Anbaggern und aufreissen

Natürlich hat sich in den letzten Wochen auch wieder einiges getan in puncto Straßenschlacht:

Ich parke zur Zeit dort wo ich einen Platz finde, was dem üblicherweise Kleinstädtischen, in dem Menschen der festen Überzeugung sind, das Stück Straße vor dem eigenen Grundstück sei Privatbesitz, einen beinahe metropolenartigen Flair entgegensetzt. Natürlich nur beinahe, denn ich finde ja immer noch einen Parkplatz im gleichen Stadtteil. Mein eigentlicher Stellplatz wird mittlerweile bereits von der Natur zurückerobert. Noch ein paar Wochen und das Umweltamt erklärt ihn zum Biotop und dann ist es endgültig vorbei mit dem Parken.

Seit einigen Tagen hat sich auch eine neue Routine beim abendlichen Nachhausekommen entwickelt, nämlich das Aufheben von durch permanente Erschütterung heruntergefallenen Dingen. Dabei wird einem dann auch gerne mal klar, wieviel instabile Häufchen von Briefen, CDs,  Zeitschriften usw. man sich so zusammenbaut. Als die Baufirma Anfang der Woche der Meinung war, Überstunden einlegen zu müssen und mir somit die Gelegenheit gab, mal einen Live-Eindruck dessen zu bekommen, was sonst in meiner Abwesenheit geschieht, fühlte ich mich doch sehr in Jurrasic Park 1 versetzt; ihr wisst schon, die Szene mit dem Wasserglas. So ein Bagger mit weit ausholender Schaufel hat auch viel von einem Saurier, allerdings hoben sich die Saurier ihre Löcher nicht selber aus,  sondern mussten auf einschlagende Meteoriten warten.

Immerhin, der Deckenventilator (klingt ja auch fast eine Saurierart) bleibt vorläufig noch an seinem Platz, was insbesondere in diesen sommerlichen Tagen sehr von mir geschätzt wird.

Aber ich will hier nicht nur rummeckern. Seit drei Tagen hat sich überrauschenderweise eine neue Wohnform für mich ergeben, für die viele Menschen beispielsweise in Großstädten wie Frankfurt ganz schön tief in die Tasche greifen müssen.

Es handelt sich um das Konzept „Wohnen am Fluss“!

Sicher ist es nicht ganz so wie direkt am Main zu wohnen, aber immerhin liegen derzeit irgendwelche Kanäle in der Straße offen, was bei geöffnetem Fenster ein wundervolles, geradezu meditatives Plätschergeräusch an meine Ohren dringen lässt. Dem Geruch nach scheint es sich glücklicherweise auch nicht um die Abwasserleitungen zu handeln, worüber ich sehr erleichtert bin.

So greifen also Baumaßnahmen regulierend in meinen Schlaf/Wach-Rhythmus ein. Abends schlafe ich bei munter rauschenden Wässerchen ein und sollte ich morgens etwas länger als vorgesehen in Schlummerland verweilen, holt mich das Anlassgeräusch des Baggers oder eines Lasters wieder ins Leben zurück. Die dabei durchs Fenster tretenden Dieselwolken veranlassen mich auch überzeugender als jeder Wecker, möglichst rasch aufzustehen, um zu verhindern, nach einiger Zeit in eine ganz andere Art von endgültigem Schlaf zu verfallen.

Alles prima also, das wollte ich nur einmal erwähnt haben …

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Blick auf den Sommer 2010

Ächz …

Ich formuliere es mal wie folgt:

Welche liebe Singledame aus dem Großraum Frankfurt mit hübscher Terrasse oder großem Balkon (diesmal nicht körperlich gemeint … zumindest nicht vordergründig) in ruhiger Lage hat Lust auf eine unbeschwerte Sommerliebelei mit witzigem Kerl ohne spürbaren Beziehungsdruck? Kann Obstgläser öffnen und bügeln.

Ach, nein, natürlich würde ich niiieeemals … so oberflächlich …

Also wünsche ich allen Sonnenfröschlein da draußen einfach einen wunderbaren Sommer mit viel Liegestuhl, Zitroneneis, langen verträumten Abenden, dem sternigsten Sternenhimmel wo gibt und selbstverständlich jeder Menge Liebe.

strasse|weg

Kaum ist man mal 2, 3 Tage abwesend, schon kommt man zurück und die Strasse ist weg! Nun, nicht direkt die Strasse, jedoch der Asphalt. Kanalarbeiten halt, um die Ver- und Entsorgung flüssiger Substanzen in den geplanten Neubaugebieten zu gewährleisten. Wo unsereines nun fahren oder parken soll, ist dabei zweitrangig. Das Ganze sieht jetzt eher wie eine Motocross-Rennstrecke aus. Vielleicht sollte ich Stefan dem Raben vorschlagen, hier eine Runde mit dem BMX-Rad zu drehen, damit er sich die Gesichtsmusterung auffrischen kann …

Wie gut, dass ich letztens die Maus gesehen habe, denn nun weiß ich, was man mit so einem Bagger und seiner Schaufel so alles anstellen kann: Bierflaschen öffnen, säumige Mieter aus Wohnungen schaffen, Frauen an den Hintern klatschen („anbaggern“) und dergleichem mehr. Straßen aufreißen natürlich auch.

Zeit also für mein persönliches Bullshit-Bingo spezial! Wie lange wird es dauern, bis ich alle folgenden Ereignisse abhaken darf?:

– Stromausfall

– kein Wasser

– Kabelfernsehen futsch

– heruntergefallene Gläser

– Seitenwand kracht auf Auto

– Haus kippt nach vorne

– Betrunkener fällt und ertrinkt in vollgeregneter Baugrube

Interessante Wochen ahead! Vielleicht sollte ich mal auffe Arbeit fragen, ob ich die nächsten 4 Wochen Doppelschichten fahren darf und dafür danach einen Monat frei bekomme … ach Mist, wir fahren ja gar keine Schichten.