Bislang: Der ergaunerte Besuch von Sabines Geburtstag ging voll in die Hose, auch die Lederjacke ist wieder weg, inkl. elterlicher Demütigung, aber der junge LoFoMo gibt nicht auf im Bemühen um seine Angebete. Next Stop: Sportfest!
7. Juni:
„Fakt eins: Ich habe tagelang trainiert wie ein Berserker und dabei das „Rocky“-Titelthema auf dem Walkman gehabt. Fakt zwei: Es war nützlich, ich habe das Finale gewonnen. Fakt drei: Ich lag drei Tage mit ansehnlichen Kopfverletzungen im Krankenhaus und laufe jetzt herum wie der Hauptdarsteller in „Die Mumie“. Fakt vier: Sabine hat das alles wahrscheinlich überhaupt nicht mitbekommen.
Ich hatte mich auf die zwei Sportarten konzentriert, die ich einigermaßen bis gut beherrsche: Weitsprung und Schach. Im Weitsprung war ich auch ganz ordentlich, hatte allerdings im Laufe des Vormittags eine Allergie gegen das Wort „Übergetreten“ entwickelt. Wie armselig muss man sein, wenn man ständig mit dem Geodreieck Fußabdrücke abmisst? Egal, konnte ich mich besser auf Schach vorbereiten. Ich bin immer noch verwundert, warum diese „Sportart“ mit auf der Liste steht, vermute aber, es ist ein Zugeständnis an das knappe Dutzend Kopfmonster an dieser Schule.
Das Starterfeld war größer als erwartet, also 10 Teilnehmer, deswegen mussten 4 von Ihnen für zwei „Vorrundenspiele“ gelost werden. Danach ging es direkt ins Viertelfinale. Ich bin durchschnittlich schachbegabt, machen wir uns nix vor, aber es reichte halt für die Dödel an dieser Lehranstalt und so konnte ich locker ins Finale marschieren, wo ich auf den schon immer etwas verhaltensauffälligen Tobias traf. Ich hatte ihn bereits nach unglaublichen 12 Zügen matt, weil er einen mächtigen Fehler gemacht hatte.
Ich sah in seinen Augen, dass er ihn bemerkt hatte, kaum dass er seine Figur geführt hatte. In seinem Blick lag ein Rest Hoffnung, dass ich es evtl. nicht bemerken könnte, aber den Gefallen konnte ich ihm leider nicht tun.
Der große Vorteil von Schachbrettern in Reisespielsets beteht darin, dass sie nur auf dünner Pappe gedruckt sind, deren Rückseite meist den „Mühle“-Spielplan enthält. Diesen Vorteil weiß man allerdings erst zu schätzen,wenn einem ein hirngestörter sauschlechter Verlierer eine Vollholzversion an den Schädel geschleudert hat.
Eine Ecke des Bretts ging wenige Millimeter am linken Auge vorbei, aber es waren eine Rißwunde, mehrere blaue Flecken und eine nicht eben lächerliche Gehirnerschütterung zu versorgen. Heute bin ich den ersten Tag mit Kopfverband durch die Schule gelaufen und war tatsächlich ein Tagesthema. Sogar ein paar Mädels haben mich angequatscht. Sabine leider nicht, aber sie sich immerhin nach mir umgedreht, als sie Arm in Arm mit Peter an mir vorbeiging und mich mindestens 3 Sekunden angeschaut…etwas zu lange für „nur“ Neugierde, finde ich. Sie ist schon ein Biest, aber wenn so beim Kopfdrehen ihre Haare fliegen…wow, doppelwow!!!
Im übrigen sind eine Gehirnerschütterung UND Bruce und Bongo in den Charts eigentlich zuviel für einem Menschen. G-g-g-gar nicht G-g-g-geil…“