
Alle Geschmackssinne und Magensäfte sind dann bereits ganz wuschig vor lauter Vorfreude.
Weekend, here i come!

In seiner zerebralen Ausstattung ist – wie überall sonst auch – jeder Mensch unterschiedlich begütert worden. Das ist ja auch gut so, sonst hätten wir nur noch Schriftsteller, Mnemotechnikweltmeister oder Buchhalter unter uns, was auf unterschiedliche Art alles schrecklich wäre.
Mein Gedächtnis beispielsweise arbeitet recht gut, was Worte und auch Zahlen angeht. Es spinnen heute noch Telefonnummern in meinem Kopf, die es schon ewig nicht mehr gibt (wahrscheinlich künftig sogar Nummern von Menschen, die es nicht mehr gibt).
Wesentlich schlechter geölt ist dagegen mein Gedächtnis für Gesichter, was mitunter für peinliche Momente sorgen kann, wenn z.B. ein Mensch, mit dem man beruflich in lebensbedeutender Situation zu tun hatte, ein paar Wochen später im Supermarkt an einem vorbeiläuft, freundlich grüßt und man selbst zunächst bestenfalls eine ungefähre Ahnung hat, wer das sein könnte. Das Gedächtnis rattert dann in Höchstleistung und versucht einen Zusammenhang zwischen dieser namenlosen Visage und einer früheren Situation herzustellen. Ist das der Typ von der Reinigung? Arbeitet der im Me.dia-Markt? Ist das der neue Freund von Anja? Oder der Typ, der mich letztens in der U-Bahn zusammenschlagen wollte? Hin und wieder stellt sich nach geraumer Zeit sogar ein Erfolg ein. Nun könnte ich entschuldigend anmerken, dass er ja ganz anders angezogen war als damals, aber so richtig überzeugend wirkt dies nicht einmal auf mich.
Die eigene Unzulänglichkeit wirkt noch peinlicher, wenn man Menschen in seinem näheren Umfeld hat, bei denen es genau ins andere Extrem geht. Ein Gespräch verläuft dann beispielsweise so:
„Schau mal, das ist doch die Schwester der Freundin des Brudes von Olli!“
„Olli?“
„Na, der ab und an in „Johnsons Living Monza“ auflegt und der letztes Jahr auch mal kurz auf Christines Geburtstagsfeier war.“
„Ahhhh,ja…ja, …ähhh…stimmt, das…ähhh…ist er wohl“
„Sie!“
„Klar, Sie!“
Es könnte unter Umständen auch daran liegen, dass ich Menschen nicht immer ordentlich ins Gesicht schaue, aber entschuldigense mal, manchmal ist das aber auch eine echte Zumutung. Muss ich halt damit leben, öfter mal angeraunzt zu werden. Zumindest konzentriere ich mich darauf, freundlichst zurück zu grüßen, auch wenn ich nicht weiß, wer mich da grüßt. Schadet ja nix, es könnte ja der Gerichtsvollzieher sein …
P.S.: Falls jemand auf die Idee kommen sollte, zu kommentieren. er habe auch ein prima Nummerngedächtnis, er könne sich noch super an die Nummern mit Jasmin, Biggi, Julia usw. erinnern, muss ich leider sagen: Zu spät, das Ding ist jetzt bereits durch …
Eine kurze Nachfrage an die Fachfrauen und Fachmänner:
In welchem Semester des Jurastudiums lernt man eigentlich das Formulieren rotzfrecher Briefe inklusive der Zugabe haltloser bis lächerlicher Androhungen? Existiert u.U. ein studienfachübergreifendes Nebenstudium „hocharrogantes Verhalten“?
Die Häufigkeit derartiger Machwerke (welche ich glücklicherweise meist nur beruflich vor Augen haben muss) lässt mich mittlerweile an meiner urspünglichen Theorie zweifeln, derzufolge eine naturgegebene Spezialbegabung – beispielsweise das wissenschaftlich mittlerweile anerkannte Arschloch-Chromosom – dafür ausschlaggebend sein könnte. Derart viel Spezialbegabte erscheinen mir zweifelhaft …
Wenn Herr Krug seinerzeit als götterspeisemuffelnder Anwalt Liebling-Kreuzberg herumpolterte, fand ich dies meist noch charmant unterhaltsam; das Gleiche aber von den RAen Dr. Vollpfosten-Schreddermich u. Koll. kredenzt, wirkt nur noch hassgenerierend. Seid ihr denn mit lachhaften Abmahnverfahren gegenüber Internetseiten noch nicht ausgelastet?
Die liebenswerten, engagierten, philanthropen Kämpfer für das Recht sind mit diesem Blog übrigens selbstredend nicht gemeint, man sollte ja nicht alle über eine Schere kämmen …
Natürlich und selbstredend ist die Anwendung von Gewalt böseböseböse und eigentlich nie gerechtfertigt außer ganz selten oder zur Selbstverteidung und man sollte das auch keineswegs dulden oder bagatellisieren.
Dennoch gab es da etwas an der Kurzmeldung
„Die britische Sängerin Leo.na Lew.is („Bleeding Love“) ist bei einer Autogrammstunde in London von einem Mann angegriffen und ins Gesicht geschlagen worden“,
das mich ein klein wenig schmunzeln machte. Nur sehr kurz natürlich, denn sofort darauf setzte eine ziemlich umfassende Besorgnis ein. Wenn das nun eine Rechtfertigung für Gewalt darstellt, sollten sich aber beispielsweise NineInchNails („Hurt“), Florence and the Machine („Kiss with a fist“) oder Depeche Mode (ein ganzes Album namens „Violator“) schon mal um verstärkten Personenschutz bemühen (wobei DM derzeit ja sehr weit weg sind von Londoner Schlägern, nämlich in Chile…nein, Panama…quatsch, Ecuador…? …. na, da wo die Luft dünn ist halt).
Also, lasst eure aufgestaute Wut gefälligst nicht an populären Musikern aus! Hmm…ob es eigentlich eine tiefere Bedeutung hat, dass die Worte „Schlagerbarde“ und „Schlägerbande“ phonetisch so eng beieinander liegen …?
Vor ein paar Tagen wäre er 69 Jahre alt geworden, wenn er denn noch wäre. Vor kurzem habe ich aber die offensichtliche Reinkarnation John Lennons in einem Cafe gesehen. Verblüffend die Ähnlichkeit, inklusive einer sehr ähnlichen Brille, wie er sie in seinen letzten Jahren getragen hatte.
Da er aber in einem Wust von Unterlagen stöberte und gelegentlich Selbstgespräche führte, habe ich letztlich doch davon abgesehen, ihn darum zu bitten „Mind Games“ für mich zu singen (Imagine wäre mir zu offensichtlich, das hätte ja jeder gewollt).
Endlich kann ich die Menschen verstehen, die heute noch behaupten, sie hätten E.lvis auf einer Pizza in Guadalajara gesehen …
…playing those mind games together …
Buchmesse-Special-Post:
Im verzweifelten Bemühen, Tipps und Anregungen hinsichtlich eventuell zu lesender Bücher zu erhalten, scheinen die sog. Klappentexte keine allzugroße Hilfe darzustellen.
Zunächst habe ich in vielen Jahren noch keine einzige Beschreibung gelesen, die nicht mindestens von milder Euphorie bestimmt war. Eine Kurzkritik á la „XY hat schon bedeutendere Werke als dieses verfasst, aber es ist ganz okay“ findet man einfach nicht.
Aufschlussreicher könnten da Zitate aus Buchbesprechungen von Zeitungen und Zeitschriften oder sonstigen Medien sein. Allerdings gibt es mir schon zu denken – und man darf mir hier ruhig einen gewissen Dünkel unterstellen -, wenn die einzigen wohlwollenden Zitate aus der G.ala, Wild und H.und, der Sup.erIllu oder AutoMot.orSport stammen.
Noch kompetenter erscheinen zunächst Lobesworte von Berufskollegen. Aber auch hier macht es für mich bspw. einen Unterschied, ob sich John Ir.ving oder Tommy J.aud äußern. Darüber hinaus geben einige wohlbekannte Autoren offenbar jedem Autorenkollegen, der es möchte, auf Zuruf eine wohlwollende Empfehlung mit auf den Weg. Jonat.han Franz.en scheint mir unter anderen so einer zu sein. Dieser Name tauchte in letzter Zeit häufig auf den Rückklappen von Büchern auf.
(Notiz an mich: bei IHK nachfragen, ob „Buchbesprechung jeder Art“ ein lohnenswertes Nebengewerbe abgeben könnte).
In der Interpretation solcher Kurzkritiken scheint mir außerdem die selbe Detailkenntnis und Fähigkeit wie beim Lesen von Arbeitgeberzeugnissen gefragt zu sein:
„XYZ versteht es immer wieder , seine Leser zu überraschen“
(Man ist immer wieder überrascht, dass er von Roman zu Roman noch schlechter werden kann)
„Ein typischer ABC!“
(Furchtbar wie immer)
„Dieses Buch wird Ihr Leben verändern. Definitiv!“
(Es macht Sie zumindest um 22,90 € ärmer, dafür aber um die Erkenntnis reicher dass Xb.oxdaddeln vielleicht doch die bessere Freizeitbeschäftigung darstellt).
„Die Autorin nimmt Ihre Leser mit in eine funkelnde Parallelwelt, die die Grenzen unserer Phantasie auslotet und unsere Sinne in einem wunderbaren Strudel der Erlebnisse Reizen aussetzt, die wir gar nicht mehr in uns vermutet haben“
(Das Buch wurde wohl unter Drogen geschrieben, die Handlungsstränge haben keine logische Struktur, weil die Autorin am Ende nicht mehr weiß, was sie am Anfang geschrieben hat. Der Leser hält dies aber für hohe Kunst, weil er es nicht versteht)
Solche Dinge eben …
Wäre es da nicht hilfreicher, den freien Platz für Werbeanzeigen zu nutzen und dadurch den Verkaufspreis zu senken? Ich halte mich solange lieber an die …ähem…objektiven und erfahrungsdurchdrungenen Kritiken der Leser auf am.azon oder anderen Spezialistenplattformen.
Bislang: Der ergaunerte Besuch von Sabines Geburtstag ging voll in die Hose, auch die Lederjacke ist wieder weg, inkl. elterlicher Demütigung, aber der junge LoFoMo gibt nicht auf im Bemühen um seine Angebete. Next Stop: Sportfest!
7. Juni:
„Fakt eins: Ich habe tagelang trainiert wie ein Berserker und dabei das „Rocky“-Titelthema auf dem Walkman gehabt. Fakt zwei: Es war nützlich, ich habe das Finale gewonnen. Fakt drei: Ich lag drei Tage mit ansehnlichen Kopfverletzungen im Krankenhaus und laufe jetzt herum wie der Hauptdarsteller in „Die Mumie“. Fakt vier: Sabine hat das alles wahrscheinlich überhaupt nicht mitbekommen.
Ich hatte mich auf die zwei Sportarten konzentriert, die ich einigermaßen bis gut beherrsche: Weitsprung und Schach. Im Weitsprung war ich auch ganz ordentlich, hatte allerdings im Laufe des Vormittags eine Allergie gegen das Wort „Übergetreten“ entwickelt. Wie armselig muss man sein, wenn man ständig mit dem Geodreieck Fußabdrücke abmisst? Egal, konnte ich mich besser auf Schach vorbereiten. Ich bin immer noch verwundert, warum diese „Sportart“ mit auf der Liste steht, vermute aber, es ist ein Zugeständnis an das knappe Dutzend Kopfmonster an dieser Schule.
Das Starterfeld war größer als erwartet, also 10 Teilnehmer, deswegen mussten 4 von Ihnen für zwei „Vorrundenspiele“ gelost werden. Danach ging es direkt ins Viertelfinale. Ich bin durchschnittlich schachbegabt, machen wir uns nix vor, aber es reichte halt für die Dödel an dieser Lehranstalt und so konnte ich locker ins Finale marschieren, wo ich auf den schon immer etwas verhaltensauffälligen Tobias traf. Ich hatte ihn bereits nach unglaublichen 12 Zügen matt, weil er einen mächtigen Fehler gemacht hatte.
Ich sah in seinen Augen, dass er ihn bemerkt hatte, kaum dass er seine Figur geführt hatte. In seinem Blick lag ein Rest Hoffnung, dass ich es evtl. nicht bemerken könnte, aber den Gefallen konnte ich ihm leider nicht tun.
Der große Vorteil von Schachbrettern in Reisespielsets beteht darin, dass sie nur auf dünner Pappe gedruckt sind, deren Rückseite meist den „Mühle“-Spielplan enthält. Diesen Vorteil weiß man allerdings erst zu schätzen,wenn einem ein hirngestörter sauschlechter Verlierer eine Vollholzversion an den Schädel geschleudert hat.
Eine Ecke des Bretts ging wenige Millimeter am linken Auge vorbei, aber es waren eine Rißwunde, mehrere blaue Flecken und eine nicht eben lächerliche Gehirnerschütterung zu versorgen. Heute bin ich den ersten Tag mit Kopfverband durch die Schule gelaufen und war tatsächlich ein Tagesthema. Sogar ein paar Mädels haben mich angequatscht. Sabine leider nicht, aber sie sich immerhin nach mir umgedreht, als sie Arm in Arm mit Peter an mir vorbeiging und mich mindestens 3 Sekunden angeschaut…etwas zu lange für „nur“ Neugierde, finde ich. Sie ist schon ein Biest, aber wenn so beim Kopfdrehen ihre Haare fliegen…wow, doppelwow!!!
Im übrigen sind eine Gehirnerschütterung UND Bruce und Bongo in den Charts eigentlich zuviel für einem Menschen. G-g-g-gar nicht G-g-g-geil…“
Letzter Satz einer Kurz-Bio über die frischgeschlüpfte Literatur-Nobelpreis-Trägerin Herta Müller: „2005 war sie „Heiner-Müller“-Gastprofessorin an der Freien Universität in Berlin, wo sie heute lebt“. (Lassen wir mal die Frage beiseite, warum sie sich Heiner nennen musste, um an eine Gastprofessur zu kommen, es geht um Anderes)
Das stelle ich mir spannender vor als Udos Daueraufenthalt im „Atlantic“. Ich kann das gut nachvollziehen; sehr wahrscheinlich hat sie während ihrer Gastprofessur derart viel Gefallen an der FU gefunden, dass sie mal auslotete, was gehen könnte. Und siehe da, es war ein Zimmer frei. Jetzt begegnet sie wohl schon auf dem Weg zum Zähneputzen den ersten übereifrigen Studenten und muss zusehen, dass sie die Wäsche abhängt, bevor das Audimax geöffnet wird. Das Studierzimmer ist die unieigene Bibliothek und mehrere Monate im Jahr hat sie den ganzen Komplex fast für sich alleene.
Den Mensafraß muss sie halt hinnehmen.
Glückwunsch, Frau Müller! … also nicht nur zum Nobelpreis sondern vor allem zu dieser ungewöhnlichen Wohnform.
Manche Filme können einfach nicht in Deutschland hergestellt werden. Böse, schwarzhumorige, groteske Dramödien zum Beispiel. Sowas kann man in England, Österreich oder Frankreich, evtl. auch in Spanien, Italien, Holland, Schweden oder Dänemark. Hat man dies akzeptiert, kann man sich durchaus neidlos einen Film wie „Louise hires a Contract Killer“ anschauen.
Kurz zum Inhalt: Die Arbeiterinnen einer im Zuge globalisiertem Wirtschaftsgebahrens geschlossenen Produktionsfirma in einer der weniger spannenden Gegenden Frankreichs entscheiden sich, ihre kläglichen Abfindungen zusammenzulegen und mit diesem Geld einen Killer zu engagieren, der den Chef rachehalber beseitigen soll.
Die stoische Louise, eine einfach gestricke Frau, von der man bereits früh ahnt, dass sie tut, was ihrer Meinung nach getan werden muss, findet einen Auftragskiller, der sich aber schnell als nur bedingt geeignet herausstellt und nicht einmal in der Lage ist, den dauerkläffenden Nachbarshund zu erledigen, um dem todkranken Auftraggeber seine letzten Tage etwas weniger nervend zu gestalten. Der Film wimmelt vor skurrilen Typen und läßt kaum ein Tabuthema aus: Verfolgungswahn, die Ausnutzung todkranker Menschen, die Genderthematik und so weiter. Vor allem aber bekommt man gezeigt, wie schwierig es ist, seinen Hass auf einen Verantwortlichen zu projizieren, wenn man nicht einmal sagen kann, wer der Verantwortliche ist, zumal diese ständig wechseln. Wie soll man seine Wut an einem Postfach auf den Jersey-Inseln angemessen auslassen können?
Auf Menschenleben wird dabei nicht allzuviel Rücksicht genommen. Mitunter möchte einem aufgrund der immer wieder durchscheinenden Realitätsnähe das Lachen im Halse stecken bleiben, schafft es aber nicht ganz.
Sogar einen bleibenden Lerneffekt erzielt der Fil, indem er einem recht drastisch klar macht, wie wichtig es ist, lesen zu können, zum Beispiel das Wort „Hausevakuierung“.
Es gibt allerdings so etwas wie ein kleines Happy-End und man sollte den Abspann durchstehen, es folgt noch eine nette Coda.
So, dann geht mal bitte schauen da draußen und beeilt euch. Sofern er überhaupt läuft, wird das in Programmkinos sein und da ist die Verweildauer oft nicht sehr lange. Es wäre schade darum …
Bislang: Der junge LoFoMo erschleicht sich den Besuch der Geburtstagsfeier von Sabine Tollmädchen und plündert sein Sparbuch für den Erwerb einer stinkenden Lederjacke, die er vor den Eltern verstecken muss.
20. Mai:
„Nie mehr tun, wirklich nie, nie mehr: Mit einer hellblauen Jeans und einem Glas Osaft auf einer stinkevollen Party herumeiern. Das konnte eigentlich gar nicht gut gehen. Wenn es wenigstens im Schienbeinbereich oder so gewesen wäre, aber nein, es musste natürlich der Schritt sein!
Ich hatte halbwegs glückliche 25 Minuten bis dahin. Sabine (sie war wieder sooooo hübsch, dass ich fast heulen musste) hatte etwas irritiert geschaut, als ich auftauchte, aber ich empfand es nicht als Ausdruck von Abscheu. Eventuell lag da sogar etwas wie erfreute Überaschung in ihrem Blick. Leider hatte ich sie sehr schnell wieder aus den Augen verloren und das nächste Mal sah ich sie, als ES bereits passiert war. Sie lachte ein wenig mit, aber ich empfand dies bei aller Scham als Zugeständnis an ihre bekackten Freundinnen. Sollten wir wirklich zusammenkommen, müssten wir uns mal ernsthaft über ihren Freundeskreis unterhalten. Von diesen bösen Mösen muss sie auf jeden Fall weg.
Und weil eine Inkontinenz vermuten lassende Jeans noch nicht ausreicht, musste ich an der Hand meiner Mutter am Montag auch noch meine tolle Lederjacke zurückgeben. Sie hat den Verkäufer solange belabert und die Sache so dargestellt, dass ich sowieso kurz vor der Einweisung in ein Heim stünde, dass dieser schließlich Geld gegen Jacke zurücktauschte, denn er hatte auch mal Kinder in diesem Alter undsoweiter. Ja, das muss aber im ersten Weltkrieg gewesen sein, Methusalem! Nie ist ein Loch im Erdboden, wenn junger Mann mal eines braucht.
Wir sind dann außerdem „übereingekommen“ , dass ich meinen Eltern künftig unaufgefordert alle zwei Wochen einen Kontoauszug meines Sparkontos vorlege. Meine ironische Nachfrage, ob ich diesen dann auch noch von einen Notar beglaubigen lassen soll, verbesserte das Binnenklima innerhalb unserer Familie auch nicht wirklich.
In der Schule muss ich derzeit mit Engelsgeduld die Bezeichnung „Pipimann“ solange überhören, bis eine neue Sau gefunden wurde, die sie durchs Schuldorf treiben können. Ist nix neues für mich, die Bezeichnung hatte ich schon einmal im Kindergarten, da allerdings zurecht. Schlimmer ist, dass man derzeitiger Coolnessfaktor bei Sabine dahin ist. Ich brauche einen neuen Anlauf. Ob das Sportfest nächste Woche eine gute Gelegenheit sein könnte? Oje, ich glaube, da ist jetzt viel Wunschdenken im Spiel, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt …“