Täglich eine gute Tat

28 06 2009

Lieber Angestellter des Getränkestandes beim gestrigen Straßenfest:

Ich möchte Ihnen gerne etwas schenken.

Zunächst einmal meine Aufmerksamkeit, aber das ist quasi nur der Aperitif. Vor allem aber möchte ich Ihnen einige Bilder schenken. Selbstgemalte natürlich. Sorgfältig selbst gemalte auf dickem Karton, damit sie auch lange halten. Auf einigen sind Biergläser zu sehen. Eines zeigt einen Humpen resp. eine Maß, ein anderes ein Weizenbierglas, wenn es sein muss, auch eines mit einem gemalten Glas für Pissfix a.k.a. Kölsch.

Auf einem weiteren ist ein Faß zu sehen, noch eines zeigt eine Flasche Spülmittel, eines einen 5-Euro-Schein oder Kleingeld. All das male ich für Sie. Für lau. Aus reiner Hilfsbereitschaft. So bin ich eben.

Allerdings hätte ich dafür eine herzliche Bitte: Bitte benutzen Sie im nächsten Jahr diese Bilder auch. Halten Sie sie hoch, statt in einer Lautstärke, die sonst nur mit tief über eine Armee von Presslufthämmern hinwegfliegenden Düsenjägern erreicht werden kann, rumzuschreien oder durch die Pfinger zu feifen, während Sie nur zwei Handbreit neben mir stehen.

Dann hat auch das Hörgerät, das ich mir jetzt zu kaufen gezwungen bin, eine reelle Chance, das Untere Bergerstraßenfest 2010 zu überleben.

Momentan genieße ich die Stille, die noch schöner wäre, wenn dieses immer wieder auftretende Fiepsen nicht wäre, das sonst keiner hört …





Gegen das Schwermut

27 06 2009

Hoppala,  arg viel Tod und Nachruf in den letzten Blogeinträgen. So geht das aber nicht, also muss jetzt etwas lebensfrohes her:

Unglaublich!

Nena wird Oma!

War das nicht erst gestern … also höchstens vorgestern, als sie mit mit rotem Ledermini und Mischwald in den Achselhöhlen „Nur geträumt“ gejodelt hat?

Tja, liebe Nena, das sind die heutigen Töchter. Mit 19 schwanger, aber den 38. Geburtsag von Mutti vergessen. Oder halt den 45. oder so …

Die Zeit rennt und wir humpeln immer schwerfälliger hinterher. Bald heißt es nicht mehr „Komm, gehen wir den Leuchtturm rauf…“, stattdessen ist Treppenlift angesagt.

Der noch schlimmere Sekundärgedanke: Verdammt, ich selbst könnte auch schon seit einigen Jahren rein biologisch betrachtet Opa sein! Kein wirklich denkbarer Gedanke. Naja, hätte ja so kommen können, wenn mich vor 20 Jahren die knallgeile Rothaarige in der Disco nicht einfach so blöd hätte dastehen lassen. Blöde Hippe! Du bist jetzt mitschuld am Rentendesaster!





Rock the World (Updated Version)

26 06 2009

Im Jahre 1987,  als gerade die ersten Fruchtblasen der privaten Sendeanstalten platzten und die Öffentlich-Rechtlichen sich noch als die Gralshüter der Seriösität verstanden, passierte etwas für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnliches:

Die A.RD sendete nach den Tag.esthemen gegen 23 Uhr nicht wie üblich einen wertvollen Kunstfilm oder eine politische Dokumentation zum Ausklang des Tages, sondern einen ca. 20-minütigen Kurzfilm, der aber eher ein sehr ausgewalztes Musikvideo zu dem Song „Bad“ war, als exklusive Deutschlandpremiere.

Ich denke, das zeigt, welchen Einfluss der jüngst Verblichene zu seinen höchsten Zeiten in der Gesellschaft hatte. Heute mag das nichts besonderes mehr sein, damals war es sehr außergewöhnlich.

Das Tröstliche daran ist, dass künftig – wie immer bei Toten – in Berichten nicht mehr der Aktualität verpflichtet die Fotos der jüngsten Zeit sondern die aus den Achtzigern gezeigt werden. Statt des kalkigen Zombies der bewegungstalentierte dunkelhäutige Künstler mit dem gemäßigten Afro.

Ich bin jetzt schon genervt, wenn ich an das multimediale Ballyhoo der nächsten Tage und Wochen denke, merke aber soeben, dass ich just selbst dazu beitrage und bin beschämt ruhig.

RIP, anyway! (gilt übrigens auch für die goldene Löwenmähne der späten Siebziger)

UPDATE:

Tag 1 nach MJ: Welch eine Hysterie. Alleine die ersten 8 Seiten der Rundschau sind voll vom Kingofpop. Auf der letzten Seite noch ein Ganzseitenfoto des weißen Handschuhs. Liebe Leute m Iran, hört mal bitte jetzt auf mit dem Demonstrieren, wir haben jetzt leider keinen Kopf dafür.

Während der Autofahrt überlagerten sich mal wieder zwei Sender. Dabei wurde das ABC der Jackson 5 von „Wannabestartinsomething“ des Meisters hinself überlagert. Sehr bizarres Mash-Up!

Sein sehr eigener Gesangsstil scheint offenbar zu einigen Verhörern geführt zu haben. einige hörten beim Refrain von „P.Y.T.“ immer „Tegernsee“

Ich dagegen stieß mich des öfteren an den Textzeilen:

„Heal the world

make it a better place

for you and for me

and the anti-human race“

Ähhh…was????

Ach so!

„entire“

Na dann … das andere wäre aber witziger gewesen.

Die Zeit wird zeigen, ob mehr übrig bleibt, als der Moonwalk, weiße Socken, der Handschuh, das Kieksen, der Griff in den Schritt, „Schamoarn!“ und die mundabwischende Handbewegung. Wahrscheinlich ja.





In dieser Welt

25 06 2009

Nochmal kurz zusammengefasst:

Ein belgischer Vater sollte auf dem Weg zur Arbeit sein Kleinstkind in die Krabbelgruppe bringen, war aber dermaßen unter Stress, dass er das im Heck schlafende Kind komplett vergaß und es im Auto liegen ließ. Erst als die Mutter nachmittags den Kindersitz holen wollte, entdeckte sie das komplett dehydrierte und leblose Baby,

Ermittlungen gegen die Eltern wurden nicht eingeleitet, die Sache gilt als tragischer Unfall.

Das geht mir seit zwei Tagen immer wieder durch den Kopf. Wie kann so etwas passieren und wie geht man damit um? Wie hält das der Vater aus? Wie geht eine Mutter mit so einem Erlebnis um? So banal kann Schrecklichkeit sein.

Vor allem aber: Was ist das für ein beknacktes System, das Arbeitsplatzbedingungen hervorbringt, die einen dermaßenen Stress auf jemanden ausüben, dass so etwas passieren kann?

Erneut zwei Seelen mehr, mit denen ich auf gar keinen Fall tauschen möchte …





Wir ha’m den Farbfilm vergessen …

24 06 2009

… und wieder hat es eine industrielle Ikone des 20. Jahrhunderts erwischt …

Aufgrund der mittlerweile kaum noch messbaren Absatzzahlen hat man sich entschlossen, die Produktion des „Koda.chrome“-Farbfilms einzustellen. Seine Zeit war offensichtlich vorbei. Viele Jahrzehnte Standardutensil jedes Urlaubsgepäcks, aber das war einmal.

Naja, immerhin hat ihn Paul Simon mal in einem Song verewigt.

„Er hat die Welt einfach ein wenig schöner aussehen lassen“ titelt die „Welt“ eine Art Nachruf auf ihn.

Mannomann, wenn das mal jemand nach meinem Ableben über mich behauptete und es auch so meinte, ich täte posthum noch ein wenig erröten.





Baick

23 06 2009

Der neue Trend, im großen B offenbar schon Alltag:

Fahrräder ohne alles!

Prinzipiell nichts neues, Fahrräder ohne Reifen oder Sattel findet man seit vielen Jahren an jedem größeren Bahnhof oder vor dem örtlichen Kino.

Hier geht es aber um downstripped Bikes. Keine Gangschaltung, keine Klingel, kein Rücktritt, noch nicht einmal Bremsen. Also quasi Fahrrad pur, nur Gestänge, Pedale und Reifen. Das soll ein ganz puristisches, fast schon mediatives Fahrgefühl erzeugen. Vor allem, wenn man bremslos in eine Straße einbiegt, in der sich bereits ein Laster breitgemacht hat. Die Straßenverkehrsordnung liegt auch bereits mit einem Schwerstinfarkt auf der Intensivstation.

Mein Rad dagegen hat mehr und jetzt habe ich wieder etwas neues entdecken dürfen: Ich weiß zwar noch nicht, wo er installiert ist, aber das Rad verfügt offensichtlich über einen tadellos arbeitenden Windsauggenerator, der dafür sorgt,  dass die mich umgebende Luft immer genau aus der Richtung bläst, in die ich just fahre, egal wie oft ich die Richtung wechsele.

Ein Feature von sehr zweifelhaftem Nutzen. Weiß zufällig jemand, wie man es abstellen kann?





Futurissimo!

20 06 2009

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schoene gruesse aus tokio, der futuristischsten metropole der welt! ziemlich spannend hier …

ach, was *chchchch*, spaessle gmacht, ist doch nur wieder eine impression aus dem neuesten konsumtempel der mainmetropole. beginnend an der aussenfassade und fortfuehrend im inneren sieht es so aus, als habe sich ein wurmloch in die glas-stahl-konstruktion verirrt und drohe, das ganze kaufhaus und seine kunden in ein schwarzes loch zu ziehen. immerhin mal ein interessanter architektonischer ansatz mit einer ganzen menge licht. fast haette man sich auch noch die laengste rolltreppe deutschlands oder europas oder wasauchimmer gegoennt, aber das hat man leider dann doch noch vergeigt. jetzt ist es halt die zweit- oder drittlaengste, aber immer noch ausreichend, um waehrend der transportfahrt nach ganz oben ein erfrischendes kleines nickerchen einzulegen.

kein bild gibt es uebrigens von der jungen dame am unteren ende der rolltreppe die voellig zu recht gewandet in eine jeans-hotpants prospekte verteilte, denn erstens ist das hier kein maennermagazin und zweitens wurde dem durchaus attraktiven anblick durch die tatsache, dass die dame ihr anziehendes aeusseres letztlich doch wieder nur zur weiteren unterstuetzung des spaetkapitalistischen konsumterrors einsetzte, der charme genommen.

im hintergrund noch ein wenig zu sehen: ein bewusst mehrfach assymetrisch gebautes hochhaus, welches als hotel fungiert, etwas, an dem frankfurt bislang wirklich grossen mangel hatte.

das naechste mal dann wieder das bild einer gluecklich wildklee mampfenden schwarz-weiss gefleckten kuh vor einem sprudelnden baechlein, am bildrand ein frisch aufgeworfener maulwurfnhuegel, ganz bestimmt.





Ich glaub, mich streift …

17 06 2009

Top 5 elterlicher Ermahnungen für den Schulweg, Woche 25:

5. (Vorwoche 4.): Tausch nicht wieder dein Pausenbrot gegen Tw.ix!

4. (Vorwoche 5.): Zieh einen Schal an!

3.(Vorwoche 2.): Lass Dir nicht wieder Deine Turnschuhe abnehmen!

2.(Vorwoche 1.): Hast Du frische Unterwäsche an?

1.(NEU!): Lass Dich bloß nicht von einem Meteoriten treffen!

 

Junge überlebt Meteoritentreffer





Scheibenkleister

16 06 2009

Ein Auto ohne Windschutzscheibe zu fahren, scheint mir eine ganze Reihe von Schwierigkeiten mit sich zu bringen (man erinnere sich beispielsweise daran, wie ein gewisser Homer S. in einem Auto ohne Windschutzscheibe hinter einem überfüllten New Yorker Müllwagen herfahren musste).

Außerdem ist es zugig, ständig hat man ungewollte Fliegen- und Käfermahlzeiten und die Scheibenwischer zerkratzen einem das Gesicht. Alles in allem klingt es also nicht sehr erstrebenswert.

Einen nicht zu unterschätzenden Vorteil hätte die Sache allerdings: Wenn es keine Windschutzscheiben mehr gäbe, blieben einem vermutlich auch diese hirnzerfressenden Werbespots eines Autoglasunternehmens erspart. Nicht nur, dass man sich seit gefühlten Äonen diese nervende und dabei völlig unspannende Radiowerbung in Hörspiellänge anhören muss, in welcher einem zunächst die Lebensgeschichte des Autofahrers und der Herstellungsprozess des Scheibenglases geschildert wird ,bevor aus zur eigentlichen Handlung kommt (die aber auch nicht wirklich Suspense-Qualitäten entwickelt), nein, jetzt fangen die auch noch mit gleichermaßen langweiligen TV-Spots an.

Daran lässt sich auch ablesen, wie sehr der Verkauf von Werbezeiten auf den Hund gekommen sein muss. Ich habe schon nächtliche Alpträume, mir zerspringe mitten auf der Landstraße die Scheibe, gottseidank kann ich mich aber noch in eine der ca. 76.987 Filialen der Firma retten, wo mir der Glaser erstmal eine tagelange Bergpredigt hält über die verantwortungsvolle Handhabung von Winschutzscheiben. Nebendran steht dann auch noch ein älterer Herr mit deutlich schwäbischem Akzent, der mich anschnauzt, ich solle gefälligst “ desch guude Scheibenmacher-Müsli esse, desch hilft nääämlich auuuch meiner Verdauung, woischd? Ja, Scheibenmacher-Müsli. Scheibenmacher!“

Hiiiiilfe!!!!!!





Nacherzählung

14 06 2009

„Omnibus“ heißt das Werk aus Frankreich, dass als Vorfilm im Open-Air-Kino lief (Notiz an mich: Nimm gefälligst nächstes Mal eine Decke mit, Idiot! Du kannst nicht davon ausgehen, dass immer ausreichend Leihdecken vorhanden sind *bibber*) und er dauert gerade einmal 8 Minuten. Da er wohl nur wenigen Leuten bekannt gemacht wird, mache ich mir die Freude und versuche, den Inhalt nachvollziehbar wiederzugeben:

Falls jemand dennoch konkret vorhat, diesen Kurzfilm noch zu sehen bitte JETZT mit dem Lesen aufhören. Danke!

Unser Held ist ein einfacher Angestellter, der jeden Morgen mit dem Zug zu seiner Arbeitsstelle fährt, die irgendwo im französischen Niemandsland liegt. Bei der Fahrscheinkontrolle bemerkt der Schaffner, dass die Karte unseres Helden nur bis Cateau-Sowieso gilt und ob er denn noch ein Ticket für die restliche Strecke habe. Unser Held ist daraufhin reichlich verdutzt und im Laufe des Gesprächs klärt sich, dass dieser Zug nicht in Cateau-Sowieso hält, sondern bis Blabla-sur-Irgendwas durchfährt.

Unser Held empört sich seiner Meinung nach zurecht. Immerhin fährt er seit Monaten mit genau diesem Zug und immer stieg er in Cateau-Sowieso aus. Der Schaffner erklärt wie auswendig gelernt, dass dieser Zug seit dem 2.1. nicht mehr in Cateau-Sowieso halte, sondern bis Blabla-sur-Irgendwas durchführe. „Der 2.1. ist heute“ regt sich unser Held auf, „sie können doch nicht einfach am 2.1. den Fahrplan ändern!“.

„Das stand aber auf den Aushängen“ mischt ich nun die ältliche Sitznachbarin ein, die ganz offensichtlich auf Seiten der französischen Bahn steht und eine nicht zu übersehende Verachtung für unseren offenbar schlecht organisierten Helden im Blick trägt. Als der Schaffner ihn nun auffordert, das restliche Befördungsentgeld sowie eine Strafe in Höhe von 100 Franc zu zahlen  (wir bemerken: Der Film scheint bereits einige Jahre alt zu sein), bittet ihn unser nun eher verzweifelt wirkender Held um ein Gespräch unter vier Augen.

Er versucht nunmehr dem Schaffner klar zu machen, wie wichtig es für ihn sei, auf jeden Fall in Cateau-Sowieso auszusteigen, denn wenn er bis Blabla-sur-Irgendwas durchführe und mit dem Bus zurückfahren müsste, käme er viel zur spät zur Arbeit, und darauf habe sein Vorgesetzter ja nur gewartet, der ihn wer weiß warum auf dem Kieker habe. So eine Verfehlung käme dem gerade recht, um unseren Helden zu entlassen. Das wiederum wäre eine große Katastrophe, wie er dem Schaffner weiter klarzumachen versucht. Seine Ehe hinge derzeit nämlich auch am seidenen Faden und wenn er seinen Job verlöre, verließe ihn seine Frau ganz bestimmt. Was wäre dann aber mit den Kindern? Da seine Frau kein eigenes Einkommen habe, verfielen diese dann garantiert der Wohlfahrt und hätten einen schlimmen weiteren Lebensweg vorprogrammiert. Und dies alles nur, weil er nicht in Cateau-Sowieso austeigen kann.

Nun ist der Schaffner auch nicht aus Holz und der Zuschauer sieht, wie er mit sich ringt. Allerdings versucht er nunmehr unserem Helden klarzumachen, dass er nicht einfach den Zug für ihn anhalten könne. Der einzige, der dies entscheiden könne, sei der Zugführer. Die beiden kämpfen sich also nun duch das Abteil, in dem mittlerweile eine übergreifende Diskussion eingesetzt hat und man aus den wenigen Wortfetzen herauszuhören glaubt, dass im Falle einer Abstimmung der Fahrgäste über ungeplante Zwischenhalte unser Held wohl das Nachsehen hätte.

Im Zugführer-Abteil angekommen sieht man einen Fahrer, der laut singend den Eindruck vermittelt, er wäre jetzt viel lieber auf dem Sitz einer Harley als im Führerhäuschen eines Vorortzuges. Nach nochmaliger Schilderung der Sachlage, überlegt dieser ein wenig, lässt dann aber unseren Helden wissen, dass er es gar nicht in der Hand habe, den Zug einfach anzuhalten. Das ginge ja alles über die Elektronik. Unseren Helden überfällt nunmehr eine Mischung aus Verzweiflung und Wut, der Zugführer überhört aber die Beschimpfung über seinen beamtenartigen Status, der es ihm ja leicht mache, in dieser Situation kühl zu bleiben und fragt unseren Helden schhließlich, wie schnell er denn rennen könne. Dieser verweist nicht ganz ohne Stolz auf seine sehr guten Laufzeiten zur Schulzeit und vermittelt überdies auch aktuell einen einigermaßen fitten Eindruck.

Der Fahrer macht ihm nun klar, dass er den Zug zwar nicht stoppen, jedoch die Geschwindigkeit beim Passieren des Bahnhofs in Cateau-Sowieso soweit reduzieren könne,  dass eine beherztes Hinausspringen und Weiterrennen möglich sei, ohne sich dabei zu verletzen. Unser Held entscheidet sich spontan, dieses Angebot anzunehmen, zumal der anvisierte Bahnhof akut bevorsteht.

Der Countdown läuft, der Fahrer sagt die Geschwindigkeit an…noch 50 km/h … 40 km/h … unser Held macht sich bereits zum Absprung bereit, aber das ist natürlich viel zu früh, er müsse warten, bis der Zug auf 10 km/h heruntergebremst hat, das wäre immer noch eine durchschnittliche Fahrradgeschwindigkeit. Es sind noch 30 km/h … die Spannung steigt … noch 20 … unser Held ist bereit zum Sprung, die Anspannung ist allen Beteiligten in die Gesichter geschrieben … jetzt ist der Zug auf 10 km/h runter und unser Held nimmt all seinen Mut zusammen und springt aus dem Zug und im gleichen Moment, wo seine Füße den Boden des Bahnsteigs berühren, beginnt er zu rennen. Eine ganze Zeitlang rennt er neben dem Zug in gleicher Geschwindigkeit her und in seinem Gesicht ist numehr ablesbar, dass der Tag doch noch sein Freund wird und er seinen Job noch behalten wird und auch seine Frau ihn heute nicht verlassen wird. Langsam nähert er sich dem Ende des Bahnsteigs, der Zug nimmt wieder Fahrt auf und die Abteilwagen ziehen langsam an unserem Helden vorbei. Mittlerweile scheint sich die Stimmung im Zug zugunsten unseres Heldens gedreht zu haben, denn nun jubeln ihm die Leute aufgrund seines Mutes zu und klatschen ihm Beifall und er freut sich darüber und winkt in die Abteile und während er noch winkt, zieht ihn plötzlich eine aus der Tür des letzten Abteils ragende kräftige Hand wieder in den Zug und ein stämmiger Mann mittleren Alters raunt ihm zu, dass er jetzt aber ein Riesenglück gehabt habe, denn ohne sein beherztes Zugreifen hätte er den Zug wohl verpasst …

Abspann.