Träx (I)

The Sound of Silence – Simon & Garfunkel

Von den Herren S&G könnte man so einige Titel nennen, denen meine dauernde Sympathie gehört … „Scarborough Fair“ oder „The Boxer“ beispielsweise … was „The Sound of Silence“ heraushebt, ist sein Einsatz in einem der von mir am häufgsten gesehenen Filme.

„Die Reifeprüfung“, Dustin Hoffmans Durchbruch, beschreibt eine Epoche, die selbst ich mit meinem biblischen Alter noch nicht bewusst erlebte, die sich aber durch solche Filme für mich sehr gut erschliessen lässt. Gesellschaftliche Normen im Umbruch, die Menschen irgendwo zwischen noch vorhandener Fortschrittsgläubigkeit und einsetzender Nachdenklichkeit trudelnd. Inmitten dieser der ziellos wirkende Benjamin, dem Mr. Robinson in beinahe väterlicher Manier den Einstieg in die Welt des Plastik empfiehlt. Das Verhältnis dieser beiden wird sich im Laufe des Films noch deutlich verschlechtern – aus Gründen, wie man heute so treffend sagt.

Wir bewegen uns auf das Ende des Films zu, Benjamin hat seine Elaine in einer dieser presbyritanischen Kirchen endlich gefunden, jedoch zu spät, die Ehe mit dem Schnösel wurde bereits geschlossen. Dennoch erhört sie seine Rufe, lässt den überrascht dreinschauenden Neu-Ehemann stehen und beide flüchten sich durch die Masse hassverzerrter Gesichter in einem vorbeifahrenden Bus. Auf der Rückback sitzend und von den anderen Fahrgästen staunend beäugt, begiggeln sich die beiden zunächst über ihren gelungenen Coup, dann aber beruhigen sie sich und das Lächeln auf ihren Gesichtern verflüchtigt sich, da ihnen langsam die Konsequenzen ihres Tuns bewusst werden. Genau in diesem Moment, setzen die ersten gezupften Gitarrensaiten ein und eine Stimme beginnt mit „Hello Darkness, my old Friend …“

Es ist vor allem diese Erinnerung, die mich begleitet, wann immer ich diesen Song höre. Darüber hinaus bietet es sich durchaus an, sich einmal ein paar Gedanken über den Klang der Stille zu machen, ist sie heutzutage doch stark vom Aussterben bedroht.

Wer übrigens derzeit Musik im Radio hört, die klingt, als habe man unveröffentlichte S&G-Stücke aus einer bislang übersehenen Truhe gefischt, hat es womöglich mit den Milk Carton Kids zu tun. Die veröffentlichten dieser Tage ihre neues Album und klingen schon sehr nach Reinkarnation von Paul und Art, im positiven Sinne gemeint.

Noch etwas Gossip gefällig? Garfunkel soll ja einen ziemlich arroganten, schnöseligen Sohn haben, der zunächst glaubte, er sei der neue Donald Trump und später bei Jack White erfolglos vorsprach, weil er deutschen Schlager singen wollte … nein, nicht DER Jack White, sondern der deutsche Musikproduzent, der eigentlich Horst Nußbaum heißt und Lieder für Tony Marshall, Lena Valaitis und David Hasselhoff schrieb …

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