Vollstrom!

Sowas ist ja nicht nur am heutigen Nackthal  Nachhaltigkeitstag sondern grundsätzlich zu begrüßen, dass der Arbeitgeber seinem sowieso überschaubaren Fuhrpark seit einiger Zeit ein Elektrofahrzeug hinzugefügt hat, so für kleinere Fahrten.

Größere Fahrten sind leider nicht möglich, wenn man am selben Tag noch zurückkehren möchte, denn der Akku des Autos ist ungefähr so ausdauernd wie der meines Smartphones. Vom Firmenparkplatz kommt man aber noch runter und so 30 – 40 km darf ein Ziel schon entfernt sein, um auch wieder zurückzukommen ohne Nachladung. Dies natürlich nur, wenn der Akku mindestens so voll ist wie Jenny Elv … ach, lassen wir das lieber …

Heute fand meine erste Fahrt  statt und da das Ziel nur so ca. 25 km entfernt lag, durfte ich einigermaßen sicher sein, wieder rollend zurückzukehren. Zugegeben, ein wenig Eingewöhnung ist schon notwendig. Vor allem der Umstand, dass es sich um ein Auto mit Automatikgetriebe handelt, fordert eine gewisse Flexibilität von Körper und Geist. Hin und wieder war ich bereits mit einem Automatik unterwegs, aber von Gewohnheit möchte ich dabei noch nicht sprechen.

Dss linke Bein zuckt nervös herum, der rechte Arm weiß nicht so recht etwas mit sich anzufangen … was? Beide Hände an den Lenker? Halloooo, bin ich 86 oder was? Irgendwo auf der freien Landstrasse musste ich kurzfristig eine unerwartete Umleitung in meine Planung einbauen und von höherer Geschwindigkeit abbremsen was ich in kurzfristiger Irritation so tat, dass ich nunmehr einer prima Zweitbeschäftigung als Dummy für Autotests nachgehen könnte. Mir ist nur deshalb keiner draufgefahren, weil keiner hinter mir war.

Nachdem ich meine Organe wieder an die ihnen zugedachten Positionen brachte und mein linkes Bein unter den Sitz quetschte, ging die restliche Fahrt leidlich gut weiter. Ein weiteres Phänomen ist die ungewohnte Geräuschkulisse beim Fahren. Also die quasi nicht vorhandene Geräuschkulisse. Diese sensorische Unterversorgung führt zum Einen dazu, dass meine Mundpartie vom ständigen „BRUMM … BRUMM …“ imitieren schnell ermüdet, zum Anderen verleitet es tatsächlich dazu. die gefahrene Geschwindigkeit deutlich zu unterschätzen.  Ein gefühltes, beinahe lautloses Dahinschlurfen bei vielleicht gerade mal 40 km/h entpuppt sich bei Betrachten der digitalen Geschwindigkeitsanzeige als 78 Stundenkilometer. Deswegen war der Ferrari also soweit hinter mir …

Insgesamt eine interessante Erfahrung, die sicher noch hübscher wäre, wenn man auch Entfernungen bewältigen könnte, die nicht auch per Fahrrad zu erreichen wären. Also, liebe Arktis, heute war ich an Deinem Wegschmelzen mal nicht beteiligt (lassen wir mal die Frage beiseite, woher der für das Auto benötigte Strom herkommt).

Passend dazu war heute auch noch zu lesen, dass man überlegt, die bisher mit Todesstrafe bedrohten Radarwarner für das Auto eventuell irgendwie unter gewissen Voraussetzungen und Einschränkungen zu legalisieren. Na, warum nicht? Das freut bestimmt auch die Entwickler von Geräten, die anzeigen können, in welchen Geschäften die Alarmanlagen nicht funktionieren oder WLAN-Kontakt zum Füllstand der Tankstellenkasse haben.

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2 Kommentare zu “Vollstrom!

  1. Das mit der Vollbremsung mit links kenne ich irgendwoher. Als Nicht-Automatikfahrer gings mir bisher jedesmal so, daß ich fröhlich auf der Autobahn mit Mietwagen vor mich hinrolle, irgendwann mal auf nen Parkplatz muß…und was macht man, wenn man auf der Ausfahrt ist? Richtig – man kuppelt aus…mit bekanntem Ergebnis. Automatik ist doof.

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