Circle of Read

Heutzutage ist ein Lesezirkel ein beinahe schon grundsympathischer Anachronismus. Ich verorte seine Existenz vor allem in den 70er und 80er Jahren. Wenn es einem nicht allzu wichtig war, seine Lieblingsmagazine bereits am Erscheinungstag lesen zu können, war dies ein durchaus kostenbewusster Weg. Man bekam seine favorisierten Zeitschriften aus zweiter Hand ein paar Tage später, dafür aber ungefähr zum halben Preis und es war allemal angenehmer, als sich deswegen extra in das Wartezimmer eines Arztes setzen zu müssen, obwohl einem eigentlich nichts fehlte.

Gut, so erfuhren einige Menschen vielleicht erst kurz vor Weihnachten 1989, dass die Mauer weg ist, manchmal waren Kreuzworträtsel bereits ausgefüllt und der Einsendeschluss bei Gewinnspielen war oft bereits vorbei aber irgendwas ist ja immer.

In der heutigen Zeit mit ihren vielfachen, meist auch elektronischen Möglichkeiten wähnte ich die Existenz derartiger Lesezirkel eigentlich am Ende. Dem ist aber nicht so, wie mir ein Blick in das aktuelle Stadtmagazin klarmachte. Es gibt sie noch, die Zweitverwerter von Brigitte, GEO und automotorsport! Und sie werben für sich:

Nun, so sehr ich die Existenz solcher Lesezirkel schon alleine aus Waldschutzgründen schätze, so sehr … ächz … wie soll ich sagen ..?

Wenn ein Autoverkäufer mit Top-Angeboten den Tankdeckel am Lenkrad oder dem linken Hinterreifen sucht, hege ich beinahe impulsiv Zweifel an der Kompetenz, auch wenn dies womöglich nichts an der Qualität des Autos ändern sollte. Wenn  ein Verein, der sich letztlich mit der Verbreitung von Sprache und Wissen beschäftigt, „in“ und „intelligent“ zu Substantiven erklärt, „das“ und „dass“ nicht auseinanderhalten kann und Satzzeichen wie Komma oder Fragezeichen eher nach dem Zufallsprinzip setzt (wenn überhaupt), scheint mir dies keine gute Eigenwerbung zu sein.

Nein, ich glaube ich erstehe meine „Blitz-Illu“ auch weiterhin regulehr am Bütchen nicht wahr.

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2 Kommentare zu “Circle of Read

    • Ach, hör doch auf! Was erzählst Du denn da? Hast Du getrunken, um Gottes Willen? Gleich behauptest Du wohl auch noch, es hieße „regulär“, nicht wahr? (Das ist doch alles ganz schlimm hier)

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