the games

„oh, danny boyle, the pipes, the pipes are calling …“

Es war zum größten Teil schon beeindruckend, was Danny Boyle da an Eröffnungszeremonie hinlegte. Wenngleich teilweise etwas überladen; ein Niesanfall und schon hatte man einen Promiauftritt oder 100 Jahre britische Geschichte verpasst.

Für Menschen wie mich aber definitiv berührend: Der Abschnitt über die Errungenschaften englischer Musik.  Man muss das UK nicht unbedingt für Pfefferminzsoße oder die Degeneration der Menschen zu Arbeitsmaschinen im frühen 20. Jahrhundert lobpreisen, aber musikalisch waren sie sicher lange das Maß der Dinge, wie man gestern abend nochmals eindrucksvoll beweisen konnte.

Ende der 70er und in den 80ern war ich sehr frustriert darüber, in der amerikansichen und nicht der englischen Besatzungszone zu leben, denn damals konnte man sich noch nicht im (von einem Engländer erfundenen) www herumtreiben und zwischen fünfunddrölfzig Sendern wählen, sondern es hieß AFN statt BFBS. Nichts gegen ein wenig Soul und R’n’B, aber in England ging der Punk ab. Und die New Wave. Und TwoTone. Undundund …

Der heiße Scheiß fand in den britischen Charts statt und nicht alles schwappte gleich nach Good old Germany. Hin und wieder legte ich mir im Internationalen Pressecenter am Hauptbahnhof einen NME oder den damals noch existierenden Melody Maker zu, um ein wenig mehr wissen zu dürfen, als das, was die hiesige Hitparade International auf hr3 so ausspuckte.

Von den 60ern bis in die 90er war England musikalisch bestimmend wie kein anderes Land. Heute würde ich das so nicht mehr behaupten wollen, aber diese Jahrzehnte hatten soviel hervorgebracht, von dem man noch lange zehren kann.

Ich bin definitiv nicht der Einzige, der zwischendrin darüber nachdachte, wie es wohl ausgesehen hätte, wenn ein solcher musikalischer Aufritt in einer deutschen Olympiastadt stattgefunden hätte. Statt Beatles, Stones, The Jam, The Clash, The Specials, Bowie, Underworld, Prodigy, Pink Floyd, Oldfield und vielen Anderen wären hier Heintje, Freddy Quinn, Gus Backus, Roy Black, Heino, Roland Kaiser, Nena, Hubert Kah, Wolfgang Petry, Bushido, Rammstein und Unheilig Parade gelaufen. Nein, malt es Euch bitte nicht aus, es wäre zu schrecklich …

Alles richtig also. Ich hatte lediglich die kleine Hoffnung, dass Mr. Bowie auch einen kleinen Liveauftritt hätte haben können, wenn schon seine Musik so ausgiebig genutzt wurde. Schade. Dass es noch nicht einmal mehr für einen Miniskandal reichte, als man das „God save the Queen“ der Sex Pistols in Front of HRH spielte, zeigt halt auch, dass sich die Zeiten verändern. Wahrscheinlich auch gut so.

Also, Folks, schauen wir uns  mal die Londolympics an und zählen mit, welche Medaillen uns wegschwimmen werden.

Vergesst während dieser Zeit aber nicht die restliche Welt. Gerade haben Astronomen Vampire im Weltall entdeckt.

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3 Kommentare zu “the games

  1. Und! Frank! Turner! zu Beginn der Opening Ceremony (aber leider nur auf BBC)
    Ich hatte zwischendrin ebenfalls sekündlich auf Mr. Bowie gewartet, es schrie ja stellenweise förmlich danach. Ganz schlimm aber der arme desorientierte Muhammad Ali – aber sonst war’s schee. Hat aber wirklich ganz schön lang gedauert bis zum kollektiven Lalalalalala Hey Jude. Gut, dass ich mich heute beim Passivbadminton erholen kann.

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