Früher:
Rock-,Indie- oder Sonstwas-Konzert in der großen Stadt. Meist unbestuhlt, der Laden rammelvoll, Dopeschwaden in der Luft, the Crowd goes YEAAHHH, verschwitzte Leiber reiben sich aneinander (was nicht immer toll sein muss), jemand verschüttet garantiert Bier auf meinem Shirt.
Heute:
Konzert einer deutschen Band mit schauspielerndem Sänger in der Kleinstadt vor der großen Stadt, Musik irgendeine Mischung aus Gypsy, Deutschrock, Waits und Kunstlied (so weit, so interessant). Kleiner Saal, durchgehend bestuhlt, aber nicht besetzt, dreistellige Beucherzahl wird verpasst (aber wie mir einer der Musiker später erzählte, waren ein paar Tage zuvor in Magdeburg mehr Leute auf als vor der Bühne. Bei einem Quintett, am Wochenende ohne große Konkurrenzveranstaltungen! Schäm Dich, Magdeburg!). Die ältere Dame am linken Rand pustet ihr mitgebrachtes Hämorrhoiden-Sitzkissen auf, die zwei Endzwanziger in der Reihe davor unterhalten sich über Nebenkosten-Rückerstattungen und weitere Karrierepläne. In der zweiten Hälfte des Sets lässt die Band zur Auflockerung eine Flasche Schnaps rumgehen und diese kommt mehr als halbvoll zurück.
Coming of best Age sucks … somehow!
Trau Dich ruhig es auszusprechen: „frueher war dat doch schon besser, naemlich!“ Ich vermisse die verschwitzten Leiber und bin nicht sehr froehlich darueber, dass freundlich weitergereichte Schnaeppse halbvoll zurueckkommen. http://wahlberliner.wordpress.com/2009/07/06/when-the-music’s-over-das-tff-2009-in-rudolstadt/