Behaart aber herzlich

Wenn man sich über Haar- und Bartwuchs Anderer auslässt, während der eigene Kopfrasen zusehends spärlicher gesät ist, gerät man ja schnell in den Verdacht, hier neidgefüllte Giftpfeile abzufeuern,aber dem ist selbstverständlich nicht so. Warum sollte ich mich zu derlei Themen nicht mehr kompetent äußern dürfen? Ich behalte mir ja auch vor, als Nichtkuh zum Thema „Milch“ zu philosophieren … aber nicht jetzt, ein ander Mal vielleicht.

Back to ze Eigentliches: Der Hagen R. trägt ja, wie man letztens per TV verfolgen durfte, nunmehr auch Barthaar. Und zwar voll. Nicht so ein designtes Muckerbärtchen mit Aussparungen, sondern frei wucherndes Barthaar der Marke „Ta.libans Bester“. Mit so einer Matte plus selbstgehäkeltem Pullover wäre man in den 80ern ganz weit vorne auf der Kandidatenliste der GrünAutonominnenBioPax-Liste Niedersachsen-Ost gelandet.

Wie mir zugetragen wurde, scheint dies aber durchaus anzukommen. Bei Live-Begutachtung schwanken manche Damen offenbar zwischen jungmädchenhaftem Schwärmen und spontan einsetzender Schrittfeuchte. Naja, manche habens halt. Ich bin mir halt nur nicht sicher, ob der weiterhin getragene Nackenumpuscheler optisch noch dazu im Einklang steht. Das greift langsam um sich, erst Judiths Pola, nun der Hagen … vielleicht sollte ich auch mal …?

Ein ganz anderer Fall ist der werte Herr Bülent C. aus M. Bei dem haben höchstens einige Witzchen einen mächtigen Bart, er hingegen konzentriert sich lieber auf die umfangreiche Züchtung des Haupthaares und lässt dieses gerne auch mal bei jeder sich passenden oder auch unpassenden Gelegenheit durch die Gegend flattern. Egal ob Quizmoderater oder Rennwagen-Weltmeister, jeder bekommt erstmal des Herren Mottenfiffi übers Gesicht gezogen. Ekelhaft!

Es ist ja schön für ihn, wenn er sein Frausein so offensiv zeigen kann und Experte für Seidenglanzpflegeprodukte wird, aber Haare wachsen lassen alleine scheint mir als Lebensleistung doch ein wenig dünn zu sein.  Wer ein dermaßenes Gewese um seine Hornfäden macht, der muss sich nicht wundern, wenn er eines Tages mal unter dem Vorwand eines Auftritts in die Kulturhalle „Schnippschnapp“ eingeladen wird und sich dann ein Rudel wilder Scheren auf ihn stürzt. Bei der Gelegenheit ließe sich auch gleich noch das Schamhaar am Kinn operativ entfernen.

„Don’t mess too much with your Hair or by the Time you’re 40 it will look 85!“

(Baz Luhrmann, Sunscreen)

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16 Kommentare zu “Behaart aber herzlich

  1. … und ich hätte schwören können, dass Lord F. sein Haupthaar auch eher länger trägt ;-(

    (Vielleicht hat auch nur der mittelalterliche Typ irritiert)

  2. @anima: Huch, ich dachte, Vokuhila wäre allgemein bekannt. Du findest z.B. viele Vokuhilas im Panini-Sammelalbum „Fußball-Bundesliga 86/87“ und dergleichen. Vorne kurz, hinten lang war damals bei vielen die Devise. Am besten mit Nackenspoiler, gerne auch Regenwasserablaufrinne genannt.

    • Nee … nicht wirklich – zumal ich auch nie ein Panini-Sammelalbum bessesen habe und mich die Bundesliga in den 80ern nicht mal peripher interessiert hat *gemeingrinsendessmilieohnezwinkerauge*

      Aber ich danke Mylord für die allumfassende Aufklärung ^^

  3. Ich hab gegruebelt, aber Hagen R. ist Hagen wer?

    Bei Buelent Dings kann ich nur nicken *nick*

    Bliebe noch die Frage ab welchem Alter Ohr- und Nasenhaare den Weg nach draussen suchen. Ach ja und die Rueckenhaare, die beim Hinlegen knistern.

    Und Hornfaeden ist so ein tolles Wort.

    • Hagen R. ist Hagen Rether in seiner Rolle als Hagen Rether.

      Ich bin kein Haarologe, deswegen möchte ich nicht vorschnelle Beurteilungen darüber abgeben, ab wann wo Haare wachsen. Knisternde Rückenhaare klingt aber ein wenig gruselig. Da hilft vielleicht eine Pflegespülung? Einfach mal probieren …

      Hornfäden ist ein wissenschaftlicher Begriff für Haare. Die Wissenschaft hat ja so eine Art, selbst das Verliebtsein derart als nüchterne Abfolge hormoneller und synaptischer Reiz-Reaktions-Muster darzustellen, dass man schon gar keine Lust mehr darauf hat …

  4. Ich bin überrascht: Da kennt noch jemand Baz Luhrmanns „Sunscreen“ auf dieser Seite des Monds! Aber beim Lord überrascht mich das andererseits auch wieder nicht. Danke für die Erinnerung daran …

    -Frank

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