Zettelage

Wenn der Wigald was anfängt, dann macht er es richtig. Wenn schon „Die Doofen“, dann richtig doof und wenn schon einem etwas verqueren Hobby nachgehen, dann aber richtig und am besten noch Andere mit hineinziehen.

Seit vielen Jahren schon sammelt Herr Boning Einkaufszettel von Menschen und macht sich einen Spaß daraus, diese zu analysieren und Rückschlüsse auf Leben und Charakter der Verfasser zu ziehen. Seiner Auffassung nach ist nichts ehrlicher als ein Einkaufszettel, geht man als Verfasser doch davon aus. dass kein Anderer diesen jemals zu Gesicht bekommen wird.

Seine Freunde und Familie hat er dann auch noch mit in die Suche nach den meist handschriftlichen Preziosen eingebunden. Da wird dann auch mal in Mülltonnen gewühlt, selbst wenn dies noch so Mief!Mief!Miiieef! sein sollte.

In einigen Fällen kamen ihm sogar im Laufe einiger Jahre mehrere Zettel desselben Verfasser in die Finger, was natürlich hervorragende Schlüsse auf die Veränderung des Lebens liefern kann.

Aus dieser jahrelangen Sammelei hat er nun soviel Material zusammengestellt, dass er seine Erlebnisse und Erkenntnisse in einem nunmehr erschienenen Buch verewigte („Butter, Brot und Läusespray“, falls es jemanden interessiert). So kaleidoskopisch bunt wie die hier präsentierten Supermarkt-Gedächtnisstützen sind auch die Erkenntnisse dieses Buches. Witzige Idee, gefällt mir.

Dabei fiel mir ein, dass ich vor einigen Monaten in einem schnell geschnappten Einkaufskorb auf eine zettelige Hinterlassenschaft stieß, die mir ein wenig zu denken gab. Auf einem Zettel, der gerne zur Abrechnung eines feuchten Abends in der Kneipe benutzt wird, stand in krakeliger Männerschrift (unterstelle ich jetzt einfach mal) unter anderem:

„8 Br. (halb/halb)

Wassessammmeffssmmm

2 Render“

Das Erste ist noch relativ leicht zu lösen. Acht Brötchen sollten es sein, vermutlich jeweils zur Hälfte Weizen- und Mehrkornbrötchen. Acht Brote erscheinen mir etwas viel, an acht Bräute glaube ich auch nicht, vor allem wäre das „halb/halb“ dann sehr irritierend … gut, 8 Bratwürste wären auch noch denkbar, 4 grobe und 4 feine.

Die anderen beiden Einträge ließen mich jedoch verdutzt zurück. Was zum Teufel sind Render und warum müssen es gleich zwei davon sein wenn viele Menschen nicht einmal einen (eine? eines?) haben? Vielleicht hat ja eines der hier flanierenden Lesefröschlein eine alle weiterbringende Idee.

Ich? Ach nein, ich schreibe meist keine Einkaufszettel. Die paar Sachen kann ich mir selbstverständlich so merken. Klar! Deswegen gehe ich auch vier bis sechs Mal die Woche einkaufen …

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4 Kommentare zu “Zettelage

  1. Pingback: Gezettelt… « Herr und Frau Müller

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