Das Blech

Neues Auto … naja, neueres … gleicher Typ, ein paar starke Pferde mehr, ein Paar Türen weniger, vor allem aber eine beheizbare Windschutzscheibe, yeah!

Der Vorbesitzer hatte es gerne sportlicher, deswegen liegt es tiefer und die Reifen nutzen sich schneller ab, was ich aber erst später beim Reifenhändler erfuhr. Ach ja, gebrauchte Distanzscheiben günstig abzugeben! Na kommt, ihr, die ihr immer gleich den Panikknopf drückt, wenn der/die Herzensauserwählte etwas von Zusammenziehen erzählt, das ist doch etwas für euch.

Die Unterschiede zum guten alten Blechhaufen, der hoffentlich wieder in gute Hände kommt, sind nicht allzu bedeutend, aber vorhanden. Eine herunterklappbare Mittelkonsole für den vom Schalten schnell erschöpften Arm, die aber beim Schalten auch ein wenig störend wirken kann. Eine Lichtautomatik, eine sinnvolle Ergänzung für Menschen wie mich, die ein Parkhaus verlassen und dann gerne noch lichtverstärkt stundenlang durch sonnendurchflutete Sommergegenden gondeln. Die Automatik und ich haben allerdings offensichtlich unterschiedliche Auffassungen, ab wann der Einsatz von Licht sinnvoll ist. Hier ist wohl noch ein klärendes Gespräch vonnöten.

Sitzheizung. Fand ich persönlich nie wirklich wichtig, aber wenn sie schon da ist … ein erster Test ergab allerdings: Volle Leistung ist wirklich nicht notwendig, wenn mann nicht eine Alternative zur Sterilisation sucht. Automatisch einstellbare und einklappbare Außenspiegel. Das ist praktisch und ein Fortschritt gegenüber der vorherigen Situation, in der ich Außenspiegel nur dann automatisch zum Einklappen brachte, wenn ich zu nahe an Wänden entlangfuhr.

Der Bordcomputer sagt mir jetzt alles, was ich wissen muss beim Fahren. Den durchschnittlichen Benzinverbrauch, den aktuellen Preis für einen Barrel Rohöl und den Namen der attraktiven Brünetten im Wagen vor mir. Wie schade, dass ich immer noch gelegentlich den Blick auf die Straße lenken muss, das lenkt nun eigentlich nur noch unnötig ab.

Ein Tankverschluss, der sich nur öffnet, wenn das Rohr mit der richtigen Größe eindringen möchte. Das kommt mir irgendwie bekannt vor, ist aber immer noch fairer als sich für das Rohr mit der fettesten Brieftasche zu entscheiden. Oh, und der Fußraum ist vor dem Starten des Motors beleuchtet, vermutlich damit ich nicht meine Füße … ach was weiß ich …

Schließlich ist da eine durchaus nette Radio/CD/mp3-Kombi, aber ich vermisse nun doch ein wenig den USB-Slot meines letzten Autoradios. Es war so einfach, größere Mengen Musik abzurufen. Man ließ mich allerdings andeutungsweise wissen, dass ein Adapter für den Zigarettenanzünder (den es im Gegensatz zu einem Aschenbecher immer noch gibt) erhältlich sein soll, an den man einen mp3-Player anschließen kann und der dann per Funk die Musikdateien auf eine vorher festgelegte Radiofrequenz übertragen soll. Das erinnert mich ein wenig an die Zeit, in der ich ein CD-Portable irgendwie an die Konsole klebte, diesen mittels mitgebrachtem Generator mit Strom versorgte und die Musik über einen Cassetten-Adapter übertragen ließ, was die ruhigeren Stücke mit einem nicht uninteressanten Quietschgeräusch unterlegte und lässt mich ein wenig sentimental werden.

Der Fahrer hingegen scheint aber immer noch der alte zu sein, mit all den Abnutzungen und Fehlern, die er schon lange hatte. Immerhin auch eine Form von Kontinuität. Hoffen wir also, dass die beiden die nächste Zeit möglichst ohne große Schrammen davonkommen werden und Auf- und Abfahrten auch weiterhin voneinander unterscheiden können …

Nachtrag (oder besser Bonus Track): Erst am übernächsten Tag und aufgrund der Wetterbedingungen feststellen, dass kein Heckscheibenwischblatt vorhanden ist. Was habe ich gelacht …

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2 Kommentare zu “Das Blech

  1. Sitzheizung, eine Sitzheizung, gute Güte, ich hatte 10 Jahre eine Sitzheizung und ich vermisse sie so sehr. Genau wie die beheizbare Frontscheibe. Du bist ein glücklicher Mensch, Du hast die Dinge, die aus einem Auto ein wunderbares Auto machen.

  2. Sehr schön geschrieben: die unfreiwillige Sterilisation durch die Sitzheizung, der überschlaue Bordcomputer, der unanständige Tankverschluss – Glückwunsch! Ach, und so einen Cassetten-Adapter habe ich auch noch im Keller – eine Wunderkrücke der Technik. Habe ich bei meinem jetzigen Auto gsd nicht mehr nötig…

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