Fremdschämbilanz KW 30 in 2011

Ja, mal was neues hier, gibt ja genügend Gründe …

Einmal Fremdschämen de Luxe für das besonders kompetent und souverän wirkende sowie um das Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger besorgte  US-Parlament. Falls jemand akute Belege dafür benötigt, wieso Demokratie nichts taugt, findet hier reichlich Anschauungsmaterial. Nicht überrascht sein bitte, wenn Washington in den nächsten Tagen von China besetzt wird, immerhin hält das Land den größten Gläubigeranteil. Oder Steve Jobs wird neuer Präsident und residiert fortan im iHouse.

Aber bleiben wir im Lande. Ein herzliches “FACEPALM” auch an die Linke Nordost, die tatsächlich am13.08. ein Symposium zum Thema “Mauer” abhalten möchte. Sie hatte schließlich ja auch etwas Gutes, nischwoor? Klar, natürlich, irgendwas Gutes hatten möglicherweise auch der Nazionalsozialismus, Hodenkrebs oder die knapp vergurkte Meisterschaft der Eintracht in 1992. Mann muss halt etwas danach suchen …

Schließlich widme ich noch ein Augenrollen den Herren Kreisfahrern Basti und Lewis, die sich tatsächlich überrunden, nein, überreden ließen, in der deutschen Fassung von “Cars 2″ kleine Sprechrollen zu übernehmen. So entstanden wahre Dialogperlen wie

“Schau Dir mal den Abschleppwagen an!”

“Su wem derr woll gehörrt?”

Wird bestimmt mal ein Klassiker wie “Sprichst Du mit mir?” oder “Ich schau Dir in die Augen, Kleines!”

Wesentlich hübscher wäre jedoch “Hast Du da etwa Schuppen, Sebastian?” gewesen.

to be continued … sehr wahrscheinlich …

H (let it grow)

(Bevor jetzt wieder Bemerkungen über die hier in letzter Zeit feststellbare Seksualisierung meines Blogs und die dadurch vermutete Unterversorgung des Autors in diesem Bereich kommen: Jaja, mag ja sein, bin auch nur ein Mensch mit wechselnden und nicht immer befriedigten Bedürfnissen, ABER auch wenn dieser Beitrag  vordergründig mal wieder auf Lendenhöhe angesiedelt zu sein scheint, stecken doch eher die Themenbereiche Alter, Zeitenwandel, Modediktatur und Generationenwandel dahinter)

Es ergab sich aber, dass LordFM am späten Samstagabend einen kleinen Twialog über Schambehaarung hatte, dessen weitergehende Gedanken etwas mehr als 140 Zeichen zu benötigen scheinen.

Ich gehöre nun mal jener Generation an, die nicht nur mit meist präsenter Achsel- sondern auch und insbesondere  mit Schambehaarung aufgewachsen ist, sowohl der gesellschaftlich dominierenden als auch der eigenen individuellen. Ich sage nur: Ne.na im “Musikladen” und dergleichen. Schambehaarung gehörte zum Erwachsenwerden, es ist für mich auch selbstverständlicher Teil der erotischen Grundausstattung einer Person und kann darüber hinaus mit all seinen Wuchsformen Ausdruck der Individualität sein. Wie bei allen sinnlichen, optischen Reizen existiert auch eine ureigene ästhetische Rahmenakzeptanz, über die Andere gelegentlich auch hinausschießen. Achselbehaarung, die den Eindruck vermittelt, man hätte Tina Tur.ner im Schwitzkasten war dann sicher nicht mehr jedermanns Sache. Genausowenig manch selbstgezüchtetes Regenwald-Ambiente im Schlüpper. Im Großen und Ganzen aber möchte ich behaupten. dass für diejenigen, die ihre Sexualität in den 60ern, 70ern, oder 80ern verpasst bekamen, die Schambehaarung größtenteils eine nicht zu unterschätzende erotische Qualität hatte und sicher auch noch hat. Das erste Mal (naja, und auch einige weitere Male) die Erlaubnis zu bekommen, fremde Waldgebiete zu entdecken, darin zu stöbern, sie zu liebkosen und all das, was man noch so tun kann, gehört sicher zu den aufregenderen Erfahrungen nicht nur meines Lebens.

Irgendwann  begann sich dann nach und nach der Kahlschlag durchzusetzen. Wahrscheinlich vorwiegend aus USA und Japan importiert, befeuert durch Po.rn.o-Industrie und Modemagazine, Filme und dem ganzen Topmodelkrempel wurde es lichter und lichter auch in deutschen Zentralgebieten. Heute werden die nachwachsenden (ja, ich weiß, eine eher unglückliche Wortwahl in diesem Zusammenhang) Generationen schon verächtlich angeschaut, wenn sich den gängigen Tuningformen widersetzen und haben es bereits derart verinnerlicht, dass sie einen Ekel dagegen entwickeln können.

Nein, ich möchte mich bestimmt nicht für die Wiederaufforstung von Intimbereichen stark machen, genausowenig wie ich der Wiedereinführung von gepuderten Perücken das Wort reden möchte. Ich möchte auch nicht den persönlichen Kahlschlag verdammen und werde mich wohl daran gewöhnen können, auch wenn ich bei solchem Anblick generationsbedingt immer noch ein wenig das ungute Gefühl verspüre, im Pädophilen-Bastelladen zu sein. Es geht mir vor allem darum, dass diese Tunings zu einem Gesamtkomplex gehören, zu denen auch das mittlerweile selbstverständlich gewordene Brustaufpumping, Lippenplustering, Stirngiftspritzing und dergleichen mehr gehören, die allesamt dazu verführen, seinen Körper, sogar sein gesamtes Wesen als eine Art Dauerbaustelle zu betrachten und der eigene Körper eine stete Aufforderung zur “Optimierung”, eine ständiger Soll-Zustand wird. Ich bin kein Psychologe, aber ich denke nicht, dass diese Angewohnheit, sich immer weiter von der Akzeptanz des gegebenen Wesens zu entfernen und zu einem plastinierten, reinen Abbild eines Abbildes zu werden, gut für unsere Seele ist. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass es hierbei wie meist sehr fließende Grenzen gibt, aber Lidschatten und Rouge haben für mich noch einen anderen Stellenwert als zwei implantierte Säckchen gelartiger Substanz.

Darüber hinaus uniformieren wir uns dabei immer weiter und widersprechen uns dabei dem eigentlich doch auch dem in den meisten von uns vorhandenen Bedürfnis der Individualität. Beispiel gefällig? “The Girls of the Pla.yboy-Mansion”. Bei aller Anstrengung konnte ich diese Ansammlung platinblonder Mopswunder nicht auseinander halten. Ich vermute fast, da spielen nur 2 Mädchen mit, die alle 4 verschiedene Namen und Bikinis bekommen. Was richtet es denn aus, wenn Eltern der volljährig gewordenen Tochter die Implantation von Wackelpuddingtitten schenken? Die transportierte Aussage, die sich dahinter versteckt ist doch “So wie Du bist, ist es nicht in Ordnung, aber wir verhelfen Dir zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz”. Wie soll sich denn unter derlei Umständen jemand selbst akzeptieren, nein noch besser, toll finden können und ein entsprechend stabiles Selbstbewußtsein entwickeln?

Der Mensch ist unvollkommen, er riecht manchmal komisch, hat hier und da Beulen und Schrammen, einen schiefen Mund, ungleiche Brüste, Haare überall und eine Kartoffelnase aber man kann sich auch damit lieben und geliebt werden. ES IST NICHT SOOO WICHTIG!

So, ihr wilden jungen Dinger mit euren Leggings und ausgeprägtem Cameltoe, jetzt hat sich der alte Mann mal ausgekotzt.

P.S.: Vielleicht sollte ich für die Jüngeren noch erläutern, dass “Ne.na im Musikladen” nur als Beispiel für Achsel- nicht jedoch für Schambehaarung stehen sollte. So kurz war der rote Lederminirock dann doch nicht …

militantes Organ

Heute morgen entdecke ich beim Überfliegen der täglichen papiernen Neuigkeitensammlung einen Hinweis auf einen Bericht aus dem Bereich Biologie mit dem Titel “Fantastische Milz” und finde dies ad hoc bezaubernd. Ich habe ja nicht nur Sympathien für nervenschwache Boxer sondern generell für die Zukurzgekommenen, Wenigbeachteten. Jeder Mensch redet über Herz, Lungen, Leber und Nieren aber die kleine Milz wird meist übergangen. Selbst in dem brühmt-berüchtigten Ot.to-Sketch (“Großhirn an Faust: Ballen!” “Milz an Großhirn: Soll ich mich auch ballen?”) wird sie als frecher kleiner Trottel mit Piepsstimme dargestellt.

Da wird es wirklich höchste Zeit für eine Imageverbesserung. Es kann ja wirklich nicht sein, dass einem im Zusammenhang mit diesem kleinen aber wichtigen Organ nur Begriffe wie “Milzbranderreger” oder Kneipensprüche wie “Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Weißbier” in den Sinn kommen. Viva la Milz also!

Auf der angepriesenen Seite angekommen jedoch spontan einsetzende Ernüchterung: Es geht keineswegs um Organförderung, sondern lediglich um selbsternannte militante Bürgerwehren in den USA und die Überschrift war selbstverständlich “Fanatische Miliz”.

Welche netten kleinen Realitätsverschiebungen doch morgendlicher Restsand in den Augen und ein noch im Frühnebel liegendes Hirn hervorrufen können …

Horny Birdie

Sehr geehrter Herr Golfprofi W.!

Wenn ein Alkoholiker eine entsprechende Therapie erfolgreich hinter sich gebracht hat, wird man ihm kaum raten, in einer Bar oder Brauerei tätig zu sein. Verführung und so, Sie wissen schon …

Den Medienberichten zufolge haben Sie nun eine 6therapie (hey, mäßigt eure Phantasie, DAS ist damit NICHT gemeint!) erfolgreich beendet. Halten Sie es nun für eine gute Idee, weiterhin als Golfprofi unterwegs zu sein? Ständig warten 18 Löcher auf Sie und die ganze Zeit haben Sie ihre Hände in Schritthöhe um etwas Hartes gelegt. Das geht doch nicht gut …

Außerdem riete ich Ihnen dazu, ein etwas weniger erotisch aufgeladenes Tier wie den Tiger als Namensgeber zu wählen. Nehmen Sie doch ein uninteressanteres Tier wie z.B. … äähhh … genau, die Kakerlake! … oh Mist, nein, keine gute Idee, vergessen Sie das wieder; irgendwas an dem Namen “Cockroach” scheint mir problematisch zu sein. Na, dann nehmens halt eine Kaulquappe oder eine Schnecke einen Schmetterling  oder was weiß ich …

War ja nur ein gutgemeinter Ratschlag.

 

Bin Baracken laden

Beim Überfliegen die Schlagzeile “Osa.ma will rigiden Sparkurs fahren” wahrgenommen und gedacht “Na, prima, gibts dann künftig nur noch Ladykracher in den Bombengürteln und statt tatsächlicher Anschläge werden vor Gebäuden nur noch Zettel hinterlassen, auf denen “BUMM! Fühlt euch in die Luft gesprengt” steht?”. Dann aber festgestellt, dass das “s” doch ein “b” war.

Eine Zumutung, dass mehrere öffentliche Personen mit ähnlichen Namen existieren! Unsere Elterngeneration musste schon Kiss.inger und Kie.singer auseinanderhalten und nun trifft es uns. meckermeckermecker ….