In den Bergen werden im Sommer eine ganze Reihe von Herren unterschiedlicher Nationalität mehr oder weniger erfolgreich versuchen, das Runde im Eckigen unterzubringen. Dies bringt einige dazu, sich bereits jetzt vor lauter Vorfreude beim Probetrinken einzunässen oder ihre Stimmbänder und anderer Leute Nerven und Ohren mit Fangesängen zu malträtieren. Andere wiederum werden die ganze Chose locker ignorieren und im Keller nach ihren Lieben sehen.
Was viel schwerer zu ignorieren sein wird, ist die bereits jetzt beginnende Bedudelung mit sogenannten EM-Songs, und wer schon anlässlich der letzten WM glaubte, schlimmer geht’s nimmer, sieht sich ein weiteres Mal getäuscht. Das Reich der Öster schickt Frau (man beachte den Wortwitz) Stürmer mit Fieber aufs Feld, die Schweiz hat DJ Bobo ja nicht umsonst erfunden und lässt ihn diesmal ungewohnt intellektuell „Ole, ole“ anstimmen (die Schnippelchen auf den e’s solltet ihr euch einfach dazudenken und sorry, Herr von Beust, sie waren nicht gemeint).
Deutschland schickt die Revolverhelden sowie einen gewissen Herrn Pocher, der bislang offensichtlich nur Lesern des Feuilletons namhafter Tageszeitungen ein Begriff zu sein scheint.
Das ist wohl nur die Spitze des Eisbergs, denn wer etwas auf sich hält, schmückt sich dieser Tage mit Fußballsongs, wie endlos grausam!
Die offizielle EM-Häme Hymne stammt dieses Mal naheliegenderweise von unserem Lieblings-Almdudler, Herrn „Mrloverlover“ Shaggy. Ob dies eine kongeniale Weiterentwicklung von Goleo aus 2006 sein soll, muss glücklicherweise nicht von mir entschieden werden.
Dies alles hinterlässt doch eine völlig andere Form der Gänsehaut als der legendäre Anfield Roar mit dem finalen „You’ll neeeeeeeever walk alone“.
Waren das noch Zeiten, als die Herren „Katsche“ Schwarzenbeck, Franz B und DJ Gerd the Müller „Fußballistunserlebendemkönigfußballgehörtdiewelt“ intonierten und dabei so wunderbar tumb an den Kameras vorbeischauten.
P.S.: Herr Doll, Herr Doll: „Da lach ich mir doch den Arsch ab!“ War das wirklich so gemeint? Sollte es nicht eher heißen „Das geht mir am Ast vorbei“? Hier Hirn – Dort Mund. Verbindungsweg beachten bitte!