Mit Bart und WC ist alles okay

Diese Forscher aber auch immer …

Dieser Tage war zu lesen, dass man einer Gruppe von Mäus … hoppla … Frauen Bilder von mehreren Männern zeigte, von denen fast alle glattrasiert waren (heutzutage muss man derartige Beschreibungen ja notgedrungen mit „im Gesicht“ ergänzen), nur einer von jenen hatte einen Bart. Und siehe da, jener wurde von den Bewerterinnen als besonders attraktiv bewertet. Nun ist nicht bekannt, ob es sich um einen sexy Zweiwochenbart mit vereinzelten silbrigen Strähnen oder eher das Modell „Waldschrat“ handelte, aber darauf kommt es wohl weniger an.

Viel eher scheint es hier um die Anziehungskraft des Alleinstellungsmerkmals zu gehen. Man könnte es auch Exotenbonus nennen. Volkstümlich ausgedrükt: Je seltener etwas ist, umso interessanter und sogar begehrter scheint es zu sein. Bestätigt wurde dieses Ergebnis auch dadurch, dass die ganze Chose auch umgekehrt zu funktionieren schien. In einer Gruppe Bärtiger fiel der Glattgesichtige besonders angenehm auf. Menschen bewerten die Attraktivität Anderer also besonders gerne in Relation zu deren Umfeld. Das wäre für mich schon beeindruckend, wenn ich nicht den Eindruck haben müsste, dass hier ein alter Hut neu aufgewärmt wird (jaja, über die verunglückte Melange von Phrasen und Metaphern schreibe ich ein ander Mal).

Deshalb gehen schnieke Mädchen ja auch immer besonders gerne mit ihrer deutlich weniger attraktiven Freundin aus, nicht wahr? Die Forscher fanden dies insofern interessant, da ja nach evolutionären Grundgesetzen sich irgendwann eine bestimmte Art von Merkmalen aufgrund ihrer Attraktivität durchsetzen und die anderen Arten verdrängen müsste, was aber nicht der Fall ist. Man stelle sich dies aber auch mal vor; allüberall nur noch Bartträger oder Glatzköppe oder Blondinen mit aufgespritzten Brüsten und Lipp … OH!

Nun, wie auch immer: Ihr, die ihr glaubt, mit eurem Aussehen etwas abseits der Norm zu leben, grämt euch nicht, irgendwo findet euch jemand besonders knusprig.

Ich warne allerdings davor, die Attraktivität eines Alleinstellungsmerkmals zu generalisieren. In einer Gruppe von müffelnden Schwitzbrocken mag man als dezent wohlriechender Mensch wohl angenehm auffallen, andersrum scheint mir der Erfolg aber nicht automatisch gegeben zu sein. Dies auch und insbesondere an jene, die 96-Stunden-Deos wirklich gut finden und glauben, diese erleichterten ihr Leben.

*starrt nun etwas unentschlossen auf den Rasierer*

Behaart aber herzlich

Wenn man sich über Haar- und Bartwuchs Anderer auslässt, während der eigene Kopfrasen zusehends spärlicher gesät ist, gerät man ja schnell in den Verdacht, hier neidgefüllte Giftpfeile abzufeuern,aber dem ist selbstverständlich nicht so. Warum sollte ich mich zu derlei Themen nicht mehr kompetent äußern dürfen? Ich behalte mir ja auch vor, als Nichtkuh zum Thema „Milch“ zu philosophieren … aber nicht jetzt, ein ander Mal vielleicht.

Back to ze Eigentliches: Der Hagen R. trägt ja, wie man letztens per TV verfolgen durfte, nunmehr auch Barthaar. Und zwar voll. Nicht so ein designtes Muckerbärtchen mit Aussparungen, sondern frei wucherndes Barthaar der Marke „Ta.libans Bester“. Mit so einer Matte plus selbstgehäkeltem Pullover wäre man in den 80ern ganz weit vorne auf der Kandidatenliste der GrünAutonominnenBioPax-Liste Niedersachsen-Ost gelandet.

Wie mir zugetragen wurde, scheint dies aber durchaus anzukommen. Bei Live-Begutachtung schwanken manche Damen offenbar zwischen jungmädchenhaftem Schwärmen und spontan einsetzender Schrittfeuchte. Naja, manche habens halt. Ich bin mir halt nur nicht sicher, ob der weiterhin getragene Nackenumpuscheler optisch noch dazu im Einklang steht. Das greift langsam um sich, erst Judiths Pola, nun der Hagen … vielleicht sollte ich auch mal …?

Ein ganz anderer Fall ist der werte Herr Bülent C. aus M. Bei dem haben höchstens einige Witzchen einen mächtigen Bart, er hingegen konzentriert sich lieber auf die umfangreiche Züchtung des Haupthaares und lässt dieses gerne auch mal bei jeder sich passenden oder auch unpassenden Gelegenheit durch die Gegend flattern. Egal ob Quizmoderater oder Rennwagen-Weltmeister, jeder bekommt erstmal des Herren Mottenfiffi übers Gesicht gezogen. Ekelhaft!

Es ist ja schön für ihn, wenn er sein Frausein so offensiv zeigen kann und Experte für Seidenglanzpflegeprodukte wird, aber Haare wachsen lassen alleine scheint mir als Lebensleistung doch ein wenig dünn zu sein.  Wer ein dermaßenes Gewese um seine Hornfäden macht, der muss sich nicht wundern, wenn er eines Tages mal unter dem Vorwand eines Auftritts in die Kulturhalle „Schnippschnapp“ eingeladen wird und sich dann ein Rudel wilder Scheren auf ihn stürzt. Bei der Gelegenheit ließe sich auch gleich noch das Schamhaar am Kinn operativ entfernen.

„Don’t mess too much with your Hair or by the Time you’re 40 it will look 85!“

(Baz Luhrmann, Sunscreen)

Lord Folterbart

Mittlerweile gibt es wohl über so ziemlich alles Statistiken, weil die Menschen das mögen. Das kann man (be)greifen, das wirkt seriös, damit kann man alles und nichts belegen. Fehlt wohl nur noch eine Statistik betreffend Dinge, über die bislang noch keine Statistik angefertigt wurde.

 

Zu den Dingen, über die es eine Statistik gibt, zählen jetzt auch die Toptitel, mit denen Kriegsgefangene der USA malträtiert werden. Neben Sprin.gst.een und Ag.uil.era findet sich auch das Titelthema der Sesams.trasse dort wieder, was ja logisch ist, denn wie heißt es so schön (zumindest in der deutschen Version): „Wer, wie was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm“ Mir fielen zum Thema Foltermusik ja eher DJ Ö.tzi oder der Schnuffelsong ein.

 

Dabei interessiert mich aber (neben der grundsätzlichen Notwendigkeit einer solchen Statistik und der Frage, ob die dort Genannten sich nicht rechtliche Schritte vorbehalten) am ehesten, wie denn diese Statistik zustande gekommen ist …

 

„Ja, Guten Tag, Herr Oberfolterwart, ich komme vom Zentralen Statistikamt und wollte Sie mal kurz befragen, welche Songs Sie denn am liebsten bei Folterungen von Kriegsgefangenen einsetzen … ach so, sie foltern gar nicht?, ja, dann halt die Lieblingssongs bei Nichtfolterungen … bitte? …mein Bart? … Nein, den habe ich nicht aus religiösen Gründen … stimmt, meine Oma mütterlicherseits kommt tatsächlich aus dem Nahen Osten … wo soll ich hin mitkommen? … nein, das möchte ich lieber nicht … AUA! Nicht anfassen! Ich bekomme ganz leicht Nasenbluten …“

 

Apropos foltern: Hätte ich doch nur die Vermutung  gehabt, dass die Herren Bad Pritt, Kluhni und Konsorten zu den Stammlesern meines Blogs gehören und sich zudem von diesem noch inspirieren lassen, hätte ich doch nicht so locker-flockig vor einigen Monaten über die eventuelle Züchtung männlicher Gesichtsbehaarung geplaudert. Das konnte ich aber doch nicht ahnen, dass die jetzt alle Rhett-Butler-Gedächtnis-Oberlippenbefotzelung tragen. Sorry bout that! So, Guys, c’mon, that looks terrible, your Ladies may say, that it suits you, but they don’t MEAN it!!!

Bart!!! Du elender…

Das mit Bärten und mir ist so eine Sache; es scheint wohl nicht so richtig zu passen mit uns. Probiert habe ich es durchaus immer mal wieder, aber überzeugend war es bislang nicht. Dabei verfüge ich durchaus über drängende Bartstoppeln, denen man täglich zeigen muss, wo hier der Most den Bart..ähh..der Bartel den…also, wer hier wen rasiert oder so ähnlich.

Die Frage ist also nicht, ob er wächst, sondern wie. Jahrelang hatte ich es grundsätzlich als sehr nachahmenswert empfunden, einen George-Michael-3-Tages-Bart zu züchten. Nach drei rasierfreien Tagen sah ich auch bereits entsprechend verbartet aus, allerdings wollten sich meine Barthaare nicht so sexy männlich auf die sie unterfütternde Gesichtshaut legen, sondern standen blöd nach vorne ab. Das sah nicht nach Careless Whisper, sondern nach verwildertem Lambruscopenner aus. Nach vorne wachsende Barthaare vermitteln im übrigen sowieso bereits Minuten nach der Rasur dieses homersimpsonartige Gefühl des ständigen Unrasiertseins.

Eine Zeitlang hatte ich mir eine Art Kinnbart zugelegt, allerdings ohne den Bereich über der Oberlippe. Ein wenig inspiriert von Johnny Depp in seiner Rolle als Don Juan de Marco. Naja, ein wenig wie ein Depp sah ich retrospektiv betrachtet in dieser Zeit auch aus. Entfernt hatte ich ihn aber erst, als er nach einem Rasierunfall optisch aus dem Gleichgewicht geriet und sämtliche Reparaturversuche das Dilemma nur noch weiter verschlimmerten. Jeder, der mal versucht hat ein etwas kürzeres Tischbein durch vorsichtiges Kürzen der anderen Beine auszugleichen, wird wissen von was ich rede, während er seinen japanischen Teezeremonietisch auf Bodenebene betrachtet.

Hin und wieder ertappe ich mich dabei, wie ich mir vor dem Spiegel stehend vorstelle, ob mich ein sog. „Menjou-Bärtchen“ wohl ein wenig distinguierter aussehen lassen könnte. Hierbei handelt es sich um ein schmales, dicht über der Oberlippe getragenes Bärtchen, das seine Berühmtheit dem gleichnamigen Schauspieler verdankt. Dies wäre sowieso für mich die einzig denkbare Form eines Oberlippenbartes; alles Andere sei homosexuellen Kölner Polizisten oder Fernsehköchen vorbehalten (Sorry, ganz klischeefrei bin ich halt auch nicht).

Sofern ich einen solchen Gedankengang allerdings einmal in weiblicher Gegenwart äußere, ernte ich einen Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen Abscheu, ehrlichem Bedauern und mühsam unterdrücktem Losprusten angesiedelt zu sein scheint und mir somit alle gedanklichen Flausen in dieser Richtung wieder für Monate austreibt.

Also bleibe ich vorwiegend glattgesichtig und setze auf die Zukunft und den Sean-Connery-Effekt. Mit irgendwas muss man ja die Hoffnung füttern…