Synopse: Konzerterlebnis

2 11 2009

Früher:

Rock-,Indie- oder Sonstwas-Konzert in der großen Stadt. Meist unbestuhlt, der Laden rammelvoll, Dopeschwaden in der Luft, the Crowd goes YEAAHHH, verschwitzte Leiber reiben sich aneinander (was nicht immer toll sein muss), jemand verschüttet garantiert Bier auf meinem Shirt.

Heute:

Konzert einer deutschen Band mit schauspielerndem Sänger in der Kleinstadt vor der großen Stadt, Musik irgendeine Mischung aus Gypsy, Deutschrock, Waits und Kunstlied (so weit, so interessant). Kleiner Saal, durchgehend bestuhlt, aber nicht besetzt, dreistellige Beucherzahl wird verpasst (aber wie mir einer der Musiker später erzählte, waren ein paar Tage zuvor  in Magdeburg mehr Leute auf als vor der Bühne. Bei einem Quintett, am Wochenende ohne große Konkurrenzveranstaltungen! Schäm Dich, Magdeburg!). Die ältere Dame am linken Rand pustet ihr mitgebrachtes Hämorrhoiden-Sitzkissen auf, die zwei Endzwanziger in der Reihe davor unterhalten sich über Nebenkosten-Rückerstattungen und weitere Karrierepläne. In der zweiten Hälfte des Sets lässt die Band zur Auflockerung eine Flasche Schnaps rumgehen und diese kommt mehr als halbvoll zurück.

Coming of best Age sucks … somehow!





Alte Freunde

29 09 2009

Schön, dass sie wieder mal auf Besuch sind. Der frühe Herbst ist ein idealer Zeitpunkt dafür. Im Hochsommer funktioniert das womöglich nicht so gut. Bei 35 Grad am Strand fühlt sich das komisch an. Jetzt aber mit ihnen im Ohr am Strand spazieren gehen, während der Wind schon spürbar auffrischt, das wäre sicher schön. Zu zweit oder 20 Meter hinter der brünetten Frau, weil es vorher einen kleinen Streit darüber gab, ob H-Milch oder pasteurisierte Milch schlechter schmeckt, oder auch alleine, weil zwei Füße fehlen, weil diese irgendwann einen anderen Weg gehen wollten oder mussten.

Leider ist mir mein Strand momentan abhanden gekommen. Aber es funktioniert auch an anderen Orten, bevorzugt aber am Meer oder in größeren Städten oder beim Bahnfahren oder als Beschallung in der Eckkneipe. Wie es sich anfühlt, den Jungs zuzuhören, während man in Kitzbühel oder Ibiza ist, weiß ich nicht, aber das können ja Andere mal probiern.

Die Jungs tauchen auch immer zum richtigen Zeitpunkt auf. Irgendwie ist man gerade wieder in melancholisch-heiterer Stimmung oder auch mal sehr betrübt, dann würde man sich gerne in einer dieser Eckkneipen mit ihnen treffen und ihnen ins Bier heulen und einer würde bestimmt nölen „Hey, Vorsicht, Du versalzt mir ja das ganze Bier!“ Dann würden wir gemeinsame Erinnerungen austauschen.Naja, so richtig gemeinsam sind sie natürlich nicht, weil die Jungs nicht wirklich dabei waren, aber doch zumindest akustisch und das würde bestimmt eine gute Verbindung zwischen uns schaffen.

Ja, die Zeit vergeht und die Jungs werden auch älter und grummeliger und tragen strenge Brillen. Wo sie früher eher chansonesk die Katzen früherer Freundinnen ausschüttelten oder darüber bestimmten, was alles mitkommt, wird heute auch schon mal ein wenig geskiffelt, während Herr R. darüber singt, dass er dachte, er sei am Ziel, immer wenn er Lieder sang, sich dazu auf und nieder schwang an Bändern, die elastisch waren in Städten, die fantastisch waren.

An anderer Stelle werden physikalische Phänomene in ein Liebeslied verklöppelt, das man fast glauben möchte, Rang.a Yoge.shwar hätte den Text mitgeschrieben. Die obligatorische Straßenbahn darf natürlich auch dieses Mal nicht fehlen und es wird auf die alliterarische Strahlkraft der Verbindung Getränk-Frau verwiesen. Kaffee und Karin, Birgit und Bier … da fällt mir ein, dass ich schon lange keinen Cappucchino mehr mit Claudia getrunken habe und Wilma mir immer noch einen Whisky schuldig ist.

Sie haben mir einige Lieder geschenkt, die ich bei geeigneter Gelegenheit meiner dann Liebsten ins Ohr singen könnte wenn ichs denn könnte wozu es atens eine Liebste und btens eine angenehme oder doch zumindest unverkennbare Singstimme benötigte. Danke schon mal dafür!

Ich denke, ich besuche die Jungs dann auch mal wieder im nächsten Jahr, wir werden uns schon irgendwo in Deutschland treffen … obwohl ich es schon ein wenig unverschämt finde, Geld dafür bezahlen zu müssen, um ein paar Freunde zu sehen.





Jo von Blumfeld

6 09 2009

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Wenn der Herr Di.stelmeyer schon mal in einem Zelt sein neues Album vorstellt, welches noch gar nicht auf dem Markt ist, warum sollte ich ihn dann nicht einmal besuchen? Dafür musste ich zwar nach Mainz und somit auch über die Landesgrenze, aber ich halte mich für ausreichend polyglott und von früheren Aufenthalten konnten mich auch keine Negativerfahrungen belasten.

Dass eine Gruppe wandernder Regenwolken zur gleichen Zeit den gleichen Weg hatte wie ich, war zugegeben etwas nervig. Ich bin nicht der weltgrößte Fan von verregneten und spritzwassergetränkten Autobahnen. Kaum vor Ort, zogen die Wolken aber ohne mch weiter, bläbläblä, und es war noch ausreichend Zeit, um ein wenig durch die nahegelegene Altstadt zu bummeln, gerade noch zwei ausgewiesenen Lederlebern höheren Jahrgangs beim Ausderklausefallen auszuweichen und mir mit Geduld und List ein sonnenbegünstigtes Plätzchen in einem Cafe zu sichern.

Als es spät genug war, machte ich mich auf zum Ort des Geschehens, denn ich ging davon aus, dass es voll werden würde und war auf ein nettes Plätzchen erpicht.

Beim Anblick des Ziels entfuhr mir zumindest ein inneres „Huch!“, denn bei dem Zelt handelte es sich um ein zweckentfremdetes Spiegelkabinett eines Vergnügungsparks. Nun, wieder ein Neuzugang in meiner Liste ungewöhnlicher Konzertorte. Ein noch lauteres inneres „Huch!“ entfuhr mir allerdings ob der vergleichsweise geringen Besucherzahl. Anfänglich hatte ich fast das Gefühl, Teil eines Privatkonzertes zu sein, bis zu Jochens Auftritt war das Zelt zumindest gut halbvoll, was ich aber als enttäuschend empfand. Verbraucht der Durchschnittsmainzer seine Jahresenergie alleine an 3, 4 Tagen im Februar/März an gleicher Stelle?

Als ich zur Vermeidung einer weiteren Parkhausstunde nach der ersten Zugabe das Zelt verlies, wurde mir auch der Grund für die übersichtliche Zuschauerzahl klar: Der Rest stand nämlich draußen und ließ sich für umme beschallen, was übrigens auch noch zwei Straßen weiter super funktionierte. Jaja, in Zeiten der Not muss man sparen, wo man kann. Das Konzert war übrigens hübsch, vor allem eher laut und flott und natürlich spielte er auch alten Blumfeldkram und ich durfte mit meinen Geschlechtsgenossen minutenlang „Quo vadis!“ mitbrü…singen.

Für die, die es jetzt erst mitbekommen haben: Keine Bange, die eigentliche Tour kommt zum Jahresende.





An das Stadtplanungsamt

23 07 2009

Liebe Cassy, lieber Adi,

zunächst einmal herzlichen Dank dafür, dass ihr endlich nach gefühlten 375 Wochen diese Gagapokerfresse von der Chartsspitze vertrieben habt. Das war bitter nötig. Euer Song „Stadt“ ist im Gegensatz zu vorgenanntem auch nicht derart nervig, dass ich automatisch, wenn nicht gar panisch die Senderknöpfe drücke, sobald die ersten Takte erklingen.

Allerdings – und hiermit komme ich zum Wesentlichen – ist er nun mal in Deutsch gesungen und das führt bei einem alten Muttersprachler wie mir dazu, dass selbst beim Vorbeihören gewisse Textpassagen sich intellektuell viel eher verankern, als dies bspw. bei brasilianischem Rap der Fall ist.

Ich möchte mich jetzt gar nicht allzu sehr darüber auslassen, dass ihr bei eurem Stadtbau gerne auch auf Gold zurückgreifen wollt, was sich heutzutage wahrscheinlich noch nicht einmal Kommunen im Kreis Starnberg, im Hochtaunuskreis oder im Großraum Stuttgart ohne weiteres leisten könnten. Ist ja auch metaphorisch gemeint, is klar.

Was mich mehr irritiert, ist die Folgezeile „Jede Straße, die rausführt, führt auch wieder rein.“ Man kann Städten ja nun so einiges vorwerfen. Soziale Isolation, Ghettobildung, Verkehrsinfarkte und mangelnder Umweltschutz, hohe Kriminalitätsrate, zunehmende Uniformität der Innenstädte mit den immer gleichen Einkaufsketten, Mietpreiswucher und so weiter.

Allerdings konnte ich bei den Städten, die ich bislang besuchte, erfreulicherweise immer wieder feststellen, dass das Gros der Straßen tatsächlich in beide Richtungen begeh- und befahrbar ist, stadtaus- wie stadteinwärts. Wäre dem nicht so, wären Städte ansonsten innerhalb weniger Tage zum Volksgefängnis geworden oder evakuiert. Das ist auch einer der Punkte, die mir Städte sympathisch machen; man kann hinein und wieder hinaus und später wieder hinein …

Deshalb empfinde ich diese „Qualität“ von Stadtstraßen als dermaßen selbstverständlich, dass sie mir als Wunschmetapher nicht so recht zu taugen scheint. Das wollte ich nur mal freundlichst angemerkt haben, bevor womöglich eure nächste Single „Stromkreis“ mit der Liedzeile „Jeder Schalter, der an ist, geht auch wieder aus“ erscheinen sollte und Leute anfangen zu behaupten, euer Texter wäre ein wenig doof.

Aber ansonsten natürlich weiterhin Daumen hoch!





Ha det sa trevligt!

21 07 2009

Wenn jemand anderes als Rolf Zu.ckowski es schafft, im Refrain eines Songs das Geräusch von Wind in den Bäumen, vorbeifahrenen Zügen oder Schritten im Schnee lautmalerisch darzustellen, hat das schon mal meine Sympathie. Wenn man drumherum auch noch einen melancholischen Beziehungssong mit Piano und Streichern und allem Dschingderassabumm strickt und einem im dazugehörenden Video mit auf einen Spaziergang durch schwedische Winterlandschaften nimmt, hat das umso mehr meine Sympathie.

Annika kann das! Annika kommt aus Schweden und hat eine Band namens Hello Saferide und macht derlei Musik.

So hört und sieht sich das an:

In Skandinavien tut sich in den letzten Jahren so einiges. Nicht nur, dass tausend nordische Ermittler von tausend nordischen Autoren zur Aufklärung von Midsommarnachtsmorda verdonnert werden, auch musikalisch könnte man fast behaupten, Skandinavien sei das neue England. Björk, Sigur Ros, Anna Ternheim, Jens Lekman, Ane Brun, Mum, die ganzen Neujazzerinen von Frau Ekdahl bis Frau Nergaard usw. Sogar die Dschungeltrommel Emiliana Torrini ist trotz des italienisch klingenden Namens aus dem Norden.

Es bleibt also spannend … and all the Wind in the Trees, it’s like whooosh, whoosh





Scheibenkleister

16 06 2009

Ein Auto ohne Windschutzscheibe zu fahren, scheint mir eine ganze Reihe von Schwierigkeiten mit sich zu bringen (man erinnere sich beispielsweise daran, wie ein gewisser Homer S. in einem Auto ohne Windschutzscheibe hinter einem überfüllten New Yorker Müllwagen herfahren musste).

Außerdem ist es zugig, ständig hat man ungewollte Fliegen- und Käfermahlzeiten und die Scheibenwischer zerkratzen einem das Gesicht. Alles in allem klingt es also nicht sehr erstrebenswert.

Einen nicht zu unterschätzenden Vorteil hätte die Sache allerdings: Wenn es keine Windschutzscheiben mehr gäbe, blieben einem vermutlich auch diese hirnzerfressenden Werbespots eines Autoglasunternehmens erspart. Nicht nur, dass man sich seit gefühlten Äonen diese nervende und dabei völlig unspannende Radiowerbung in Hörspiellänge anhören muss, in welcher einem zunächst die Lebensgeschichte des Autofahrers und der Herstellungsprozess des Scheibenglases geschildert wird ,bevor aus zur eigentlichen Handlung kommt (die aber auch nicht wirklich Suspense-Qualitäten entwickelt), nein, jetzt fangen die auch noch mit gleichermaßen langweiligen TV-Spots an.

Daran lässt sich auch ablesen, wie sehr der Verkauf von Werbezeiten auf den Hund gekommen sein muss. Ich habe schon nächtliche Alpträume, mir zerspringe mitten auf der Landstraße die Scheibe, gottseidank kann ich mich aber noch in eine der ca. 76.987 Filialen der Firma retten, wo mir der Glaser erstmal eine tagelange Bergpredigt hält über die verantwortungsvolle Handhabung von Winschutzscheiben. Nebendran steht dann auch noch ein älterer Herr mit deutlich schwäbischem Akzent, der mich anschnauzt, ich solle gefälligst “ desch guude Scheibenmacher-Müsli esse, desch hilft nääämlich auuuch meiner Verdauung, woischd? Ja, Scheibenmacher-Müsli. Scheibenmacher!“

Hiiiiilfe!!!!!!





Schlaf schön, Baby!

15 05 2009

Wenn ich das Tracklisting einer CD begutachte und darauf Stückenamen wie „Duschbrause“ oder „Brustpumpe“ entdecke, dann denke ich mir spontan, dass dies bestimmt wieder ein neues Projekt eines dieser Minimal-Techno-Frickel-Nerds aus dem Umfeld des „Ko.mpakt“-Labels oder vergleichbarer Musikschaffender sein muss.

In diesem Fall lag ich aber falsch. Auf „Duschbrause“ ist tatsächlich und ausschließlich eine Duschbrause zu hören. Sonst nichts. Ja, spannend, durchaus, aber häää? Die Lösung: es handelt sich um eine CD für Babies, welche mittels vertrauter Umgebungsgeräusche leichter in den Schlaf finden sollen. Sieben verschiedene Geräte aus typischen Familienhaushalten sind auf der Platte zu   finden; von „Staubsauger“ und „Haartrockner“ gibt es übrigens auch sog. „Long Versions“ zu hören. Club-Remixe findet man dagegen leider keine.

Das ist sogar nachvollziehbar. Ich kann mich z.B. noch dunkel daran erinnern, dass ich besonders gut schlafen konnte, wenn im Nachbarraum Konversation zu hören war, am besten noch mit TV-Geräuschen im Hintergrund. Alles okay, hieß das, die Welt dreht sich noch weiter, ich kann getrost eine Runde am Kopfkissen hören.

Warum ich allerdings 15 € oder mehr für eine CD mit Geräuschen bezahlen soll, die ich – abgesehen von der Brustpumpe – leicht selbst erzeugen kann, will mir nicht so richtig in den Sinn. Außerdem sind die jeweiligen Geräusche  isoliert aufgenommen worden, das wirkt sehr steril. Wo bleibt denn bei „Duschbrause“ der an Tierquälerei grenzende Johlgesang der kleinen Schwester oder bei „Staubsauger“ das ewige Nörgeln von Muttern, weil hier kein Mensch mal bereit ist, seinen Mist selber wegzuräumen und es so schlimm hier aussieht, das man sich nicht einmal mehr traut, die Nachbarn zum Kaffee einzuladen? Erst der Gesamteindruck führt doch dazu, dass sich der Nuckeldaumen in das Babymündchen schiebt und die kleine Seele zur Ruhe kommt.

Dennoch ein durchaus interessantes Projekt; ich warte bereits auf die Fortsetzung mit solchen Killertracks wie „Saftmixer“, „Radiowecker“ oder „kaputte Waschmaschine“.





Fortbildung

15 05 2009

Jippieee, kurz vor dem Wochenende noch etwas gelernt beim Telefonieren:

Plural von Datum:

Datümer!

Beeindruckend! Ich weiß aber nicht, ob die nette Dame am anderen Ende der Leitung nicht doch einem oder sogar mehreren Irrtums aufgesessen ist.





Pluto hängt an Kätchens Brust

10 03 2009

Wenn mir irgendetwas oder irgendjemand innerhalb weniger Tage mehrfach in irgendwelcher Form auffällt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es, sie oder er in meinem Blog Erwähnung findet um ein Vielfaches an. Nun hat es also auch Perrys Kätchen erwischt. Die tourt zur Zeit ja ein wenig durch Germany, was sie auch darf, hat ja keiner was dagegen, solange die Suppe reicht.

Gerne wird sie mit Attributen wie „sexy“, „verrucht“ oder „frech“ in Verbindung gebracht, was sie auch mittels Auftritten in ihren Videos als Bettchenluder oder schrecklich-schön verheulte Braut ordentlich unterfüttert. Nun konnte ich vor kurzem ihren Ausschnitt einen Ausschnitt eines ihrer Konzerte – ich glaube es war in Hamburg – im TV begutachten. Während sie ihr Heißkaltliedchen mit argem Bemühen trällerte, stand sie da in einem Outfit, welches vornehmlich von einem oversized Longshirt, auf dem sich Mickys Pluto breit machte, definiert wurde. Obendrauf dann noch ein etwas länger geratener Pagenkopf, wie ihn meiner Erinnerung nach eine andere, nämlich Toms Katie eine Zeitlang vor sich her trug … hmmm … tja … ich weiß nicht … bin vielleicht zu alt zur angemessenen Beurteilung, aber so richtig dolle sexy und verrucht sah das nu nich aus. Aber wer weiß, vielleicht war ja eines der Lesefröschlein hier auf einem ihrer Konzerte und kann erzählen, wie sie später noch in diesem Sadodominabunnyschlampenkostüm auftrat und  eine sinnenbetörende Höllenshow abzog. We’ll see …

Einige Tage vorher war zu lesen, dass irgendein Gay-Magazin irgendeine Award-Show veranstaltete, anlässlich selbiger unter anderem Frau Perrys Erstgeborener “ I kissed a Girl“ als bester Song international gewählt wurde (National war es vermutlich wieder mal Rosens.tolz). Abermals hmmmm … oberflächlich betrachtet mag dies als nachvollziehbar erscheinen, von wegen Protagonistin einer schrankenüberwindenden Sexualität, dann auch noch in den USA vorbama …

Wenn man sich den Text aber etwas genauer ansieht, verfliegt der revolutionäre Eindruck doch recht schnell. Immerhin folgt der Titelzeile sogleich ein besorgtes „hope my boyfiend don’t mind it“ und auch der Text als Ganzes suggeriert hier doch eher, dass ein doch eigentlich kreuzbraves Mädchen mal ein bisserl neugierig war und etwas ausprobieren wollte, sich es damit aber auf gar keinen Fall mit ihrem cutyyyyy Boy verderben wollte. Ist dieses doch recht wertekonservative Liedgut  wirklich einen Gay-Award wert? Währenddessen gingen dann Rufus, Antony und all die anderen preislos nach Hause oder wie? Das ist doch auch nicht nett ..

So, demnächst ist dann die gute Lily dran, hähähä …





… and Justice for all …

4 03 2009

Klar, das kann schon mal passieren, dass man beim Skifahren im wohlverdienten Winterurlaub mal ein wenig von der Piste abkommt und einen Anderen ums Leben fährt. Ski happens! Ich frage mich allerdings schon, ob ich – wäre ich der Brettlfahrer gewesen – auch nach einem Eintagesprozess (ich dachte, so etwas gäbe es nur in totalitären Staaten) zu einer unisono als „milde“ bezeichneten Geldstrafe abgeurteilt worden wäre, die offenbar nicht einmal zum Status der Vorbestraftheit führt. Mich hätte doch garantiert ein Verfahren erwartet, dass sich mindestens bis in den nächsten Winter gezogen hätte, mich beruflich, finanziell und auch in allen anderen Belangen ruiniert hätte, um mich schließlich für 2 bis 5 Jahre zum Nachseifebücken zu verurteilen, je nachdem, wieviel Geld ich für einen Anwalt zu invetieren in der Lage gewesen wäre.

Neinnein, ich rede hier nicht von einer Zweiklassenjustiz … ganz bestimmt nicht … das sind mindestens drei Klassen.

Es kann sicher auch mal passieren. dass man in einer deutschen Karnevalshochburg die U-Bahn erweitern möchte und zu diesem Zweck monatelang hektokubikliterweise Grundwasser und Sand absaugt. Wer kann schon damit rechnen, dass der Kölner Boden der Klügere in dieser Angelegenheit ist und schließlich nachgibt? Da die dafür Verantwortlichen aber bestenfalls lokalen Promistatus haben, wird die juristische Aufarbeitung eine andere sein. Hauptbelastet wird schließlich sehr wahrscheinlich ein polnischer Leiharbeiter sein, der das Bohrfräßsonstwasgerät eine Stufe zu hoch eingestellt hatte, ganz klar.