Fahrradkind revisited

Das war doch eine dieser typischen Situationen in der Kindheit: Man gurkt ein wenig linkisch mit dem etwas zu großen Fahrrad herum, ein kleines Erdbeben oder etwas ähnlich Unvorhersehbares passiert und PLUMPS liegt man daneben.

Selbst wenn man sich dabei nicht verletzte (was zumeist der Fall war), waren da diese Schrecksekunden und dann begann die Plärrerei aufgrund einer Mischung aus Irritiertheit, Scham, Wut und werweißwasnoch. Endlich kam dann ein Erwachsener, nahm einem auf den Arm und streichelte Kind und Ego oder lenkte die Aufmerksamkeit auf etwas Anderes, z.B. einen komisch aussehenden Hund. Nach einiger Zeit war dann wieder alles gut, man gab dem doofen Rad noch einen zornigen Tritt und weiter ging es.

Viele Jahre später glaubt man dann, erwachsen zu sein, hatte auch schon einige schlimme Situationen er- und überlebt und wähnt sich in einer zunehmend souveränen Grundverfassung und dann kommt hin und wieder doch ein Ereignis und man ist wieder zunächst irritiert über das, was mit einem passiert, bevor man diesen Kloß spürt, der sich irgendwo zwischen Thymusdrüse und Herzgegend bildet und aus einem herausschwappen will und man hofft, dass niemand in der Nähe ist, der das mitbekommt.

Der Unterschied zu damals:  Es nimmt einem niemand mehr in den Arm, es laufen gerade keine komisch aussehenden Hunde herum und es wird auch nicht wieder alles gut.

(no comments, please!)

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2 Kommentare zu “Fahrradkind revisited

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