Tohrtour

Liebe Ohren, wenn ich das gewusst hätte, wärt ihr heute zuhause geblieben. Tut mir echt leid …

Ich will ja gar nicht über das ständige Telefongebimmel und das Gesabbel aus 10 Richtungen auffe Maloche jammern, denn das ist ja beinahe schon Normalzustand in dieser Zeit. Zuviele wichtige Menschen halt …

Aber dann kam halt noch ein kleiner Einkaufscenter-Besuch hinzu, der meinen Hörmuscheln den Rest gegeben hat. Zunächst im Elektrofachmarkt-Erdgeschoss subsonische Klangwelten in Maximallautstärke, um das neue Surroundsystem angemessen vorführen zu können. Meine Flucht trug mich gottseidank schnell in den 2. Stock,wo ich mich sicherer wähnte. Eigentlich hätte ich aber doch aus Erfahrung wissen müssen, dass derlei Hoffnung trügerisch ist. Ultralaute Partybratzentechnomusik, die mich unmittelbar aggressiv macht. Sollte ich unter solchen Bedingungen mal bei jemandem stark lebensverändernd einwirken, muss ich vor Gericht auf verminderte Schuldfähigkeit plädieren.

Dazwischen aber auch mal ein wenig Erstaunen. An einer der vorhandenen Musikabhörstationen hatte ein Vorhörer tatsächlich „ABBA Gold“ angehört. Ich tippe auf Kaspar Hauser, denn wer sonst auf dieser bräsigen Welt muss denn heute noch „Dancing Queen“ oder „The Winner takes it all“ probehören? Die Welt kann schon merkwürdig sein zuweilen …

In eine Bratzenpause hörte ich einen sagen, diese Musik würde gespielt, damit die Beschäftigten in Bewegung bleiben (Notiz an mich: CC an Amnesty International und World Wildlife Fund). Obwohl ich dort noch nicht beschäftigt bin, blieb auch ich in Bewegung, vor allem in Richtung Ausgang.

Ein paar Häuser weiter zur Beruhigung eine kleine Abendmahlzeit einnehmen, so mein Plan (zustimmendes Nicken des Magens). Dort angekommen wieder Musikbeschallung. Bluesrock. Naja, halb so wild denke ich mir, aber auch deutlich lauter als notwendig. Plötzlich verharrt das Stück tonal an einer Stelle für gefühlte 15 Minuten als wäre Gary Moore mit seinen Fingern an einer Honigfliegenfallengitarre kleben geblieben. Natürlich in der höchsten Tonart. Musik, die Zahnärzte bestimmt einsetzen, um arglosen Zahnputzverweigerern zu demonstrieren, wie sich ein vereiterter (ich schrieb eben zunächst „vereierter“, das könnte momentan aber auch passen) Backenzahn anfühlen muss. Da gingen meine Ohren in einen Warnstreik, zurecht wie ich eingestehen muss. Das später nachgeschobene „Smooth O(hr)perator“ konnte auch nichts mehr retten.

Werde also den restlichen Tag oder die restliche Woche in einer gar nicht mal unangenehmen Gedämpftheit verbringen. Super!

Ob ich was? Hä? Wahaaaas? …

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