Dienstagebuch

Sofern man sich einen kurzfristig entstandenen freien Tag mit Inspektionshintergrund durch den Genuss eines Frühstücks in einem frühstücksservierenden Etablissement aufwerten möchte, sollte man tunlichst darauf achten, nur dann das Schälchen mit dem Honig von der Tellermitte an den leicht geneigten Rand zu bugsieren und dann für mehrere Minuten aus den Augen zu lassen, wenn man experimentierfreudig ist und unbedingt einmal Salami-Käse-Butter-Gurkenscheibe-an-Honigjus probieren möchte.

Honig auf ein Brötchen zu träufeln ist im Übrigen eine ganz wunderbare Entspannungs- wenn nicht gar Meditationsübung. Spirituell versierte Existenzen malen dabei noch ein Mandala aus.

Kann man übrigens auch machen: In der U-Bahn einen Halbliterbecher Buttermilch vor sich hertragen, nach gefundener Sitzgelegenheit diesen so zu öffnen, dass der Aludeckel in möglichst viele kleine Fetzen zerreißt und den Inhalt anschließend derart zu verschlingen, als wäre man Teilnehmerin in einem Schnellsaufwettbewerb. Oh, mannigfaltige Welt!

Gerade entdeckt: Eine Frankfurter Sparkasse bietet ab sofort die AdlerCard an. Eine Bankkarte mit dem Wappenmotiv von Eintracht Frankfurt nebst diversen Fanvorteilen. Sehr gute Idee! Und so kommunikationsfördernd! Welch Spaß, sich beim Geldabheben am Straßeneck-Automaten  in anderen Städten die Kauleiste neu modellieren zu lassen, während um einen Fangesänge irgendeines Effzeh oder was auch immer skandiert werden …

Die heute oder morgen zu erwartende Mitteilung über den Ausgang der Inspektion sowie der durchgeführten Hauptuntersuchung meines Gefährts und der damit verbundene und erwartete finanzielle Aderlaß nötigen mich dazu, vorsichtig anzufragen, ob sozial engagierte Menschen eventuell bereit sind, diesen Blog tageweise oder auch länger zu mieten (Verhandlungssache). Immerhin hatte er in den letzten Monaten jeweils zwischen 1.200 und 2.500 Aufrufe und die Leserschaft ist samt und sonders intelligent, attraktiv, wohlriechend und vielseitig interessiert. HeiratskandidatInnen allesamt, sogar die verheirateten.

Im Zweifelsfall kann ich diese Seite auch dem Welthandballverband übergangsweise zur Verfügung stellen, bis sich die Zustände in Ägypten wieder geklärt haben.

Interesse anyone? Ich möchte mich nur ungerne gezwungen sehen, mich an Atomenergieverbände zu wenden …

Navi et moi

Wie gut, dass ich mich dann doch noch dazu aufraffen konnte, mir einen der digitalen Wegefinder zu kaufen. Vor allem wenn man alleine in eine noch nicht bekannte Gegend fährt.

So ein Navi wühlt nicht aufwändig in irgendwelchen Landkarten herum, um einem dann mitzuteilen, man hätte vor 5 km rechts abbiegen müssen oder schreit unvermittelt “Achtung! Ampel”, als ob Stevie Wonder am Steuer säße.  Nein, ein Navi bleibt stets cool und wenn man aus schwer zu erklärenden aber nachvollziehbaren Gründen mal nicht seiner Empfehlung folgt (ach so, d i e s e s “links” war gemeint!), wird nicht rumgeschmollt und über Grundsätzliches diskutiert sondern flugs ein Plan B aus der Schublade geholt und das Beste aus der Situation gemacht. Löblich, sehr löblich!

Dafür lernt man im Gegenzug, seine Eigenwahrnehmung nicht komplett abzuschalten und zu erkennen, dass das “jetzt” in “jetzt links abbiegen” nicht allzu wörtlich genommen werden sollte, zumal wenn der Unterschied holländischer oder belgischer Feldwege zu mit herkömmlichen Kraftfahrzeugen befahrbaren Straßen eher fließend ist.

Auch bin ich des öfteren überrascht, wieviel Autobahnwechsel sich das Navi bspw. für eine eigentlich recht überschaubare Fahrt von Frankfurt nach Aachen einfallen lässt, um einige Kilometer zu sparen. Aber ich maße mir da nichts an, ich bin hier nicht der Experte.

Nicht helfen konnte mir mein elektronischer Pfadfinder bei der Identifizierung der diversen, mir sämtlich nicht bekannten Muster auf holländischen Straßen, aber dies kann ich ihm selbstvetständlich nicht vorhalten. Im Zweifelsfall bin ich einfach langsam drübergefahren, bislang sind noch keine OWi-Bescheide eingetroffen.

Sehr hilfreich dagegen waren die Geschwindigkeitsbegrenzungsanzeigen, denn warum eine Überlandstrasse des öfteren und meistens ohne für mich nachvollziehbaren Anlass wie Bebauung mehrfach zwischen 60, 70, 80 und 90 km/h pendelt, war mir nicht immer ersichtlich.  Da hat mir des gelegentliche ACHTUNG! aus der Mitte des Fahrzeugs schon das Fahren erleichtert.

Lustig übrigens auch, wenn eine Autobahn, ohne dass man sie verlässt, plötzlich zur Schnellstrasse degradiert wird und man unverrichteter Dinge auf Kreuzungsverkehr und Ampeln stößt. Der Niederänder als solches scheint daran gewöhnt zu sein, es lagen zumindest nirgends Leichenteile herum. Apropos Leichenteile: Ich weiß ja nicht, ob dies generell dort üblich ist. aber eine eingerichtete Baustelle wurde durch eine in oranger Kleidung gehüllte Puppe o.ä. angezeigt, die mit einem Arm beständig ein Fähnchen hin- und herwinkte. im Vorbeifahren sah diese Puppe ein klein wenig wie ein Zombie aus, aber immerhin wird derart Aufmerksamkeit generiert.

Alles in allem hat mich mein Wegefinder gut durch 2/3 Benelux geführt. Das Lotsen auf einen unbefestigten, engen Parkplatz, wo eigentlich eine Durchfahrtsstraße sein sollte, übersehe ich großzügig.

P.S.: Schöne Grüße übrigens an Alle vom Meer. Es war ganz aufgewühlt, als ich ihm von Euch erzählte …

Mein schönstes Nichtferienerlebnis

Auch toll, wirklich ganz toll:

Interessante Musik in der automobilen Beschallungsanlage zu haben, welche Sounds beinhaltet, die in Klang und Rhythmik durchaus nicht geringe Ähnlichkeit mit vom Auto selbst verursachten Geräuschen wie Keilriemengequietsche oder Motorenproblemen haben könnten und den Fahrzeugfüh … ähhhh … lenker veranlassen, sich während der Fahrt der Geräuschquelle zuzuwenden, um durch Lautstärkereduzierung festzustellen, woher die Klänge wirklich kommen und in diesem kurzen Moment der Ablenkung und Unachtsamkeit beinahe einen sich vorbeidrängelnden und direkt vor einem einfädelnden Motorradfahrer nicht zu bemerken. (Wow, ein Satz!)

Künftig also im Auto nur noch Folkmusik (Midlake, Kings of Convienience, Mumford&Sons usw.) oder Acapella-Stücke (aber nicht Leute wie Bobby McFerrin, die sich einen Spaß draus machen, wie ein kaputter Keilriemen zu klingen)!

Yeah!

Du fährst einen schwarzen WMB.

Einen großen natürlich. Ein Jahr alt jetzt.

Schwarz musste er schon sein. Nicht nachtblau, schon gar nicht anthrazit oder rot oder sonstige Pussyfarben. Schwarz wirkt souverän, abgeklärt, stabil, eine stille Größe, würdevoll.

So wie Du!

Es fühlt sich gut an, ihn zu fahren. Einmal kurz aufs Gaspedal und er geht ab. Du musst nicht ständig zeigen, was er kann, aber hin und wieder, wenn Du genervt bist, zeigst Du den anderen Schluffis da draußen mal, wer hier Nummer 1 ist.

Er repräsentiert dich.

So ist Dein Leben. Meist auf der Überholspur, die Anderen schon lange abgehängt. So wie damals Hebelmann, das Weichei. Der Posten hatte schon lange Deinen Namen aufgedruckt, nur er hatte es noch nicht gesehen. Auch hier einmal kurz Gas gegeben und die Sache war geklärt. Das ist nun mal eine Welt der Macher und nicht der Zauderer und Schlumpffigurensammler. Soll ja mittlerweile Alkoholiker sein, der Hebelmann. Ach, was kümmerts Dich?

Zuhause auch alles geregelt. Haus steht. Die beiden Stammhalter im Internat. Beide schon über 1,85 m! Gute Gene halt. 1 a – Ware! Siehst ja auch klasse aus, kein Wunder. Ob es wirklich Probleme zuhause geben könnte, weißt Du nicht, bist ja selten dort. Soll damit klarkommen, Psychodoc oder sonstwer hört sich das gerne an. Geld dafür ist da, was denn sonst noch?

So ein kleines Techtelmechtel nebenbei kommt doch wirklich nur gelgentlich vor. Nix Ernstes, man wird doch mal ein wenig Spaß haben dürfen. Vor allem mit der Ledersau, hehe …

Deine größten Ängste sind Haarausfall, der Zwangsabstieg deines Vereins und Tempolimits auf Autobahnen. Sowas können sich doch nur Loser ausdenken. Du spendest an Green.peace und so ein komisches Tierschutzheim und kaufst immer wieder mal beim Biobauernhof ein. Was denn noch alles? Am 1.12. kaufst Du auch immer so ein doofes Aids-Schleifchen, schon die ganze Schublade voll damit.

Manchmal sitzt du in Deinem schwarzen WMB, zischst fast lautlos an den Anderen vorbei und schreist YEEEAAAHHHH! Weil Du’s kannst. Geiles Leben!

Nur eines gibt Dir momentan zu denken: Deine Periode kommt in letzter Zeit so unregelmäßig …

Ein kleines Hassilein

Eines meiner Ichs  hat eine spezielle Begabung.

Ich kann nämlich anhand der Art und Weise, wie jemand einen Parkplatz ansteuert, auf diesem parkt und aus seiner Schwanzersatzkarre aussteigt, erkennen, dass es sich beispielsweise um einen hocharroganten neoliberalen skrupellosen kinderfressenden  nekrophilen gurkenvergewaltigenden Schnöselpöselfickfackarsch handelt.

So wie jener heute …

Das ist auch keine Ansammlung engstirniger Vorurteile, sondern … ähhh … quasi gefühltes Wissen.

Das sollte für “Wet.ten d.ass” reichen. Zur Not behaupte ich halt noch, verschiedene Früchte nur aufgrund des Aussehens und des Geschmacks erkennen zu können …