Mehrkornvibrator

Vom Wandel im Handel

Die Verweildauer von Geschäften ist in heutiger Zeit oftmals wesentlich kürzer als es früher der Fall war und alleine die Tatsache, dass es sich um ein Traditionsunternehmen handelt, sichert heutzutage keinen Absatz mehr. Da hielt sich beispielsweise „Hirschhornknopf-Schaluppke“ seit 126 Jahren und 5 Generationen in einer Seitenstraße der Einkaufsmeile recht ordentlich, aber mittlerweile eröffnete in der Nähe „ButtonWorld“, die ja viel mehr Auswahl haben und zudem billiger sind und das war es dann mit der Tradition.

Aus dem Nähbedarfladen wird ein Handyshop, aus der kleinen Pattiserie ein Asian-Food-Takeaway, aus dem kleinen, feinen Reisebüro ein 99-Cent-Laden. Nur ganz selten verläuft es in gegensätzlicher Richtung.

Oder – um einmal die Kurve zum eigentlichen Geschehen zu bekommen – es wird auch mal ein Laden für den täglichen Erotikbedarf zum Kettenbäcker, wie es vor kurzem auf einer der meistbefahrenen Ausfallstraßen Frankfurts der Fall gewesen sein muss. Vermutlich bin ich bereits einige Male daran vorbeigefahren, ohne es zu bemerken, zumal ich dort nicht zur Stammkundschaft gehörte, aber letztens fiel mir dann doch auf, dass „Bäckerkönig“ ein merkwürdiger Name für einen Erotikshop ist. Dies liegt vor allem daran, dass man sich anlässlich der Neunutzung des Ladens möglichst wenig Kosten aufhalsen wollte und quasi das gesamte Erscheinungsbild beließ, insbesondere den signifikanten roten umlaufenden Streifen vor weißem Hintergrund, der sich um den Eckladen schlingt. Nur ein neues Firmenschild in gleichfalls roter Farbe wurde spendiert.

Nach erfolgter Erkenntnis stellten sich in meinem einschlägig vorbelasteten Hirn natürlich beinahe automatisch eine Reihe mich belustigender Gedanken ein. Wenn es mir erst so spät auffiel, werde ich ja wohl nicht der einzige gewesen sein, der von der Schnelllebigkeit der zeit überrascht wurde. Garantiert gab es da den Herren mit hochgeschlagenem Mantelkragen, der hastigen Schrittes den Laden betrat und sich wunderte, warum der P-nisring jetzt so wulstig und mit einem milchigen, süßlich riechenden Gleitgel versehen ist, das doch eher an Zuckerglasur erinnert.

Auch die geringe Anzahl verfügbarer DVDs dürfte bald stutzig machen und schießlich erfolgt die ernüchternde Erkenntnis, dass ein „Eierweck“ doch keine erotische Spielerei sondern nur ein Backwerk ist.

Dennoch kann ich mich des Gedankens nicht ganz erwehren, dass der Renner unter den dortigen Backartikeln die Mohnstange sein könnte. Warum nicht gleich ein Joint-Venture aus beiden Bereichen kreieren? Mit Cupbukakes und derlei … Jaja, ich bin kindisch, ich weiß …

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s