Live@Osteoporose-Rehazentrum

„… holtadipolta, der bass pumpt bis obervolta …“

Nach einiger Zeit mit geringer Konzertdichte nun zweimal elektronisch Orientiertes innerhalb von nicht einmal einer Woche.

Und dann steht man an einem Mittwochabend zu beinahe schon nachtschlafender Zeit auf einem Stahlplattenboden, eine der beteiligten Waden droht mit vorzeitigem Ladenschluss (garantiert aufgestachelt vom Fuss) und Hirn, das Aas, rechnet mir – während sich einige Leute auf der Bühne in Trance spielen – genüßlich vor, dass ich in 7 Stunden bereits wieder aufstehen muss.

Ist sowas noch als Leben anzusehen?

Ich gönne mir nunmal auch im Pre-Best-Age hin und wieder noch den Luxus, auf Konzerte von Menschen zu gehen, die noch nicht bei „Unggha-Pah and the Saurierschubser“ Steingitarre gespielt haben. Da sind dann die Auftrittsorte auch noch kleiner und die Anfangszeit später, weil sich ein Großteil des Publikums ja sowieso erst gegen 10 zur Uni bewegen muss oder etwas vergleichbares. Die Zeiten, in denen ich mich sorglos moshen ließ und gerne bis zum Bauchnabel in Matsch oder Eigenschweiß stand, sind halt vorbei, es hilft ja nichts.

Was aber wäre die Alternative? Nur noch zu NightOfTheProms-Konzerten zu gehen, die schön brav Samstags spätestens um 20 Uhr beginnen? Nichts gegen NightOfTheProms aber … wobei, doch, durchaus etwas gegen NightOfTheProms, weil dort nur noch Schnarchsäcke auftreten und  anscheinend für Schnarchsäcke Schnarchsackmusik spielen, die sie vor 35 Jahren mal gut fanden. Ab einer gewissen Karrieredauer scheinen viele Künstler einfach nightofthepromsig zu werden. Da spielt dann Clapton seine Layla in der Rheumadeckenversion, Simply Red treten mit dem russischen Staatsorchester auf und Chris de Burgh covert ABBA und Ma.ffay bzw. Karat und überhaupt, ach je, ach je …

Simply Red beispielsweise fand ich zu Zeiten, in denen wir Musik noch in schwarzweiß hören mussten, zumindest 2 Alben lang durchaus hörenswert. Da war auch für Herrn Huckna.ll und Kollegen das Money noch too tight to mention. Dann kam „If you don’t know me by now“ und der Main streamte (Frankfurt ist ja übrigens sowas von Main-Stream!). Der Rest ist dann käsig-bräsig oder nightofthepromsesk.

Also werde ich mir doch lieber noch einige Jahre die geschundenen Füße plattstehen und vor der Zugabe gedanklich noch die verbliebene Restschlafzeit durchgehen, bevor ich mich auf einen gemütlichen Sonntagvormittag im Zettdeeff-Fernsehgarten freue oder der vierten Reunion der beiden dann noch lebenden Take That-Mitglieder beiwohne.

(Auf dem Rückweg zum Auto übrigens noch die Fußballnationaltorhüterin am Büdc Kiosk stehen sehen. Frankfurtesk so etwas!)

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