Letzte Töne

31 01 2009

Es ist sicherlich eine der unnötigsten Gedankenspielereien überhaupt, denn aller Wahrscheinlichkeit nach bekommt man es ja selbst nicht mehr mit, aber: Ich möchte doch fast wetten, dass die allermeisten der hiesigen Lesefröschlein sich schon mal oder auch mehrfach Gedanken über den eigenen Tod und die damit verbundene Beerdigung gemacht haben. Nun heißen die wenigsten von uns Tom Sawyer und besitzen die Möglichkeit, schon zu Lebzeiten ihrer eigenen Beisetzung  beiwohnen zu können, deshalb wird es bei Gedankenspielen bleiben müssen, aber die Versuchung ist schon groß, die eigene Wurmfutterwerdung noch mal zu einem Statement werden zu lassen.

Einige haben das Bedürfnis, sich sie überdauernde Sinnsprüche wie „Hier ruhen meine Gebeine, ich wollt’ es wären Deine“ oder „A Rua is jetz!“ auf den Grabstein meißeln zu lassen. Besonders wichtig scheint aber die Frage der musikalischen Untermalung zu sein. Es muss ja nicht immer das klassische Requiem oder eines von Herrn Bachs Kirchenliedern sein. Die Rocker hätten wohl gerne mal „Highway to Hell“ oder „For whom the Bell tolls“, andere möchten einen noch direkteren Bezug und wählen Queens „Who wants to live forever“, „The End“  oder Furys „When i’m dead and gone“ oder halt irgendwas von Nick Cave oder als hoffnungsvolle Kreaturen zum Beispiel Oasis’ „Live forever“ ohne die Queensche Fragestellung.

Die Lustikusse und Oberironiker ließen lieber „Geh doch nach Hause Du alte Sch…“ oder „Polonaise Blankenese“ (eines der Lieder, die ich überhaupt nur tot ertragen könnte und selbst dann…) spielen oder vergnügten sich bei „Junge, komm bald wieder“ …

Ein Berliner Plattenlabel hat diese Idee aufgegriffen und einen Sampler namens „Final Song“ auf die Welt geworfen. Man hat zu diesem Zwecke Electronica-Musiker gefragt, welcher letzte Song ihnen denn genehm wäre und die Auswahl ist nicht soooo erstaunlich. DJ T. (hä?wer?) möchte gerne etwas Gymnastik von Satie, Herr Villalobos mags brasilianisch, die Coldcutter möchten sich gerne von Brian Eno rüberbringen lassen, DJ Hell zeigt Stil mit „Golden Brown“ von den Stranglers und Herr Holmes hätte gerne etwas von den Beach Boys (nein, nicht „Sloop John B.“, sondern „Till i die“)

Da der Lord hier naturgemäß auch immer ein wenig neugierig ist, fände ich es sehr nett, wenn der eine oder die andere von Euch mir mal mitteilen möchte, welcher Song denn bei euch als Grabbeigabe favorisiert wäre. Nur zu, ist ja nur theoretisch, nicht wahr?

Ich? Ooooch…ähhh….vielleicht….“Can’t get you out of my Head“?….oder das zum Sterben *g*schöne instrumentale „Miss you“ von Herrn Trentemöller…oder „Let it be“… oder „Both Sides now“ von Joni Mitchell, oderoderoder … ich glaube, ich muss mehrfach sterben, ich kann mich nicht entscheiden …





Orangenbaumblätter und ein teilender Ozean

29 01 2009

Hin und wieder geht Zuneigung aber auch ihre Umwege. Da bekommt man vor einigen Monaten mit, dass wieder mal ein Mitglied einer Band ein Soloalbum veröffentlicht, findet die erste Single auch ganz nett (huch, mit Streichern…huch, die haben ja Affenmasken auf…), konzentriert sich aber eher auf andere Musiken. Einige Wochen später kommt eine weitere Single auf den Markt, lässiger in der Grundausrichtung, auch hübsch, ja, aber ein Ohrwurm?…Man hört sie, aber gar nicht so oft, passt auch nicht so zu Weihnachten wahrscheinlich, dann aber hört man sie an einem sonnigen, kalten Wintertag, der einen mit gleichfalls sonnigen Gedanken tränkt, wippt im Auto auf einmal mit, sieht am gleichen Abend auch noch zufällig das Video, wippt wieder mit und findet sie auf einmal ganz schön dufte (das sagten die alten Leute früher, wenn sie etwas grenzgeil fanden).

Dann doch ein intensiveres Durchhören der ganzen Scheibe, ja, da sind ja noch mehr Gefalllieder drauf … was soll ich sagen, Herr Baigorry alias Fox, ich hab sie Ihnen abgekauft, jawoll.

Und dieses

Haus am See

 

da, das hätte ich auch gerne. Wo kann man das bitte kaufen und kann man mit Pehbäck-Punkten zahlen?

Noch so ein Spätstarter.Scott Matthew (Achtung:Ohne „s“, das ist ein Anderer) hatte letztes Jahr ein wundervolles Soulstripwhisperfolkalbum herausgebracht, das so heißt wie er, also Scott Matthew (Der könnte übrigens zusammen mit Devendra Benhart und dem Sänger von Band of Horses ein prima Ayatollahbart-Folktrio gründen, hihi).
Für dieses Jahr ist bereits ein neues Album angekündigt. Es wäre fast naheliegend, dieses dann „Scott Matthew 2″ zu nennen oder so. Wäre ja auch nix neues, gelle, Herr Gabriel, gelle, Herr Walker usw. Stattdessen möchte er es aber wohl „There is an Ocean that divides and with my Longing i can charge it with a Voltage that’s so violent to cross it could mean Death“
nennen. Klar, das prägt sich natürlich schneller ein.

Nun ja, wenn es wieder derart entrückende Musik enthält, kann er es meinetwegen auch „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, aber nicht den alten Baumann, der hört sowieso nix mehr und hätte letztens fast Arsen mit As.pirin verwechselt“ nennen. Echt wurscht!


Hörpröbe geföllig

Market me to Children


So, dass muss erstmal reichen …





Va, pensiero!

26 01 2009

Es kommentierte nun aber il Cavalliere B., seines Zeichens immerhin Staatschef, eine merkwürdige Gerichtsentscheidung, die einen Vergewaltiger lediglich mit Hausarrest bestrafte, sinngemäß dergestalt, dass es gar nicht genug Soldaten gäbe, um all die hübschen Frauen in Italien vor Vergewaltigung zu schützen. Auf Nachfrage stellte er nochmals klar, dass er damit natüüüürlich nur den wunderschönen weiblichen Geschöpfen Italiens ein Kompliment machen wollte.

Du Schelm, Du! *zwinker*

Ist doch auch klar; wo es dermaßen viele rassige belle Ragazze gibt, da pulsiert es eben hin und wieder in des Mannes Hose, das ist die kaum zu bändigende Leidenschaft, das ist Amore, Eros, Dolce Vita, Carbonara … natürlich ist so eine Vergewaltigung nicht fein, aber was soll man machen, nicht wahr?

Wuaaahhh, er ise und bleibte alte unerträääglisch. Wie sehr wünschte man sich in solchen und vielen anderen Momenten eine Art italienischen Ob.ama, der den politischen Saustall dort mal ausmistet, aber ich weiß nicht, ob er bei einem Volk eine Chance hätte, das diesen machtgeilen, mafiösen Schmierendarsteller zum dritten Mal an die Töpfe der Macht gelassen hat. Eine Verzweiflungswahl womöglich – als Hesse hat man dafür derzeit ein wenig Verständnis – aber mit welchen Folgen?

Es ist eben nicht ausreichend, sich nur hier und da von dicken Männern vorsingen zu lassen, dass nun bitte nessun dorma möge, wenn diejenigen, die für Hege und Pflege der Demokratie verantwortlich sind (jahaaa, das Volk halt) immer wieder mal in kollektiven Winterschlaf fallen und sich daraufhin zum wiederholten Male denselben Bock als Gärtner andrehen lassen.

Man kann gar nicht soviel essen, wie …usw…





Update „Verfolgungswahn 2.1″ available

25 01 2009

Das mit den roten Ampeln haben SIE ja mittlerweile nicht ungeschickt modifiziert. SIE überlassen mir nun die eine oder andere Grünphase (offenbar gesteuert durch eine Random-Funktion), damit bei mir dieser psychologische Ansatz greifen soll und ich tatsächlich glaube, mir fielen grüne Ampeln nur weniger auf, weil ich derart negativ fixiert bin.

Seit einigen Wochen haben SIE aber ein neues Folterinstrument entdeckt: Den Parkplatz. Wann immer ich in letzter Zeit auf einem größeren Parkplatz stehe, muss ich feststellen, dass bei meiner Rückkehr bei mindestens einem direkt benachbarten Parkplatz jemand am einpacken ist, und zwar mindestens eine Jahresration Getränkekästen, einen kleinen Pupser mit all der begleitenden Standardausrüstung, wie sie heutzutage wohl für kleine Pupser unerlässlich zu sein scheint oder ein widerspenstiges Bernhardinerpärchen. Begleitend dazu stehen dann Ma.xico.sis, Kästen, Einkaufswagen, Holzpallets oder erworbene Kleinwagen so geschickt drapiert herum, dass es mir als Nachbarparker nicht möglich ist, den Parkplatz zu verlassen. Ein wegfahrbereiter Gesichtsausdruck meinerseits und schon gar eine entsprechende Äußerung ziehen unmittelbar einen verächtlichen Blick nach sich, veranlassen aber im Übrigen keine Aktionsänderungen.

Das absurde dabei ist: Meistens ist ansonsten im weiteren umfeld kein weiterer Einpacker zu beobachten, nur in meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Hin und wieder glaube ich zu erkennen, dass jemand in der Ferne an einem Auto herumhantiert, aber womöglich wird da nur versucht, das Autoradio zu klauen.

Damit ihr es also wisst: Es ist mir aufgefallen, ich bin ja nicht blöd. Ihr könnt also jetzt damit aufhören, Drecksbande!





Eigenbeob8ung

23 01 2009

Gott und die Welt denkt derzeit darüber nach, das alte Schnauferl zu entsorgen.

Nur LoFoMo fällt bei „Abwrackprämie“ Herr He.esters, Frau v.an Ber.gen, das Zetdeeff, die Commer.zbank usw. ein.

Das ist mal wieder typisch, alter Misanthrop!





The Oath

21 01 2009

„Sprechen Sie mir nach: Ich, Lord Gieselbert Kevin Foltermord, schwöre f…“

„Ich, Lord Gieselbert Kevin Foltermord…“

„Hä..ähem…!!!“

„Upps, sorry…“

„…schwöre feierlich, den mir anvertrauten Weblog „Dreckfrosch“…“

„schwöre feierlich, den mir angetrauten…“

„anVERtrauten Weblog!…“

„ähh…anvertrauten Dreckblog…

„WEBLOG!!!“

„Weblog…ähhh…“

„Dreckfrosch verantwortungsvoll sowie mit Niveau und Humor zu gestalten…“

„Dreckfrosch verantwortungsvoll mit N.ivea zu salben…

„Ich brech das hier gleich ab!“

„Ich habs jetzt: verantwortungsvoll und mit Herz und Hirn zu gestalten…“

„Na, von mir aus…und die Leser nach bestem Wissen und Gewissen zu unterhalten,“

„uff…die Leser mit Wissen und Gebissen zu unterhalten.“

„Grmbblll…so wahr mir Karel Gott helfe.“

„So wahr mir…häää, was bitte?“

„Ja, schon recht. Komm lass gut sein. Ich werde jetzt Metzger.“





Draußen im All…

21 01 2009

…ist es völlig still, so sagt man…

Dennoch könnte ich ich mir gut vorstellen, dass dort gestern abend gegen 18 Uhr MEZ ein kollektives Aufatmen zu hören gewesen sein muss. Ein Aufatmen, lauter als 21 Salutschüsse, lauter als das Geräusch eines abfliegenden Helikopters, lauter als das Zähneknirschen eines demoralisierten KKK, dem jetzt nur noch bleibt, „Blacks can’t swear“ auf ihre Plakate zu kritzeln, hoffentlich auch lauter als die Gewehrschüsse und Bomben in verschiedenen Ländern der Welt.

Hope against fear, ja, wir hoffen…





Sachen zum lachen

19 01 2009

Gut, zugegeben, der Plural mag ein wenig übertrieben sein und es wird garantiert Menschen geben, die der Meinung sind, dass das ja wohl nach wie vor keinen Anlass zum Lachen geben sollte, denn es sind ganz viele Menschen gestorben, direkt und indirekt und ich sage jajajaja, stimmt ja, aber trotzdem …hmpff…

Also, um was es geht: Derzeit feiert sich ja Radiotelevision Luxemburg für sein vierteljahrhundertliches Bestehen. Bei dieser Gelegenheit werden immer wieder dieselben…*hüstel*…Highlights präsentiert als da wären: eine vom Stuhl plumpsende Moderatorin, Tuttifruttimuttis, Flegeljahre der Pöbeltalkshows, Herrn J.auch, der zusammen mit Herrn R.eif über ein umgefallenes Tor philosophiert undsoweiterundsofort…

Jetzt konnte ich aber mal etwas für mich Neues entdecken. Der vielgepriesene Ankermann Kl.oeppel meldete sich im September 2001 – es wird wohl der 11. gewesen sein – am frühen Nachmittag mit folgender Moderation:

„Liebe Zuschauer, wir unterbrechen die Sendung „Der Schwächste fliegt“ für eine Eilmeldung: In New York hat sich offenbar ein Terroranschlag ereignet…“ Naja, den Rest kennen wir ja.

Ich kann mir nicht helfen, ich finde das witzig…





newsticker ++ 16/01 – 18/01 ++

19 01 2009

minirandale in talkshow+stop+p.sch.oll-lat.our lässt sich erst bitten, erklärt dann aber den unwissenden in bewährt-arroganter art die welt + stop + vorher und nachher wird eifrig gesungen + stop +

hormonstau in dschungelcamp +stop + gü.nther und mau.si fummeln im schaumbad, gun.dis gewährt lori schritthalber exklusiven einblick in künftige attraktionen + stop + mörderkrokodile trauern verpassten gelegenheiten nach + stop + superbond bereits auf dem heimweg + stop +

urnengang in hessen kreiert neue wortschöpfung: verzweiflungswahl + stop + efdepeh glaubt nun vollends an eigene stärke und kompetenz, derweil deren landesvorsitzender von eigenem schwabbelkinn verschlungen zu werden droht + stop +

stef.an r.aab weltmeister im weintraubenhochwerfenundmitdem mundauffangen! + stop + neue sendung in planung: das grosse tv-total-weintraubenhochwerfenundmitdemmundauffangen + stop + als überraschungskandidaten el.ton und jo.ey k.elly geplant + stop +

winter über nacht verschwunden + stop + sachdienliche hinweise erbeten + stop+ …





Prominenz in Permanenz

16 01 2009

Tja, lieber unbekannter Frankfurter Arbeitnehmer, der Du dich heute morgen zeitungslesenderweise per U-Bahn zu deinem Arbeitsplatz begabst und den Artikel über die zum „Wunder vom Hudson-River“ erklärte Notwasserung eines Flugzeugs in New York, welche ohne nennenswerten Personenschaden ablief, mit den Worten „Na, in deeem Fluchzeusch wär’ isch aach gern abgesterrzt!“ kommentiertest, wie es wohl nur Frankfurter können, das hättest Du Dir nicht gedacht, dass Du so schnell zu Prominenz gelangst, gelle?

Einer deiner Mitfahrer, die das mitbekamen, ist nämlich Moderator einer Frühsendung eines Frankfurter Privatradios, welches Lord Foltermord auf dem Weg zu seiner Arbeit hin und wieder hört und deswegen auch sein Zitat Deiner Äußerung mitbekam und schwupps, schon könnte Dein frühmorgendlicher verbaler Auswurf überall auf der Welt gelesen werden.

Eben ist man noch eine literarisch ambitionierte Studentin einer Chicagoer Universität und nur einige Jahre später erinnert sich einer der ehemaligen Kommilitonen, der mittlerweile gewählter Präsident der USA  ist, an einen und bittet darum, eine kleines Poem zu seiner Amtseinführung zu schreiben, welches dann von einem Milliardenpublikum verfolgt und innerhalb von wenigen Minuten zum bekanntesten Gedicht der Welt werden wird.

Eben ist man noch ein gewesener bis verwesender Exhalbbisviertelpromi, an den sich bestenfalls noch Kriegsveteranen erinnern. Plötzlich wird man von einem privaten TV-Sender zu einem Kurzurlaub in einem australischen Dschungelcamp eingeladen, muss sich von einem Krokodil zerfetzen lassen und ist plötzlich nicht nur in des Reptils, sondern in aller Munde.

So schnell geht mit der Prominenz heutzutage…