River Man

29 02 2008

Es bedurfte zu meiner Schande als Musicoholic tatsächlich erst eines VW-Werbespots im Jahr 2000, um auf die Musik von Nick Drake aufmerksam zu werden. „Pink Moon“ hatte man zur Untermalung gewählt. Drakes Musik eignet sich oberflächlich betrachtet eigentlich nicht besonders für Werbung, ist sie doch geprägt von der melancholischen Weltsicht des 1974 natürlich mal wieder viel zu jung verstorbenen Musikers.

Zu Lebzeiten hatte er es gerade mal auf drei Alben gebracht und der kommerzielle Erfolg blieb damals weitgehend aus. Der Einfluss seiner vorwiegend im Folk verwurzelten Musik auf nachkommende Musiker ist jedoch stetig gewachsen.

Wer ein Herz für die Musik von Elliot Smith, Jeff Buckley (beide auch schon Wurmfutter), Damien Rice und Konsorten hat, sollte sich die große Freude machen und mal ein bis zwei Ohren auf Herrn Drake richten. Obwohl die Texte meist Düsternis, Melancholie und Leiden transportieren, zieht mich seine Musik sooft ich sie mir gönne, nicht hinunter. Im Gegenteil, nicht selten vermittelt sich mir das Gefühl, er nähme meine Melancholie auf und packe sie mit in seine Gitarre. Hier und da umarmen sich auch Streicher und Flöte innig, wobei seine Lieder meist sehr transparent bleiben.

Am 19.06. wäre er 60 Jahre alt geworden, ein nachlässiger Arzt hat dies verhindert. Aber geben wir uns keinen Illusionen hin; auch mit ordnungsgemäßer Medikation hätte er es wohl nicht gepackt.

 „Time has told me

not to ask for more

someday our Ocean

will reach its shore” 

Nachhaltige Empfehlung…





Friede den PCs!

28 02 2008

Es haben die Damen und Herren aus Machtruhe nun ein Karlswort gesprochen und die Vertraulichkeit von PC-Daten als äußerst schützenswert erachtet, was wohl die meisten Menschen außer dem Bundesinnenschwabator und seinen Länderfürstchen erfreuen dürfte.

Online-Durchforstungen sollen nunmehr nur bei Straftaten infrage kommen, in denen wichtige Rechtsgüter berührt oder Leib, Leben, Gesundheit bedroht sind. Auch daran muss man nun nicht gleich wieder rummäkeln. Mein pawlowsches Stirnrunzeln setzte dann aber doch ein, als zu diesen Merkmalen gleich einige Beispiele hinterhergeschoben wurden.

So ist bereits der Verdacht auf terroristische Aktivitäten geeignet, derartige Durchsuchungen zu rechtfertigen, der tatsächlich stattfindende Vertrieb von Kinderpornografie im Netz hingegen nicht. Was den Terrorverdacht erregen könnte, bleibt sicherheitshalber nebulös, man darf aber davon ausgehen, dass ein arabisch klingender Vorname oder eine Reise in den nahen Osten schon ausreichend sein könnten.

Eine Datei, auf der ein sexuell missbrauchtes Kind mit Bombengürtel zu sehen ist,  ist demzufolge wie zu behandeln?

Aber wir sollten uns wohl nicht mit derlei Kleinkram aufhalten und uns freuen, uns endlich wieder in unsere Schutzzone PC zurückziehen zu dürfen und schweinische Tagebücher zu schreiben, jippie…

 Bundestrojaner…klingt doch sehr nach dem Objekt der Begierde in „Indiana Jones IV“





Rumble in the Jungle

27 02 2008

Es mag Schnickschnack sein, sich seine Startseite mit verschiedenen Gadgets wie beispielsweise Links zu diversen Nachrichtensendern/-magazinen/-anbietern aufzumöbeln. Immerhin kann man dadurch im Vorüberfliegen die eine oder andere Schlagzeile erhaschen, lachen, verwundert oder verärgert sein.

 Solchen Schlagzeilen immanent ist nun auch die Notwendigkeit, auf engstem Raum so prägnant zu formulieren, dass das Interesse des Lesers geweckt wird. Hin und wieder führt dies gerne mal in die Irre:

„Tiger entkommen Eisbären“ war da zu lesen.

Nun leben beide Arten normalerweise nicht einmal auf dem selben Kontinent, was das Konfliktpotential doch deutlich mindert, also vermuteten die cleversten meiner Hirnzellen sofort, es habe sich eine Beinahe-Katastrophe in einem Zoo ereignet. Sind Knut oder Flocke ausgetickt? Eisbären werden wegen des derzeit grassierenden Knuddeligkeitsvirus ja gerne in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt, also schien mir der Gedanke nicht allzu haltlos..

Die schnöde Auflösung:

Die Nürnberger Icetigers treffen in den Eishockey-Playoffs nicht auf die Berliner Eisbären.

Ein gehöriger Teil meiner Hirnzellen droht mir nun mit Streik, wenn ich sie weiterhin mit derlei Nebensächlichkeiten belästige. Danke dafür, Spiegel-online!





Sbdorkaczaja, vriuni sonneborg…

26 02 2008

As memberole li miokranje salte so Tienstaghe merso zbiglowe ba Kalterant es vriuni Folgerton folti di Drakonjal ulberte.

Si pers sol stil so fassokrana lol somac di Westroje Vandekran mi Sporregho cher aba vol ter moordje per lansdalje “Gebrauchsanweisung” for ma Tengiloge stoljcze poro temma, temma, temma. 

Salam spardile gralo landemaag pro falo, grrrrr…. :o (( .

Verdinkere, gala hej!!!!!





Muy impresionante, Senor Bardem!

26 02 2008

no_country.jpg

..der Sommer war schön und warm, aber kurz…

Kaum hatte ich Gelegenheit, mich davon zu überzeugen, warum die USA kein Land für alte Männer sind, schon ist die Academy der Auffassung, ihn als besten Film auszeichnen zu wollen, was mich doch ein klein wenig verwunderte, war ich doch der Meinung, der Oscar wäre heuer ölverschmiert.

„There will be blood“ wäre aber ein genauso geeigneter Titel für das neue Werk der Herren Coen 1 und Coen 2 gewesen. Es wird mit Fleiß gestorben. Außerdem verweigert der Film nicht nur konsequent auch nur den Ansatz eines Happy-Ends (aber wer braucht das?), sondern zudem fast durchgängig hergebrachte Erzählstränge. Vermeintliche Hauptdarsteller werden deutlich vor Ende des Filmes herausgekippt, ein ehemaliger Natural born Killer muss feststellen, dass auch das Tragen eines Stetsons nicht immer weiter hilft und derartiges mehr.

Außerdem haben Psychokiller nun endlich mal ein neues Ausgeh-Outfit. Weg mit der Gesichtsmaske und der Sackkarre und goodbye Mr. Lecter. Auf dem roten Teppich sind nunmehr fiese Frisi im „Hamburger Schule pervers“-Style, Boxernase, Jeans-Uniform und die hinterhergezogene Druckluftflasche extrem angesagt.

…und das alles verkörpert von einem Herrn, der seinerzeit noch das Meer in sich trug und momentan 2 Kinos weiter als alternder Galant der Liebe durch das Hissen der Choleraflagge zu ihrem Sieg verhilft.

So stürmet die Lichtspielhäuser zuhauf, lasset euch verstören, habt vielleicht ein böses Träumchen danach und schaut euch am nächsten Tag „27 Dresses“ an, um eurem Seelchen zu zeigen, dass die Welt auch gut sein kann.

  





Sommerpause!

15 02 2008

pause.jpgJa…jetzt, nicht dann, wenn sie jeder macht…

C U soon!





Me, mice elf and i…

14 02 2008

Hoppala, meine Karriere als Hund kommt voran…schon wieder ein Stöckchen gefangen! Danke, Ani!   *wedel*…

Jetzt aber zu den vielen Ichichichs:

  • Ich lese meistens mehrere Bücher gleichzeitig und schaffe es in aller Regel, dabei nicht durcheinander zu kommen
  • Ich trage einen einsilbigen Nachnamen mit dunklem Vokal, was mir nicht so sehr gefällt.
  • Ich habe nicht allzu viel irdischen Besitz, das hält auch frei.
  • Ich höre derzeit besonders gerne die mal wieder hervorgekramten „Green Versions“ von Whomadewho
  • Ich rieche nach mir, aber das lässt sich schwer beschreiben
  • Ich trinke verordneterweise viel und neuerdings vor allem ganz leises Wasser, pssst…..
  • Ich esse zuviel Süßkram, ansonsten aber einigermaßen gesund und besonders gerne indisch
  • Ich stehe auf einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Füßen (wieso überdurchschnittlich? Grundkurs Stitastik bitte!)
  • Ich gehe ungerne im Tempo anderer Menschen
  • Ich lache nicht sehr oft, habe mir aber schon bei dem einen oder anderen Lachflash fast die Luft abgegraben
  • Ich sehe Filme am liebsten jenseits der großen Multicinemaxpolises
  • Ich mag es, wenn mir ein lieber Mensch den Kopf krault.
  • Ich schreibe gern, aber zu wenig und zu schlecht, um davon leben zu können, fuck!
  • Ich weiß nicht, was soll es bedeuten….
  • Ich möchte lange und im Kreise lieber Menschen leben

So jetzt aber weiter mit das Stöckchen zu Elysiums Tochter ….





24 Tage

13 02 2008

Hin und wieder stolpert man über einen Artikel wie diesen  hier  der sich zwischen Massenmorden und Promiklatsch zunächst nicht allzu spektakulär ausmacht: Einem arbeitslosen 58jährigen, der keinen Kontakt mehr zur Familie hatte, wird Ende letzten Jahres auch noch das ALG gestrichen, woraufhin er seine 3 Sachen packt,  sich auf sein Fahrrad setzt, auf seiner Fahrt einen baufälligen Hochsitz entdeckt und dort zum Sterben hinaufklettert. Die 24 Tage, die es dauert, beschreibt er in einem mitgeführten Notizbuch.

Man fällt einfach heraus aus der Welt und niemandem fällt es wirklich auf…

Einfach weg…

Das ist kein Roman, es passiert mitten unter uns und ist nur ein auffälligeres Beispiel unter vielen ähnlich gelagerten.

Natürlich frage ich mich – dieses Bild vor Augen – , ob es auch mit mir  irgendwann einmal so oder ähnlich kommen könnte und die Traurigkeit legt mir dabei ihre kalte Hand auf die Schulter. Wahrscheinlich vergesse ich dieses Bild auch bald wieder, denn das Leben blabla…

Deshalb dieser Blog-Eintrag, just to remind me…





Sprüh mich, Baby!

13 02 2008

Ach ja, die 80er…erinnert ihr euch noch?…Nee, Du nicht, bist doch viel zu jung….und Du auch nicht, Uropa, ich meinte die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts!!!!

Jedenfalls, ich sage nur Miami Vice, Neue Deutsche Welle, die Grünen im Bundestag, Kajagoogoo und Boy George, Zauberwürfel…herrje, ich mutiere langsam zu Oliver Geissen…und die sog. „Sponti-Sprüche“ wie „Ich geh kaputt- gehst du mit?“ auf Häuser- und anderen Wänden.

Solche Sprüh- und Kritzelbotschaften sehr unterschiedlichen Originalitätsgehalts haben sich mittlerweile fast komplett aus meinem Blickfeld verflüchtigt. Mir fiel dies vor kurzem auf, als ich auf dem Schnipselfriedhof wanderte und dort von einem Slogan „Nazis gegen rechts“, der irgendwo in Tübingen verewigt wurde, die Rede war.

Solche Dinge reißen einen netterweise für einen kleinen Moment vom Alltagstrott los und verleiten dazu, sich den einen oder anderen überflüssigen bis notwendigen Gedanken darüber zu machen. Losgelöst von der vermuteten geistigen Verfassung des Verfassers hätte ich doch gerne wieder mehr von diesen Alltagsrausreißern wie „Pädophile gegen Abtreibung“ oder „Heute ist auch nur das Gestern von Morgen“ und ähnliches gesehen.

Die heute zu sehenden Tags sind dagegen für Außenstehende nicht allzu informativ und wirken eher wie das Äquivalent zu Reviermarkierungen bei Hunden.

Allerdings hofft mein notorisch schlechtes Gewissen darauf, dass es mittlerweile Sprühdosen gibt, die unsere Umwelt nicht unnötig belassen. Weiß da jemand etwas näheres? Geht das auch mit Wasserfarben? Und natürlich sollte ich rechtsstaatsgemäß darauf hinweisen, dass vor dem Besprühen vom Wänden natürlich des Einverständnis des Eigentümers einzuholen ist…ächz, das Leben macht nicht mehr wirklich viel Spaß…

Warum ich nicht selber…? Nein, nein, keine Zeit, keine Zeit, der Weg ist weit, die Mutter streng, der Latsch zu eng…





110!

12 02 2008

Grammies und so…deren wurden doch nun tatsächlich einhundertzehn Stück verliehen (wobei ich nicht glaube, dass man damit rechnet, sie nochmals zurück zu bekommen).  Ist es womöglich kein Zufall, dass diese Zahl der deutschen Notrufnummer entspricht? Wahrscheinlich schon, denn hätte man es in den USA darauf angelegt, müssten es 911 Grammies sein. Ist es das verzweifelte Bemühen der Musikindustrie, sich durch inflationäre Preisverleihungen wichtiger zu machen, als die Plattenverkaufsumsätze es befürchten lassen?

Welche Kategorien wurden denn eingerichtet?

Beste Live-Zuschaltung aus London?

Beste Bienenkorb-Frisur?

Bestes „Doowaaaahh“ auf einer R’n'B-Platte?

Beste Blingbling-Ausstattung bei einem HipHop-Act?

Bestes Album eines drogenabhängigen Musikers?

Bester Sänger, der heute bereits einen Grammy bekommen hatte?

Beliebtester illegaler Download?

weitere Vorschläge sind willkommen….

Sonntag abend durfte ich im selben Saal wie die wunderbaren STARS aus Montreal sein und es war…wunderbar, wenn auch anfänglich der Sound noch etwas kartoffelbreiig war. Dafür einen Grammy in der Kategorie „Bestes Konzert am 10.2.08 im Mousonturm Frankfurt“ bitte!