Der Hausarzt rät:

29 05 2008

Beginnende Zahnschmerzen mit ASS-haltigen Schmerztabletten zu bekämpfen, ist sicher kein so unüblicher Weg. Wenn sich die Schmerzen aber als ein eitriger Abzeß herausstellen, erweist sich die stark blutverdünnende Wirkung obiger Medikamente als durchaus gefährlich.

Drei mal Notversorgung innerhalb von 36 Stunden ist jetzt mein neuer Rekord. Frühestmorgens vor dem empfohlenen Notdienst zu stehen, der sich dann gar nicht als solcher entpuppt, weil er nur bis 23.30 Uhr geht und dann nur den Hinweis auf eine Telefonnummer zu erhaschen, bei der sich dann allerdings niemand meldet, wenn man anruft, stellt eine weitere Grenzmarkierung in meinem „Ichglauuubsjaaanicht“-Universum dar.

Jetzt versuche ich mich zu erholen und auf Teufel komm raus neues Blut zu bilden.

Währenddessen bin ich zumindest froh, dass „Sex and The City – der Film“ endlich anläuft; dann damit dürfte die endlose Vorberichterstattung in allenwirklichallen Medien endlich zu Ende sein und mir der Anblick von Frau Cattrall in ihrem roten Denver-Clan-Gedächtnis-Verkehrsunfall-Kotzüm Kostüm fürderhin erspart bleiben.

Zu mehr fehlt noch das Blut. Später….später…





Waterloo…!

26 05 2008

Aus der Reihe: „Suboptimale Möglichkeiten, einen Samstagabend zu verbringen“:

 

Aus purer Ausgehfaulheit habe ich den Samstagabend vor dem Fernseher verbracht. Eigentlich hätte ich lesen wollen, aber das wäre mir ebenfalls zu anstrengend gewesen. Also ließ ich ein Kindheitsritual wieder aufleben und schaute mir das an, was früher mal unter „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ bekannt war, aber damals hieß Twix ja auch noch Raider und Merkel noch Kohl.

 

Natürlich könnte man mal einige Bemerkungen darüber loslassen, dass geschätzte zwei Drittel des Teilnehmerfeldes aus Ländern bestehen, welche allesamt früher mal Sowjetunion oder Jugoslawien hießen und demzufolge mit entsprechenden Symphatiebepunktungen zu rechnen sein muss. Man könnte auch mal über den Sinn debattieren, im Halbfinale ausgeschiedene Länder noch abstimmen zu lassen. Dies alles hätte allerdings nur dann Substanz, wenn der eigene Beitrag wirklich wettbewerbsfähig gewesen wäre. Ein sehr mediokres Liedelein ziemlich schief gesungen und mit durchschnittlicher Schleiertanz-Choreographie versehen reicht unter Umständen eben nur für den vorvorletzen Platz.

 

Kurze Röckchen hatten auch andere Länder zu bieten; sich also vorher in Interviews überwiegend auf die eigene Sexyness zu verlassen, erscheint mir etwas dünn. Allzusehr über gegenseitige Punktezuschieberei zu jammern, macht auch nur begrenzt Sinn, wenn man davon ausgehen muss, dass die Dusepöng aus Bulgarien auch nicht zwangsläufig der Qualität „unseres“ Beitrags geschuldet sein dürften. Waren das noch Zeiten, als man sich nur über die mal wieder nicht vergebenen Punkte aus Österreich für deutsches Liedgut aufregen konnte…

 

Was mich allerdings nervte, war die Tatsache, dass man aufgrund des Überangebots an abstimmenden Ländern den größten Teil der zu vergebenden Punkte in alter Fernsehkoch-Manier (Wir haben das schon mal für sie vorbereitet) vorgesetzt bekam. Zu Zeiten, als deutsche Lieder noch Punkte bekamen, erhöhte das Verfolgen der kompletten Punktevergabe doch erheblich den Reiz.

 

Zudem weiß ich nicht, ob es nur an meiner gefühlten Demenz liegt, dass ich mir so gut wie keinen Siegertitel der letzten Jahre merken konnte. Ich kann mich eben noch an diese Brüder aus Dänemark erinnern und an Lordi, allerdings an die nur optisch.

 

Lebt eigentlich Johnny Logan noch, der hat ja auch schon lange nicht mehr…?

 

Nächsten Samstag geh ich wieder weg!

 





Nicht witzig!

23 05 2008

Die Katastrophe nach der Katastrophe in Birma/Burma/Myanmar geht weiter…

Hilfsorganisationen scheinen es tatsächlich geschafft zu haben, vor Ort die notwendigen Kontakte zu knüpfen, um einigermaßen effektiv helfen zu können, auch wenn die dortige Regierung nicht eben eine große Hilfe darstellt. Es scheint überdies auch so zu sein, dass viele der notwendigen Gerätschaften usw. dort erhältlich sind. Dummerweise müssen aber einige Organisationen in den nächsten Tagen ihre Arbeit einstellen, weil ihnen das Geld ausgeht.

Die ausnahmsweise geringe Spendenbereitschaft war aufgrund der politischen Verhältnisse durchaus nachvollziehbar und ich kann genausowenig garantieren, dass alles seinen rechten Weg gehen wird, aber das maximale Risiko für uns ist das ungewollte Versickern von 20, 50 oder vielleicht 100 Euro an Stellen, die nicht gemeint waren. Das wäre sehr ärgerlich, zugegeben…

Das Risiko der Menschen vor Ort ist hingegen der Tod wegen mangelnder Versorgung oder unzureichender Hygiene und den daraus resultierenden Folgen. Das ist eindeutig weitaus mehr als ärgerlich.

Spenden kann man an die unterschiedlichsten Organisationen. Wer das hier lesen kann, findet auch mit wenigen Mausklicks seriöse Spendenmöglichkeiten. Ich habe mir die „Aktion Deutschland hilft“ herausgesucht, aber es gibt noch reichlich weitere Möglichkeiten.

Das nur mal so nebenbei…





Gedämpfte Berlinitis

21 05 2008

Eigentlich für früher geplanter Berlin-Besuch Anfang Juni, Update 08/05/21:

Heimspiel der Hertha besuchen

Konzert in der Philharmonie lauschen

Abflug von Tempelhof

Badetag am Wannsee

(Ach, war doch nur ein Spaß, ich will doch gar nicht unbedingt einen Wannsee-Badetag einlegen *g*)





I don’t like Mondays

19 05 2008

Ob es wohl eine gute Woche werden wird?

Zwischenbilanz Montag morgen gegen 7 Uhr:

Übriggebliebenes Brötchen über Nacht versteinert. Taugt bestenfalls noch zum Bäckerbewerfen, bezweifle aber, ob er dies überleben würde.

Alternativ vielleicht ein Müsli?

Gute Idee! Problem dabei: Milch alle! Experimente mit Zitronensaft oder Pfefferminztee erspare ich mir lieber.

Nun gut, bleibt mehr Zeit zum Zeitunglesen…

WO IST DIE ZEITUNG????

Die Austrägerin musste nicht durch meterhohen Schnee stapfen und von Streik ist mir auch nix bekannt. Warum also greift meine Hand ins Leere? 

Doch, es wird bestimmt eine gute Woche! GANZ BESTIMMT!!!!





Hose voll – Wurm im Ohr

16 05 2008

Wie gut, dass ich meinen Berlin-Besuch auf Anfang Juni verschoben habe. Bis dahin ist der Herr Lama wieder „zuhause“ im Exil und der dumpfe Geruch vollgeschissener Politikerhosen dürfte sich wieder verzogen haben. Irgendwie haben sie es mit der hohen Kunst der Duplomatie hinbekommen, dass sich sogar die Sonne während des Aufenthaltes seiner Heiligkeit bedeckt hält.

 

Fehlgeleitete Beschwichtigungspolitik, gesteuert vom gierigen Sabber erwarteter Absatzmärkte in gelb, da zerfleischt man sich lieber innerparteilich, als  sich als Staatsmänner und –frauen zu zeigen. Man kann durchaus diplomatisch UND selbstbewusst sein und es hätte wohl kaum jemand verlangt, dass sich der Außenminister „FREE TIBET!“ auf die Stirn tätowieren lässt. Der vierzehnteste aller Dalai Lamas ist sicher auch nicht frei von jeder Kritik zu sehen, aber dermaßen hindukuschen muss ja nun wirklich nicht sein.

 

Nummer 49, knusprig gebackener Angsthase süßsauer mit Reis für die Damen und Herren da hinten im Plenum bitte!

 

Jetzt muss ich mich schon genötigt fühlen, dem Hessischen Ministerpräsidentenersatz für seine konsequente Haltung zu applaudieren, herrgott…nein, das nun doch nicht…

 

Kommen wir lieber zu anderen Dingen: Ich bin nicht sehr einfach für so etwas zu haben, echt nicht. Ein einfaches „lalala“ oder ein Bumstechnobeat reichen da wirklich nicht aus. Selbst …ähh…Peter, Justus und Bob konnten mich mit ihren gepfiffenen Young Folks erst spät einfangen. Aber kaum ist man mal ein wenig unaufmerksam und lauscht des öfteren jugendorientiertem Radio, schon packts einen:

 

CO…

MIN…

HOME…

AGAIN..

 

JODIJODIJO…

 

*klimperklimperhonkytonk*

 

MAYBE WE COULD START AGAIN…

 

Na, vielen Dank, die Herren West und Martin, wie bekomme ich das Tierchen nun wieder aus dem Ohr?

 

Jaja, Frühling halt…

 

 





Akute Berlinitis

13 05 2008

So, jetzt steht es ziemlich fest: Vom 3. bis 7. oder 8. Juni werde ich mir mit eigenen Augen ansehen, wie es ausschaut, wenn man arm aber sexy ist. Günstiges Hinfahrticket und Unterkunft am Prnzlbrg sind gesichert, zurück komme ich bestimmt auch irgendwie.

Jetzt hoffe ich aber inständig, dass Anfang Juni nicht schon überall in Berlin die große Sommerpause ausgebrochen ist. Insbesondere die Berliner HeldInnen hier dürfen sich gerne mal angesprochen fühlen und mir ein paar Tipps geben, wo ich auf jeden Fall und unbedingt mal verwesen gewesen sein sollte. Kann ich mir mal die enthusiastische Chaussee ansehen oder andere Poetryslam/Onstage/Standup/Sonstwas/Aufführungen antun? Um was sollten meine Füße einen weiten Bogen machen, das ist ja auch immer gut zu wissen? Was sollte ich auf jeden Fall mal schlemmertechnisch zu mir nehmen?

Ach ja, so viele Fragen. Mein Herzelein hüpft schon mal in Vorfreude auf eure hoffentlich zahlreichen Tipps. 





Tatort

13 05 2008

Manche Tatorte sind für mich schwer zu ertragen. Ich kann mit dem rheinischen Currywurst-Duo nicht viel anfangen, noch viel weniger mit den Münchner Wachtlhubern oder der Krimivariante von Heinz Beckers Familie.

 

Es gibt aber auch angenehmere Figuren. Das Duo Liefers/Prahl, der Herr Milberg aus Kiel oder Herr Selge und Frau May (obwohl das ja unter „Polizeiruf 110“ firmiert, aber das ist mir grad mal egal).

 

Der Frankfurter Tatort war bis vor einigen Jahren auch so ein Weggucker für mich, Lokalkolorit hin oder her. Herr Fliege von Hassel erreichte mich einfach nicht. In den letzen Jahren allerdings…gut, ich finde Frau Sawatzki immer noch ziemlich faszinierend in ihrer Rolle, bei der sie sich immer zu fragen scheint, was sie dort eigentlich macht. Andere finden sie nervig oder affektiert, vielleicht ich ja auch irgendwann.

 

Ich lache mich auch gerne mal ortskenntnisbedingt schlapp, wenn man dem Zuschauer eine 1 km lange kontinuierliche Fahrt vom Hauptbahnhof ins Präsidium zeigt und tatsächlich dafür jeweils 200 m Fahrt in fünf völlig unterschiedlich gelegenen Ortsteilen zusammenbastelt.

 

Letztlich sind aber Frankfurter Tatorte schwere Kost geworden und deswegen interessant. Nun der Fall des plötzlichen Todes eines Kleinkindes, der von den meisten gar nicht als plötzlicher Kindstod angesehen wird, nicht einmal der Vater glaubt dies. Die Mutter macht es mit ihrem Verhalten fast allen leicht, sie zu verdächtigen. Als lebensuntüchtig würde man sie spontan einstufen. Vor zwei Jahren ist ihr bereits ein Kind weggestorben. Als Kind war sie auch schon schwierig, stiehlt, haut ab, macht jeden Unsinn. Wer nicht ganz aus Beton gegossen ist, kann im Laufe des Films aber zumindest Mitgefühl für diese Frau bekommen, die vieles nicht versteht und nicht verstanden wird.

 

Die Falllösung steht gar nicht mehr so sehr im Mittelpunkt. Es sind die teilweise quälend langen Einstellungen, die einem fordern, sei es der Familie beim Nichtfunktionieren zuschauen zu müssen oder bei der Obduktion des Kindskörpers.

 

Letztlich war es doch anders, aber darauf kam es gar nicht mehr an. Es war die letzte Einstellung auf eine kleine Familie, die sich aneinander klammerte und von der man ahnt, dass sie es wohl kaum schaffen kann, aber vielleicht ja doch, die mich vor allem berührte.

 

Keine leichte Kost, vielleicht auch etwas zu sehr darum bemüht, noch tiefere gesellschaftliche Abgründe aufzuzeigen, aber allemal bewegender als 2 Stunden Cobra11 mit 46 Überschlägen und Explosionen auf der Autobahn.

 

Und, ja, „KDD“ ist auch ganz toll, ist halt nur eine blöde Sendezeit. Außerdem bete ich darum, niemals in das Kreuzfeuer eines solchen Haufens zu kommen…

 





Spätrechtseinschlafen V. 2.1

9 05 2008

Es waren nur knapp 10 Minuten. Ich unterwegs auf einer Straße, die wie eine Allee mit Kariesschäden wirkt. Dort wo die Bäume stehen, besänftigt der Schatten das etwas überhitzte Gemüt und lässt den Fahrtwind eine überaus angenehme Kühle verbreiten.

 

Dort, wo die frühabendliche Sonne durchkommt, streichelt sie mir Gesicht und Arme und lässt wunderbare Gerüche von Blüten und Kräutern hereinströmen. Das Abgasgemisch vorbeiröhrender Motorradfahrer lässt sich dabei ganz leicht ignorieren.

 

Aus dem CD-Player pflanzen sich die mittlerweile ziemlich vergessenen Les Negresses vertes mit „Voila l’ete“ in meine Ohren und machen glücklich…

 

Könnte sich dieses Gefühl nun bitte mehrere Zentimeter tief in mein Gemüt einprägen und immer dann abrufbar sein, wenn die äußeren Umstände mal wieder ganz andere sein sollten? Dankesehr!





Spätrechtseinschlafen

6 05 2008

Da ist er doch tatsächlich, der Frühling. Mit Sonne, noch mehr Sonne, den wundervollen Gerüchen und eiskratzerverachtenden Temperaturen selbst nach 18 Uhr.

 

Raus auf die Wiese, ans Wasser und schließlich zum Outdoor-Spaßhabing mit Speis’ und Trank im dreivierteloffenen Wohlfühlhäuschen am Badesee oder ins kleine Cafe im Museumshof.

 

Und prompt waren auch die Anderen wieder da.

 

Die Clique Jungerwachsener, die lautstark das Kommando über den Tisch übernommen hatte und sich über zwei Stunden lang unter Einbeziehung mehrerer Telefonate überlegte, wo man denn den restlichen Abend verbringen könnte, während dieser sich so nach und nach davonschlich und sich schlussendlich dazu aufraffen konnte, irgendwo hinzugehen, wo vielleicht Party ist, aber eventuell ist da heute auch nix, ist überhaupt wenig Party heute hier, wasn los?….

 

Kaum waren die Plätze frei, wurden sie von einer neuen Horde geentert. Unter ihnen die allseits bekannte Frau Ichkennejeden-Derhierreinkommt. Dies wird dann auch eifrig demonstriert und sich teilweise auf meinen Rücken abstützend Bussibussi gegeben mit Janni, Tom, Elli, Basti und all den Anderen, gefolgt von kurzem Smalltalk der immergleichen Art und schwupps schon kam der oder nie Nächste…

 

Was fehlte noch? Richtig, einer der letzten Popper, so richtig mit schnieke gescheiteltem Popperhaar, um den Hals gelegten Pulli, vanillefarbener Bundfaltenhose, sockenfrei in modischen Mokassins aber mit etwas zu dicken Stelzen.

 

Nicht zu vergessen, das junge Elternpaar, das mit demonstrativer Selbstverständlichkeit davon ausing, dass sich die Welt gefälligst von nun ab ausschließlich um den kleinen Fratz zu drehen hat und fast einen hysterischen Anfall bekam, weil dieser furchtbare Laden doch tatsächlich und unfassbarerweise keine Mikrowelle für das schnelle Warmmachen von Babymatschebrei bereithielt. Menschenrechtskommission, ick hör dir trapsen…

 

Ach ja, wunderbar, es ist Frühling, raus mit Euch, zeigt Euch, ich schreibe auch darüber!!!!