Tage wie dieser

Es gibt Tage, die sind so eindeutig mies, dass man sie ohne zu zögern aus seinem Lebenskalender streichen möchte. Andere Tage wiederum brennt man für lange Zeit in seine All-Time-Favourites-Hirnfestplatte, weil sie einen wunderbaren Charme entwickelten und sich das Leben darin anfühlte wie Kindergeburtstag auf dem Spielplatz und hinterher noch Torte.

 

Beides ist aber nicht der vorwiegende Zustand. Viele Tage sind diffus und schwammig in ihrer Ausrichtung, entsprechend wenig Erinnerung hinterlassen sie dann auch. Schließlich existieren Tage, bei denen man rückblickend nicht wirklich einzuschätzen vermag, ob sie als gut oder entbehrlich betrachtet werden sollten.

 

Wenn man sich z.B. Sonntags aufraffen kann, um eine kleine Radtour einzulegen, ist das zunächst mal gut ,denn der innere Schweinehund befindet sich im Würgegriff und man tut etwas für die Fitness.

 

Wenn sich dann nach ca. drei Viertel des Weges überraschend herausstellt, dass sich das in der Hosentasche mitgeführte Portemonnaie irgendwann selbständig gemacht hat, und man nunmehr die bereits gefahrenen drei Viertel Weg mit halber Geschwindigkeit und suchenden Blickes wieder zurückfahren muss, statt das letzte Viertel, welches auch noch vorrangig leicht abschüssig gewesen wäre, in der Hoffnung, das verlorene Gut wieder zu entdecken, um schließlich aber fast erwartungsgemäß feststellen zu müssen, dass sich offenbar bereits jemand des herrenlosen Ledermäppchens angenommen hat, ist dies unzweifelhaft schlecht.

 

Wenn man mies gelaunt und gedanklich schon damit beschäftigt, welche Papiere man jetzt in welcher Reihenfolge neu beantragen muss und wie man kurzfristig an Barmittel kommen kann, zuhause ankommt und ein blinkendes Telefon vorfindet, auf dessen AB freundliche Radfahrer einem bereits mitteilten, dass sie meinem Portemonnaie eine vorübergehende Zuflucht geboten haben und eine Handynummer hinterlassen, dann ist dies wiederum definitiv gut (sehr gut sogar, es erleichtert mir das Leben und verbessert meinen Optimismus die menschliche Rasse betreffend).

 

Natürlich wollte ich schnellstens wieder in den Besitz meiner Börse kommen, also huschhusch ins Auto und der Radwandergruppe hinterhergefahren. Wenn man so etwas in Gedanken tut, kann es schon mal passieren, dass man seine Einschätzungsfähigkeit betreffend die Dauer von Gelbphasen an Ampeln etwas durcheinanderbringt und die Lichtzeichenanlage bei Kirschgrün passiert. Das ist schlecht.

 

Nach einiger Recherche und wieder im Besitz diverser Karten und Bargeld herauszufinden, dass nicht das für meine Fahrtrichtung zuständige Blitzgerät, sondern jenes, das die Gegenrichtung befeuert, dazu ausgelegt ist, nicht nur Raser sondern auch Rotfahrer zu blitzen, wirkt akut gemütserleichternd und ist deshalb gut.

 

Deshalb bitte nicht böse sein, wenn ich auf die Frage, wie denn so mein Sonntag war, zunächst in heftiges Stirnrunzeln verfalle.

 

P.S.: Wussten Sie eigentlich, Frau Jolie-Pitt, dass es in den alten „Fix-und-Foxi“ Comics des Kauka-Verlages unter anderem einen etwas durchgeknallten, großschnäbeligen Professor namens „Knox“ gab? Nee, wohl nicht, oder? Wahrscheinlich gehören Sie eh nicht zu den Stammlesern meines Blogs, also sei’s drum, dann halt Knox…

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28 Kommentare zu “Tage wie dieser

  1. Ich finde, so schlecht klingt das doch alles gar nicht. Also eher sogar im Gegenteil.
    Jetzt freu dich, du hattest einen schicken Sonntag.
    So.

  2. Zu Befehl, Generalin Nika! Sonntag wird wunschgemäß als schick angesehen. Die zwischenzeitliche Adrenalin-Befeuerung stufe ich als Frischzellenkur ein.

    Ist schon ziemlich lange ruhig an der Mailfront, aber ich verstehe, da ist ja dein neues Schätzchen und so…

  3. Wechselbad ist gesund. Das wissen wir seit Herrn Kneipp. Und Ende gut, alles gut. Das wissen wir seit den Gebrüdern Grimm. Das Leben ist kein Ponyhof, das wissen wir von Herrn Stromberg. Und letztlich ist es auch wie eine Pralinenschachtel. Fragen Sie Mr. Gump.

    Also dreimal Kreuze machen und sich freuen. 🙂

  4. Das Leben ist kein Ponyhof? *lol*, haha, das ist übrigens auch der Untertitel eines ganz witzigen Blogs, dass ich…ähh…ach so…

    Merke: Für Lebensweisheiten wie für die meisten anderen Dinge gilt: Die Doris…quatsch…Dosis macht das Gift. Wäre es also im Interesse meiner körperlichen und seelischen Gesundheit möglich, Dich auf maximal 2 Weisheiten pro Kommentar zu beschränken?

    Läuft?…priiiiima!

    Du weißt ja: Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor man selbst in die Grube gefallen ist.

  5. Tut mir leid, kann ich nix versprechen. Nämlich: Lebensweisheiten, die Dir heute in den Sinn gekommen, schieb auf keinen Fall auf den Morgen. Denn vielleicht ist bis dahin der andere gestorben und Deine Worte zum Nachruf geworden.

    Die Reime sind ein Geschenk des Hauses und kostenlos zum Mitnehmen. Und sollten sie nicht gefallen, so denke man bitte ans Gaul und seine Zähne. Salve!

  6. Haha, of course.
    Was meinst du, wie das hier aussehen würde, liesse ich mich auch noch zum kommentierenden Dasein hinreissen. Nicht auszudenken!

  7. Muaahahahaa, Lordfuckingmurder hat ein Avatar. Und wie passend! Ein Folterinstrument auf Beinen. Gleich auf vieren. Und ein Bauch mit einem Aliengebiss. Wie geil ist das denn bitteschön? 😀

  8. Lord was bitte????? So, dann mal schöööön auf den Mund und rein mit der Seife. Sowas gibts hier ja mal überhaupt nicht.

    Im übrigen hatte ich dieses Avatar schon mal gezeigt. Nicht aufgepasst, hä? Sowas wird aus einem Küken, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Echt!

    Pass schön acht, sonst frisst dich mein Bauch…

  9. Ich meinte es doch so, dass unser Herr Lord alle Mörder erledigt, die ihm über den Weg laufen. Ist doch so, oder? Ich möchte hier ein lautes JAAAAA hören, damit ich mich in diesem Blog sicher fühlen kann. So, und dann hab ich mir gedacht, das könnten wir auch im Jugendstil (nicht im Alten, sondern im Neuen) ausdrücken, so nach dem Motto:

    Wenn Lordi einen Mörder trifft,
    der ist aber bald gefickt.

    Yo, Man!

    *aufderbühnerappend*

  10. Yo, Pussies, Sagt mal, benehmt ihr euch immer so auf anderer Leute Blogs? Hat das was mit den heute vorbeirauschenden Asteroiden zu tun?

    Ich bin einigermaßen erschrocken…soviel Seife hab ich überhaupt nicht vorrätig, muss schon auf Duschgel ausweichen…

  11. Herzken, ich verrat‘ dir jetzt mal was :
    Ich bin ein Zechenkind. Grossgeworden mitten im Herzen des Ruhrgebietes. Ich darf das.

    (und eins noch : ich versuche mich hier zu benehmen und mein normales Verbaltourette, dass ich im Netz schlimm habe, zu unterdrücken.)
    =)

  12. Nänänä, hier nich mit Tourette rausreden wollen…Ruhrgebiet entschuldigt zwar einiges, aber auch nicht alles.
    Der Versuch des Benehmens wird gewürdigt, es ist aber um Sackhaaresbereite daneben gegangen.

    Vielleicht gibst Du mir mal die E-Mail-Adresse deiner Eltern oder wer auch immer versucht hat, dich zu erziehen.

    Und Judith, dieee nachgereichte „Erklärung“ ist ja wohl auch an den Nadeln herbeigezogen…

    Ich zieh mich hier lieber mal einstweilen zurück…

  13. Ich störe ja ungern – aber der Lord hat Recht :
    man sollte eigentlich immer das, was einem oben liegt, auch rauslassen. (nur geldbörsen nicht).

    Wer weiß, ob einen nicht doch der Doppelasteroid oder der Herzanfall trifft und dann ist alles zu spät.
    Falls das Ihr letztes Blogpost gewesen sein sollte:
    danke, sehr schön.
    Falls nö, freue ich mich auf eine Fortsetzung.

  14. Oh, nett sein ist hier durchaus erwünscht. Muss ich hier eigentlich jeden Kommentar mit einem Augenzwinker-Smiley versehen, meine Güte??

    Ich bin hier bislang nicht ernsthaft verstimmt, herrje. Für was für eine Mimose haltet ihr mich eigentlich?

    Also, jetzt mal bitte Ruhe im Glied, bzw. dem andern Ding da und lääächeln :o)))

    Den letzten Satz habe ich übrigens mal gefl. überlesen, tss…

  15. Cara, wie könntest du stören? Um Gottes Willen, bloss nicht vom Gesabbel abschrecken lassen. Ich vermute, der Herr Frosch wäre dann sehr traurig und das kann ja keiner wollen. Am Ende weint er noch in sein kleines Kissen.

    Und Frosch, nett sein ist erwünscht? Wie heisst es doch so schön, wir sin‘ hier nich auf’n Kinnergeburtstach.
    Wünschen gilt nicht.

    P.S. Das Daumendrücken hat geholfen glaube ich 🙂 Danke.

  16. Jessas, hier fangen an Menschen Worte ernst zu nehmen. Wo bin ich hingeraten? Herr Mordfrosch, Sie sind raus, weil Sie sich entschuldigt haben. Und Liebe bedeutet, sich niemals entschuldigen zu müssen. Sprich, Du hasst uns. DAS ist unnett bis zum geht nix mehr. Wie Du Dich da rauswäscht, da bin ich mal gespannt.

    Und jetzt hätte ich gerne eine Antwort auf die RSS-Frage. Kriegt man die hier umsonst oder muss ich zuerst ein Eis spendieren?

  17. uäärggs…jetzt zitiert sie auch noch „Love Story“…NEINNNN! (H. Simpson).
    Wo habe ich mich bitte entschuldigt? Und für was?

    Und dass ich euch liebe, werde ich frühestens mit meinem letzten Atemzug röchelnd eingestehen, sonst hätte das Ganze doch so gar kein Drama.

    RSS? Das ist doch so ein Verkehrsleitsystem im Autoradio, oder? Was weiß ich, wie das geht hier, bin kein Techniknerd…Unbestätigten Gerüchten zufolge müsstest Du nur an meine Blogadresse ein /feed/ anhängen, schon bekämst du ein unseriöses und völlig überteuertes Blogabo aufgeschwatzt, Aber mach mich nicht an, wenns doch nicht funktioniert, ich weiß nix, ich kann nix..

    …im übrigen erstmal einen wunderschönen guten Morgen!…ach, und auf die Sache mit dem Eis komme ich gelegentlich nochmal zurück, mmmhhh…

  18. OK, alles wird gut. Hoff ich. Eis hätt ich jetzt auch gerne. Ansonsten, mein Heute ist wie das Gestern vom Nikakind. Alle bitte 2 Schritte zurücktreten. Boah…

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