Die Hamburger Krankheit

Gemeint ist mit dem Titel übrigens nicht eine durch Fast-Food verursachte Magen-Darm-Störung. Auch nicht der gleichnamige deutsche Endzeit-Film aus den späten 70ern, der schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr im TV zu sehen war.

Es ist viel banaler: Man gönnt sich mal wieder ein paar Tage off an Elbe und Alster, fühlt sich bereits am ersten Abend merkwürdig schlapp und hat am nächsten Tag das Gefühl, als tobe ein Atomkrieg in Hals, Rachen und Bronchien. Die restliche Aufenthaltszeit verbringt man dann zum allergrößten Teil im Hotelbett und zwar auf eine ganz und gar unerotische Art und Weise.

Glücklicherweise hatte ich vorher noch die Schanze inspiziert (und dabei die neue Heino  Tocotronic-Scheibe  einen Tag vor dem offiziellen VÖ abgestaubt, hehe) und noch ein klein wenig Altona und Ottensen bereist. Dass dabei quasi mit meinem Betreten einer Kaffeekettenfiliale dort der gesamte Strom ausfiel und man auf bereits vorbereiteten Filterkaffee zurückfiel, führe ich einfach darauf zurück, dass ich meine Superkräfte noch nicht unter Kontrolle habe, vor allem, wenn ich krank bin.

Ansonsten hatte ich in den wachen Phasen des Tages einen mittelmäßig interessanten Ausblick auf Hinterhöfe und Teile des Altonaer Bahnhofs. Obwohl das Zimmer okay war, muss ich doch feststellen, dass ich im Zweifelsfall lieber zuhause krank darniederliege, zumal mir dort doch auch einige Mittelchen mehr zur Verfügung gestanden hätten.

Bestenfalls halbwegs wieder hergestellt ging es dann wieder per Zug zurück und hätte ich meinen Zustand an diesem Tag geahnt, hätte ich wohl doch eine schnellere Variante als diesen Vorort-IC gewählt. Nichts gegen niederdeutsche Perlen wie Uelzen und Wabern, aber ein schnelleres Zuhausesein wäre mir doch lieber gewesen. In derart angegriffenem Zustand bin ich dann auch nervlich nicht auf der Sonnenseite, deshalb grummelte ich auch zunehmend in mich, als die eine Reihe vor mir sitzende Mitreisende ALLE 10 MINUTEN umständlich ihre aus billigstem Knister-PVC bestehende Wasserflasche umständlich aus dem Rucksack herausnestelte, um dann jeweils einen Schluck zu nehmen, mit dem nicht einmal ein Schlumpf für ein paar Stunden ausreichend versorgt gewesen wäre.

Aber mittlerweile geht es wieder einigermaßen, wozu sicher auch die Rückkehr ins heimische Bett beigetragen hatte. Es scheinen auch noch Bronchienreste vorhanden zu sein.

Oh, eines sollte ich noch erwähnen: Ich habe am Sonntag zwar Hannover zumindest passiert aber ich habe definitiv nichts mit dem Diebstahl des goldenen Kekses  zu tun. Wenn wirklich ein sozial engagiertes Krümelmonster dahinterstecken sollte, scheint mir das doch eher ein Fall für Sherlock Humbug zu sein.

Schreiben schwächt noch, ächz …

Expertentalk

Ich bekam die Gesprächsfetzen in einer Hamburger S-Bahn mit, aber machen wir uns nichts vor, es könnte auch jede andere Stadt gewesen sein – sofern sie über ein S-Bahn-Netz verfügt natürlich.

Zwei Herren mittleren Alters (huch, das könnte ja auch ich bereits sein, also nicht DIESES mittlere Alter bitte!) unterhielten sich offenbar über Computer, das Internet und all die Sachen, die seit ihrer Faustkeil-Jugend ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben und mit denen diese Jugendlichen heute so selbstverständlich umgehen. Sie tun dies mit einem offensichtlich leicht abschätzigen Grundton, wie man es landläufig von Herren mittleres Alters erwartet.

Eigentlich wollte ich dem Gespräch gar nicht folgen und war mehr damit beschäftigt ,den richtigen Titel auf meinem portablen Grammophon zu finden, aber ein Satzteil erregte dann doch meine Aufmerksamkeit:

„Die googeln sich doch stän-dig solche Sachen hin und her …“

Jetzt war es also raus! Es handelte sich um Experten!

Tja, liebe Leute, was wollt ihr tun? Sich Sachen hin und her zu googeln ist nun mal der Geist der Zeit. Vorbei ist es mit Pferdekutschentransporten und derlei. Heute muss man sich seine Medizin gegen Schwindsucht nicht mehr von reitenden Boten bringen lassen, man lässt sie sich einfach so nach Hause googlen. Unglaublich!

„Papa, wollen wir uns eine Pizza googeln lassen?“

„Was? schon wieder? … na gut, aber erzähl das bloß Mutti nicht, wenn sie wieder von der Reha nach Hause kommt!“

So sind die Zeiten! Schade, dass ich bald aussteigen musste. Bestimmt wäre bald die Stelle gekommen, wo sie beklagen, dass die heutige Jugend ja nicht einmal mehr in der Lage ist, auf dem Hochrad sitzend einen dreifachen Salto hinzulegen, was damals noch alltäglich war.

Take a little Walk with me

Wenn mitten in Hamburg ein silbener „Trailor“ mit großem, roten Herz darauf steht, muss das nicht bedeuten, dass Em.inems Mutter umgezogen ist. Es muss auch nicht das bedeuten, was man fast zwangsläufig assoziiert. Manchmal geht es einfach nur um Pflaumenmus … nein, die Liebe natürlich …

Warum zum Teufel sich Lisbeth, nach allem,was sie hinter sich hat, aufs Schuhgeschäft stürzen musste, bleibt mir ein Rätsel. wie man sieht, ging es ja auch nicht gut.

Stilleben à la hamburgoise.

Hungihungi nach einer längeren Zugfahrt halt …

Man beachte die bewusst assymetrisch gesetzten Tischobjekte, welche  den Betrachter ein klein wenig irritieren und von der üblichen Sehweise der Harmonie abbringen sollen. Man beachte außerdem, dass sowohl Käsekuchen als auch Yogibärtee sehr lecker waren. Friede ihrer Seelen!

The Name of this Band is Enno Bunger. Das mag ähnlich klingen wie Ed Banger, ist jedoch Indie-Pop aus Ostfriesland und war zufällig an meinem Anreisetag Gegenstand eines der legendären „Schaufensterkonzerte“ bei Michelle Records, nähe Hbf./Mönckebergstr. Das Foto entstand bei der Probe, später war es wesentlich voller. Das Ganze übrigens 4 3! (uhuuu, grenzwertiges Flughafensprech, das sollte „for free“ bedeuten).

Zum probehören:

Herzschlag

Der junge Mann am Klavier heißt übrigens gar nicht „Roland“, sondern tatsächlich Enno. Die anderen beiden sind Nils und Bernd.

Am 25.02. sind  Die Sterne zu Gast. Ein wenig Mucke und Release-Party. Sag mir mal bitte jemand, wie es war. „Die Sterne? Mönsch, die machen doch jetzt Diskomusik! Bäähhh!“ „Ach, Schnauze, Fury!“

Kunsthalle Hamburg.

Pop Life! (mach ich doch, so oft sich die Gelegenheit bietet)

Ja, die üblichen Verdächtigen halt; Warhol, Koons, Haring, Murakami, Kippenbacher usw., aber auch ein paar weniger bekannte Namen wie … ähhh …. na … Dingens … oder der Andere da.

Ja, nu, hinter dicken Museumsfenstern mit der Handykamera und Extremzoom aufgenommen … besser ging das halt nicht! Die schwarzen Punkte sind Menschen, die weiße Fläche darunter die immer noch zugefrorene Alster. Im Vordergrund zwei Bäume.

Fischmarkt, Sonntag, später Vormittag. Die Bevölkerung ist versorgt. Nebenan in der Fischauktionshalle ging das konzertmäßig aber noch bangich ab, mit heavy Händeklatsching und allem Drum und Dran …

Hamburg ist für mich unter anderem auch deshalb so liebenswert, weil es meine melancholische Ader befriedigt. Man steht da so an der Kaimauer, schaut in die Ferne, auf Schiffe, auf Kräne, denkt an das Leben, an Menschen, die bei einem sind oder es sein sollten, sieht den Eisschollenfilets zu, wie es sie gen Nordsee zieht und verliert sich im Augenblick … zumindest so lange, bis die Pottsau hinter einem deutlich vernehmbar seinen gesamten Innenrotz zusammenzieht und ausspuckt. Welcome back, Reality!

Docks.

The Name of this Band is … ach, ihr könnt doch selber lesen. Sie hatten es nicht einfach, die Jungs, trafen sie doch auf einen Lord Foltermord, der den ganzen Tag über auf den Beinen war und entsprechendes Fußweh hatte und zudem augenscheinlich von hinten aussehen muss wie ein Durchlassventil, da er nicht nur gefühlte sondern tatsächliche 150 Mal mit der Standardbemerkung „Tschullljung, darf ich grad mal?“  beseite gerempelt wurde. Aber sie haben es rausgerissen, Kurzweilige (lag auch an der Konzertlänge von 75 Minuten exkl. Vorband) Stimmungsmusik mit afrikanischer Prägung, from Time to Time they were a little punky, too.

Das ist ja das allerbeste: Pensionswände, die einem Lebensbetrachtungen näher bringen. Letztes Jahr „Carpe Diem“ und nun dies.

Wer übrigens mal sehen möchte, wo ich gefrühstückt habe, darf sich ausnahmsweise mal nächsten Sonntag am 07.03. das perfekte Promi-Dinner ansehen. Dort bruzzelt unter anderem Kris.tiane Bak.ker, MTV-Urgestein und langjährige Freundin der Pensionswirtin, genau dort den Anderen etwas vor, wo ich jeden Morgen mein Frühstücksbrötchen nebst Kaffee und Osaft verspeist habe. Noch mehr Promidichte geht ja wohl kaum noch, oder?

So, das war es jetzt aber, mehr gibts nicht zu sehen, macht euch jetzt mal wieder ans Leben. Sind die Hausaufgaben gemacht? Die Küche will auch noch geputzt werden und ein paar Angestelle entlassen. Hurry up!!!

NYC in HH

Noch bin ich in Hamburg, aber ich muss hier doch mal kurz nach dem rechten sehen…

Eigentlich gehört ein Kinobesuch nicht unbedingt zum Programm einer Städtereise, denn Filme sehen in Hamburg in aller Regel nicht erkennbar anders aus als in Frankfurt. Es ergab sich aber für mich die Möglichkeit, mir im Abaton den Film „New York i love you“ anzusehen, den ich in Ffm. irgendwie verpasst hatte.

Es ist eingentlich kein Film, sondern eher eine teils nur skizzenartige Beleuchtung unterschiedlicher Schicksale New Yorker Einwohner. Eigentlich müssten sämtliche Alarmglocken bei einem läuten, wenn man sieht, welche Ansammlung von prominenten Namen in diesem Film mitwirken, aber das war in diesem Fall okay, denn die meisten huschen eher durch den Film. Die Hauptrolle spielt schon die Stadt.

Er hat mir gut gefallen, war sehr inspirierend, allerdings werden derart viele kleine Geschichten angerissen, dass in mir schon das Bedürfnis wuchs, das eine oder andere Schicksal noch ein wenig weiter zu verfolgen. Die Geschichte mit der Assistentin, die der Komponist bislang nur telefonisch kennt und die sich aus freien Stücken bereit erklärt, mehrere Dicke Bände russischer Literatur für ihn zu lesen, obwohl ein Auftraggeber, dies von ihm verlangt hatte, um die notwendige Einfühlung für seinen Auftrag zu bekommen. Der Film reißt mit seinen Skizzen so einige Emotionen beim Betrachter an und es fehlt die Zeit, sich damit auseinander zu setzen, da schon die nächste kleine liebenswerte Geschichte ansteht. Berührend viele davon, manche etwas zu sehr auf einen Überraschungseffekt hin poliert, jedoch dennoch sympathisch. Andere vielleicht ein wenig zu sehr an der Oberfläche verbleibend. Kurz vor Schluss gibt es diese liebevolle Mann-Frau-Situation in einem Restaurant und aus dem Hintergrund schleicht sich Radioheads „No surprises“ heran, ein Stück, dass mir bereits ohne Bilder stets nahe geht. Da ist man dann schon recht schnell beim emotionalen Outbreak.

Einen indirekten Überraschungseffekt gab es im Abspann für mich. Die letzte Story dreht sich um ein altes Ehepaar, welches sich zu Ehren seines … 60.?? … Hochzeitstags an die Seaside schleppt und sich dort für ein paar Momente innig verbunden dem Ausblick hingibt in dem Bewusstsein, dass es das letzte Mal sein kann. Der Darsteller des alten, klapperigen und  sehr gebrechlichen Mannes ist Eli Wallach, den ich und sicher auch viele andere als den fiesen feisten Gangster aus „The good the Bad and the ugly“ (Zu deutsch: Zwei glorreiche Halunken) kennen („Hey, Blonder!!!“). Erschreckend, was Zeit mitunter mit Menschen macht …

Schauts euch ruhig an, ich denke mal, jeder wird wenigstens ein oder zwei Skizzen entdecken, die ihm nahe gehen, vielleicht ja die mit der rollstuhlfahrenden Tochter des Apothekers, die die sitzengelassene männliche Jungfrau zum Abschlussball begleitet und ihm die erstaunlichste Nacht seines Lebens beschert oder die des Malers, der sich in das Gesicht einer Ladenangestellten verliebt und dieses im nächsten Restaurant eilig mit einigen Pinselstrichen und Sojasoße auf einer Serviette nachempfindet.

Nein, nein, ich verbringe meine Hamburger Zeit nicht nur in Kinos. Davon aber später mehr …

Welt voller Wunder

Mal angenommen, Sie hätten den Steinschlag in Ihrer Scheibe nicht rechtzeitig bei Kackglas reparieren lassen, weshalb diese mitten auf der Autobahn den Geist aufgibt und Sie in einen Unfall verwickelt, in dessen Folge Sie zeitweise aufgrund schwerer Verletzungen nur in der Lage sind, Müsli zu essen (das gute Seifenbacher natürlich, das tut einem ja sowieso gut),  und sie zusätzlich noch an den finanziellen Folgen des Unfalls zu leiden haben…

… dann geht jetzt die Sonne für Sie auf, denn jetzt gibt es  ja das gute Briefgold. Einfach die alten Zahnfüllungen oder nicht benötigten Eheringe in den Briefumschlag und schon gibt es pro Kilo Gold mindestens mehrere Euro Belohnung, einfach so! Klasse, oder?

Ich gebe dies mal als Geheimtipp weiter, denn viele wissen wahrscheinlich noch gar nichts davon. Gern geschehen!

P.S.: Weiß jemand, ob es ratsam ist, mit einer Halsentzündung ein verlängertes Wochenende in Hamburg zu verbringen? *zähneknirsch*

Cine Man Part 2

Heute:

Soul Kitchen (Preview).

Hä, schon wieder Pandora? .. ach so, der Name des Filmverleihs. Note to myself: Schneller von Filmeindrücken lösen!

Na, der neue Fatih-Akin-Film halt. Wenn man Gefallen an den Werken des Regisseurs gefunden hat, fällt es nicht einmal ansatzweise schwer, auch diesen Film gut zu finden. Habe ich, also erwarte man bitte keine allzu objektive Kritik.

Im Gegensatz zu Donnerstag, wo wir fast eine Privatvorführung genießen konnten, war der Laden gestern natürlich bumsvoll, aus Gründen. Dazu aber später.

Kurzer Abriss gefällig? Schlecht gehende, aber mit Herz geführte Pinte in HH-Wilhelmsburg wird durch neu engangierten und ambitionierten Koch (eine Variante des seinfeldschen Suppennatsis) aufgepimpt, was zunächst mangels höchstfrittiertem Wiener Schnitzel in die Hose geht, dann aber plötzlich doch an Schussfahrt gewinnt. Hinzu kommen außerdem: Die große Liebe, die ihre berufliche Schangse in Schanghai wittert, der Knackibruder auf Freigang mit Jobbedarf, der zum Immobilienhai mutierte Schulfreund, der plötzlich auftauchende und wenig beliebte Bandscheibenvorfall, eine durch baumrindenveredelte Nachspeise völlig enthemmte Finanzamtstante,  die Sehnsucht,  die Neuorientierung, dann der Vielfachcrash. Am Ende ist dann abergottseidank alles gut.

Da könnte man ein wenig herummäkeln und anmerken, dass das mitunter nicht ganz reallifetauglich ist, wenn da auf einmal die Exfreundin sich reich geerbt hat oder der türkische „Knochenbrecher“ die Bandscheiben-OP ersetzt, aber was solls? Wenn ich wieder aus dem Kinosaal in die minus 13 Grad trete und sich mein Körper gerade selbst schockfrostet, habe ich mehr Reallife als ich benötige.

Das ist ein Wohlfühlfilm, den Herr Akin mit seiner Posse gedreht hat und das lässt sich kaum übersehen. Wenn man dann auch noch wie ich ein wenig hamburgaffin ist, kann man auch noch genüssliches Placedropping betreiben. Da, die Astrastube (die auch Nichthamburgern spätestens seit dem letzten Jan-Delay-Albumcover bekannt ist), die Altonaer Bahnhofsgegend, das Cafe in der Nähe des Millerntores usw. Eigentlich hätte ich mir den Film stilecht im „Abaton“ ansehen müssen, aber leider liegen HH und F nicht nur wenige S-Bahnstationen auseinander.

Während des Films lief fast durchweg Mitgehmusik vom Feineren. Welche Art von Musik das vornehmlich war, dürfte klar sein; schließlich heißt der Film ja nicht „Minimal Techno Kitchen“. Alles in allem also ein sehenswerter Film, wenn man Akins emotionale Arbeitsweise honorieren kann.

Die Bumsvollheit des Kinos war übrigens nicht nur auf die dekadente Wirkung der Preview zurückzuführen, sondern vor allem darauf, dass Regisseur und Hauptdarsteller persönlich anwesend waren und sich nachher noch einigen Fragen stellten. so weiß man nun beispielsweise, dass die gekonnte Bandscheibenvorfallsdarstellung auf die persönliche lange Leidensgeschichte des Regisseurs zurückzuführen ist und das im Film verewigte „Soul Kitchen“ leider bald plattgemacht wird, weil Parkplatznot herrscht.Ein fetter Wermutstropfen war lediglich der Moderator der Fragestunde, an dem nicht nur ein Entertainer verloren gegangen ist. Nein, der Entertainer in ihm ist schon vor Jahren schreiend davongelaufen. Derber Fremdschämalarm, Digga!

Sooo, in Hamburch sacht man Tschüüüs, hier jetzt auch. Morgen vielleicht dann noch die Verfilmung von Gaarders „Orangenhautmädchen“, dann aber zwei Wochen lang nur lesen, aus dem Fenster schauen und bestenfalls selbstgebasteltes Daumenkino,  damit die Augen wieder oval werden.

P.S.: Für die Angefixten: Bundesweiter Start ist der 25.12.  Eine prima Gelegenheit also, der fetten Weihnachtsgans und der noch fetteren Großtante aus dem Weg zu gehen …

P.P.S.: Wenn jemand eine Bezugsadresse für diese spezielle Baumrinde haben sollte, her damit! :o)


I|see|a|ship|in|a|harbour

Netter Titel (willkommen übrigens alle New-Or.der-Fans, die sich aufgrund des Titels hierher verirrt haben, machts euch bequem, Käffchen?), aber schlichtweg gelogen. Ich wollte zwar mal an den Hafen, um die eingelaufene Königin zu begutachten, kam aber leider nicht dazu. So musste also die QM2 ohne mich gesehen zu haben nach NYC. Der Tag in HH war dennoch ein wunderschöner Abschluss des Nordic Holiday. Bestes Wetter, die City brummte, da Dockville, HSV-BVB sowie die Vorbereitungen zu den Cyclassics sich am selben Wochenende die Aufmerksamkeit teilen mussten.

Netter Flohmarkt im Karoviertel, anschließend Kaffee- oder Bierpause bei Yoko.mono (wo man mich übrigens bereitwillig in das Küchengeheimnis einweihte, wie man aus zwei Stück Kuchen drei macht) und schließlich die Entdeckung einer kleinen Rarität, einer frühen Aufnahme des blonden Engels aus Indiana:

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(Courtesy of „Hanseplatte“, selbstverständlich)

Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch feststellen, dass die berühmt-berüchtigte „As.trastube“ Covergirl für die neue Scheibe von Herrn Del.ay geworden ist.

In der Nachmittagshitze dann weitergeschleppt zum Beachclub im Schanzenviertel und anschließend noch in ein ein Esstübchen aus dem Lande des Fado, in dem es lecker Quiche mit reichlich frischem Salat für wenig Taler gab. Scheint im übrigen auch Herbergsstube für viele Hamburger Musiker zu sein (Herr Rellöm in senfgelber Trainingshose – sexy as hell, thx 4 not wearing Leggings). Es war reichlich was los, man musizierte brasilianisch oder sah einfach nur portugiesisch umwerfend aus, der Kiez war auf Sommerfrische eingestellt.

Als Mary abends Abschied nahm, war der Krach bis Altona zu hören. Mein Abschied war wesentlich leiser, aber wohl wehmütiger. In diesen Momenten kommen die Stimmen und sie flüstern „Bleib doch hier!“. Gute Idee, kommt vielleicht noch. Für den Moment gehöre ich natürlich weiterhin nach Frankfurt, denn wo sonst bekommt man diese windstille, schwülwarme Hitze mit permanenter Gewitterneigung? Sollte ich allerdings mal längere Zeit nicht zu finden sein, wisst ihr, wo ihr suchen dürft …