Viva la Evolucion!

Es ist mir nur schwer verständlich zu machen, dass Menschen heute immer noch nicht an die evolutionäre Entwicklung glauben, wo doch täglich soviele Beispiele vor unseren Augen erkennbar sind.

Ganz früher ärgerten sich unsere Vorvorfahren dermaßen darüber, dass sie sich ständig auf die Hände latschten, dass sich einige von Ihnen am aufrechten Gang probierten, einige Genrationen später war der Rücken gerade und schwupps! waren Basketball und Apfelklau erfunden.

Immer wieder passten sich Lebewesen im Laufe von Generationen an veränderte Umweltbedingungen an. Dies zeigt sich bis in die heutige Zeit. Frühere Generationen waren noch nicht wirklich in der Lage, ihr Auto selbst zu betanken oder ganze Möbel nur aufgrund kryptischer Zeichnungen selbst aufzubauen. Heutzutage sind dies Selbstverständlichkeiten und ich möchte wetten, dass man bei genauem Skelettvergleich zumindest kleine Unterschiede zu früheren Jahrhunderten finden wird; insbesondere im Handbereich.

Diese Erkenntnisse nähren meine Hoffnung, dass zumindest künftige Generationen auch keinerlei Probleme mehr damit haben werden, sich im Supermarkt beim SB-Bäcker ohne nennenswerte Verletzungen oder peinliche Auffälligkeiten Brötchen mittels verbogenen oder klappernden Zangen aus Behältern zu fischen, deren Öffnungen sich natürlich meist nicht arretieren lassen und die oft auch noch mit Sicherungsklappen versehen sind, damit nur kein Brötchen abhauen kann und man derweil mit der anderen Hand sich abmüht, eine Tüte aufzunesteln und die entstandene Öffnung sich aufgrund noch vorhandener Adhäsivkräfte natürlich genau in dem Moment wieder zu verschließen droht, in dem man einen Weck mit der klapprigen Zange darin zu versenken versucht, was dann logischerweise mißlingt und man nun schon genervt den ganzen Vorgang zu wiederholen gedenkt , derweil dann das Brötchen sich erfolgreich aus der klapprigen Zangenumarmung löst und VERDAMMTE SCH …!!!

… dann gibt es halt Toastbrot …

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Backstuben-Hitchcock

Die Szenerie:

Eine sonntags geöffnete Bäckerei. Kettenbäcker, aber was solls, einer der weniger schlimmen.

Schon beim Betreten nehme ich wahr: Es gibt noch Rüblikuchen. Vier Stück sind noch da. Der dortige Rüblikuchen gehört zu den saftigeren, keines dieser glasierten Stücke Trockenmörtel.

Vor mir noch drei Kunden. Kurze Abschätzung unter Hinzunahme der fragmentrisch vorhandenen Kenntnisse der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Ergebnis fällt beruhigend aus.

Der erste Kunde stellt keine akute Bedrohung dar. Er ergeht sich ausschließlich in Brötchenwünschen. Soll er doch. Es gibt noch verschiedene Brötchensorten und die meisten noch in ausreichendem Maße. Die Anzahl der gekauften Rundstücke lässt entweder auf Großfamilie oder Wochenration schließen.

Ich rücke ein paar Schritte auf. Die nächste Kundin. Vier Mehrkornbrötchen. Vielleicht waren es auch mehr Vierkornbrötchen; meine Erinnerung ist hier nicht mehr so genau. Die Sache läuft, die Sonne scheint, es wird ein guter Tag.

Dann hat die Kundin noch einen weiteren Wunsch. „Von diesem Karottenkuchen hätte ich …“. Moooment, was meint sie denn bitte mit Karottenkuchen? Sie wird doch nicht …? Oh, nein! Ich wusste es doch gleich, dass das heute ein mieser Tag wird. Die Sonne drückt, das Wochenende ist sowieso gleich vorbei und das ging mal wieder zackzack, das ist doch kein Leben!

Zwei Stück! Puh! Sie will nur zwei Stück! Die Anzahl der Brötchen ließ schlimmeres vermuten. Zwei Stück sind okay, dann bleiben ja noch zwei übrig und nur noch ein Kunde. Kurze Musterung: Großgewachsener, geradezu leptosomer Typ, sieht einfach nicht nach Süßmäulchen aus. wird bestimmt irgendwelche gesunden hartkantigen Vollkornwecke kaufen, um sich zuhause dann eine hauchdünne Schicht Margarine und selbstgehäckselten Schnittlauch darauf zu applizieren. Gut so, ist gesund, esse ich auch hin und wieder. Ohne die Margarine selbstverständlich.

Er ist nun dran. Wieso senkt sich sein Blick so bedenklich? In der Auslage vor ihm befinden sich keine Brötchen, die sind doch hinten in den Körben. Oh Gott, er deutet auf Backwerk! Das kann doch nicht wahr sein, das ist doch entgegen jeder Wahrscheinlichkeit. Vormittags werden doch vorrangig Brötchen und Crossaints gekauft, keine Süßigkeiten! Mir wird schwindlig, ich höre wie aus großer Ferne etwas von „Die zwei bitte!“. Welche zwei bitte? Du wirst das nicht tun, verdammte Bohnenstange. Und wenn, dann werde ich sie Dir einfach aus der Hand schlagen. Verdammt, das ist gar nicht so einfach, ich bin hier irgendwie bekannt. Nein, nicht hyperventilieren jetzt, Du Idiot! Bestimmt meinte er die Himbeerstückchen. Das ist ganz klar ein Himbeerstückchen-Typ. Es MUSS ein Himbeerstückchen-Typ sein, japps …

Das Leben kann doch nicht so unfair sein! Nicht schon wieder! Aaaarrgghhh!!!

*Pause, zum Durchatmen*

Uff …

Er ist tatsächlich ein Himbeerstückchen-Typ! Mir sind diese stattlichen Himbeerstückchen-Genießer ja grundsätzlich sympathisch. Und Himbeeren sowieso.

Ein schöner Sonntag übrigens!

Snapshot

Was ich heute morgen sah:

Der etwas ältere Mann beim Bäcker gibt seinem knuffigen Hundi die frisch erworbene Tüte mit Brötchen. Dieser fühlt sich wichtig und trägt das Jagdgut stolz nach Hause.

Was ich nicht sah:

Zuhause angekommen trägt das knuffige Hundi seine Beute in seine Ecke und klärt die sich nähernden Familienmitglieder mittels dezentem jedoch deutlichem Knurren über die nunmehrigen Eigentumsverhältnisse auf.  Die Familie schult hierbei ihre Fähigkeit, gelassen mit unerwarteten Veränderungen umzugehen und das Toastbrot von vergangenem Dienstag ist schließlich auch fast noch gar nicht schimmelig.

Beckergemäcker

„Guten Morgen! Ich hätte gerne zwei Vinschgauer und drei Winzerbrötchen.“

„Gerne! … Oh, die Vinschgauer sind alle … nein, eines haben wir noch.“

„Hmm … na gut, nehme ich halt vier Winzer …“

„Äääh, von den Winzerbrötchen sind auch nur noch zwei da. Wir hätten Sonnenblumkern, Mehrkorn, Kornstangen …“

„Okay,dann halt noch zwei Sonnenblumenkernbrötchen!“

*nestel*

„Oh, haben wir doch nicht … also wir haben noch …“ usw …

Der Dialog fand übrigens nicht am fortgeschrittenen Nachmittag sondern morgens um 7:15 Uhr (!!!) statt.

Jetzt widme ich mich aber erstmal meinem lecker Müsli und dann muss ich sehen, wie ich die Blutflecken aus dem Shirt bekomme …

Smells like Bean Spirit

brötchen

Einer der unbestritten größten Vorteile familieneigener Bäckereien/Cafès gegenüber Kettenbäckern (neben der Qualitätsfrage) ist für mich, bereits beim Zulaufen auf das Objekt der Begierde am kaltfreundlichen Samstagmorgen, an dem eine freundlich gesinnte Sonne uns offenbar einen Besuch abstatten möchte, diesen wunderbaren Mischgeruch aus frisch gebackenen Brötchen und ebenso gemahlenem Kaffee in der Nase haben zu dürfen, statt des immergleichen Gemüffel nach aufgebackenen Blätterteigkäseweichteilen.

Alle Geschmackssinne und Magensäfte sind dann bereits ganz wuschig vor lauter Vorfreude.

Weekend, here i come!