Status update

Ich hoffe, Ihr könnt Euch mal eine kleine Weile selber beschäftigen. Geht mal raus vor die Tür oder backt einen Kuchen, helft einer Oma über die Straße (bitte vorher fragen, ob sie überhaupt die Straße überqueren möchte), bastelt kleine Figuren aus Mandarinenschalen oder stellt einen neuen Hula-Hoop-Rekord auf.

Ich frage das dann später ab …

Nach Hause

Das derzeitige Sumpfwetter fördert in aller Regel auch die Verbreitung bewölkter Gedanken und philosophischer Betrachtungen, die bei 30+ Grad aufgrund der allseits bekannten zerebralen Eiweißstockung nicht möglich sind.

Da genügt es schon, auf das neue Album der Helden zu stoßen, welches den assoziationsreichen Titel „Bring mich nach Hause“ trägt, um verschiedenste Gedanken und Gefühlungen in Fahrt zu bringen (ja, ich weiß, „Gefühlungen“ hat es noch nicht in den Duden geschafft, ich benutze es dennoch, pah).

Dieser Wunsch ist sicher jedem schon mal wenn schon nicht über die Lippen so doch zumindest durch die Hirnwindungen gekommen. Meist dann, wenn man von den Erfordernissen des Alltags überfordert scheint, wenn einem dieses ständige Erwachsenseinmüssen zuviel wird, die permanente Verantwortung für Dinge, Abläufe und vor allem Menschen sich mit ihren Krallen im Nacken festgegriffen hat, wenn man es satt hat, ständig Souveränität vortäuschen zu müssen, alle Dinge,die sonst von alleine zu laufen scheinen, plötzlich haken und widerspenstig sind, wenn uns Neues nicht mehr neugierig sondern ängstlich macht, wenn wir uns wie ein an vielen Stellen defektes Wasserrohr fühlen … in diesen Momenten eben …

Dann wollen wir nach Hause und am liebsten noch auf den Arm. Was aber, wenn das Zuhause nicht in erster Linie oder auschließlich aus einem noch existierenden Ort  besteht sondern vor allem aus einer Zeit? Einer Zeit, die es so nicht mehr gibt?

Den Ort „Zuhause“ mögen viele von Euch noch besitzen, aber ist es immer noch die Zuhausezeit von damals? Was, wenn derselbe Ort nicht mehr das Zuhause von früher bietet, weil dort Lebensveränderndes geschehen ist oder eine Person, die das Zuhause an diesem Ort ausmachte, nicht mehr da ist? Mein gefühltes Zuhause speist sich neben einer kleinen Gruppe gegenwärtiger Personen auch aus Gewohnheiten, einem langsam angewachsenen Wertekanon und vor allem Erinnerungen, die ich teilweise (und glücklicherweise) sogar noch nachempfinden kann. Es bleibt jedoch ein sehr ätherisches Zuhause, das sich nur aufbaut, wenn mein Inneres die Ruhe und Gelassenheit besitzt, es zuzulassen. Eine gewisse unerfüllte Sehnsucht lässt sich aber nie ganz abstellen.

Und das mit dem Arm ist auch noch nicht geklärt …

Ach ja, wesentliche Merksätze aus dem neuen Helden-Album wollte ich Euch nicht vorenthalten:

„Alles ist Alles ist Alles“

„Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss“

Gut so!

Memo und Emo

So, zu Ost … ach, zu diesem Feiertag hier halt ein kleines Gedankenexperiment:

Nehmen wir mal an, die Natur, der alte Mann mit Bart, Shivalla oder der große Kürbis oder wer auch immer eurer Meinung nach das alles hier verzapft hat, hätte es so eingerichtet, dass unsere Gefühle für jemanden oder etwas abhängig von deren gegenwärtiger Präsenz in unserem Leben wären. Wäre er, sie oder es nicht da, hätten wir zwar unsere Erinnerungen daran, aber keine daran gebundenen Emotionen.

Ich versuche es nun auch noch mal für die jüngeren Generationen zu formulieren: Angenommen, ihr hättet eine spezielle App in euch implantiert, die nur eMotion-Content freigibt, wenn ein bluetoothbasiertes Client-to-Client-Modul aktiv ist … na, ich denke, es ist klar, was ich meine …

Wäre das wirklich schlimm?

Spontan sagt wohl jeder. Um Gottes willen! Wenn man aber … ja, jetzt hier bitte nicht herum hysterisieren ICH WILL IHN ABER NICHT VERGÄÄÄSSÄÄÄÄN!!!!, es ist doch nur ein kleiner gedanklicher Rundwanderweg und am Ende ist alles gut … so, wo war ich? Ach ja, wenn man mal ein wenig darüber nachdenkt, wird man feststellen, dass einem vor allem die Sehnsucht fehlen wird, eine häufig vorhandene Gefühlsregung aber in der Alltagstauglichkeit nicht eben Klassenprimus. Nicht mehr tagelang paralysiert im Bett verbringen mit trübsten Gedanken, mit einer Packung Schlaftabletten in der Jacke die Bahnschienen entlanglaufen, immer wieder die selben alten Lieder von der besseren Zeit hören, bis die Nachbarn schon die Polizei rufen, wäre das wirklich so unverzichtbar?

Die Alternative hieße hier: Ist unser/e Liebste/r oder wer auch immer eine große Rolle für uns spielt, bei uns, fühlen wir intensiv und gleichzeitig uns toll, ist er oder sie es nicht, wenden wir uns anderen Dingen zu, anstatt ewig an dem herumzujammern, was eben nicht ist.

Steuerklärung machen statt hilflos-stammelige Liebesbriefe auf tränengeweichtem Papier verfassen, das wäre die Zukunft.

Na?

Simplify your Emotions?

Hmmmmm … näääää, will nicht! Klar, hin und wieder wäre man froh, wenn man von bestimmten Erinnerungen nicht heimgesucht würde und die fatale Neigung entwickelt, dies mit Drogen oder sonstigen Ablenkungen wie Karrieremachen zu unterdrücken, aber der bessere Weg wäre wohl, zu lernen, wie man angemessen mit diesen Erinnerungen umgehen kann, ohne sein ganzes Restleben an sie zu verlieren, anstatt diese komplett auszuschalten.

Außerdem vermute ich, wir benötigen auch die qualvollen Erinnerungen, um das Gute besser genießen zu können. Jedes Yin braucht sein Yang, jeder Fix seinen Foxi, jeder Pode seinen Anti, aus der neutralen Zone heraus lässt es sich nicht so hübsch leben. Im übrigen, was wären wir in der Musik, in der Literatur, im Schauspiel ohne die Sehnsucht? Neunzig Prozent davon sind doch sehnsuchtsinfiziert. Der Rest sind dann diese meist langweiligen Zustandsbeschreibungen von gegenwärtigem Glück, die den Rezipienten am ehesten noch neidisch machen. „Die Freuden des jungen Werther“ wären bestimmt kein Kulturgut geworden und ich fand Purple Schulzes „Sehnsucht“ mit dem geweinten Text tausendmal besser als „Verliebte Jungs“.

Wir benötigen offensichtlich die sehnsüchtigen Erinnerungen, wir sollten jedoch zusehen, nicht komplett darin zu versinken. So, jetzt aber auf zum Eier suchen .., naja, oder was man halt heute so macht an diesem …hmm … Feiertag …!

Those Days

An manchen Tagen sollte man sich bestenfalls auf möglichst fehlerfreies und regelmäßiges Ein- und Ausatmen beschränken; zu mehr reicht die Seelenkraft nicht. Dann müssen mal Andere dafür sorgen, dass Hellas nicht pleite geht, der Apfel strudelt, Herzen in Flammen geraten und die Welt sich weiter dreht.

An manchen Tagen muss man sich besonders vor Augen halten, dass bis zuletzt Allem stets noch ein Danach folgt und das Danach womöglich anders aber nicht schlechter sein muss (außer manchmal) …

An manchen Tagen bleiben viele Sätze unvo

I (herz) Wednesday!

Nun ja, „lieben“ ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber von den schlimmen Wochentagen (Mo.-Fr.) ist der Mittwoch für mich nicht der größte Schurke. Der Montag hingegen …*grrrr*…

Laut Untersuchungen scheint er aber tatsächlich das unbeliebteste von sieben Kindern zu sein. Es finden sich dafür auch jede menge handfeste *kicher* Belege: Judas‘ Verrat hat an einem Mittwoch stattgefunden, Mittwochs mittags haben die meisten Ärzte zu (???) und viele Leute sind enttäuscht, weil sie den Jackpot wieder nicht geknackt haben. Letzteres wird sich aber bis zur Einführung des Donnerstagslottos kaum ändern …

Der entscheidende Beleg ergab sich aber aus der Auswertung von Blogeinträgen. Man untersuchte aufwändig, an welchen Tagen welche Gefühlszustände besonders oft gebloggt wurden und der Mittwoch kam dabei nicht gut weg.

Ich kann das nicht teilen, immerhin ist mit Ablauf des Mittwochs doch der größere Teil der Arbeitswoche absolviert und man kann sich schon gedanklich ein wenig mit dem bevorstehenden Wochenende beschäftigen, ohne sich vollends lächerlich zu machen.

Mein Lieblingstag ist allerdings Freitag nachmittag bis Samstag nachts und das nicht nur, weil in dieser Zeit vor vielen Jahren auch meine persönliche exe-Datei gestartet wurde.

Trotzdem, auf die Gefahr hin, dass auch dieser Blog dereinst ausgewertet wird, möchte ich doch ein kleines Gegengewicht setzen und dem Mittwoch ein wenig dienlich sein:

fröhlich, lächelnd, zuversichtlich, Blumenduft, Naschkekse, flirten, Sonnenstrahl, Einkommenssteuerrückerstattung, Pistazieneis, Überraschung, liebevoll, Füße im Sand, der Duft von frischgebackenem Kuchen, ein Zwinkern, die Musik von Herrn Fitzsimmons, nachlassender Schmerz, ein Schmetterling …

Gern geschehen, lieber Mittwoch!