und alle so:

…ja, und ich das gesehen und so voll gedacht: „Ey, krass, das is ja voll die easy Sprech und so. Muss ich ja nur direkte Rede machen und vorher sagen, wer es sagt“ Und meine Hirnzellen dann so: „Hallo, spinnst Du? Wir sind jahrzehntelang getrietzt worden, bis Du dich einigermaßen kultiviert unterhalten konntest und jetzt willst Du wieder freiwillig auf Neandeertalernivaeu runter? Geht ja mal gar nicht“. Voll angepisst, die! Und ich dann so: „Fresse, ihr Honks, ihr habt hier gar nix zu melden. Wenns mir zu blöd wird, erwürge ich mich selbst, dann habt ihr aber voll das Problem!“ Und die alle so: „Du Blödkopp kannst Dich überhaupt nicht selbst erwürgen, Du wirst doch eh vorher ohnmächtig, also proll hier nicht so rum!“ Und ich so voll grübelgrübel und so und dann klar gecheckt, was geht. Lass ich es halt und versuche weiter, mittels geistreicher und gekonnter Konversation verschnörkelte Brücken zu Anderen zu bauen und mich als soziales  Wesen in einem komplexen Gesellschaftssystem zu verankern. Und meine Hirnzellen alle so: YEAAH!! …

Kleine Fallstudie

Aus einer Online-Werbung für ein … ähhh…hmmm…Kontrazeptivum:

„Ich verschiebe nichts – außer meine Regel“

Jaja, und den Besuch des Deutschunterrichts, wa?

Da lässt man seit Jahren den Dativ ungehindert im natürlichen Lebensraum von dem des Genitivs herumwildern, bis selbiger nahezu ausgestorben zu sein scheint und da, wo der 3. Fall mal rechtmäßig wäre, verfällt man in den Akkusativ.

Warum dann nicht gleich „Ich tue nichts verschieben – nur nicht außer die Regel von mir!“?

Nein, ich heiße nicht Bastian und es regte mich auch nicht so auf, wenn jemand so in seinem Blog formulierte, aber für so etwas hat eine Firma mehrere tausend Euro gezahlt. Dafür arbeitet dann eine Agentur Verhunzinger oder wer auch immer derartiges aus. Ich täte jetzt meines Geldes zurückfordern …

MICH!!!DICH!!!

Mit dem Alter ist es in etwa so wie mit dem Gewicht; es geht nur nach oben. Hier hilft noch nicht einmal eine Diät. Das hat u.a. zur Folge, dass man gezwungen ist, sich immer wieder auftretenden Veränderungen anzupassen.

Nicht, dass mir das nicht möglich wäre. Ich frage schon lange nicht mehr, wann der nächste Doppeldecker nach Siam geht und habe auch meine Schalltrichtervorrichtung zum Abhören von Schellackplatten ins Archiv verfrachtet. Ich habe mich an PCs, Internet, Latte Macchiato und Bärlauchpesto gewöhnt (naja, zumindest halbwegs) und schaue auch nicht  mehr verwundert drein, wenn mir ständig Menschen begegnen, die den Eindruck erwecken, als führten sie Selbstgespräche.

Bei einigen Dingen allerdings bleibe ich bockig, zum Beispiel bei mir nicht nachvollziehbaren Sprachverhunzungen. Die jüngste Entdeckung sind beispielsweise solche Bemerkungen:

„Ich erinnere, dass ich dort auch schon einmal war.“

„Erinnerst Du, wie Du damals auf Malle Jürgen D.rews die Fresse poliert hast?“

Was soll das denn bitte sein? Jedermann und sein Schwager übernimmt diese Redewendung und zwar nicht nur jüngere Generationen. Selbst vor Kameras wird bedenkenlos so geplaudert. Wieder einer dieser Fälle, in denen man glaubt, sich wörtlich an das Englische halten zu müssen? Dann sollte man aber bedenken,  dass das Englische sowieso teilweise eine ganz andere Syntax übt und außerdem mehrere Begriffe sich mit dem Erinnern beschäftigen. „Do you remember…“ ist eben nicht gleich „Erinnerst Du…“

Wofür haben denn Marie C.urie und Eins.tein einst unter großen Anstrengungen das wundervolle Reflexivpronomen erfunden? Klar, auch Sprache wandelt sich, Alda, voll korrekt, aber man muss doch nicht jeden Mist gut finden.

Ich wundere, warum so viele Menschen derartiges unreflektiert übernehmen, kann mich damit aber nicht anfreunden. Nicht wirklich …

 

Westenfett

Im Auto entkommt man radiohörend nur selten der geballten Macht des DDF (Deutschen Dudelfunks). In einer dieser Stationen scheint es eine Mitarbeiterin zu geben, die es tatsächlich bislang geschafft hat, ihre vergammelten Leggings im Schrank zu lassen und deshalb senderseits zur internen Modeexpertin ernannt wurde, deren Aufgabe u.a. darin besteht, im Internet nach modebezogenen Seiten zu suchen.

 

Gestern muss sie wohl wieder auf eine solche gestoßen sein, die – Überraschung – auch irgendwas mit „Sex and the City“ zu tun haben muss und entsprechende Modetipps von sich gibt.

 

Einer dieser Tipps lautete „Westen, die einesteils grau und anderenteils schwarz sind, machen dick!“ So etwas wird ja beispielsweise auch breiten Querstreifen oder Pullis in schreienden Farben nachgesagt.

 

Hmmmm….also selbst auf die Gefahr hin, jetzt ein wenig uncharmant zu wirken: Das sollte man so nicht stehen lassen. Westen machen nicht dick! Der Kaloriengehalt von Kleidungsstücken scheint mir in einem sehr überschaubaren Bereich zu liegen und in aller Regel werden diese getragen und nicht gegessen (Klugschisserige Bemerkungen über essbare Unterwäsche bitte….moment…JETZT einstellen! Vielen Dank!).

 

Nein, Westen machen nicht dick. Mangelnde Bewegung, Schokoriegel, Eiskugeln, Karameltoffees, Sahnejoghurts, Pommes rotweiß, Döner-Kebabs mit Allem, Kartoffelchips, Unmengen Cola, literweise Weizenbier, Tiramisu, Walnüsse, Camembert, Butterkekse, Currywurst, Bigsize-Doublechoc-Muffins, Rocher, saure Früchtchen und noch viele dieser Leckereien machen dick…JAAAAAA, oder natürlich diese angeborene Stoffwechselstörung, selbstverständlich.

 

Bestimmte Kleidungsstücke wie zum Beispiel erwähnte Weste können die daraus resultierende körperliche Erscheinung einfach nicht entsprechend gut kaschieren. Wir wollen uns doch bitte nicht allzu viele sprachliche Schlampigkeiten erlauben.

 

Abnehmtipp gefällig? Ähhh. gerne. Zur besseren Verdauung und früheren Sättigung einfach jeden Bissen vor dem Herunterschlucken ordentlich durchkauen….

 

…so ca. 300 mal dürfte ausreichend sein