Geschüttelt vor Rührung

50 Jahre Bond! James Bond! (um Verwechslungen mit Heidemarie Bond zu vermeiden).

Altersbedingt bin ich ein Moore-Bondler. Sean Connery war da schon in Altersteilzeit; der erste Bond, den ich im Kino sah, war „Der Vampir mit dem goldenen Colt“ und ich war schon geflasht. Wesentlich besser wurde es danach leider nicht mehr. Letztlich waren folgende Qualitäten dafür ausschlaggebend, ob es ein guter Bond sein sollte.

1. Der jeweilige Bond-Song

2. Die Qualität des Superschurken

3. Das Olala der weiblichen Sidekicks

Mit dem Wechsel des Hauptdarstellers zu einem der Gebrüder Dalton hielt ich es auch für eine gute Idee, mir lieber andere Dinge im Kino anzusehen. Für Bond reichte fortan das TV. Nur einmal sollte ich noch ins Cinema zurückkehren in meiner Rolle als Zuschauer in „Die Welt ist nicht genug“, aber offen gestanden hauptsächlich, um mir die Titelsequenz von Garbage nochmal in Breitwand anzutun.

Der ungewöhnlichste Bond war wohl der Einmal-Auftritt von George Lazenby in „Im Geheimdienst ihrer Majestät“, denn er verliebt sich tatsächlich und heiratet am Schluss sogar! Gut, es war Emm Diana Rigg,  die damals wohl so ziemlich jeder gerne geheiratet hätte und bereits nach wenigen Film-Minuten war Bond auch wieder Witwer, aber ungewöhnlich war es. Der Film lieferte mit „We have all the Time in the World“ von Louis Armstrong auch einen der berührendsten Soundtracks.

Der heutige Bond-Darsteller – ein Craig Sowieso – hat nun so gar nichts mehr von dem dandyhaften Lebensstil des Superagenten. Gut, ein kaputter Held in einer kaputten Welt entspricht weitaus eher der heutigen Realitöt, aber seit wann hat Bond etwas mit Realität zu tun? Es fehlt eindeutig das martinieske.

Nun also „Skyfall“ mit Javier Bardem als hellblondem Bösewicht, der vermutlich die Weltherrschaft mit einer Druckluftflasche erringen will, whatever … Merke: Männer mit hell erblondeten Haaren sind ein filmisches Stilmittel um klarzumachen, dass sie irre geworden sind.

Für danach fiel mir aber jüngst ein bislang unveröffentlichtes Drehbuch in die Hände, welches wieder die klassischen Plots enthält und das eventuell auch mich nochmals zu einem 007- Kinobesuch verleiten könnte. Sag niemals nie!

Während Bond noch den Harem des Scheichs Ibn a Sauhund eingehend nach einer Spionin untersucht, wird er vom englischen Geheimdienst zurück in die Heimat gerufen. Ein Superschurke ist aufgetaucht. Zlobodan Blowfinger agiert von einer unterseeischen Basis im kaspischen Meer, welche er durch die Erlöse jahrzehntelangen Pfandflaschenwegbringens finanzierte und versucht offenbar, sämtliche Weltvorräte an Silizium an sich zu bringen, um die Smartphone-Weltherrschaft an sich zu reißen und später auf der Venus eine neue Menschenrasse zu züchten.

Gleichzeitig mit Bond wird ohne sein Wissen vom usbekischen Geheimdienst die attraktive wie hochintelligente  Agentin Carlotta Pussyfoot auf Blowfinger angesetzt und rasselt demzufolge öfter mit Bond zuammen. Die wahre Gefahr für Bond geht allerdings von ZELORA aus, einem von Blowfinger selbst konstruierten Hybridwesen aus zwei russischen Turnerinnen, einem kanadischen Eishockeyspieler sowie diversen Altmetallteilen.

Höhepunkt der Auseinandersetzungen wird sein, dass sich Blowfinger mitsamt seiner Unterseewelt ins All katapultieren will, um sich vor Bond zu retten, ihn aber der entstehende Druckunterschied mit einer Wahnsinnsgewalt explodieren lässt, da Blowfinger bereits seit vielen Jahren ein atomgetriebenes Herz besitzt.

Na, das klingt doch vielversprechend, oder? Can’t wait …

Bonus Content:

Kennta? Kennta? Die Szene aus den Trailern, bei der er in einen hinten schon reichlich angenagten Zug hineinspringt und sich als erstes die Manschetten richtet? Das ist nicht Bond, das ist Barney Stinson!

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Ein Kommentar zu “Geschüttelt vor Rührung

  1. Ich mochte tatsächlich Roger Moore am wenigstens (aber ich mochte ihn trotzdem!). Dalton fand ich toll, gerade weil er so ernst war (damit schwimme ich absolut gegen die Masse). Craig deswegen auch, und weil er in seiner Ernsthaftigtkeit den „martiniesken“ Bond eigentlich persifliert. Brosnan mochte ich am Anfang weniger, die ersten Filme waren mir zu comichaft und lächerlich. Als er gut wurde, hörte er leider auf. Und Lazenby? Drollig! OHMSS ist ein guter Film aus der Zeit, losgelöst vom ganzen Bond drumherum. Er spielt aber auch als Bestandteil der Reihe eine Sonderrolle, und damit meine ich keine schlechte 🙂

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