Lieber Angestellter des Getränkestandes beim gestrigen Straßenfest:
Ich möchte Ihnen gerne etwas schenken.
Zunächst einmal meine Aufmerksamkeit, aber das ist quasi nur der Aperitif. Vor allem aber möchte ich Ihnen einige Bilder schenken. Selbstgemalte natürlich. Sorgfältig selbst gemalte auf dickem Karton, damit sie auch lange halten. Auf einigen sind Biergläser zu sehen. Eines zeigt einen Humpen resp. eine Maß, ein anderes ein Weizenbierglas, wenn es sein muss, auch eines mit einem gemalten Glas für Pissfix a.k.a. Kölsch.
Auf einem weiteren ist ein Faß zu sehen, noch eines zeigt eine Flasche Spülmittel, eines einen 5-Euro-Schein oder Kleingeld. All das male ich für Sie. Für lau. Aus reiner Hilfsbereitschaft. So bin ich eben.
Allerdings hätte ich dafür eine herzliche Bitte: Bitte benutzen Sie im nächsten Jahr diese Bilder auch. Halten Sie sie hoch, statt in einer Lautstärke, die sonst nur mit tief über eine Armee von Presslufthämmern hinwegfliegenden Düsenjägern erreicht werden kann, rumzuschreien oder durch die Pfinger zu feifen, während Sie nur zwei Handbreit neben mir stehen.
Dann hat auch das Hörgerät, das ich mir jetzt zu kaufen gezwungen bin, eine reelle Chance, das Untere Bergerstraßenfest 2010 zu überleben.
Momentan genieße ich die Stille, die noch schöner wäre, wenn dieses immer wieder auftretende Fiepsen nicht wäre, das sonst keiner hört …