Berlimpressionen

Das nächste Mal mache es dann aber ganz bestimmt.

Was? Naja, ich betrete eine U-Bahn, warte kunstvoll einige Sekunden und lege dann los:

„Schönjutentach, verehrte Damunherrn, tschulljense die Störung, ick bitte nur kurz um ein klein wenich von ihre Uffmerksamkeit. Mein Name is Lord Foltermord und ick bin mal wieda zu Besuch in ihre schöne Stadt. Ick komme eijentlich aus Frankfurt und da bin ick es eenfach nüsch jewöhnt, wenn ma nach jeder Haltestelle Leute uff ihrer Quietschkommode oder Geige wat vordudeln oder misch zum Kauf vonner Obdchlosenzeitung zu Spenden nötjen wollen. Ick habe sehr jroßet Verständnis für die Notlage von mansche und spende ooch jerne hin un wieda, aber nüsch in diese Taktung. Könnten wa uns also druff einijen, det ick nur zweemal am Tach hier anjenötischt werde? Dit wäre janz knorke. Falls Ihnen meen Vortrach jefallen hat, har ick ooch nüschd gejen ne kleene Spende, ick will nämlisch jleich noch ins KaDeWe, wat koofen …“

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Ich mag das Berliner Idiom sehr gerne und durchaus auch die dortige Ureinwohner-Mentalität, es ist aber immer wieder belustigend, dass es irgendwie sogar dann leicht aggressiv klingt, wenn ein Urberliner „HALLO, MEIN LIEBER, ICK HOFFE, ES JEHT DIR JUT!“ sagt.

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Sir Vice lässt allen, die ebenfalls noch die Gemälde von Herrn Richter anschauen möchten, ausrichten, dass man letzten Mittwoch um viertel nach 10 circa 20 Minuten anstehen musste, das geht ja noch. Voll ist es halt, damit muss man leben können.

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Wunderte mich gestern, dass ausgerechnet das Stationsschild „Berlin-Wannsee“ in alter Schrift (offenbar gotisch)  geschrieben steht. Vermutete sofort eine Konfer einen Beschluss als Grundlage für derartiges und nicht, dass man seit 1912 einfach nicht mehr daran dachte, es zu modernisieren. Kurze Recherche ergab: Der Bahnhof Wannsee steht wohl unter Denkmalschutz und das ist offenbar eine der Folgen. Ganz konsequent ist man in der Umsetzung aber wohl nicht, denn es dürfen dennoch elektrische Züge den Bahnhof durchfahren.

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Tsstss, Bundespräsidentenvereidigung, Filmpremiere von Schweighöfers neuestem am Potsdamer Platz, Echo-Verleihung und Herr Sutherland war auch vor Ort, also maximale Promidichte und wen sehe ich?

Diesen blonden Moderator, der früher mal eine Show machte, wo Leute so ganz komische Sachen machten und prominente Gäste mussten drauf wetten, ob die das schaffen … wie hieß der gleich nochmal? … Irgendwas mit Teufel oder so … was macht der heutzutage eigentlich? …

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Besonders billig ist es nicht unbedingt, aber wenn ich ansonsten nach Musikalben in Läden schauen muss, wo sie zwischen PC-Spielen, Waschmaschinen und Stabmixern ihr Restleben fristen, genieße ich es doch jedes Mal, dieses Kulturkaufhaus in der Friedrichstraße zu betreten, in der es praktisch nur Musik und Bücher gibt. Sogar eine veritable Vinylabteilung haben sie dort.

(Die Scheibe oben neben der mit der Discotittenmaus kann ich übrigens wärmstens empfehlen.)

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