NYC in HH

Noch bin ich in Hamburg, aber ich muss hier doch mal kurz nach dem rechten sehen…

Eigentlich gehört ein Kinobesuch nicht unbedingt zum Programm einer Städtereise, denn Filme sehen in Hamburg in aller Regel nicht erkennbar anders aus als in Frankfurt. Es ergab sich aber für mich die Möglichkeit, mir im Abaton den Film „New York i love you“ anzusehen, den ich in Ffm. irgendwie verpasst hatte.

Es ist eingentlich kein Film, sondern eher eine teils nur skizzenartige Beleuchtung unterschiedlicher Schicksale New Yorker Einwohner. Eigentlich müssten sämtliche Alarmglocken bei einem läuten, wenn man sieht, welche Ansammlung von prominenten Namen in diesem Film mitwirken, aber das war in diesem Fall okay, denn die meisten huschen eher durch den Film. Die Hauptrolle spielt schon die Stadt.

Er hat mir gut gefallen, war sehr inspirierend, allerdings werden derart viele kleine Geschichten angerissen, dass in mir schon das Bedürfnis wuchs, das eine oder andere Schicksal noch ein wenig weiter zu verfolgen. Die Geschichte mit der Assistentin, die der Komponist bislang nur telefonisch kennt und die sich aus freien Stücken bereit erklärt, mehrere Dicke Bände russischer Literatur für ihn zu lesen, obwohl ein Auftraggeber, dies von ihm verlangt hatte, um die notwendige Einfühlung für seinen Auftrag zu bekommen. Der Film reißt mit seinen Skizzen so einige Emotionen beim Betrachter an und es fehlt die Zeit, sich damit auseinander zu setzen, da schon die nächste kleine liebenswerte Geschichte ansteht. Berührend viele davon, manche etwas zu sehr auf einen Überraschungseffekt hin poliert, jedoch dennoch sympathisch. Andere vielleicht ein wenig zu sehr an der Oberfläche verbleibend. Kurz vor Schluss gibt es diese liebevolle Mann-Frau-Situation in einem Restaurant und aus dem Hintergrund schleicht sich Radioheads „No surprises“ heran, ein Stück, dass mir bereits ohne Bilder stets nahe geht. Da ist man dann schon recht schnell beim emotionalen Outbreak.

Einen indirekten Überraschungseffekt gab es im Abspann für mich. Die letzte Story dreht sich um ein altes Ehepaar, welches sich zu Ehren seines … 60.?? … Hochzeitstags an die Seaside schleppt und sich dort für ein paar Momente innig verbunden dem Ausblick hingibt in dem Bewusstsein, dass es das letzte Mal sein kann. Der Darsteller des alten, klapperigen und  sehr gebrechlichen Mannes ist Eli Wallach, den ich und sicher auch viele andere als den fiesen feisten Gangster aus „The good the Bad and the ugly“ (Zu deutsch: Zwei glorreiche Halunken) kennen („Hey, Blonder!!!“). Erschreckend, was Zeit mitunter mit Menschen macht …

Schauts euch ruhig an, ich denke mal, jeder wird wenigstens ein oder zwei Skizzen entdecken, die ihm nahe gehen, vielleicht ja die mit der rollstuhlfahrenden Tochter des Apothekers, die die sitzengelassene männliche Jungfrau zum Abschlussball begleitet und ihm die erstaunlichste Nacht seines Lebens beschert oder die des Malers, der sich in das Gesicht einer Ladenangestellten verliebt und dieses im nächsten Restaurant eilig mit einigen Pinselstrichen und Sojasoße auf einer Serviette nachempfindet.

Nein, nein, ich verbringe meine Hamburger Zeit nicht nur in Kinos. Davon aber später mehr …

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