Es ist sicherlich eine der unnötigsten Gedankenspielereien überhaupt, denn aller Wahrscheinlichkeit nach bekommt man es ja selbst nicht mehr mit, aber: Ich möchte doch fast wetten, dass die allermeisten der hiesigen Lesefröschlein sich schon mal oder auch mehrfach Gedanken über den eigenen Tod und die damit verbundene Beerdigung gemacht haben. Nun heißen die wenigsten von uns Tom Sawyer und besitzen die Möglichkeit, schon zu Lebzeiten ihrer eigenen Beisetzung beiwohnen zu können, deshalb wird es bei Gedankenspielen bleiben müssen, aber die Versuchung ist schon groß, die eigene Wurmfutterwerdung noch mal zu einem Statement werden zu lassen.
Einige haben das Bedürfnis, sich sie überdauernde Sinnsprüche wie „Hier ruhen meine Gebeine, ich wollt’ es wären Deine“ oder „A Rua is jetz!“ auf den Grabstein meißeln zu lassen. Besonders wichtig scheint aber die Frage der musikalischen Untermalung zu sein. Es muss ja nicht immer das klassische Requiem oder eines von Herrn Bachs Kirchenliedern sein. Die Rocker hätten wohl gerne mal „Highway to Hell“ oder „For whom the Bell tolls“, andere möchten einen noch direkteren Bezug und wählen Queens „Who wants to live forever“, „The End“ oder Furys „When i’m dead and gone“ oder halt irgendwas von Nick Cave oder als hoffnungsvolle Kreaturen zum Beispiel Oasis’ „Live forever“ ohne die Queensche Fragestellung.
Die Lustikusse und Oberironiker ließen lieber „Geh doch nach Hause Du alte Sch…“ oder „Polonaise Blankenese“ (eines der Lieder, die ich überhaupt nur tot ertragen könnte und selbst dann…) spielen oder vergnügten sich bei „Junge, komm bald wieder“ …
Ein Berliner Plattenlabel hat diese Idee aufgegriffen und einen Sampler namens „Final Song“ auf die Welt geworfen. Man hat zu diesem Zwecke Electronica-Musiker gefragt, welcher letzte Song ihnen denn genehm wäre und die Auswahl ist nicht soooo erstaunlich. DJ T. (hä?wer?) möchte gerne etwas Gymnastik von Satie, Herr Villalobos mags brasilianisch, die Coldcutter möchten sich gerne von Brian Eno rüberbringen lassen, DJ Hell zeigt Stil mit „Golden Brown“ von den Stranglers und Herr Holmes hätte gerne etwas von den Beach Boys (nein, nicht „Sloop John B.“, sondern „Till i die“)
Da der Lord hier naturgemäß auch immer ein wenig neugierig ist, fände ich es sehr nett, wenn der eine oder die andere von Euch mir mal mitteilen möchte, welcher Song denn bei euch als Grabbeigabe favorisiert wäre. Nur zu, ist ja nur theoretisch, nicht wahr?
Ich? Ooooch…ähhh….vielleicht….“Can’t get you out of my Head“?….oder das zum Sterben *g*schöne instrumentale „Miss you“ von Herrn Trentemöller…oder „Let it be“… oder „Both Sides now“ von Joni Mitchell, oderoderoder … ich glaube, ich muss mehrfach sterben, ich kann mich nicht entscheiden …