Tilort

Zugegeben, die Reaktionen auf dieses Vorhaben waren ebenso vorhersehbar wie bei einer Verpflichtung von Loddarmatthäus als Trainer eines Bundesligisten. Häme im Vorratspack. Während Letzterer jedoch Letzteres bislang freundlicherweise tunlichst unterlässt, hat es der Bundestil natürlich nicht sein lassen können.

Nun liegt sein erster Auftritt als Actionheld Jack Bau … äh, nein, Nick Tschiller (für diesen Namen hat er sich garantiert von seiner Keinohrhasen-Filmpartnerin inspirieren lassen) hinter uns und die meisten meiner Vorurteile waren selbstredend berechtigt. Viel Bummbumm und eine dünne Story mit einem Sujet (Bulle mit kaputtem Familienleben nimmt sich jugendlicher Zwangsprostituierter an), das mir nach kurzem Überlegen aus 531 anderen Filmen oder Büchern bekannt ist. Allerdings bot der Film auch einige Überraschungen und neue Erkenntnisse. Überraschend war vor allem, dass man nicht nur Herrn Schweiger wie gewohnt kaum verstand, sondern dies auch für seinen Assi und seine Tochter galt. Aber nun ja, der eine mit Migrationshintergrund  Lokalkolorit und die Filmtochter ist auch die leibliche, also genetisch prädisponiert. Ich plädierte ja bereits gestern im Zwitscherkanal dafür, noch Jan Delay als Assistenten zu verpflichten.

Überraschend auch, dass es in Hamburg Kleintransporter gibt, die in dreieinhalb Sekunden eine 500 m lange Strecke mit starker Rechtskurve zurücklegen können. Weniger überraschend hingegen, dass der Nick keine Weicheier kochen und offenbar nicht einmal aus dem Auto steigen kann, ohne sich drei blutige Gesichtswunden zuzuziehen.

Als neue Erkenntnis bleibt auf jeden Fall hängen, dass ich nun endlich weiß, welchen Zweck diese seit Jahren herumstehende Glasfassadenbaustelle mitten auf der Elbe für einen Sinn hat, nämlich für knapp 5 Minuten Tatort-Location zu sein. Ein großes finanzielles Abenteuer für den NDR und damit der GEZ-Zahler einigermaßen befriedigt ist, sollte man das Gebäude zumindest auch einmal als Location für das Großstadtrevier nutzen oder mal eine NDR Talk Show von dort senden.

Aber es muss sich ja keiner wirklich beschweren, man hätte ja Anderes tun können. Eine der hundert wöchentlichen CSI/CIS-Folgen ansehen oder sich von den schon merkwürdig vertraut wirkenden Landschaften von Cornwall gefangen nehmen lassen oder in einer Doku aufsehenerregende Neuigkeiten über Hitlers Socken erfahren …

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6 Kommentare zu “Tilort

  1. “ Aber nun ja, der eine mit Migrationshintergrund und die Filmtochter ist … “

    der assi mag migrationshintergrund haben der akzent hat keinen. mit anderen worten hamburger mit arbeiter und oder unterschichthintergrund einfach in der regel reden so.

    fahri yardım und jan delay statt tilnationale wären übrigen bestimmt ein sehenswertes duo. wenn man dann noch jemanden findet der weiß wie ein drehbuch funktioniert könnte das noch richtig was werden

  2. Ich fand gerade den Assi gut verständlich…. Aber vielleicht nur, weil er meistens im Duett mit NuschelSchweiger schprasch. Das ist natürlich für jeden Undeutlichaussprecher ein dankbarer Partner. Immerhin hat Schweiger genug Humor, um auf sein eigenes Nuscheln anzuspielen (irgendwann sagte er „Isch nuschelle“).

  3. Tatsächlich war ich wieder froh, dass ich keine Meinung haben muss, weil ich generell keinen Tatort gucke. Den nicht und auch keinen anderen Tatort. Nicht mit mir, nein nein. Hier konnte ich das angenehm mit der Tatsache kombinieren, dass ich auch keine Schweiger-Filme gucke. Wie passend. Das macht mich alles sehr zufrieden.

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