Broschudo

Systemgastronomie.

Grundsätzlich ist es sicher zu begrüßen, wenn Gastronomen – wie jeder andere Berufszweig – ein gewisses System bei dem entwickeln, was sie tun. Die Kartoffeln erst zu schälen, wenn sie aus dem Backofen kommen, erscheint widersinnig (es sei denn, das ist wieder so eine Spezialität aus der Provence oder Uckermark).

Insgesamt steht der Begriff in meiner Gedankenwelt jedoch eher für Schnickschnackläden, die sich hauptsächlich über ihren Style definieren und Qualität eher einen untergeordneten Status hat. Aber man soll ja stets bereit sein, sich Eindrücken zu öffnen, also ging es entgegen der ursprünglichen Absicht, das Leben schön sein zu lassen ein paar Meter weiter auf einer von Frankfurts pittoreskesten Ausfallstraßen.

Wie es so üblich ist, bekommt man in solchen Restaurants Bewertungskärtchen und da ich in jenem Moment leider keinen Stift zur Hand hatte, möchte ich dies wenigstens auf diesem Weg nachholen.

 

 

Zu den einzelnen Fragen:

1.

Begrüßt wurden wir überhaupt nicht, da diese Entre/Kassen-Kombi in jenem Moment gar nicht besetzt war, wir erstmal rumhampelten, bis uns auf Nachfrage das dortige Nahrungsaufnahmeritual mit Buchungskarte und Showküche vermittelt wurde.

Beim Verabschieden hatte man aber immerhin die freundliche Gewinnerin des Blue-Eyed-Contests aufgeboten (mit Extra-Klimperwimpern), die bei nicht Wenigen die eigentlich beabsichtigte Beschwerde innerhalb weniger Sekunden in einen Heiratsantrag verwandeln könnte.

2.

Es wurden keine Empfehlungen ausgesprochen, da wir uns ja selber an den jeweiligen Bestellständen einfinden mussten, um unsere Wahl kund zu tun. Außerdem glaube ich nicht, dass es für durchschnittlich sprachbegabte Menschen übermäßig schwierig sein sollte, Pizza Prosciutto oder Spaghetti Bolognese auszusprechen. Wesentlich Exotischeres gab die Speisekarte eh nicht her.

3.

Nein! Ein großer Saal, der selbst bei mittlerer Füllung bereits das akustische Gefühl vermittelte, man sei auf dem Flugfeld eines mittelgroßen Airports.

4.

Hmm, mal abgesehen davon, dass ich das Gefühl „Kochen bei Freunden“ fast ausschließlich beim Kochen bei Freunden empfinde, erwarte ich dies von einem Restaurant auch gar nicht. Ich erwarte auch bei meinem Hausarzt nicht, dass er über meine Kniewunde pustet „Wirdalleswiedergut“ murmelt und ein Bärchenpflaster draufklebt wie weiland Muttern. Sie dürfen aber gerne mal raten, was ich mir von einem Restaurant erwarte …

5.

Das ist einfach: Einmal; da sind die nächsten Jahre aber bereits miteingerechnet.

Über die Nachfrage mit der Begeisterung gehe ich mal nonchalant hinweg.

Darf ich jetzt mal eine Frage stellen? Ja? Prima!

Warum fragen Sie nicht mal nach der empfundenen Qualität Ihrer Speisen? Da könnte ich etwas zu sagen. Über Pizzen, die beim Abholen bereits bestenfalls noch lauwarm sind, eine davon auch definitiv zu lange im Ofen und von mit gutem Willen beurteilt mittelmäßigem Geschmack beispielsweise.

Aber mir ist schon klar, dass so etwas sicherlich keine Fragen sind, die in irgendeiner Form relevant für Systemgastronomie sein könnten.  Sie haben ja immerhin bereits einen schnieke italienischen Namen, der „langsam gehen“ bedeutet, was denn noch?

Eventuell sollte auch ich meine künftigen Beiträge nach dem von Ihnen verwandten Fast-Casual-Prinzip ausrichten. Die hiesigen Lesefröschlein werfen mir Begriffe zu und ich bastele daraus lauwarme Artikel a la Minute.

Ich muss mir das nochmal konzeptionell durchdenken …

 

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3 Kommentare zu “Broschudo

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