Da sitzt man als Teilnehmer am Weltjugendtag im fernen Australien (also, es sei denn man wäre Australier und in seiner Heimat) und bekommt eine sms. Sofort stellt sich eine gelinde Hoffnung ein, diese könne von diesem überaus netten rothaarigen Mädchen mit der Stupsnase sein, mit der man sich am Tag zuvor so nett ausgetauscht hat.
Nö, is aber nicht! Is viel besser: Sie ist von IHM, dem Pontifex maximus persönlich und er sendet (resp. lässt senden) den Jugendlichen eine Grußbotschaft, in der Worte wie “2gether”, “2nite” oder “C U” vorkommen und signt sie mit “BXVI”
Hey,hey,hey!!!!…*anerkennenddurchdiezähnepfeif*…Benedetto!…B-16!!!…voll die coole Message!…Ja, so fängt man sie ein, seine jugendlichen Schäfchen, mit der angesagten sms-Sprache. So ähnliche Worte hat übrigens schon vor einigen Jahren, also noch mitten in der Regentschaft deines Vorgängers J2 P2…ähhh…JP2…MC Karol…na, Polenpaule, Du weißt schon…ein Musiker aus Minneapolis benutzt, der sich zunächst “Prince” nannte, dann TAFKAP, also TheArtistFormerlyKnownAsPrince, später dann Symbol und schließlich wieder Prince. Wenn der das konnte, dann auf jeden Fall auch ThePopeformerlyknownasRatzinger. Er – also Prince – hatte beispielweise Songtitel wie “I would die 4 U” oder “Money don’t matter 2nite” und solche Titel könnten gut in ein religiöses Umfeld passen, nicht wahr? Schließlich ist ja bereits mal jemand für uns gestorben und hatte vorher die geldgeilen Händler aus dem Tempel geworfen.
Aber Obacht, lieber Papst! Dieser Prince hat ganz viele Songs übers F***en geschrieben, über die Lust und deren mannigfaltige Befriedigungsmöglichkeiten. Was in der little red Corvette geschiehht oder “Get off – 22 Positions in a 1-Nite-Stand” oder “Cream” und damit meinte er ganz bestimmt nicht das, was sich Eure Heiligkeit gelegentlich auf den wohlverdienten Erdbeerkuchen klatschen.
Ich möchte also an dieser Stelle ausdrücklich davor warnen, sich aus fehlgeleitetem Pope-ulismus in gefährliche Gebiete zu begeben.
Im übrigen, Sie Herr Benedikt werden das ja eher nicht persönlich erlebt haben, aber wissen Sie, wie das ist, wenn man als Jugendlicher eine Party im hauseigenen Keller wirft und im Verlaufe des Abends ein auf cool getrimmter Erzeuger in seiner Wochenendjeans reinschaut und Dinge sagt wie “Ey, Partypeople! Coole Mucke hier! Geile Frisur, Du da hinten! Ja, dann groovt mal schön weiter, ich zieh mir jetzt auch noch mal meine Led-Zeppelin-Platte rein”?
In diesem Moment betet man womöglich. Ja, man betet, es möge sich eine gnädige Spalte im Erdboden auftun und einem verschlingen, denn selbst das heißeste Magma wäre erträglicher als die nun einsetzenden Blicke.
God…got the Message? Bene, detto, bene!
Und was stand in der SMS? “we can come 2gether 2nite, I bring some messwine and take ur ass fine”?
Der soll bloß die Kinderf*cker in seinem Personal mal ausmisten. Solange kann er mir prädigen und simsen, was er will, bleibt nur ein unglaubwürdiger Heuchler.
Schreibt man nicht predigen mit “e”? Ach, Du heiliger Strohsack, wie peinlich. Das hat bestimmt der Benedetto so organisiert beim Chef. Mist.
Plumpe Anbiederung hat noch nie wirklich funktioniert, deren einzige “Offenbarung” lautet: Ratlosigkeit. Sei’s drum. Aber die hippen roten Schuhe sind ja auch nicht von Prada, wie der Vatikan kürzlich dementierte …
Was in der SMS stand, würde mich jetzt aber auch interessieren.
Und allein beim Lesen dieses peinlichen Elternabschnittes da packte mich das pure Grauen. Und grosse Dankbarkeit, sowas nie erlebt haben zu müssen.
Kinners, seh ich vielleicht aus wie die dpa???
Aber gut, ich habe es nochmals herausgefitzelt:
“the spirit impels us 4ward 2wards others; the fire of his love makes us missionairies of gods charitiy. c u 2morrow nite. bxvi”
Nika, dieses Eltern-Keller-Dingens habe ich auch nur aus Überlieferungen zitiert, ich war als Kind eher diesen “Wie sagt man, wenn man was bekommt???”-Belästigungen ausgesetzt. Der Comedian Matthias…ähhh…blablahöfer oder so…(elende Verkalkung) hat das in schönstem Fränkisch ja anhand der typischen Gelbwurst-beim-Metzger-Situation beschrieben.
Egersdörfer heißt er, wußt ichs doch, dass es etwas mit “höfer” war oder so. wie gut, dass man im richtigen Moment beim Stilhäschen vorbeischauen kann…
Die SMS ist ja in der Tat ein klitzekleines bisschen peinlich. Weia.
Und ganz ehrlich, den kompletten Rest deines Kommentares hab ich jetzt nicht verstanden
Ich kenn weder den Comedian noch die erwähnte Szene.
Es geht um peinliche Erlebnisse mit Eltern und die beim Einkauf metzgerseits spendierte Scheibe Gelbwurst für den Kleinen, waraufhin Muttern dann spontan meinte “Und was sagt man, wenn man was bekommt???”
ggnnn….
“Ich hätte lieber Salami gehabt” wäre eigentlich die passende Replik aber das hab ich mich natürlich nicht getraut…Herr Dingensdörfer hat diese Story in seiner fränkisch-cholerischen Art sehr witzig erzählt. Halt mal die Augen bzw. Ohren auf. das kommt Dir bestimmt mal unter…
ah, jetzt erschliesst es sich mir. Du weisst doch, morgens muss man mir die Dinge respektive Welt en detail erklären.