Bembeltown

Ja, ich gebe es zu, immer wieder mal in der NEON zu lesen und das trotz meines nahezu heesterschen Alters. Irgendwie musste ich ja den Wegfall von YPS und des KNAX-Sparkassenheftchens kompensieren und Blitz-Tipp befriedigt mein Informationsbedürfnis dann doch nicht auf allen Ebenen.

Unverrückbarer Bestandteil jeder Ausgabe ist die Rubrik „Unnützes Wissen“, bei der aber doch immer wieder etwas hängen bleibt. Während es hier aber nur eine halbe Seite ausmacht, könnte ich Magazine nennen, die von der ersten bis zur letzten Seite damit gefüllt sind. Diesen Monat lernen wir beispielsweise, dass Frauen zumeist kitzliger sind als Männer (kein Wunder, verfügen sie doch über eine entsprechende Vorrichtung),  was sich hinter dem Begriff „Pseudohalitosis“ verbirgt und dass Heroin Verstopfung verursacht, aber das wissen ja sicher viele von Euch bereits.

Im gleichen Heft befindet sich auch der große Städtetest hinsichtlich der Frage „Welche Stadt passt zu mir?“ Natürlich ist Frankfurt auch dabei und ich kann gar nicht allzuviel kritisches dazu sagen, außer dass nun eines meiner Lieblingscafés bundesweit dem Pöbel bekannt gemacht ist.  Dass man von keiner anderen Großstadt in Deutschland aufgrund des Flughafens, der vielen Autobahnkreuze undsoweiter schneller und vielfältiger wegkommt als von Frankfurt ist nach längerem Sinnieren aber nicht unbedingt als Kompliment zu verstehen.

Inspiriert von beiden genannten Themen dchte ich mir, es wäre nun ein hübscher Zeitpunkt für weiteres unnützes Wissen über Frankfurt. Here we go:

  • Frankfurter Kellnern in Apfelweinwirtschaften darf fristlos gekündigt werden, wenn sie mehr als zweimal dabei ertappt werden, freundlich zu Gästen zu sein (Urteil des Arbeitsgerichtes Frankfurt aus 1967, heute noch aktuell).
  • Apropos: Das Frankfurter Nationalgetränk Apfelwein (Äppler, Ebbelwoi usw.) ist eigentlich eine Mischung aus Mäusepipi und altem Wurstwasser, was aber niemand wissen darf. Die guten Äpfel werden stattdessen für Kuchen benutzt.
  • Einmal jährlich – meist an den unwirtlichsten Wintertagen – wird die Skylinekulisse abgebaut und gereinigt. Während dieser Zeit ist es bei Anwendung der Todesstrafe verboten, Fotos von diesem Bereich zu machen. Dies funktioniert, da die Todesstrafe nach wie vor Bestandteil der Hessischen Verfassung ist, ein Geschenk der amerikanischen Besatzung.
  • Wann immer eine Einwohnerzählung in Frankfurt stattfindet, werden Flughafen, Hauptbahnhof und alle Autobahnkreuze gesperrt und alle unfreiwillig Gestrandeten einfach mitgezählt, damit man wenigstens über die 500.000-Einwohner-Grenze kommt.
  • Es tauchen immer wieder Gerüchte auf, dass es in Kernfrankfurt noch die eine oder andere Seitenstraße geben soll, die nicht zur Anwohnerparkzone von 5:00 Uhr morgens bis 4:30 Uhr nachts erklärt wurde, aber zeigen konnte sie bisher noch keiner. Moderner Mythos also …
  • Anfang der sechziger Jahre wurde in einem Geheimpapier vereinbart, dass im Gegenzug für den massiven Zulauf bedeutender Wirtschaftsunternehmen und vor allem Banken und Versicherungen ein freiwilliger Verzicht auf die Deutsche Fußballmeisterschaft für Eintracht Frankfurt eingeräumt wurde, was 1992 fast schiefgegangen wäre. Dafür ist es zumindest erlaubt, durchschnittlich alle 15 bis 20 Jahre Pokalsieger zu sein.
  • Trotz des immer noch weit verbreiteten Klischees, Frankfurt sei die Kriminalitätshauptstadt Deutschlands, bedeutet „Ausm Gerippte trinke“ nicht, dass man nur Getränke aus gestohlenen Gläsern zu sich nimmt, sondern es bezieht sich auf das typische Muster von Apfelweingläsern.
  • Goethe und ich haben einiges gemeinsam. Wir verbringen beide ein wenig Zeit mit Schreiben, sind gebürtige Frankfurter und hätte ich den Namen meines Paten als zweiten Vornamen, hieße ich auch „Wolfgang“ in der Mitte. Heinz Schenk hingegen kommt aus Wiesbaden.

So, im Übrigen gilt natürlich weiterhin „Woanders is auch scheiße“ (Frank Goosen) …

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6 Kommentare zu “Bembeltown

  1. Offensichtlich lieben Sie ihre Heimatstadt (wider jede Vernunft, aber das ist ja bei so Emotionsdingens häufig der Fall). Trotzdem muss ich Ihnen sagen, dass ich dieses Ebbelwoi-Zeugs einfach furchtbar finde. Sonst aber nix.
    (PS. Beware of Simone Rethel. Er wird nicht ewig leben, und wenn Sie sich jetzt schon als Nachfolger ins Gespräch bringen…)

  2. Frankfurt? Ist das nicht dieser Vorort von Offenbach, der zur Ansiedelung der Flughafenmitarbeiter zwischen Offenbach und Flughafen hingebaut wurde?
    (Ich hatte 3 verschiedene Arbeitgeber, die in Frankfurt ansässig waren und alle bankrott gingen. Ob das was zu sagen hat?)

  3. Apropos Heinz Schenk. Ich hatte bei dem Titel „Bembeltown“ wirklich die Hoffnung gehegt, dass ich hier erfahre, wann es endlich mit dem Dreh des Crossover-Zum blauen Bock-Indiana Jones-Films „Heinz Schenk und der Bembel des Todes“ losgeht. Aber wieder nix. *seufz*

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