Drake richten. Obwohl die Texte meist Düsternis, Melancholie und Leiden transportieren, zieht mich seine Musik sooft ich sie mir gönne, nicht hinunter. Im Gegenteil, nicht selten vermittelt sich mir das Gefühl, er nähme meine Melancholie auf und packe sie mit in seine Gitarre. Hier und da umarmen sich auch Streicher und Flöte innig, wobei seine Lieder meist sehr transparent bleiben.
Am 19.06. wäre er 60 Jahre alt geworden, ein nachlässiger Arzt hat dies verhindert. Aber geben wir uns keinen Illusionen hin; auch mit ordnungsgemäßer Medikation hätte er es wohl nicht gepackt.
„Time has told me
not to ask for more
someday our Ocean
will reach its shore”
Nachhaltige Empfehlung…