Rundum glücklich

Jubelpopubel, wir bekommen einen neuen Kreisel! Es ist erst der zweite richtige in unserem Städtchen, aber immerhin.

Die Nachbarstadt hat schon seit einigen Jahren ganz viele Kreisel, inklusive einem, der durchgängig befahrbar ist, was Verkehrsteilnehmer aus drei Richtungen auch immer wieder gerne tun. Es ist also eher ein Durchfahrel. Aber die Nachbarstadt hat ja auch schon lange eine breite Trasse für ein erst noch zu bauendes Gewerbegebiet angelegt, deren Seitenarme bislang nur nach Nirgendwo führen wie weiland die Rolltreppe ins Nichts in Springfield.

Kreisel sollen sicherer, pflegeleichter und verkehrsflussbegünstigender sein als Ampelkreuzungen, was in vielen Fällen auch stimmen mag. Meine Phobie, versehentlich mal in Paris in den Megakreisel am Arc de Triomphe hineinzugeraten und nie mehr herauszukommen, bleibt dennoch bestehen. Aber das sind ja ganz andere Kategorien …

Sinnvoll scheinen mir Kreisel vor allem dann zu sein, wenn in etwa gleichstarke Verkehrsströme geregelt werden sollen. Im Falle des jetzigen Neubaus trifft eine Magistrale, durch die sich jeden Morgen und jeden Abend gefühlt der halbe Bestand des nördlichen Rhein-Main-Gebietes quält, auf eine Zufahrtsstrasse eines Neubaugebietes, weshalb ich an der Sinnhaftigkeit gewisse Zweifel hege. Aber Gemach, bald kommt ein Supermarkt in das Neubaugebiet und das rechtfertigt schließlich alles.

Einen Trugschluss muss ich allerdings noch aufklären: Kreisel mögen die Sicherheit erhöhen, aber die Problemfahrer bleiben die Gleichen. Diejenigen, die an Ampeln noch mit Vollstoff und bei Kirschgelb über die Kreuzung heizen sind dieselben, die noch in den Kreisel einfahren, wenn der eigene linke Vorderreifen sich einen Zungenkuss mit dem rechten Vorderreifen des sich bereits im Kreisel befindlichen Vehikels geben könnte. Verkehrstechnisch wäre es übrigens auch möglich, bei einem Kreisel rechts vor links gelten zu lassen. Wie dies gerade bei größeren Kreiseln praktisch funktionieren soll, kann ich mir aber nicht vorstellen. Vielleicht sollte man auch auf Ampelregelungen inerhalb des Kreisels zurückgreifen …

Bevor sich diese Thematik jetzt im Kreis zu drehen beginnt, höre ich an diesem Punkt lieber auf; mir ist auch schon ganz schwindelig, obwohl es sich hierbei NICHT um ein Rundschreiben handelt …

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3 Kommentare zu “Rundum glücklich

  1. Im Riesenkreisel um den Arc de Triomphe ist kein echter Kreisverkehr, es gilt rechts vor links, genau deshalb wird man ja gern nach innen weggedrückt und dreht seine Runden bis „la sainte Gliglin“, wie die Franzosen sagen. Da braucht es einen unerschrockenen Beifahrer, der den Arm aus dem Fenster streckt und einen ebenbso unerschrockenen Fahrer, der dann, wenn jemand andeutet, auf dieses Zeichen reagieren zu wollen, beherzt aufs Gaspedal tritt. Der Rest ist Schicksal. Die rechts-vor-links.Regel im Kreisel galt in F übrigens bis in die frühen 80er Jahre, weshalb meine französische Freundin bei einem Besuch in D einmal kalkweiß und etwas verkrampft auf dem Beifahrersitz saß, die Höflichkeit verbot ihr jeglichen Kommentar zu meiner Fahrweise, aber sie litt sichtbar. Wir konnten das Missverständnis ausräumen.

  2. Von Paris und Arc de Triomphe mag ich gar nicht alpträumen, mir wird schon ganz schummerig wenn der Doppelstockbus 100, ich natürlich oben und ganz vorne, in de Kreisverkeht um die Goldelse (SIegessäule) einfährt.
    Habe es bis jetzt auch immer vermieden dort selber mit dem Auto rumzukreiseln.

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