Hundstage-Checkliste

31 07 2008

Aufstehen:

Eigentlich unzumutbar – grundsätzlich schon mal und jetzt im Besonderen. Ich bin mein eigener Sumpf. Alle Kräfte gedanklich sammeln und irgendwie erheben, et muss ja…

 

Ein Brot schmieren:

Zu schwer. Ich habe auch gar keinen Hunger…noch nicht…

 

Duschen:

Grundsätzlich eher zu anstrengend, aber definitiv unerlässlich. Statt mich abzutrocknen, was eine enorme Anstrengung bedeutet, würde ich mich lieber in die Luftschleuse am Eingang großer Kaufhäuser stellen. Das verursacht aber wieder nur Menschenaufläufe und Inhaftierung und ist somit viel zu anstrengend.

 

Rasieren:

Nö, zu anstrengend, fällt heute aus. Nein, auch nicht nassrasieren…

 

Auf die Arbeit begeben:

Grenzt eigentlich an extremen Masochismus, aber irgendwas tief in mir drin treibt mich anscheinend an. Bäh, weg damit!!!

 

Auf dem Weg zur Arbeit sekundenlang mit den Augen an einer luftig bekleideten, sehr attraktiven Frau kleben bleiben:

Geht grad so, aber auch nur, weil das mitdenAugenklebenbleiben ein wunderbar passiver Vorgang ist..mehr passiert aber auch nicht…

 

Arbeiten:

Pah, lächerlich!

 

Nahrungsaufnahme:

Eher widerwillig, da mit Aufwand verbunden. Stetiges Magenknurren nervt aber auch.

 

Aus dem Fenster schauen:

Angenehm passiv, ist akzeptabel.

 

Musik hören:

Nur nix allzu krachendes. Eigentlich geht nur Easy Listening, aber das nervt auch schnell. Wo ist denn diese „Ocean-Sounds“-CD? Aaaaaah, ja…

 

Fernsehen:

Geht so eben noch. Bin aber viel zu lange an einer kreuzlangweiligen Doku hängengeblieben, weil das Zappen so schlauchte…

 

Ein- und ausatmen:

Siehe „Duschen“, Satz 1.

 

Zum Kühlschrank gehen und die kühle Flasche Apfelsaft herausholen:

Das wären wieviel Schritte? Puh….ach, man soll ja eh nicht soviel Kaltes trinken und ich habe ja noch diesen Rest stilles, warmes Wasser neben mir stehen…

 

Den Abend in einer halboffenen Gaststätte, direkt an einem Natursee gelegen, verbringen:

Ja, grundsätzlich in Ordnung. Aber man klebt irgendwann an sich selbst fest und dann ist ja noch das Hin- und Wiederwegkommen, ächz…

 

Neuen Post fürs Blog schreiben:

Ha, das glaubt Ihr doch wohl selbst nicht! Das benötigte Kreativität und Energie. Beides nicht vorhanden…tut mir leid…

 

 

 





Viva la vida!

29 07 2008

Sommer, Sonne, Himbeereis…und die meisten haben augenscheinlich anderes zu tun, als in Blogs herumzusurfen, ein ganz reizender Zeitpunkt also, um mal ein wenig über den Tod zu plaudern, zumal er mir am Wochenende innerhalb eines Tages dreimal über den Weg gelaufen ist:

 

Es begann mit einem Buch „Philosophie für Nichtphilosophen“ aus einer Grabbelkiste, in dem volksphilosophisch solche Alltagsgegenstände wie Liebe, Wahrheit, Arbeit, Mystik, Einsamkeit oder eben Tod angesprochen werden. Am nächsten Morgen findet sich in meiner Tageszeitung dann ein mehrseitiger Themenschwerpunkt über Sterbehilfe (dazu möchte ich mich an dieser Stelle aber nicht näher auslassen; das verdient einen eigenen Beitrag) und nachmittags lief schließlich in einem dieser Sender, die man sonst nur mit spitzen Fingern anfasst, der Pilot (Jaja, das ist halt Mediensprache) einer Serie namens „Dead like me“, in der eine 18jährige, die von einem herabstürzenden Toilettensitz der MIR erschlagen wird, als Seelensammler-Lehrling arbeiten muss. Gleich am Anfang muss sie bei einem Zugunglück die Seele eines kleinen Mädchens einsammeln, was sie aber ungerecht findet und die Kleine zunächst mal rettet. Dies bringt ihr einen massiven Anpfiff ihres Ausbilders ein. Die Seele des Mädchens wäre schon lange vorbestimmt gewesen, genau zu diesem Zeitpunkt den Körper zu verlassen und wenn das ignoriert wird, passiere mit der Seele das, was mit Milch passiert, wenn man sie zu lange draußen stehen lässt: Sie vergammelt…

 

Ich neige nicht so sehr zu der Ansicht, unser Schicksal sei vorherbestimmt. Allerdings werfen alle Erfolge lebensverlängernder Medizin ab einem gewissen Punkt die Frage auf, wo der Nutzen in Qual umschlägt. Eventuell hat sich das Leben tatsächlich irgendwann mal abgelebt, was bringt es dann noch, die Organe halbwegs funktionstüchtig zu halten? Ist die Quantität wirklich das Maß aller Dinge?

 

Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich wäre momentan und auch die nächsten…sagen wir 40 bis 50 Jahre sehr froh, wenn man erfolgreich versucht, im notwendigen Falle mein Leben zu verlängern. Irgendwann aber verliert es möglicherweise seinen Sinn.

 

Der Tod hat weltweit eigentlich einen sehr schlechten Ruf. Man möchte ihn meist von sich fernhalten und wenn er irgendwann kommen muss, dann nach Ansicht der meisten Befragten möglichst unerwartet, schnell, ohne Schmerzen und vor allem so spät wie möglich. Nach einem Flugzeugabsturz 45jährig schwerverletzt in einem Tümpel schwimmend von ausgehungerten Krokodilen verspeist zu werden oder monatelang in einem Hospiz vor sich hin zu siechen, steht nur bei wenigen auf der Wunschliste.

 

Wir können es uns aber meistens nicht aussuchen.

 

Die Unfassbarkeit der Endlichkeit eigener Existenz, die uns alle irgendwann trifft, verursacht sicher nicht nur bei mir hin und wieder Panikanfälle. Das ist es, was oft verflucht und deshalb auch verdrängt wird: Die unserer Spezies vorbehaltene Kenntnis über die eigene Vergänglichkeit. Da wird man schnell neidisch auf Fruchtfliegen und Frösche. Genau diese Erkenntnis führt aber bei Einigen mit zunehmender Lebensdauer zu einer charakterlich sicher nicht abträglichen Demut und Wertschätzung dem Leben gegenüber. Außerdem haben genau diese Gedanken auch für unzählige berührende Gedichte, Lieder, Filme, Stories usw. hergehalten, von denen sich sicherlich einige bei uns im Gemüt eingegraben haben.

 

Zu sterben, das muss offenbar so sein, anders funktionierte die Welt nicht. Was mir und Anderen dabei mitunter zu schaffen macht, ist nicht die Tatsache als solches, sondern dass es zeitweise so schwer fällt, damit umgehen zu können. Dafür gefällt mir diese einmalige Achterbahnfahrt von Leben einfach auch zu gut. Wenn der Tod schon des öfteren mal in der eigenen Umgebung gewildert hat und einen auch schon selbst mal leicht angestupst hat, wenn man zudem in einem Alter ist, in dem man möglicherweise davon ausgehen muss, schon Bergfest gefeiert zu haben und sich die Vorstellung, wie lange bzw. unverschämt kurz so ein Leben sein kann, sich zunehmend konkretisiert, bleibt es wohl das größte Glück, sich mehr und mehr damit arrangieren zu können und eine Akzeptanz zuzulassen, die in immer größer werdende Gelassenheit mündet. Das ist keineswegs selbstverständlich.

 

Der Tod kommt nicht von außen, er wohnt seit Geburt in uns und fordert irgendwann sein Recht….hoffentlich nicht allzu bald, das wünsche ich mir und allen Anderen.

 

Etwas optimistischer soll es ja der olle Epikur formuliert haben. Sinngemäß meinte er „Was geht mich der Tod an? Solange ich lebe, habe ich nichts mit ihm zu tun und wenn er eintritt, existiere ich ja bereits nicht mehr“

 

Dazu ist noch längst nicht alles gesagt, aber irgendwann muss ja auch dieser Post zu Ende sein…

 

 





Gluckgluck…

28 07 2008

Bei der Südvariante von Herrn Albrechts Discount gibt es heute unter Anderem einen Ouzo mit dem schönen Namen „Pythagoras“ im Angebot. Hmmm…eigentlich dachte ich, der Satz des Pythagoras lautete „Innerhalb eines rechtwinkligen Dreiecks entspricht der Flächeninhalt der beiden…ähhh…also a² + b² = c²“ halt und nicht etwa „KommGimmirnochsonebuddelbidde…nurdukannsmischvastehn…“

 

Da lobe ich mir doch russische Alkoholika. Bei einem Wodka „Boris Jelzin“ wusstest Du sofort, was dich erwartet.





Bad Timing

27 07 2008

Aus der Reihe „Das sollte man sich vorher gut überlegen“ heute:

AUSGESPROCHEN SCHLECHTE MOMENTE FÜR EINEN HEIRATSANTRAG:

5. Lallend nach dem achten Cocktail

4. Während man beim Seitensprung erwischt wird

3. Während sie sich nach dem achten Cocktail erbricht und man ihr die Haare aus dem Gesicht hält.

2. Beim Partner-Bungee-Jumping

1. Während der Geburt des gemeinsamen Kindes

(Platz 3 ist aber nach einer Kurzumfrage strittig, das könnte auch als romantisch empfunden werden)





Gedanken sind wie Wildpferde

25 07 2008

Wildes Assoziieren kann mitunter ein sehr netter Zeitvertreib sein. Wenn es allerdings fast schon zwanghaft passiert und eine Tendenz zum pathologischen entwickelt, kann es zum Problem werden. Da lohnt es sich bestimmt, sich mal etwas näher damit zu beschäftigen. Als Krankheit scheint wildes Assoziieren bislang nicht eingestuft zu sein; es steht zumindest nicht im medizinischen Dauerbrenner, dem Pschyrembel.

In der Jubiläumsausgabe des Pschyrembel haben witzige Redakteure übrigens die berühmte „Steinlaus“ von Loriot mit eingebaut, mit Bild. Haha, Loriot überhaupt. „Jodeldiplom, da habe ich etwas eigenes“, „Sie haben da etwas…“, „Wenn meine Frau aufwacht, nimmt sie gerne einen Tee und etwas Gebäck“. Otto ist jetzt auch schon 60 Jahre alt geworden und tourt immer noch mit den Gags von 1975.

Robin Hood, der Becher ohne Henkel, hihi…der läuft ja immer im Wald herum. Da wäre ich jetzt auch gerne, da ist es schön kühl jetzt, fast wie Urlaub. Ach, in Urlaub könnte ich auch schon wieder, der Strand, das wilde Meer, der Wind, durchaus auch mal kräftiger Wind.

Das „Hurricane“-Festival dieses Jahr soll ja auch wieder ziemlich toll gewesen sein. Die Sängerin Jennifer Rostock hatte als brauchbare Festivalgetränke unter anderem „kalte Muschi“ (Rotwein/Cola) und „Wurstwasserwodka“ (das will man gar nicht näher beschreiben) empfohlen. Letztens hatte ich seit Äonen mal wieder eine Currywurst gegessen und zwar an einer überregional bekannten Imbissbude die berühmt-berüchtigt für ihre höllenscharfen Currywurst-Soßen mit bis zu einer Fantastilliarde Scoville Schärfegrad ist. Ich hatte Soße „C“, über die Könner nur milde lächeln, die bei mir aber schon ausgereicht hatte, damit sich meine Geschmacksnerven für längere Zeit mit unbekanntem Ziel verkrümelten und pures Brennen hinterließen. Vielleicht waren sie ja auch beim Hurricane. Radiohead müssen dort einen starken Auftritt gehabt haben. Radio kann man mittlerweile fast überhaupt nicht mehr hören, nur noch Mainstream-Gedudel. Da muss man schon aufs Internet ausweichen, dort gibt es sehr interessante Sender.

Macht es eigentlich Spaß, in einem Internat zu leben? Den ganzen Tag mit Lehrern verbringen. „We don’t need no Education…dumdidummm….“, Die Mauer ist jetzt schon seit 19 Jahren gefallen, Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Herr Obama hat es sich in Berlin übrigens netterweise verkniffen, einen Satz auf Deutsch zu sagen, was ja auch unendlich peinlich gewesen wäre. Der Kerl sieht extrem abgemagert aus. Oh, ich glaube, ich bekomme langsam Hunger…das Problerm bei wildem Assoziieren ist: MAN KOMMT NICHT AUF DEN PUNKT!!!!

 

Schöne Grüße an dieser Stelle an den Schreibclub! :o )





Radiation-Wellness

24 07 2008

Upps, da hat es mal wieder ein eigentlich gar nicht erwähnenswertes Piffpaffpuff in einem AKW in Südfrankreich gegeben und einige Mitarbeiter haben so mal eben eine Winzigkeit lustige Strahlung dabei abbekommen, hihi…was halt mal passieren kann. Der Zwischenfall war derart minimal, dass er nicht mal ausreicht, um auf einer Schädigungsskala eingestuft zu werden, also quasi gar nicht geschehen ist.

 

Doch, doch liebe, PR-Abteilung des AKWs, das ist schon sehr feinsinnig kommuniziert. Ihr hättet aber noch ein wenig mutiger sein können. Lasst uns doch mal einen Schritt nach vorne denken: Wenn es schon sozusagen überhaupt nicht schädlich war, ist es da unter Umständen nicht sogar denkbar, dass so eine kleine Strahlungsdusche sich positiv auswirken kann? Wer weiß, wer weiß…am Ende ist ein derartiger Zwischenfall sogar irgendwo zwischen Karibik-Urlaub, Ferien auf dem Bauernhof inkl. frischgebackenem Apfelkuchen und einem Verwöhn-Wochenende in der Wellness-Oase „Body&Soul“ einzuordnen.

 

Haben sich diese quengelnden Mitarbeiter denn wenigstens bereits für diesen kostenfreien Extrakick für den Organismus bedankt? Nein? Undankbares Pack!!!





Well, my Friends…

23 07 2008

Ob ich MIA aus Berlin wirklich gut finde? Weiß nicht, nicht so, wie ich die „Helden“ beispielsweise gut finde. Ich finde diese Band zeitweise eher überanstrengt. ABER: Merkwürdigerweise packen sie es wiederholt, mich mit vereinzelten Songs irgendwie zu berühren. Da scheinen gewisse Rezeptoren bei mir frei zu liegen.

 

Es ging mir bei den tanzenden Molekülen so und jetzt auch wieder mit der aktuellen Single „Mein Freund“, die mich beim ersten Hören wieder in einer ganz speziellen Stimmung erwischt hatte. Auf der neuen Maxi, deren Mixe so hintereinander geschnitten sind, dass man es als eine über 22 Minuten lange Single wahrnehmen kann, gibt es einen begleitenden abgedruckten Text, der aber nicht von Frau Mieze Katz und auch nicht von mir stammt, den ich aber gerne mal an dieser Stelle unkommentiert wiedergeben möchte.

 

Autor scheint HERR ! Yessica Yeti zu sein, der offenbar mal Musiker bei den Yeti Girls war. Da ich den Text mit eigenen Augen wahrgenommen habe, darf ich mich (und ihr da draußen in einigen Momenten auch) nunmehr zu den Personen zählen, die einen echten Yeti gesehen haben (zumindest, wenn man „gelesen“ als eine Untergruppe von „gesehen“ definiert, was ich hiermit einfach tue, ääätsch):

 

„Ein Freund. Ein guter Freund. Wieso ruft er dann nicht an? Ich höre ihn auch so. Sehen tue ich ihn selten. Wie oft müssen sich Freunde sehen? Müssen sie überhaupt? Müssen sie gerade DAS nicht? Ist Freundschaft nicht losgelöst von Raum und Zeit? Ein wenig jedenfalls. Ich bin mir selbst mein bester Freund. Reicht das? Braucht man einen Freund? Mehr als einen? Ich habe mehrere beste Freunde. Wie geht’ n das? Wie viele beste Freunde kann man denn haben? Mögen die sich? Müssen sich meine Freunde denn mögen? Müssen die sich überhaupt kennen? Sollten sie? Freunde kennen einen manchmal besser als man sich selbst kennt. Und umgekehrt! Dafür hat man ja Freunde! Freunde hat man für immer! Sommersprossen auch. Freundschaften halten länger als Beziehungen. Kann das nicht der selbe Mensch sein – der Freund und die „Beziehung“? Was für ein hässliches Wort! Mein Partner ist mein bester Freund. Wer auch sonst? Und mit wem redest du über Beziehungskram? Ist nicht der dein bester Freund, mit dem du über ALLES redest? Ich rede mit NIEMANDEM über Alles. Ich habe einen Kinofreund, einen Fußballfreund, einen für Samstagnacht und einen für Sonntagabend. Wer Freunde hat ist nie allein. Freunde sind wie ein Haus. Wie eine Familie. Freunde SIND Familie. Wie viele Freunde brauche ich? Mehr als einen? Hält Freundschaft länger als Liebe? Ist Vertrauen wichtiger als Zeit? Du nervst, mein Freund! Entschuldige. Egal, ich hab dich trotzdem lieb. Oder gerade deswegen. Ist Freundschaft Liebe? Irgendwie ja. Der beste Freund des Menschen ist der Hund. Der größte Feind des Hundes ist der Mensch. Freunde sperrt man nicht ein. Freunde muss man auch gehen lassen können. Und man muss sich BEI ihnen gehen lassen können. Wenn ich mit Freunden Sex habe, sind sie dann noch meine Freunde? Oder heißt das dann anders? Fickschaft? Du bist albern! Das mag ich an dir. Ich stehe zu meinen Freunden. Und wenn sie Scheiße bauen? Auch dann! Und wenn sie jemandem wehtun? Mmmmmhhhhh – auch dann! Und wenn sie DIR wehtun? Freunden tun sich nicht weh. Und ob! Ich liebe dich. Du mich auch.





PopeStar

20 07 2008

Da sitzt man als Teilnehmer am Weltjugendtag im fernen Australien (also, es sei denn man wäre Australier und in seiner Heimat) und bekommt eine sms. Sofort stellt sich eine gelinde Hoffnung ein, diese könne von diesem überaus netten rothaarigen Mädchen mit der Stupsnase sein, mit der man sich am Tag zuvor so nett ausgetauscht hat.

Nö, is aber nicht! Is viel besser: Sie ist von IHM, dem Pontifex maximus persönlich und er sendet (resp. lässt senden) den Jugendlichen eine Grußbotschaft, in der Worte wie „2gether“, „2nite“ oder „C U“ vorkommen und signt sie mit „BXVI“

Hey,hey,hey!!!!…*anerkennenddurchdiezähnepfeif*…Benedetto!…B-16!!!…voll die coole Message!…Ja, so fängt man sie ein, seine jugendlichen Schäfchen, mit der angesagten sms-Sprache. So ähnliche Worte hat übrigens schon vor einigen Jahren, also noch mitten in der Regentschaft deines Vorgängers J2 P2…ähhh…JP2…MC Karol…na, Polenpaule, Du weißt schon…ein Musiker aus Minneapolis benutzt, der sich zunächst „Prince“ nannte, dann TAFKAP, also TheArtistFormerlyKnownAsPrince, später dann Symbol und schließlich wieder Prince. Wenn der das konnte, dann auf jeden Fall auch ThePopeformerlyknownasRatzinger. Er – also Prince – hatte beispielweise Songtitel wie „I would die 4 U“ oder „Money don’t matter 2nite“ und solche Titel könnten gut in ein religiöses Umfeld passen, nicht wahr? Schließlich ist ja bereits mal jemand für uns gestorben und hatte vorher die geldgeilen Händler aus dem Tempel geworfen.

Aber Obacht, lieber Papst! Dieser Prince hat ganz viele Songs übers F***en geschrieben, über die Lust und deren mannigfaltige Befriedigungsmöglichkeiten. Was in der little red Corvette geschiehht oder „Get off – 22 Positions in a 1-Nite-Stand“ oder „Cream“ und damit meinte er ganz bestimmt nicht das, was sich Eure Heiligkeit gelegentlich auf den wohlverdienten Erdbeerkuchen klatschen.

Ich möchte also an dieser Stelle ausdrücklich davor warnen, sich aus fehlgeleitetem Pope-ulismus in gefährliche Gebiete zu begeben.

Im übrigen, Sie Herr Benedikt werden das ja eher nicht persönlich erlebt haben, aber wissen Sie, wie das ist, wenn man als Jugendlicher eine Party im hauseigenen Keller wirft und im Verlaufe des Abends ein auf cool getrimmter Erzeuger in seiner Wochenendjeans reinschaut und Dinge sagt wie „Ey, Partypeople! Coole Mucke hier! Geile Frisur, Du da hinten! Ja, dann groovt mal schön weiter, ich zieh mir jetzt auch noch mal meine Led-Zeppelin-Platte rein“?

In diesem Moment betet man womöglich. Ja, man betet, es möge sich eine gnädige Spalte im Erdboden auftun und einem verschlingen, denn selbst das heißeste Magma wäre erträglicher als die nun einsetzenden Blicke.

God…got the Message? Bene, detto, bene!





Westenfett

18 07 2008

Im Auto entkommt man radiohörend nur selten der geballten Macht des DDF (Deutschen Dudelfunks). In einer dieser Stationen scheint es eine Mitarbeiterin zu geben, die es tatsächlich bislang geschafft hat, ihre vergammelten Leggings im Schrank zu lassen und deshalb senderseits zur internen Modeexpertin ernannt wurde, deren Aufgabe u.a. darin besteht, im Internet nach modebezogenen Seiten zu suchen.

 

Gestern muss sie wohl wieder auf eine solche gestoßen sein, die – Überraschung – auch irgendwas mit „Sex and the City“ zu tun haben muss und entsprechende Modetipps von sich gibt.

 

Einer dieser Tipps lautete „Westen, die einesteils grau und anderenteils schwarz sind, machen dick!“ So etwas wird ja beispielsweise auch breiten Querstreifen oder Pullis in schreienden Farben nachgesagt.

 

Hmmmm….also selbst auf die Gefahr hin, jetzt ein wenig uncharmant zu wirken: Das sollte man so nicht stehen lassen. Westen machen nicht dick! Der Kaloriengehalt von Kleidungsstücken scheint mir in einem sehr überschaubaren Bereich zu liegen und in aller Regel werden diese getragen und nicht gegessen (Klugschisserige Bemerkungen über essbare Unterwäsche bitte….moment…JETZT einstellen! Vielen Dank!).

 

Nein, Westen machen nicht dick. Mangelnde Bewegung, Schokoriegel, Eiskugeln, Karameltoffees, Sahnejoghurts, Pommes rotweiß, Döner-Kebabs mit Allem, Kartoffelchips, Unmengen Cola, literweise Weizenbier, Tiramisu, Walnüsse, Camembert, Butterkekse, Currywurst, Bigsize-Doublechoc-Muffins, Rocher, saure Früchtchen und noch viele dieser Leckereien machen dick…JAAAAAA, oder natürlich diese angeborene Stoffwechselstörung, selbstverständlich.

 

Bestimmte Kleidungsstücke wie zum Beispiel erwähnte Weste können die daraus resultierende körperliche Erscheinung einfach nicht entsprechend gut kaschieren. Wir wollen uns doch bitte nicht allzu viele sprachliche Schlampigkeiten erlauben.

 

Abnehmtipp gefällig? Ähhh. gerne. Zur besseren Verdauung und früheren Sättigung einfach jeden Bissen vor dem Herunterschlucken ordentlich durchkauen….

 

…so ca. 300 mal dürfte ausreichend sein

 

 





Enrahar, Poppy, Enrahar!!!!

17 07 2008

„ Warst Du denn mittlerweile auch in „Happy-go-Lucky“?

 

„Zwangsläufig. Meine Freundin gab ja keine Ruhe…“

 

„Das klingt ja nicht eben begeistert“

 

„Also, ich bitte dich…! Wie könnte man länger als 15 Minuten mit diesem nicht abstellbaren Lachsack auskommen? Sie kommt aus dem Buchladen, stellt fest, dass ihr Rad geklaut wurde, schaut kurz irritiert und meint dann, es wäre schade, sie konnte sich nicht mal von ihm verabschieden. Ich und die meisten anderen Menschen würden doch vor lauter Ärger erstmal eine Stunde lang ins Geländer beißen und dann zeternd zur Polizei rennen.“

 

„Ja, und dann das Magengeschwür behandeln lassen gehen. Es wäre doch wirklich gesünder, zu bemerken, wann etwas nicht zu ändern ist und sich möglichst schnell wieder dem besseren Leben zuzuwenden.“

 

„Ich hatte auch mal einen eingeklemmten Rückennerv. Ich konnte beileibe nicht darüber lachen, auch nicht über die anschließende Behandlung. Schau dir dieses Hippiekind an. Sie lacht sich scheckig, während der Arzt ihren Schmerzpunkt findet und behandelt. So einen Menschen kann man doch nicht für voll nehmen. Klar, dass sie im Film Grundschullehrerin ist. Als Finanzberaterin oder Richterin endete so was in einer Katastrophe.“

 

„Ja, jetzt beruhig dich mal wieder! Ist doch nur ein Film. Aber es wäre doch jedem zu wünschen, einen Beruf zu finden, der ihn glücklich macht und der sein Talent dazu nutzen kann, anderen Freude zu machen. Hättest Du als Kind nicht gerne eine solche Lehrerin gehabt, die mit euch Hühnerkostüme aus Einkaufstüten und Krepppapier bastelt?“

 

„Naja, als Kind vielleicht…Aber im Erwachsenenleben hältst du so was doch nicht aus, Sie konnte ja auch nicht eine Minute vergehen lassen, ohne eine vermeintlich witzige Bemerkung zu machen. Wenn mir heute ständig so eine LiLaLaune-Bärin  „See you later, Alligator!“ oder „Here we go, Gigolo“ ins Ohr brabbelte, würde ich wahnsinnig.“

 

„Ach, das kann man aber auch als eine charmante Art von Unsicherheit deuten.“

 

„Ich war mal eine kurze Zeit mit einer annähernd ähnlichen Frau zusammen und es war die Hölle, sag ich Dir“.

 

„Es gab ja auch einige Momente im Film, in denen ihr Lachen mal versiegte.“

 

„Ja, mit diesem Problemkind in der Schule, der Begegnung mit dem verwirrten Obdachlosen und als ihr cholerischer, phobischer Fahrlehrer mit seinen Mystikschüben, der ja – und das war schnell klar – heimlich in sie verschossen war, sie fast halbtot geschlagen hätte. Und was passierte? Kurze Zeit später ruderte sie wieder mit ihrer Freundin auf dem See herum, fand es nur noch merkwürdig und weigerte sich, ihn bei der Polizei anzuzeigen, weil ihm das ja nicht helfen würde. Wer würde bei einem solchen jesusmäßigen Verhalten nicht verrückt?“

 

„Man muss aber doch immerhin attestieren, dass mike Leigh seinen Film eine weitaus bodenständigere Atmosphäre gibt, als das bei ähnlich gelagerten Filmen wie „Amelie“ der Fall war.

 

„Herrgott, jetzt fang nicht auch noch damit an. Sicher, seine grundsätzliche Handschrift war auch in diesem Film erkennbar. Aber trotzdem dachte ich mir ständig, wie ich mit so einer Kullertante auskommen könnte und nein, ich könnte es nicht, niemals!“

 

„Mal ernsthaft: Sicher ist so eine Frau nicht für jeden ertragbar. Aber eigentlich bräuchte unsere Welt doch mehr von solchen Menschen, die Andere mit ihrem unverwüstlichen Optimismus anstecken. Nach einiger Zeit würde eine solche Weltsicht bestimmt auch auf dich abfärben.“

 

„Ach, in der Theorie vielleicht. In der Praxis hätte ich sie bis dahin aber bereits drei- bis viermal umgebracht. Hätte der Richter dann diesen Film gesehen, könnte ich bestimmt mit mildernden Umständen rechnen.“

 

„Naja, so hat halt jeder seine Sicht der Dinge. Ich finde dich trotzdem in Ordnung und Poppy würde dich bestimmt auch weichkochen“

 

„Aaargghhh…jetzt fang Du nicht auch noch an! Aber mir kommt da eine Idee: Wenn Du so ein begeisterter Frauenfilmgucker bist, könnte ich dich vielleicht überreden, heute Abend mit meiner Freundin in „Mamma Mia“ zu gehen? Ich spendier euch auch die Eintrittskarten, wenn ich dafür um den Film herumkomme“

 

„Öhhh…tut mir leid, aber heute Abend schau ich mir bereits „Hulk“ an….“