So, heute ist Welt Bundesvorlesetag. In Bayern liest man sich womöglich mit tränenverschleierten Augen die Ergebnisse der gestrigen Wollnwernichmehr-Wahl vor, ansonsten wird aber in aller Regel aus Büchern vorgelesen.
Ich war auch dabei. Und zwar wo? An meiner alten Schule. Und wer begrüßt mich, kaum dass ich mich frühestmorgens zwecks Weiterverteilung im Lehrerzimmer eingefunden habe? Genau, mein alter Klassenlehrer, der mich – obacht und Respekt vor grauen Schläfen bitte! – vor über 25 Jahren das letzte Mal beurteilen durfte. Er gab mir zu verstehen, dass er immer noch meine guten Aufsätze von anno dunnemals im Kopf habe. Na, von mir aus mag das auch ein ganz klitzekleinwenig geschummelt sein, aber gefallen hat es mir dennoch.
)))
Gelesen habe ich dann vor einer Horde Bande Gruppe FünftklässlerInnen und es war nach 25 Jahren das erste Mal, dass ich in einem Schulraum, den ich früher bereits benutzt hatte, völlig legal und zu Recht am Lehrerpult saß. Gutes Gefühl, wenngleich irgendwie auch ein wenig surreal… Ich hatte insgesamt 4 Bücher zur Verfügung, die mir von fachkundigen Händen zugesteckt wurden. Da ich aber nur eine Schulstunde Zeit hatte und die große Mehrheit der anwesenden Zuhörwilligen nicht wechseln wollte, blieb ich bei „Die lange Reise nach Santa Cruz“ von Michael Ende, von dem ich auch eher die unendliche Momo kannte.
Okay, ich muss zugeben, es ist nicht die allergrößte Herausforderung, 11jährigen, die sich montags morgens teils eher widerwillig zur Schule schleppen, die Geschichte eines Jungen vorzulesen, der an einem Montag morgen wiederwillig auf dem Weg zur Schule ist, während sich sein fleißiges Gehirn tausend andere Dinge ausdenkt, die man an einem solchen Montagvormittag tun könnte oder die einem davon abhalten können, zur Schule zu gehen. Trotzdem verging über eine halbe Stunde, bis die erste Unruhe aufkam, was laut Aussage eines der dortigen Lehrer eine sehr gute Bilanz darstellt. Bin ich also ein wenig stolz auf mich. Ich habe mich da auch wirklich ins Zeug gelegt, also bitteschön…außerdem habe ich den kleinen Rackern eine Stunde Mathe erspart und dafür hätte ich mir auch die Biographie von Oliver Kahn vorlesen lassen
Das dumme daran ist: Gerade als es richtig spannend wurde, war die Stunde zu Ende. So, demzufolge dürft ihr jetzt auch noch mal raten, was die heutige Bettlektüre des Lords sein wird, denn ich muss unbedingt wissen, was mit Hermann passiert, nachdem er versehentlich in diesem Lieferwagen gelandet ist.
HEY!!!! NICHT VERRATEN VORHER! DAS IST FIES.