The Dark Side of the Kurpark

Natürlich höre ich generell am liebsten diese auf Metalleimern gespielte Variante von Punkjazz-Dubstep, aber man hat ja auch so seine musikalischen Abgründe …

Gelegentlich komme ich also auch durchaus mal nicht umhin, mir beispielsweise das eine oder andere Werk von Pink Floyd anzuhören und es sogar gut zu finden. Das hat dann auch mit Erinnerungen an Kindheit und Jugend zu tun und geht euch eigentlich auch gar nix an, pah.

Wenn nun jedoch atens schönes Wetter ist und btens im Nachbarörtchen im Rahmen eines mehrtägigen Pfingstfestes eine Floyd-Coverband im dortigen Kurpark auftritt und man ctens nix besseres zu tun hat, weil der ESC ja erst einen Tag später läuft, kann man sich schon einmal überlegen, dort hinzugehen, zumal dtens das Ganze auch noch für Umme ist und ein kurzfristiger Abbruch der Veranstaltungsbeiwohnung im Falle von akuter Schlimmheit somit nicht ärgerlich.

Wirklich schlimm war allerdings nur das Endlosgelaber des Moderators vor- und nachher, der sich an seinem eigenen Verbalauswurf berauschte und wiederholt darauf hinweisen musste, dass besagte Coverband bald in größeren Hallen spielen wird mit noch mehr Bühnenshow und vor allem einem sprechenden Schwein.

(Jaja, genau diesen Gedanken, den die werten Lesefröschlein nun entwickeln, hatte ich auch, hihi)

Das Konzert selber war aber gar nicht so schlimm, wenn man sich mal an das Gefühl gewöhnt hat, ProgRock auf Bierzeltgarnituren sitzend zu goutieren. Auch das etwas vollschlank geratene Hüpfmännchen mit Glatze im Vordergrund hätte ich eher bei der Hermes House Band verortet, aber sei’s drum.

Musikalisch war das Ganze durchaus ambitioniert wie routiniert. Man scheute sich auch nicht, vor eher klatschwilligem Publikum, nach den ersten Gassenhauern wie „Time“ oder „Money“ (bei dem sogar selbstgedrucktes Geld in die Menge geworfen wurde) dazu überzugehen, mehrere der längeren Stücke mit Endlosgitarrengegniedel hintereinander zu spielen, was dem Einen oder Anderen im Publikum schon veranlasste, sich mal was Neues zu trinken zu holen. Gerade noch rechtzeitig bevor das Interesse überlappend verloren zu gehen schien, kamen die berühmten Hubschraubergeräusche, die geschlagenen Gitarrenakkorde und die Megafon-Schreiereien, die dann wie auf Platte in „We don’t need no Education …“ übergingen und dann brach das Johlen und Klatschen im Publikum aus. Endlich Bierzelt-Atmo!

Es waren über zweieinhalb Stunden Show, also Respekt! Als Zugabe das vermutete „Wish you were here“ und -haha – „Shine on you crazy Diamond“, meinem langsam schmerzenden Rücken zuliebe in einer leicht gekürzten Fassung.

Ja, doch, war nett. Viel Spaß künftig in den größeren Hallen und entscheidet rechtzeitig, wer sich um die Hinterlassenschaften des sprechenden Schweines zu kümmern hat!

Nur schade, dass sie weder „Smoke on the Water“ noch „Stairway to Heaven“ gespielt haben …

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