Marsmobil im Fensterbriefumschlag

Wie groß die Spannbreite menschlichen Denkens sein kann, lässt sich auch dieser Tage wieder hervorragend beobachten:

Einerseits ist die Rasse Homo Sapiens Sapiens in der Lage, ein kleines Erkundungsfahrzeug mit allem Furz und Feuerstein zusammenzubasteln und dieses rund 220 Millionen Kilometer durch die Unendlichkeit des dunkeln Alls zu jagen, um es schließlich auf unserem Nachbarplaneten landen und dort Ausflugsfahrten unternehmen zu lassen, deren Ergebnisse wiederum viele Millionen Kilometer entfernt ausgewertet werden können. 

Das ist – man kann das nicht anders sagen – schon eine enorme Leistung, die solches ermöglicht hat.

Andererseits gibt es zum selben Zeitpunkt immer noch Firmen und Behörden, welche Schreiben verschicken, auf deren Rückseite man gewünschte Informationen eintragen kann und dort auch gleich zum leichteren Versand die Absenderanschrift eindrucken, allerdings sehr oft nicht einmal annähernd dort, wo man sie lesen könnte, steckte man den Brief in einen Umschlag mit Fenster. Stattdessen wird sie dort hingeknäuelt, wo halt noch Platz ist und der verzweifelte Adressat holt sich beim Rücksendeversuch ein Origami-Trauma, bevor er extrem genervt den Brief doch in einen herkömmlichen Umschlag steckt und die Adresse händisch ergänzt.

Und all diese Menschen sollen vom selben Ursprung herkommen? Mitunter schwer zu verstehen … dieses Kreationismusgedöns wird mir deswegen aber auch nicht sympathischer, nur damit hier nicht unnötige Anwerbeversuche geplant werden.

„Brief“, das sei den Jüngeren hier noch kurz erläutert, ist ein heute eher lustig wirkendes Konzept. Man schreibt eine Mail und anstatt sie zu senden, druckt man sie auf Papier aus, steckt sie in einen Umschlag, versieht diesen mit der gewünschten Adresse (aber nicht blablabla@sonstwas.de, sondern Real-Life-Adressen), klebt noch ein kleines Bildchen mit einer Zahl dazu, trägt dieses Ding zu einem gelben Kasten, der heutzutage meist am Ortsrand oder mitten im Wald steht und hofft darauf, dass dieses Stück Papier in den nächsten Tagen von irgendwelchen Wichtelmännchen zum gewünschten Empfänger getragen wird. Witzig, gelle?

 

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Ein Kommentar zu “Marsmobil im Fensterbriefumschlag

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