Schön, dass sie wieder mal auf Besuch sind. Der frühe Herbst ist ein idealer Zeitpunkt dafür. Im Hochsommer funktioniert das womöglich nicht so gut. Bei 35 Grad am Strand fühlt sich das komisch an. Jetzt aber mit ihnen im Ohr am Strand spazieren gehen, während der Wind schon spürbar auffrischt, das wäre sicher schön. Zu zweit oder 20 Meter hinter der brünetten Frau, weil es vorher einen kleinen Streit darüber gab, ob H-Milch oder pasteurisierte Milch schlechter schmeckt, oder auch alleine, weil zwei Füße fehlen, weil diese irgendwann einen anderen Weg gehen wollten oder mussten.
Leider ist mir mein Strand momentan abhanden gekommen. Aber es funktioniert auch an anderen Orten, bevorzugt aber am Meer oder in größeren Städten oder beim Bahnfahren oder als Beschallung in der Eckkneipe. Wie es sich anfühlt, den Jungs zuzuhören, während man in Kitzbühel oder Ibiza ist, weiß ich nicht, aber das können ja Andere mal probiern.
Die Jungs tauchen auch immer zum richtigen Zeitpunkt auf. Irgendwie ist man gerade wieder in melancholisch-heiterer Stimmung oder auch mal sehr betrübt, dann würde man sich gerne in einer dieser Eckkneipen mit ihnen treffen und ihnen ins Bier heulen und einer würde bestimmt nölen „Hey, Vorsicht, Du versalzt mir ja das ganze Bier!“ Dann würden wir gemeinsame Erinnerungen austauschen.Naja, so richtig gemeinsam sind sie natürlich nicht, weil die Jungs nicht wirklich dabei waren, aber doch zumindest akustisch und das würde bestimmt eine gute Verbindung zwischen uns schaffen.
Ja, die Zeit vergeht und die Jungs werden auch älter und grummeliger und tragen strenge Brillen. Wo sie früher eher chansonesk die Katzen früherer Freundinnen ausschüttelten oder darüber bestimmten, was alles mitkommt, wird heute auch schon mal ein wenig geskiffelt, während Herr R. darüber singt, dass er dachte, er sei am Ziel, immer wenn er Lieder sang, sich dazu auf und nieder schwang an Bändern, die elastisch waren in Städten, die fantastisch waren.
An anderer Stelle werden physikalische Phänomene in ein Liebeslied verklöppelt, das man fast glauben möchte, Rang.a Yoge.shwar hätte den Text mitgeschrieben. Die obligatorische Straßenbahn darf natürlich auch dieses Mal nicht fehlen und es wird auf die alliterarische Strahlkraft der Verbindung Getränk-Frau verwiesen. Kaffee und Karin, Birgit und Bier … da fällt mir ein, dass ich schon lange keinen Cappucchino mehr mit Claudia getrunken habe und Wilma mir immer noch einen Whisky schuldig ist.
Sie haben mir einige Lieder geschenkt, die ich bei geeigneter Gelegenheit meiner dann Liebsten ins Ohr singen könnte wenn ichs denn könnte wozu es atens eine Liebste und btens eine angenehme oder doch zumindest unverkennbare Singstimme benötigte. Danke schon mal dafür!
Ich denke, ich besuche die Jungs dann auch mal wieder im nächsten Jahr, wir werden uns schon irgendwo in Deutschland treffen … obwohl ich es schon ein wenig unverschämt finde, Geld dafür bezahlen zu müssen, um ein paar Freunde zu sehen.