Es gibt ja bereits seit einiger Zeit einen gewissen Hang zur Retroseligkeit, was Genussmittel anbetrifft. Nehmen wir nur die ganze Twi.x-Ra.ider-Geschichte oder das Comeback von Tr.iTop usw.
Etwas wenig beachtet wird dabei meines Erachtens der klassischste unter den Klassikern, der nie ein Comeback hatte, weil er nie weg war, quasi die Rolling Stones unter den Naschereien.
Seit Beginn an war Mil.ky Way eigentlich M.ars minus den Karamellmatsch. Erst Anfang der 90er Jahre hatte man die Rezeptur verändert. Seitdem ist der Geschmack etwas anders und vor allem ist die Füllung seitdem hell, sozusagen milchfarben.
Wann immer ich an MW denke, muss ich auch an den Spruch denken, mit dem es viele Jahre lang beworben wurde:
„So locker und leicht – der schwimmt sogar in Milch“
Dies wurde dann auch bildlich dokumentiert, was aber leider eher aussah wie ein in einem Milchsee schwimmendes Hundewürstchen, aber seis drum…
Seitdem ich diese Werbung kenne, frage ich mich, welche spezielle Qualität dahinter verborgen sein soll. Gelogen ist es zumindest nicht, da die geringe Dichte des Riegels (0,88g je cm², für die Physiognomiker unter den hiesigen Lesefröschlein) tatsächlich ein Aufmilchschwimmen ermöglicht. Wozu aber soll dies gut sein? Ist ein Szenario wirklich realistisch, in dem ein Flugzeug in einen Milchsee stürzt und von allen an Bord befindlichen Lebensmitteln nur die bereitgehaltenen MW-Packungen nicht versinken und somit ein Verhungern der im See herumschwimmenden Passagiere verhindern?
Gibt es eventuell eine Glaubensrichtung, deren Anhängern nur erlaubt ist, Lebensmittel mit einer Höchstdichte von unter 1,0 g/cm² zu sich zu nehmen?
Hätte man nicht genauso gut den Werbeslogan „So kurz – der passt sogar quer in ihren Mund“ durchsetzen können?
Ich kann mich zumindest daran erinnern, dass MW sozusagen die Holzklasse unter den Schokoriegeln war. die meisten wollten aber lieber das Zeug mit Karamell und Nüssen oder Crispkrempel oder Kokoskleber. Mütter hingegen beruhigten ein wenig ihr Gewissen, weil MW noch als das am wenigsten schädlichste Süßzeug galt, und wenn schon mal was „zwischendurch“ genascht werden durfte, dann halt das. Immerhin schwimmt es ja in Milch und Milch ist gesund, also kann man ja mal …
Über Genussmittel philosophiern kann ein recht netter Zeitvertrieb sein. Demnächst dann vielleicht sloterdijkähnliche Betrachtungen über Lec.kerschmecker oder St.orck Riesen …
Oh, noch ein Extraservice für süßmäulige USA-Reisende: Das dort erhältliche MW ist wie unser M.ars. Wenn man etwas wie das hiesige MW haben möchte, sollte man dort auf „3 Mus.keteers“ zurückgreifen.
So, jetzt erstmal einen Apfel oder eine Clementine essen, Kinder! Und nicht soviel Fernsehen gucken oder am PC hängen! Geht auch mal raus! Bewegt euch! Schal nicht vergessen!