Bienenstich und Bindestrich

30 09 2009

Die neue deutsche Rechtschreibung (die ja hier gilt weil es ist ja hier Deutschland, nichwahr?) und die reichlichen damit verbundenen Fallstricke sind doch immer wieder ein Quell echter Freude. Heute zum Ballspiel berichtet die Tageszeitung über ein Gerichtsverfahren gegen einen Herrn, der nebenberuflich als Stalker unterwegs war, dessen Broterwerbsberuf jedoch „Messe-Bauer“ ist. Kleiner Schmunzler beim Lesen, jedoch schnell gefolgt von einer gewissen Mitleidigkeit. Mir ist das Frankfurter Messegelände nicht ganz unbekannt und ich kann nachvollziehen, wie schwierig es sein muss, dort, wo durchweg asphaltiert ist, Weizen, Kartoffeln oder Kopfsalat anzubauen. Außerdem muss man sich dann noch beim Traktorfahren hämische Kommentare ps-geiler IAA-Besucher anhören. Dann bereut er es mal wieder, vom Brücken-Bauer zum Messe-Bauer umgelernt zu haben. An den Brücken hatte er wenigstens seine Ruhe. Hätte er es doch nur so gemacht wie sein Cousin, der führt ein heiteres Leben als Vogel-Bauer …

Das rechtfertigt natürlich keineswegs das Herumstalken, aber es lässt ein wenig Empathie aufkommen.

Jetzt muss ich noch die Kurve zum Bienenstich bekommen. Offen gestanden wollte ich überhaupt nichts über Bienenstich schreiben, aber es war eine so schöne Alliteration, die konnte ich einfach nicht liegen lassen. Nun, Bienenstich (also nicht das unschöne Ereignis sondern die Torte) war einer meiner Lieblingsdesserts in der Kindheit, am liebsten die Version mit möglichst festem Pudding drinnen. Ich mochte aber auch Frankfurter Kranz sehr gerne. Beides habe ich schon lange nicht mehr gegessen und während ich darüber schreibe, bekomme ich ordentlich Schmacht. also Schluss jetzt, ihr habt ja bestinmmt auch noch andere Dinge zu erledigen …





Alte Freunde

29 09 2009

Schön, dass sie wieder mal auf Besuch sind. Der frühe Herbst ist ein idealer Zeitpunkt dafür. Im Hochsommer funktioniert das womöglich nicht so gut. Bei 35 Grad am Strand fühlt sich das komisch an. Jetzt aber mit ihnen im Ohr am Strand spazieren gehen, während der Wind schon spürbar auffrischt, das wäre sicher schön. Zu zweit oder 20 Meter hinter der brünetten Frau, weil es vorher einen kleinen Streit darüber gab, ob H-Milch oder pasteurisierte Milch schlechter schmeckt, oder auch alleine, weil zwei Füße fehlen, weil diese irgendwann einen anderen Weg gehen wollten oder mussten.

Leider ist mir mein Strand momentan abhanden gekommen. Aber es funktioniert auch an anderen Orten, bevorzugt aber am Meer oder in größeren Städten oder beim Bahnfahren oder als Beschallung in der Eckkneipe. Wie es sich anfühlt, den Jungs zuzuhören, während man in Kitzbühel oder Ibiza ist, weiß ich nicht, aber das können ja Andere mal probiern.

Die Jungs tauchen auch immer zum richtigen Zeitpunkt auf. Irgendwie ist man gerade wieder in melancholisch-heiterer Stimmung oder auch mal sehr betrübt, dann würde man sich gerne in einer dieser Eckkneipen mit ihnen treffen und ihnen ins Bier heulen und einer würde bestimmt nölen „Hey, Vorsicht, Du versalzt mir ja das ganze Bier!“ Dann würden wir gemeinsame Erinnerungen austauschen.Naja, so richtig gemeinsam sind sie natürlich nicht, weil die Jungs nicht wirklich dabei waren, aber doch zumindest akustisch und das würde bestimmt eine gute Verbindung zwischen uns schaffen.

Ja, die Zeit vergeht und die Jungs werden auch älter und grummeliger und tragen strenge Brillen. Wo sie früher eher chansonesk die Katzen früherer Freundinnen ausschüttelten oder darüber bestimmten, was alles mitkommt, wird heute auch schon mal ein wenig geskiffelt, während Herr R. darüber singt, dass er dachte, er sei am Ziel, immer wenn er Lieder sang, sich dazu auf und nieder schwang an Bändern, die elastisch waren in Städten, die fantastisch waren.

An anderer Stelle werden physikalische Phänomene in ein Liebeslied verklöppelt, das man fast glauben möchte, Rang.a Yoge.shwar hätte den Text mitgeschrieben. Die obligatorische Straßenbahn darf natürlich auch dieses Mal nicht fehlen und es wird auf die alliterarische Strahlkraft der Verbindung Getränk-Frau verwiesen. Kaffee und Karin, Birgit und Bier … da fällt mir ein, dass ich schon lange keinen Cappucchino mehr mit Claudia getrunken habe und Wilma mir immer noch einen Whisky schuldig ist.

Sie haben mir einige Lieder geschenkt, die ich bei geeigneter Gelegenheit meiner dann Liebsten ins Ohr singen könnte wenn ichs denn könnte wozu es atens eine Liebste und btens eine angenehme oder doch zumindest unverkennbare Singstimme benötigte. Danke schon mal dafür!

Ich denke, ich besuche die Jungs dann auch mal wieder im nächsten Jahr, wir werden uns schon irgendwo in Deutschland treffen … obwohl ich es schon ein wenig unverschämt finde, Geld dafür bezahlen zu müssen, um ein paar Freunde zu sehen.





Schlimme Zeiten – LoFoMos Tagebuch Teil 1

27 09 2009

Bislang: LoFoMo findet auf einem Dachboden, von dem er gar nicht wußte, dass er exisitert, frühe Aufzeichnungen, von denen er gar nicht wußte, dass er sie dereinst geschrieben hatte. Nach langem Zögern gibt er Auszüge daraus den paar Dödeln, die seinen Blog lesen der Öffentlichkeit preis:

13. Mai:

„Ich werde zu Sabines Geburtstagsfeier gehen! Ich werde zu Sabines Geburtstagsfeier gehen!

Nicht, dass sie mich eingeladen hätte, aber für irgendetwas musste es ja gut sein, dass einer der Klassenchefmacker mein Nachbar ist und seine Eltern es zeitweise für nötig halten, mich wegen einer Art Nachhilfe zu konsultieren. Dürfen das die Anderen in der Klasse wissen, dass der tolle Christian Unterstützung von einem der Kohlenstoffansammlungen benötigt, von denen die „Klassenkameraden“, sollte man dereinst plötzlich verschwinden, überwiegend behaupten würden, sie wären nie in ihrer Klasse gewesen, daran würde man sich doch erinnern? Nein, das dürfen sie natürlich nicht! Also entsteht ein gewisser Gefälligkeitsstau auf seiner Seite und deswegen …

O mein Gott, Sabine ist so…so…so TOLL!!! Sie lächelt wie eine Hollywoodschönheit, sieht ein wenig aus wie Sop.hie Marc.eau (aber NACH ihren La-Boum-Filmen) und riecht so dermaßen toll nach einem dieser Cooles-Mädchen-Parfums, dass ich am liebsten in sie hineinbeißen möchte.  Eigentlich möchte ich auch noch ganze andere Dinge, aber das schreib ich nicht hier rein …

Unser Verhältnis scheint mir von einer gewissen Einseitigkeit geprägt zu sein, aber hin und wieder schaut sie mich tatsächlich an. Doch wirklich, dass kann ich bezeugen, denn ich schaue sie ständig an, da fällt so etwas auf. Natürlich kann ich mich täuschen, aber ich vermute ein wenig, dass sie sich nicht traut, sich deutlicher zu mir zu bekennen, da sie sonst bei ihren blöden Freundinnentussen unten durch wäre. Das sind so typisch doofe Kichererbsen, nur Mode im Kopf und irgendwelche Fußballer. Eine findet Rick Astley toll, muss ich mehr sagen? Womöglich findet Sabine meine schüchterne Art ziemlich toll und weiß tief drinnen, dass wahre Leidenschaft nix mit einem getuneten Mokick zu tun hat. Wenn sie noch einige dieser Spackos durch hat, wird sie irgendwann erkennen, was ihr fehlt: einer wie ich.

Unter den Umständen darf ich ihr natürlich nicht böse sein, dass sie mich nicht eingeladen hat, auch wenn es natürlich ein wenig schmerzt. So können wir aber beide das Gesicht wahren und alles nach einem Zufall aussehen lassen, die Sabine und ich. Hach, wie sich das schon schreibt …

Ich werde einige sicher mit meiner geilen neuen Lederjacke überraschen, das wird ein cooler Auftritt. hoffentlich schaut Mum vor nächstem Wochenende nicht auf mein Sparkonto. Danach muss ich es ihr halt irgendwie erklären aber danach habe ich ja eventuell bereits Sabine an meiner Seite. Dass ich so ein Traummädchen abbekommen könnte, wird sie sicherlich rühren, dafür müssen halt gewisse Opfer in Kauf genommen werden. Solange muss das schwarze Ledertraumteil halt noch in vier Lagen Müllsäcken im Schrank versteckt bleiben. Unfassbar, wie intensiv Leder riechen kann …

So, genug für heute, „Miami Vice“ geht gleich los! So ein silbernes Jackett wie das von Sonny, das wäre die nächste Investition …aber von dem rosa T-Shirt bin ich nicht vollends überzeugt …“





So lonely, so lonely …

24 09 2009

Es gibt Momente, da durchdringt einem von einem Augenblick auf den nächsten womöglich die Erkenntnis, dass wir ein Haufen zusammengepacktes Nichts sind, das auf einem Staubkorn inmitten eines Universums, welches wir uns nicht annähernd vorzustellen in der Lage sind, durch etwas trudelt, das wir als Zeit bezeichnen, das aber letztlich auch nur eine hilflose Konstruktion des Unfassbaren darstellt, und eine bodenlose, untröstliche, beinahe wahnsinnig machende Verlorenheit und Einsamkeit erfasst einem.

Vielleicht war es einer dieser Momente, der eine mitteljunge Frau dazu veranlasste, auf einem großzügigen Parkplatz, bei dem im Umkreis von 25 Metern nur ein Auto parkte, sich genau neben dieses eine Auto zu stellen. Eben um eine gnädige Milderung dieses tieftraurigen Gefühls zu erhoffen. Und da die Einsamkeit sehr groß war, stellte sie sich auch so eng neben das andere Auto, dass dessen Fahrer, der gerade noch recht gutgelaunt mit einem der letzten Eise dieser Saison in der Hand zurückkam, sich seine Zeit als Schlangenmensch in Erinnerung rufen musste, um überhaupt sein Gefährt besteigen zu können.

Mit einem Waffeleis in der Hand sich in ein Auto zu zwängen, ohne nennenswerte Kleckereien verursacht zu haben, halte ich für eine grandiose Leistung dieses Fahrers, den zu rasieren ich jeden Morgen das Vergnügen habe.

Noch besser war allerdings jener Verkehrsnichtteilnehmer, der von der Flut der bereitwilligen Parkmöglichkeiten überfordert zu sein schien und sich stattdessen lieber auf die Fahrbahn stellte, unmittelbar vor der Ausfahrt, so dass alle Autos (also zumindest das eine, in welchem der noch Waffelreste knabbernde Schlangenmensch saß) mühsam um ihn herumkurven mussten.

Dafür wurde ihm dann aber auch der böseste Blick der Woche zuteil … obwohl, warten wir es ab, die Woche ist ja noch nicht zu Ende …





Schlimme Zeiten – LoFoMos Tagebuch Prolog

23 09 2009

Nachdem uns die liebe Nessy in unregelmäßigem Abständen an ihrem Teenietagebuch und den daraus ersichtlichen Dramen der Jugendzeit teilhaben lässt, entstand bei mir beim Lesen immer wieder dieses Gefühl, derartiges in ähnlicher Form auch zu kennen. Irgendwann vor einigen Wochen dann trieb eine innere Stimme mich auf den Speicher – von dem ich überhaupt nicht wußte, dass es ihn gibt – und nach einigem ziellosem Suchen fielen mir einige Kladden in die Hand, die ganz verschwommene Erinnerungen in mir auslösten. Nachdem ich die darin befindlichen Aufzeichnungen einige Zeit angesehen hatte, reifte in mir die Erkenntnis: Das hast Du geschrieben! Merkwürdigerweise konnte ich mich bis dahin nicht bewußt an eine Art Tagebuch erinnern; überhaupt, seit wann führen Jungs Tagebücher? Nennen wir es doch lieber den frühen Versuch biographischer Aufzeichnungen.

Aber es musste von mir sein. Ich erkannte meine Schrift, meinen Schreibstil und auch viele der in den Aufzeichnungen vorkommenden Personen wieder. Wie konnte ich derartiges nur so lange verdrängen? Nachdem ich nun wochenlang mit mir gerungen habe, steht nun mein Entschluss fest: Ich werde die Öffentlichkeit in der nächsten Zeit an einigen meiner Eintragungen teilhaben lassen. Zu dieser Entscheidung trug auch die Tatsache bei, dass man heutzutage als Kassenpatient monatelang auf einen Therapieplatz warten muss. Bedenkt dies bitte auch, wenn ihr am Sonntag wählen geht.

Ich werde selbstversätndlich Namen und Daten soweit wie möglich verfremden, damit die Ähnlichkeit mit noch lebenden Personen weithin vermieden wird. Ich habe für die künftigen Veröffentlichungen auch extra eine neue Kategorie „getagebucht“ angelegt, unter der neu hinzukommende Lesefröschlein das sich nach und nach abzeichnende Drama in seiner ganzen Fülle nachvollziehen können.

Bald geht es los, ich muss nur noch mal neue Tabletten holen gehen …





Allehoool…

22 09 2009

Passend zum Oktoberfest veröffentlicht SpON einen Kurzartikel darüber, dass Alkohol die Folgen von Hirnverletzungen mildern kann. Es ist mir allerdings nicht ganz klar, ob dies auch für die Fälle gilt, in denen sich jemand ins Koma gesoffen oder vollgerußt sein Auto um den nächsten Baum gewickelt hat.

Außerdem: WENN Alkohol Hirnverletzungen mildert, warum gibt es dann immer noch Enpeedee-Wähler?





und alle so:

18 09 2009

…ja, und ich das gesehen und so voll gedacht: „Ey, krass, das is ja voll die easy Sprech und so. Muss ich ja nur direkte Rede machen und vorher sagen, wer es sagt“ Und meine Hirnzellen dann so: „Hallo, spinnst Du? Wir sind jahrzehntelang getrietzt worden, bis Du dich einigermaßen kultiviert unterhalten konntest und jetzt willst Du wieder freiwillig auf Neandeertalernivaeu runter? Geht ja mal gar nicht“. Voll angepisst, die! Und ich dann so: „Fresse, ihr Honks, ihr habt hier gar nix zu melden. Wenns mir zu blöd wird, erwürge ich mich selbst, dann habt ihr aber voll das Problem!“ Und die alle so: „Du Blödkopp kannst Dich überhaupt nicht selbst erwürgen, Du wirst doch eh vorher ohnmächtig, also proll hier nicht so rum!“ Und ich so voll grübelgrübel und so und dann klar gecheckt, was geht. Lass ich es halt und versuche weiter, mittels geistreicher und gekonnter Konversation verschnörkelte Brücken zu Anderen zu bauen und mich als soziales  Wesen in einem komplexen Gesellschaftssystem zu verankern. Und meine Hirnzellen alle so: YEAAH!! …





Die da oben

17 09 2009

Das sind so Fragen, die einem gelegentlich mal durch den Kopf gehen…

Wenn der Herr S.auer seine angetraute Kanzlerin mal einen ganzen Abend für sich haben sollte, was ja selten genug sein wird, und ein kleines romantisches Intermezzo veranstalten möchte, kann er es dann über Beziehungen so arrangieren, dass Chr.is de B.urgh zu einem kleinen Privatkonzert in den Bungalow am Spreebogen kommt und die beiden zu

„The Lady in altrosa

is dancing with me“

einen innigen Schwof absolvieren?

So läuft das doch bestimmt bei den Reichen und Mächtigen. Und Unsereins steht derweil ohne Liebste und mit einer Currywurst an der Bude und wird vollgeregnet. Da stimmt doch etwas nicht, da muss doch mal jemand was tun!!!

Update:

NEIN, Herr de B.urgh, Sie müssen jetzt nicht bei mir vorbeikommen und mir ihr Liedgut unterbreiten, es ging mir mehr ums Grundsätzliche … nein, wirklich nicht … jetzt lassen Sie mich bitte in Ruhe …Promistalker, es gibt nix schlimmeres!





I (herz) Wednesday!

16 09 2009

Nun ja, „lieben“ ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber von den schlimmen Wochentagen (Mo.-Fr.) ist der Mittwoch für mich nicht der größte Schurke. Der Montag hingegen …*grrrr*…

Laut Untersuchungen scheint er aber tatsächlich das unbeliebteste von sieben Kindern zu sein. Es finden sich dafür auch jede menge handfeste *kicher* Belege: Judas’ Verrat hat an einem Mittwoch stattgefunden, Mittwochs mittags haben die meisten Ärzte zu (???) und viele Leute sind enttäuscht, weil sie den Jackpot wieder nicht geknackt haben. Letzteres wird sich aber bis zur Einführung des Donnerstagslottos kaum ändern …

Der entscheidende Beleg ergab sich aber aus der Auswertung von Blogeinträgen. Man untersuchte aufwändig, an welchen Tagen welche Gefühlszustände besonders oft gebloggt wurden und der Mittwoch kam dabei nicht gut weg.

Ich kann das nicht teilen, immerhin ist mit Ablauf des Mittwochs doch der größere Teil der Arbeitswoche absolviert und man kann sich schon gedanklich ein wenig mit dem bevorstehenden Wochenende beschäftigen, ohne sich vollends lächerlich zu machen.

Mein Lieblingstag ist allerdings Freitag nachmittag bis Samstag nachts und das nicht nur, weil in dieser Zeit vor vielen Jahren auch meine persönliche exe-Datei gestartet wurde.

Trotzdem, auf die Gefahr hin, dass auch dieser Blog dereinst ausgewertet wird, möchte ich doch ein kleines Gegengewicht setzen und dem Mittwoch ein wenig dienlich sein:

fröhlich, lächelnd, zuversichtlich, Blumenduft, Naschkekse, flirten, Sonnenstrahl, Einkommenssteuerrückerstattung, Pistazieneis, Überraschung, liebevoll, Füße im Sand, der Duft von frischgebackenem Kuchen, ein Zwinkern, die Musik von Herrn Fitzsimmons, nachlassender Schmerz, ein Schmetterling …

Gern geschehen, lieber Mittwoch!





Münchner Gschichten

13 09 2009

Als ich vor vielen, vielen Jahren erstmals in der Stadt weilte, in der das Bier so weiß ist wie die Würschtl, fiel mir auf, dass in U- und S-Bahn-Bereichen den dort Aufenthältlichen  gerne und ausgiebig mittels Plakaten und Plaketten gewisse Verhaltensregeln … sagen wir …nahegebracht werden sollte. Nicht rauchen, keinen Kugummi ausspucken, nicht laut schreien, keine SPD wählen und so weiter …

Besonders apart fand ich die gereimten Hinweisschildchen in den Bahnen. Heute noch erinnere ich mich an den Sinnspruch „Aus dem Walkman tönt es grell / den Nachbarn juckts im Trommelfell!“. Ein wundervoller, in Poesie gegossener Hinweis! Da sieht man mal wieder, warum Deutschland als das Land der Richter und H…Dichter und Denker bezeichnet wird. „Walkman“ übrigens – dies sei den jüngeren Jahrgängen der hiesigen Lesefröschlein gesagt – war das Ding zwischen portablem Grammophon und Eipott.

Könnte man diese Tradition nicht auch den heutigen Bedürfnissen angepasst weiterführen? Wie wäre es zum Beispiel mit „Und herrscht im Kopf auch Frust und Not / den Andern schlägt man hier nicht tot!“ Schauts hoit emoal hi, Burschen! Sonst kommen am Ende so Spontisprüche auf wie „Zivilcourage ist wenn man trotzdem stirbt“.