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Hach …

Tatsächlich war es exakt heute vor 5 Jahren, als ich hier zum ersten Mal einige Buchstaben aneinanderbastelte und sie zur allgemeinen Begutachtung ausstellte. Es war eine kleine Betrachtung über die damalige Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing und einen Vergleich zur schriftstellerisch etwas weniger, dafür ansonsten rechts begabten Frau Eva H. geborene Tagesschau.

Mit dem Überschwang des frisch geschlüpften Bloggers veröffentlichte ich am gleichen Tag noch einen zweiten Text, eine Impression über eine Zugfahrt, bei der unter anderem die angekündigten „herzhaften Eisspezialitäten“ meine Hirnzäpfchen hin und her pendeln ließen und mir sogleich das Bild von Himbeereis mit Sauerbraten und Klößen vor Augen projizierten.

Seitdem sind es 754 Artikel geworden, mal eher, mal nicht so gelungen und bei manchen weiß ich heute bei rückwirkender Betrachtung nicht einmal als Autor mehr, um was es eigentlich gehen sollte, nun ja …

Erstaunlicherweise fanden sich im Laufe der Zeit sogar einige Menschen, die mein Geschreibsel lasen und zum Teil sogar kommentierten. Bis heute sind es über 82.000 Zugriffe geworden, also in etwa die Menge, die wirklich bekannte BloggerInnen am Tag haben, aber darauf sollte es natürlich nicht ankommen. Die Zugriffe kommen, wenn mich die interne Statistik nicht behumst, nicht nur aus Deutschland und dem größten Teil Europas, sondern vereinzelt sogar aus Kenia, Guatemala, Chile oder Nepal. Warum mich die Schweden jedoch grundsätzlich ignorieren, wird wohl ein Rätsel bleiben. Ich kann mich nicht an einen einzigen elchfeindlichen oder abbaabwertenden Artikel erinnern.

Bei den am häufigsten aufgerufenen Artikeln handelt es sich um die Besprechung des Films „Alice im Wunderland“ mit dem Ex von Frau Paradis und dem darin vorkommenden Tanz „Futterwacken“ sowie um einen kurzen Ausflug in meine mitunter absurd mäandrierende Kopfwelt namens „Gedanken sind wie Wildpferde“, welche in einem anderen Blog populär verlinkt wurde, weil ich dort u.a. die loriot’sche „Steinlaus“ erwähnte.

Die Kommentare, über die ich meist freute, waren größtenteils wohlwollend und freundlich, gerne auch mal albern (was ich sehr mag),  nur gelegentlich kritisch und eigentlich niemals böse, zumindest nicht mehr, seitdem ich die Adresse eines sehr kritischen Kommentators ausfindig machte und ihm deutlich zeigte, wie man auch ohne Zähne Nahrung zu sich nehmen kann (just kidding, keine Angst!)

In diesen 5 Jahren ist natürlich einiges passiert. Ich fand ein liebend Herz und verlor es wieder, was mir immer noch weh tut und auch die überaus bemerkens- und liebenswerte Frau, die mich zum Bloggen animierte, ist mittlerweile gänzlich aus meinem Leben verschwunden. Ich hoffe und wünsche von Herzen, dass es ihr gut geht . Auch einige Blogger, deren Werke ich verfolge, sind verschwunden, meist ohne Erklärung und ich hoffe mal, dass sie schlichtweg Besseres zu tun fanden.

Das ist es, was das Bloggen ganz wesentlich vom sogenannten „Real Life“ (eine eigentlich dumme Abgrenzung) deutlich unterscheidet. Menschen rutschen unerwartet in das eigene Leben und hin und wieder auch uerwartet wieder hinaus und sehr oft hat man keine anderen Anhaltspunkte, um erfahren zu können, was aus ihnen geworden ist. Wie schade, denn man soll nicht glauben, dass man zu Personen, denen man nur auf diesem Weg näher kommen kann, nicht auch ein vertrautes Verhältnis aufbauen kann und sie einem somit dann auch irgendwann fehlen. Sie sind oft weit mehr als nur ein Windhauch, eine flüchtige Erscheinung.

Natürlich sind diese fünf Jahre auch für mich Anlass, mich zu fragen, ob ich mich hier nicht auch einmal entfernen sollte, denn nichts ist für die Ewigkeit. Irgendwann wird es sicher passieren, aber heute noch nicht. Ob dies Drohung oder Versprechen ist, muss leider jedes Lesefröschlein für sich selbst entscheiden. Momentan versuche ich ja eher, durch gelegentliches Wimperklimpern eine meiner Lieblingsbloggerinnen wieder zu mehr Aktivität zu verleiten.

Die Zeit wird zeigen, was geschieht. Auf jeden Fall an dieser Stelle ein gigantisches DANKESCHÖN an alle diejenigen, die hier still oder bemerkbar lesen, kommentieren oder mir auf sonstige Art ein Echo geben auf das was ich hier so absondere oder mich an ihren eigenen schriftstellerischen Ergüssen teilhaben lassen. Ich habe Euch lieb und bereue es bislang keine Sekunde, hier gelandet zu sein.

So, Briefmarke drauf, fertig!

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11 Kommentare zu “5

  1. Fünf schon. Da gratuliere ich ganz herzlich und hoffe, Sie bleiben noch ein bisschen.

    Über Literaturnobelpreiträger und rechts zu sehr Begabte lässt sich ja auch in diesen Tagen durchaus das ein oder andere Wort sagen.

  2. Na dann gratulier ich mal zum Fünfjährigen, was?

    Immer wieder interessantes hier zu finden – ich bleib als Leser dabei (und manchmal kommentier ich auch, versprochen).

  3. Herzliche Glückwunsch von einem stillen Leser und herzliche Dank für die vielen Tollen Schreibereien… Es wäre toll, wenn der Dreckfrosch uns allen noch lange erhalten bleibt!

  4. Ach … ein Tränchen der Rührung verstohlen aus dem Auge wischend danke ich allen herzlichst und erhebe mein Glas …hoppla! … Mist! Boah, wie bekomme ich das jetzt aus dem Teppich …?

  5. Von mir auch Herzlichen Glückwunsch zum 5jährigen! Bitte bitte nicht aufhören! Dein Blog hat mir schon so manchen blöden Tag gerettet!

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