Warum ich es wieder nicht zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur nach Klagenfurt geschafft habe?
Tja …
“Die Hast. Du hast. Wir haben Hast. Wenn Sauerbier begann, seine philosophischen Betrachtungen in mäßigen Wortspielereien zu verpacken, wurde mir klar, dass der Abend im wesentlichen gelaufen war. Kubastisches Schwärmen und immer wieder das Mötteln. Er konnte das Mötteln nicht lassen. Hätte ich doch nur ansehnliche Brüste, an denen ich in solchen Momenten herumspielen könnte. Brüste mit ordentlichen Nippeln. Brüste, die eine Hand ein wenig mehr als ausfüllten. Fenner war tot, daran kann keine Titte der Welt mehr etwas ändern ….” undsoweiter …
Nun, wahrscheinlich lag es daran, dass ich mich mal wieder nicht beworben habe. Ich hätte doch gute Chancen, oder? Sagt ja, bitte! Allerdings müsste ich dann auch noch lernen, meinen Text mit extrem genervter Leckt-mich-doch-alle-Stimme vorzutragen oder ohne Betonung und die Hälfte der Silben verschluckend durch die Erzählung zu preschen, um ja schnellstmöglich fertig zu werden, weil es mir so unangenehm wäre.
Ich habe wie immer nur Teile der Vorlesungen verfolgen können. Allzuviel ist nicht hängengeblieben außer dem Herrn Porno-Klupp aus Berlin, der soeben den Zuschauerpreis bekam und einer überwiegend nicht allzu sympathisch wirkenden Jury (vom jährlich verwegener aussehenden Hubert mal abgesehen).
Beeindruckt hat mich einer der Vorfilme, in welchem die ebenfalls ausgezeichnete Frau Bußmann dem Biber ein Hohelied sang. Wie recht sie hat! Dieses putzfleißige, unverzagte Kerlchen. Wo immer sich die Gelegenheit bietet, wo etwas brachliegt, wird Holz gesammelt, wird ein Damm gebaut. Wenn dann nach getaner Arbeit durch Menschenhand oder eine Naturgewalt alles ratzfatz wieder zunichte gemacht wird, jammert der Biber nicht tagelang auf Twitter darüber, klagt sein Leid bei Domian oder erhängt sich im Keller seiner Biberhöhle, sondern fängt ohne zu murren wieder von vorne an. Stoisch, unbeeindruckt, wie weiland König Sysiphos, dem ja auch des öfteren nachgesagt wird, dass er ein glücklicher Mensch gewesen sein soll.
Eine durchaus erstrebenswerte Haltung für eines meiner nächsten Leben.
Da wir noch beim Schreiben sind: Heute erscheint nach 168 Jahren die letzte Ausgabe der britischen “News of the World”, einer Art BamS für Menschen, bei denen die Lobotomie noch etwas größer ausfiel. Diese glorreiche Historie endet eigentlich nur wegen .. nun sagen wir unterschiedlichen Auffassungen von Öffentlichkeit, also eigentlich Pillepalle im Zucker.berg-Zeitalter.
Ich selbst hatte dieses Blättchen höchstens ein- oder zweimal in der Hand und glaube mich daran zu erinnern, dass es auf der Titelseite darum ging, dass Aliens den US-Präsidenten entführt und durch eine von Ihnen gesteuerte Kopie ersetzten, welche dann ein Techtelmechtel mit Mutter Teresa beginnen sollte. Vielleicht verwechsele ich dies aber auch mit einer Simpsons-Helloween-Folge. Denen, die sich über deutsche Revolverblättchen aufregen sei also gesagt: Es geht immer noch schlimmer. Den Briten, die sich nun aber ihres sonntäglichen Highlights beraubt fühlen wird ja bereits mehrfach versichert, es gäbe alsbald eine “Sun on Sunday” aus der gleichen Qualitätsschmiede. Also, liebe Briten, nicht lange jammern, auch nicht über das frühe Ausscheiden eurer Fussballfrauen bei der WM, schließlich … oh, verdammt! …
Wie könnte ich einen Blogeintrag über das Schreiben beenden, ohne euch nochmals an Eure Sommerferien-Aufsätze zu erinnern? Noch ist nichts eingegangen, aber ich weiß ja, dass so etwas ein wenig dauern kann. Ich meine ja auch nur … so als Erinnerung … ganz nebenbei …