Fundstück der Woche

Liegt hier seit mehreren Tagen herum:

Wer verliert denn so etwas?

Nein, die Frage müsste eher lauten: Wer verliert denn so etwas UND BEMERKT ES NICHT?

Als ich vor vielen, vielen Jahren mal spontan einer Pedale verlustig ging, befuhr ich gerade eine leichte Anhöhe und die plötzlich ihrer Bestimmung beraubte, von mir eingesetzte Energie besann sich blitzartig neu und ließ mich stattdessen einen lupenreinen Vorwärtssalto über den Lenker hinlegen, was mir neben einem gehörigen Schrecken spürbaren Hautverlust an beiden Unterarmen sowie ein ordentlich verknorkstes Handgelenk einbrachte.

Natürlich hätte es schlimmer kommen können; ich hätte auch auf einen bereits wütenden und ausgehungerten Bären oder eine berührungssensitive Neutronenbombe fallen können, aber es reichte mir auch so.

Dennoch frage ich mich, wie man eine Pedale unbemerkt verlieren kann. War es eine im Fahrradkorb mitgeführte Ersatzpedale? Fiel jemandem unterwegs auf, dass er beim Kauf eines Laufrades betrogen wurde und wollte dies auf der Stelle ändern? Ist es gar ein neues Zeichen liebender Pärchen und löst damit die schon seit Jahren nicht mehr originelle Fahrradkette an Brückengeländern ab?

Welt voller Wunder …

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Simplify your Bike

Na, was ist wohl das Anstrengendste am Radfahren? Das Berghochfahren? Ach was! Reifen aufpumpen? Schon besser, aber auch falsch! Die Penunze für ein neues Bike zusammenklauen müssen? Fast!

Es ist natüüürlich das Gang schalten. Jetzt seht Ihr sie doch sicher auch vor Eurem geistigen Auge, diese ausgemergelten, nach Luft schnappenden Radfahrer, die gerade noch so ein „muss … hochschalten …“ herausjapsen, bevor sie zusammenbrechen.

Diese Problematik wurde auch einigen Wissenschaftlern bewusst und sie scheuten weder Dings noch Bums, um Abhilfe zu schaffen und …TA-DAHHH … hatten Erfolg. Sie erfanden  eine Schaltkonstruktion, die in Verbindung mit einer Art kybernetischem Helm steht, welcher den Probanden so aufgeschraubt wird, dasser gewisse neuronale Aktivitäten messen und umsetzen kann. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, nach einer Grundlernphase muss man nur noch intensiv an den gewünschten Gang denken, der Helm misst dies und löst eine entsprechende Aktion  an der mit ihm verbundenen Gangschaltung aus.

Toll, was? Das war jetzt aber auch mal dringend nötig, dass hier jemand mal der unsäglichen Pein ein Ende setzt. Wieder sind wir dem Endziel einen Schritt … Tritt näher gekommen, den menschlichen Körper von jeder Bewegung zu befreien. Bei meinem selbsteingeschätzten Hirnchaos muss ich allerdings davon ausgehen, jede Sekunde in einem anderen Gang zu fahren. Viele Andere hingegen dürften, wenn die Methode wirklich so funktioniert, die ganze Zeit im 6. Gang verbringen.

Wissenschaft, manchmal biste schon ein geiles Stück!

Mai#1

Achtung! Jetzt große Radfahrerdemo im Großraum Frankfurt für mehr Blutdoping! Scheint aber auch kapitalismuskritisch zu sein, irgendwas mit „runter mit dem Finanzplatz“ oder so.

Großes Polizeiaufgebot, Drängelgitter, alles da! Nur die Transparente fehlen … ist aber auch schwierig auf nem Rennrad …

Baick

Der neue Trend, im großen B offenbar schon Alltag:

Fahrräder ohne alles!

Prinzipiell nichts neues, Fahrräder ohne Reifen oder Sattel findet man seit vielen Jahren an jedem größeren Bahnhof oder vor dem örtlichen Kino.

Hier geht es aber um downstripped Bikes. Keine Gangschaltung, keine Klingel, kein Rücktritt, noch nicht einmal Bremsen. Also quasi Fahrrad pur, nur Gestänge, Pedale und Reifen. Das soll ein ganz puristisches, fast schon mediatives Fahrgefühl erzeugen. Vor allem, wenn man bremslos in eine Straße einbiegt, in der sich bereits ein Laster breitgemacht hat. Die Straßenverkehrsordnung liegt auch bereits mit einem Schwerstinfarkt auf der Intensivstation.

Mein Rad dagegen hat mehr und jetzt habe ich wieder etwas neues entdecken dürfen: Ich weiß zwar noch nicht, wo er installiert ist, aber das Rad verfügt offensichtlich über einen tadellos arbeitenden Windsauggenerator, der dafür sorgt,  dass die mich umgebende Luft immer genau aus der Richtung bläst, in die ich just fahre, egal wie oft ich die Richtung wechsele.

Ein Feature von sehr zweifelhaftem Nutzen. Weiß zufällig jemand, wie man es abstellen kann?

Du nix Rad weg!!!

Seit einiger Zeit inseriert eine Internet-Kleinanzeigen-Plattform mit einem wahren Kaleydoskop an unterschiedlichsten Angeboten ziemlich lautstark in verschiedenen Blättern. Kaum hatte ich heute morgen meine Tageszeitung aufgeschlagen, herrscht mich eine burschikose Blondine an „ICH KAUFE DEIN FAHRRAD!“

Also,  bitte nicht in diesem Ton! Außerdem habe ich mein Rad erst letztes Jahr gekauft, bin sehr zufrieden damit und plane keineswegs, es zum Verkauf anzubieten. Muss ich jetzt trotzdem reagieren? Ist gegebenenfalls eine feindliche Übernahme zu erwarten, so wie früher, als einem die Rabauken aus dem Viertel alles abknöpften, was man nicht freiwillig hergab?

Aber heute bin ich älter und stärker und werde mich wehren, jawoll! Also Hände weg von meinem Fahrrad, sonst gibts echt harte Kloppe!!!

Landet man auf dieser Seite, trifft man die für solche Plattformen üblichen Rubriken an. Autos, Immobilen, Schrott Einrichtungsgegenstände, Kunstgewerblerisches aber auch unterschiedlichste Dienstleistungen. Manchmal ist man in so einer kindischen Laune und sagt sich, ich wähle jetzt blind eines der Angebote heraus und werde es bestellen, einfach nur so aus Daffke, niccht immer nur diese ewige vernünftig sein, das uns durch unseren drögen Alltag begleitet.

Getroffen hat es eine…sagen wir…spirituelle Dienstleistung. Unter dem Begriff „Partnerrückführung“ hatte ich eigentlich eher die Vorstellung, es ginge um die technische Abwicklung der Folgen, die entstehen, wenn der geliebte Partner mitten im Urlaub in der Ferne das Zeitliche segnet. Aber weit gefehlt, es geht um eine Art Seance, in der man die verblichene Olle befragen kann, wo sie sacklzment die Sparbücher versteckt hat und ähnliches. Außerdem bietet der nette Herr mit schütter gewordenem Haar auch gleich noch Befreiung von Flüchen, Housecleaning (ohne Feudel und Besen), Geisteraustreibung und ähnliches an. Na, da habe ich mich ja auf etwas eingelassen …

… bzw. hätte, denn gottseidank ist ja die Vernunft gerade noch rechtzeitig aus ihrem Kurzurlaub zurückgekommen und bewahrt mich vor schlimmerem.

Wäre ja auch noch schöner .. aber demnächst dann mal Bungee-Wildwasser-Zuschauing, ja?

Ich staune …

Jetzt soll also die sog. „Abwrackprämie“ ab Mai tatsächlich auch für den Kauf gebrauchter, umweltfreunddlicher Autos sowie – in geringerem Umfang – für den Tausch Auto gegen Fahrrad ausgezahlt werden.

Man kann nach wie vor lange und heftig über die grundsätzliche Sinnhaftigkeit solcher Konjunkturanheizer diskutieren, aber wie auch immer es gelungen ist, hier scheint doch tatsächlich etwas Vernunft Einzug gehalten zu haben. Wie konnte so etwas nur passieren, Frau Kanzlerin? Das geht doch gegen jede bisherige Politik. Wenn das man nur nicht einreißt, tsstss …

Rad mal, was ich mir kaufen will..

Nach mehreren Jahren ohne bzw. mit kaputtem Fahrrad wollte ich mich nun mit frischem Nachurlaubsschwung an die Anschaffung eines neuen Rades machen. Wenn man aber kein Bike-Insider ist, läuft man große Gefahr bei Besichtigung der kleinen Schilder an den Drahteseln in akute, anhaltende Schnappatmung zu verfallen. Unter dem Gegenwert von 4 mal Volltanken ist nichts annehmliches zu bekommen.

 

Klar, man könnte sich auch für eines der sog. „Baumarkträder“ entscheiden, aber diesbezüglich ist mir doch zuviel negatives zu Ohren gekommen, als dass ich mein hartverdientes Geld in schlampig gelöteten Unsinn investieren möchte.

 

Selbst bei Radketten wie BIKEMAX wird man massiv zur Ader gelassen. Dafür bekommt man aber auch mit Druckluft aufgeblähtes und daher dünnwandiges und leichteres Gestänge, Reifen mit Multifunktionsprofil, blattgoldverzierte Naben, regolomatikgepufferte Sättel und anderen Schnick und Schnack. Dazu noch das einlullende Verkäufergeschwätz kompetente Fachberatung. Beispiel gefällig?

 

Ich: „Wieviel Gänge hat das Rad denn? 21?“

 

Er: „21? HA! Wir sind doch nicht im Kindergarten, damit fangen wir doch gar nicht an. Dieses Rad hat natürlich VIERUNDZWANZIG Gänge!!!“

 

Ach? Soviel mehr dann doch? Na dann…

 

Nach kurzer Probefahrt hat mich dann aber doch ein Gerädle der Marke „Dispo negativ“ nachhaltig beeindruckt und ich bin jetzt in der Trauerphase, was meinen eventuell neuen Kontostand betrifft. Ich sollte mir von nun ab also immer wieder in selbsthypnotischer Absicht eintrichtern, dass es ja eine Investition in die nächsten 10 bis 15 Jahre darstellt und das Benzin bis dahin ja 3,20 € der Liter kostet und die Fitness und überhaupt…

 

Ich vermute mal, dass die Händler einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Einnahmen darin investieren, sich von ausgebufften Beratern so tolle Namen wie „Radschlag“, „Radhaus“ oder „Fahrrad-Schulze“ an ihr Geschäft dübeln zu lassen…