Save the Wahlen

Es hat also mal wieder das BVerfG ein Machtwort gesprochen und den Wahlgesetzpfusch der Regierung in die Tonne gekloppt und schon sind Begriffe wie „negatives Stimmengewicht“ oder „Überhangmandat“ aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen worden und kurzzeitig in die schwindsüchtige Aufmerksamkeitsspanne der Öffentlichkeit gerutscht.

„Wasdasnuschonwieder?“ wird sich jetzt der Eine oder die Andere fragen. Nein, es hat nichts (oder nur sehr bedingt) mit eurem letzten Hangover zu tun. Nein, ich möchte bei dieser Gelegenheit auch ü-ber-haupt nicht wissen, was bei Euch alles so überhängt, Menschmenschmensch …

Obwohl dies hier alles andere als ein Service-Blog ist (soweit kommts noch!), möchte ich doch zumindest mal einen kurzen Ausflug in einen der Kernpunkte der Demokratie machen: Es gibt sehr unterschiedliche Formen, wie man Bürger wählen lassen kann. Gemeinsam sollte jedoch allen Prinzipien sein, dass sich der Wählerwille möglichst adäquat in der Besetzung der jeweiligen Parlamentssitze wiederfindet. Wer also viele Wählerstimmen bekommt, sollte auch viele Sitze, ergo Mandate, im Parlament haben.

Der Wähler hat bei der Bundestagswahl zwei Stimmen. Nein, damit sind nicht Engelchen und Teufelchen auf den beiden Schultern gemeint, sondern wirklich Erst- und Zweitstimme. Grob zusammengefasst kann man sagen, dass die Zweitstimme darüber entscheidet, wieviele Mandate eine Partei im Bundestag bekommt, während die Erststimmt zumindest zu einem Gutteil regelt, welche Personen genau im Parlament sitzen. Im wiedervereinigten großdeutschen Lande gibt es rund 300 Wahlkreise. In jedem Wahlkreis gibt es die Möglichkeit für die Parteien, einen Direktkandidaten zu stellen. Wer dann im jeweiligen Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, ist gewählt, die Anderen gehen erstmal leer aus.

Nun kann es immer wieder mal passieren, dass eine Partei 200 Direktkandidaten als Erststimmen-Gewinner aufbietet, laut Ergebnis der Zweitstimmen aber nur 195 Mandate bekommen dürfte. Da man die direkt gewählten aber nicht einfach unter der Tisch sauf … ääh … fallen lassen kann, werden diese dann noch auf das Zweitstimmenergebnis draufaddiert, was zu den genannten Überhangmandaten führt. Wahlrechtlich ziemlich bedenklich, vor allem wenn es wie derzeit 24 davon gibt und alle zugunsten der Kanzlerinnenpartei.

Deshalb muss noch mittels des sogenannten Hammelsprungverfahrens ausgerechnet werden, wer wirklich darf. Dem gehen allerdings mehrere Runden Schnick-Schnack-Schnuck im Play-Off-Modus voraus. Die dadurch ermittelten Finalisten bekommen nun 15 Fragen und drei Joker, aber gewonnen hat jemand wirklich erst, wenn das „Editorial Posing“ gemeistert wurde und der Ball die Torlinie in vollem Umfang überschritten hat und bei 40:40 gilt es zunächst, den Vorteil zu erspielen. Wer schließlich eine Ereigniskarte zieht, muss unter Umständen ins Gefängnis und zu beachten ist unbedingt und in jedem Fall „Draußen nur Kännchen!“.

Falls der ermittelte Koeffizient unter den jeweiligen Durchschnitt fallen sollte, wird zwangsläufig die Bonität von Ratingagenturen herabgestuft und drei Ecken, ein Elfer, denn wenn der Hahn kräht auf dem Mist … ääähhh … ich … das …???

JA, WAS DENN? DA DRAUSSEN HAT ES EINE MILLION GRAD, WAS ERWARTET IHR???

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4 Kommentare zu “Save the Wahlen

  1. Bitte beim nächsten, ähnlichgearteten Beitrag schon in der Überschrift auf Spritzschutz- (*pruuuuuust*) oder Anschnall- (*ummfall*) -Pflicht hinweisen.

    Danke. 😉

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